Eine Runde weiter

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Auswärtssieg! Die Löwinnen schlagen den FC Geestland mit 2:3 und ziehen in die nächste Runde des Niedersachsenpokals ein!

Die Löwinnen fühlten sich wohl etwas wie die Profis bei der Auslosung des Pokals. Statt Hertha bekamen unsere Blau-Gelben erneut den FC Geestland, wie schon in der Saison davor. Damals schieden die Löwinnen im zweiten Spiel innerhalb von drei Tagen mit 1:0 aus. Heute sollte es dann mit dem Einzug in die nächste Runde des Niedersachsen-Pokals klappen.

In der vergangenen Saison verpasste der FC Geestland denkbar knapp die Teilnahme am Aufstiegsspiel und landete auf dem zweiten Platz der West-Staffel der Oberliga Niedersachsen. Geestland ist eine Stadt im Kreis Cuxhaven in der Nähe von Bremerhaven, also eine Fahrt von etwas mehr als zwei Stunden. Vor dem Spiel schaute ich noch bei dem „etwas“ schiefen Leuchtturm von Bremerhaven und Bad Bederkesa, einem Luftkurort vorbei, echt schön dort! Beim Spiel auf dem Sportplatz in Drangstedt angekommen, traf ich gleich die anderen mitgereisten Fans. Der Eintritt war frei. Da ich in Bad Bederkesa bereits gegessen hatte, gab es keinen Test der Stadionbratwurst, der ebenfalls mitgereiste Ralph sprach aber von einer 6/10.

Eintracht-Trainer Benjamin Knoll stellte wie folgt auf: Laura Engler (TW) – Cindy Kaufmann, Antonia Farr, Michelle Bröckel, Lena Ahl – Victoria Wiedermann (C), Dorothea Prießnitz (46. Aurelia Tillmann), Joline Holitska (46. Lenja Kastner), Jolie Just – Lyn Meyer, Gesa Radtke

Die erste gefährliche Aktion hatten die Löwinnen über Joline Holitska, die Flügelspielerin drang mit Tempo in den Strafraum ein, konnte sich aber nicht entscheidend durchsetzen. Wenig später kombinierten sich die Blau-Gelben zum ersten Abschluss: Victoria Wiedermann auf Gesa Radkte, die Lyn Meyer bediente. Der flache Abschluss unserer Nummer 6 landete in den Armen der Torhüterin. Dann kamen die Gastgeberinnen das erste Mal vors Tor: Nach einem gefährlichen Ballverlust folgte der Abschluss aus zentraler Position. Torfrau Laura Enlger riss die Arme hoch und konnte den Schuss aus kurzer Distanz parieren. Drei Minuten später blieb Holitska nach einem robusten Zweikampf liegen. Geestland spielte weiter, doch im Verbund klärte die Blau-Gelbe Abwehr die Situation. Auf der anderen Seite gewann die schnelle Gesa Radtke tief in der gegnerischen Hälfte einen Zweikampf, der anschließende Pass auf die startende Lyn Meyer geriet aber etwas zu kurz.

Torjubel nach dem 0:1

Dann wurde Geestland richtig gefährlich. Nach einer Flanke von der linken Seite hatte die Stürmerin viel zu viel Platz, brachte den Ball unter Kontrolle und zog aus etwa 11m volley ab. Laura Engler brachte irgendwie noch einen Fuß an den Ball und drehte die Kugel noch um den Pfosten, eine echte Glanztat! Die Ecke konnten die Löwinnen klären und dann rollte der Konter: Jolie Just machte mit Ball im hohen Tempo viele Meter gut und steckte auf die startende Gesa Radtke durch. Aus leicht spitzem Winkel schoss die Stürmerin auf die kurze Ecke. Die Heim-Torhüterin parierte zur Ecke. diese brachte allerdings nichts ein. Danach passierte längere Zeit wenig vor den Toren. Die Löwinnen kamen noch nicht ganz klar mit dem großen Platz, der zudem in einem ziemlich schlechten Zustand ist. Der Schiedsrichter ließ zudem viel laufen, was den im Zweikampf häufig ziehenden und zerrenden Gastgeberinnen zu Gute kam.

Mitte der ersten Halbzeit war die Kapitänin des FC Geestlands nach einem langen Ball plötzlich frei durch und hatte nur noch BTSV-Torhüterin Engler vor sich. Diese umkurvte sie, ließ sich aber etwas nach außen drängen. Trotzdem trieb sie den Ball in Richtung leeres Tor. Laura Engler rannte hinterher, hechtete mit einem Wahnsinnsprung von hinten an der Stürmerin vorbei und titschte den Ball im allerletzten Moment noch ins Toraus. Die Kapitänin hatte schon zum Schuss ausgeholt, verlor das Gleichgewicht und rauschte mit hohem Tempo ins Außennetz. Nach einer Behandlung konnte sie aber weiterspielen.

Die Ecke wurde nach einer kurzen Trinkpause ausgeführt. Nach ein bisschen hin und her kam Dorothea Prießnitz an den Ball und schlug diesen aus dem eigenen Strafraum weit in die gegnerische Hälfte. Die letzte verbliebene Abwehrspielerin und Gesa Radtke rannten hinterher. Unsere pfeilschnelle Stürmerin nahm ihrer Konkurrentin im Sprintduell dabei auf etwa 45m gefühlte 10m ab und war somit völlig alleine vor dem Tor. Trotz des langen Sprints blieb Radtke eiskalt und verwandelte flach zur Führung: 0:1!
Fast hätte Geestland schnell geantwortet, doch Cindy Kaufmann gewann mit einem klasse Zweikampf den Ball und holte einen Freistoß raus, das wäre ohne den starken Einsatz der Rechtsverteidigerin richtig gefährlich geworden. Drei Minuten später wurde ein Abschluss der Gastgeberinnen abgefälscht und flog im hohen Bogen an die Latte, vielleicht war Engler vorher sogar noch dran. Der Ball sprang in den Fünfer, doch bevor eine Stürmerin den Ball über die Linie drücken konnte, begrub unsere Torhüterin das Spielgerät unter sich.

Gesa Radtke mit dem Doppelpack

Direkt im nächsten Angriff fiel aber dann doch der Ausgleich: Plötzlich hatten Geestland Überzahl, ein Querpass und die Kapitänin der Geestländerinnen war völlig frei vorm Tor. Dieses Mal ließ sie Engler keine Chance und verwandelte flach zum 1:1. Nur Augenblicke nach dem Anstoß flog ein Fernschuss weit über das von Laura Engler bewachte Tor. Dann kam wieder Braunschweig: Nach einem schnellen Einwurf hatte Lyn Meyer nur noch eine Abwehrspielerin vor sich, an der sie dann aber ganz knapp nicht vorbei kam. Darauf folgte ein langer Ball, den die herauseilende Engler souverän klärte. Kurz darauf legte Lyn Meyer einen langen Ball von Laura Engler mit einem Kontakt zu Jolie Just die den Ball direkt zu Gesa Radtke weiterspielte. Die Stürmerin hatte 35 Meter vor dem Tor plötzlich ganz viel Platz. Mit langen Schritten trieb sie den Ball voran und spielte genau im richtigen Moment auf die mitgelaufene Lyn Meyer weiter. Nur noch die Torhüterin vor sich, behielt die unsere Torjägerin die Nerven und vollendete flach in die lange Ecke, erneute Führung: 1:2!

Kurz vor dem Pausenpfiff leitete Laura Engler mit einem langen Abschlag den nächsten Angriff ein: Dorothea Prießnitz schnappte sich den zweiten Ball und setzte mit einem tollen Steilpass Lyn Meyer in Szene. Diese wackelte erst ihre Gegenspielerin aus und blieb auch bei dem robusten Körpereinsatz der Verteidigerin standhaft, drang in den Strafraum ein und nahm den Kopf hoch. In der Mitte hatte sich Gesa Radtke davon gestohlen und stand vollkommen frei. Meyer legte quer und Radkte drückte den Ball locker über die Linie: 1:3!

Das war auch der Halbzeitstand: Trotz drückenden und sehr robust auftretenden Gastgeberinnen blieben die Löwinnen cool und trafen gleich drei Mal nach schnell vorgetragenen Angriffen. Dabei ließen sich die Blau-Gelben auch nicht vom zwischenzeitlichen Ausgleich aus der Ruhe bringen. Zur Pause brachte Trainer Benjamin Knoll gleich doppelt frische Kräfte. Mit Tillmann und Kastner kamen zwei sehr junge Spielerinnen in die Partie.

Lyn Meyer hält ihre Gegenspielerin vom Ball weg

Kurz nach Wiederanpfiff rettete Lena Ahl mit einem starken Zweikampf, bevor es richtig gefährlich wurde. Der Schiedsrichterassistent hatte aber die Fahne gehoben, nach dem Zweikampf entschied der Schiedsrichter dann auch auf Abseits. Wenig später konterten die Löwinnen: Lyn Meyer behauptete sich stark gegen mehrere Spielerinnen und gab auf die Außenbahn zu Lenja Kastner. Die ging zur Grundlinie und schlug eine scharfe Flanke. Mit einem Hechtsprung kam die Torhüterin an den Ball und hatte diesen im Nachfassen auch sicher. Kurz darauf hatten die Gastgeberinnen eine richtig dicke Chance: Nach einem langen Ball war nur noch Laura Engler da um den Gegentreffer zu verhindern. Die FCG-Stürmerin versuchte die Eintracht-Keeperin zu überlupfen, diese hatte den Braten aber gerochen, machte sich lang und brachte noch eine Hand an den Ball. Den freien Ball sicherte sie sich dann locker. Eine weitere richtig starke Parade im ersten Pflichtspiel für unsere Torhüterin!

In der nächsten Szene musste Engler noch weiter aus ihrem Kasten kommen, reagierte dabei nach einem Steilpass frühzeitig und schlug den Ball weit aus der Gefahrenzone. Danach passierte zehn Minuten lang nix, bis sich die Löwinnen am gegnerischen Strafraum festsetzten. Nach etwas hin und her nahm sich Kapitänin Victoria Wiedermann den Ball und knallte ihn aus 20m aufs Tor. Leicht abgefälscht rauschte der Ball knapp am Kasten vorbei. Im Gegenzug wurde Geestland wieder gefährlich. Bei einem eigentlich harmlosen Abschluss der klar vorbei gegangen wäre, sah Engler rechtzeitig die heranstürmende und einschussbereiten Gegenspielerin und schmiss sich auf die Kugel. Wenig später war der Ball dann doch drin. Eine Flanke von der rechten Seite rutschte durch, in der Mitte stolperte eine Geestland-Stürmerin gegen den Ball, der zur Geestland-Kapitänin prallte. Diese blieb aus wenigen Metern cool und schob zum Anschlusstreffer ein. Allerdings stand sie sowohl bei der Flanke als auch bei der „Abpraller-Weiterleitung“ eher im Abseits als auf gleicher Höhe. So richtig lässt es sich in den Video-Highlights bei Fussball.de leider nicht auflösen, war auf jeden Fall eine knappe Sache. Das Tor zählte und somit stand es nur noch 2:3.

Nun bemühten sich die Löwinnen noch mehr um eine sichere Defensive, lauerten aber auch immer wieder auf Konter. Leider fehlte zu oft die letzte Genauigkeit. Kurz bevor es gefährlich wurde, versprang der Ball, es kam ein ungenauer Pass oder ein Zweikampf wurde zu leichtfertig verloren. Da war in einigen Szenen mehr drin. Währenddessen gingen die Gastgeberinnen immer robuster in die Zweikämpfe, kamen aber oft trotz starkem Ziehen ohne Freistoß davon und auch bei recht rüden Fouls ohne Karte davon. Zudem war keine klare Linie des Schiedsrichters zu erkennen. Während bei den Löwinnen jeder Einwurf weiter nach hinten verlegt wurde, durfte Geestland auch mal über zehn Meter weiter vorne einwerfen und profitierte im Gesamtbild schon etwas von der einseitig großzügigen Zweikampf-Bewertung des Schiedsrichters. Die Ansprachen an Braunschweiger Spielerinnen sprachen meiner Meinung nach auch nicht für einen souveränen Schiedsrichter. Fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer kam Geestland erneut im Strafraum zum Abschluss, der Ball flog aber weit am Tor vorbei.

Dann wurden die Löwinnen wieder gefährlich: Lenja Kastner köpfte den Ball zu Lyn Meyer, die auf die startende Aurelia Tillmann weitergab. Die junge Offensivspielerin wurde vom Körpereinsatz der letzten Abwehrspielerin aber etwas aus dem Tritt gebracht und kam gegen die herausstürmende Torhüterin einen Schritt zu spät. Einige Minuten später setzten sich die Löwinnen wieder mal am Strafraum von Geestland fest, am Ende kam Radtke Volley zum Abschluss: Daneben. Kurz vor Abpfiff musste Engler noch einen Fernschuss und eine unangenehm abgefälschte Flanke fangen, erledigte diese Aufgaben aber souverän.

Jubel nach dem geglückten Weiterkommen im Pokal

Dann war Schluss! In einem umkämpften Pokalspiel gewinnen die Löwinnen beim FC Geestland mit 2:3 dank zwei Treffern von Gesa Radkte und einem Tor von Lyn Meyer. Laura Engler und die Abwehr verhinderten gemeinsam den Ausgleich. Somit steht der Einzug ins Achtelfinale des Niedersachsen-Pokals fest. Fest steht auch der kommende Gegner. Am Sonntag, den 30.10. geht es zum Ligakonkurrenten ESV Rot-Weiß Göttingen, also erneut auswärts. Der Auftakt in die Oberliga-Saison findet am Sonntag, den 04.09. statt. Anstoß am Biberweg ist um 14 Uhr.

Bis Dahin

Euer Kivi

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