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Unnötige Niederlage

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Die Eintracht verliert bitter in Darmstadt. Eine Niederlage, die so unnötig war, dass sie im Duden unter Definition „unnötig“ zu finden sein könnte. Bereits das dritte Mal kassieren die Löwen spät einen Gegentreffer, bereits das dritte Mal fliegt ein Innenverteidiger mit einer Roten Karte vom Platz. Dabei waren die Blau-Gelben durch Mehmet Can Aydin in Führung gegangen und schienen nach dem Seitenwechsel alles im Griff zu haben, ehe die Gastgeber aus dem Nichts zum Ausgleich kamen und sich nach einem bösen Patzer das Spiel vor über 17.000 Zuschauern noch drehen konnten. So hieß es am Ende 2:1 für die Lilien. Die Eintracht ist nun drei Spiele ohne Sieg.

Für 4,50 Euro gab es mal wieder eine Feuerwurst. Diese war gerade noch nicht zu fettig, alles andere war einfach sehr gut. Tolles Brötchen, würzig, knackig, eine 9/10 von mir.

Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Kevin Ehlers, Sven Köhler (C, 85. Rot), Florian Flick – Mehmet Can Aydin, Robin Heußer (66. Leon Bell Bell), Max Marie (83. Fabio Kaufmann), Fabio di Michele Sánchez – Johan Gómez, Christian Conteh (83. Sebastian Polter) – Erencan Yardimci (73. Levente Szabó)

Der winzige Gäste-Steher im Stadion am Böllenfalltor war pickepackevoll, die Stimmung war gut, die Sicht bekanntlich schlecht. Der BTSV hatte seit über 35 Jahren nicht gewonnen und wollte das heute ändern. Doch den ersten gefährlichen Abschluss hatten die Gastgeber: Eine Flanke von Marseiler rutschte bis zu Hornby durch, der an Ehlers vorbeiging und aus zwölf Metern abzog. Thorben Hoffmann konnte parieren, doch der Abpraller landete bei Marseiler, der aus leicht spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf. Zehn Minuten später versuchte es Kapitän Sven Köhler aus der zweiten Reihe, fabrizierte aber nur einen harmlosen Flachschuss. Danach passierte einige Minuten gar nichts. Bis Johan Gómez auf der rechten Seite Mehmet Can Aydin in Szene setzte, der einen Doppelpass mit Robin Heußer spielte. Der rechte Schienenspieler zog aus 25 Metern einfach mal ab. Der Fernschuss setzte einmal auf, Lilien-Keeper Schuhen sah nicht gut aus, denn die Kugel rutschte ihm durch die Arme und schlug in der rechten Ecke ein. Total egal wie, zählt alles gleich, das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Etwas mehr als eine Zeigerumdrehung später drang Johan Gómez in den Strafraum ein und kam aus 14 Metern gefährlich zum Abschluss, ein Verteidiger der Gastgeber konnte aber noch blocken. Auf der anderen Seite ließ Lidberg für Corredor klatschen, der aus 20 Metern abzog. Thorben Hoffmann musste sich ordentlich strecken, konnte den Ball aber vor dem Einschlag in der rechten unteren Ecke bewahren und parierte zur Ecke. Fünf Minuten waren regulär noch zu spielen, als es ärgerlich wurde. Christian Conteh ließ erst Pfeifer und dann eigentlich auch Vukotic stehen, doch der Innenverteidiger räumte Conteh klar regelwidrig ab. Der Ball kam zu Erencan Yardimci, der zu lange zögerte und dann erst geblockt wurde, ehe er seinen zweiten Versuch klar rechts am Tor vorbei ballerte. Der VAR schaltete sich ein und hätte wohl auch einen Strafstoß verhängen lassen, doch das Foul an Conteh fand hauchzart vor der Strafraumkante statt. Sehr bitter. Ein paar Minuten danach flog ein Fernschuss von Lopez nur knapp links am Braunschweiger Tor vorbei. Im Gegenzug zog Gómez vom rechten Strafraumeck ab: links vorbei.

Dann war Halbzeit. Die Eintracht hatte wenig zugelassen, war selbst aber auch nur selten gefährlich geworden und hatte dann Glück, dass Schuhen den Fernschuss von Aydin nicht parieren konnte. Dennoch war es der bisher beste Auftritt auf fremden Plätzen in der noch jungen Saison. Trainer Heiner Backhaus verzichtete daher auch auf Wechsel.

Nach dem Seitenwechsel tauchte Erencan Yardimci nach einem langen Ball von Thorben Hoffmann vor dem Strafraum auf, ging nach einem leichten Kontakt von Vukotic aber zu einfach zu Boden, das war zu wenig für einen Freistoß. Wenige Augenblicke später überrumpelte ein langer Ball die Blau-Gelbe Abwehrkette, Thorben Hoffmann stürmte aus seinem Kasten und war gerade noch vor Corredor am Ball, der den Löwen-Schlussmann anschließend umrammte. Das gab folgerichtig Gelb für den Lilien-Stürmer. Hoffmann konnte zum Glück weiterspielen. Aus dem fälligen Freistoß entwickelte sich ein langer Ball aus der eigenen Abwehrkette, den Christian Conteh zwischen Pfeiffer und Lopez überragend mit der Hacke verarbeitete und so halblinks vor dem Tor nur noch Torwart Schuhen vor sich hatte. Conteh zog aus leicht spitzem Winkel flach ab, scheiterte aber an einer starken Fußabwehr des Keepers.

Kurz darauf brach Fabio di Michele Sánchez durch und spielte den Ball flach in die Gefahrenzone. Dort stand Erencan Yardimci völlig frei, wurde aber zurückgepfiffen, da er zuvor Gegenspieler Vukotic klar gefoult hatte. Wenig später kam Yardimci den ohne Foul im Strafraum zum Abschluss, wurde nach Vorlage von Johan Gómez aber geblockt. Etwas mehr als eine Viertelstunde war gespielt, als die Eintracht-Defensive kollektiv zu passiv agierte. Lopez wurde im Halbfeld nicht angegriffen, über Marseiler kam der Ball zu Hornby, der aus 14 Metern halbrechts abzog, den Ball dabei aber nicht richtig traf. Und so wurde der Schuss zur perfekten Vorlage für Lidberg, der in die Schussbahn grätschte und das Spielgerät somit aus wenigen Metern ins Tor drückte. Der Ausgleich aus dem absoluten Nichts, das 1:1.

Fünf Minuten später zog Bell Bell kurz vor dem Strafraum ab. Das Tor verfehlte er zwar klar, wurde aber dabei ebenso klar von Vukotic gefoult. Den fälligen Freistoß aus 19 Metern setzte Aydin gleich zweimal in die Mauer. Kurz darauf gab es eine Ecke, die Ehlers aber zu ungenau köpfte. Am Ende hatte Schuhen den Ball sicher. Beinahe hätte dieser auch gleich die Mega-Chance aufgelegt, doch Lidberg prallte der lange Abschlag an den Rücken. Andernfalls hätte der Torschütze freie Bahn gehabt. Dann gab es wieder Freistoß für die Löwen, knapp vor der Strafraumkante. Dieses Mal am linken Strafraumrand. Max Marie versuchte den Torwart zu überraschen und zog den Ball aus spitzem Winkel direkt aufs Tor, traf aber nur das Außennetz.

Fünf Minuten später filetierte Lopez die Eintracht-Abwehr mit seinem Pass auf Corredor, der aus elf Metern zum Abschluss kam. Aydin fälschte die Kugel mit einer tollen Grätsche noch zur Ecke ab. Zwei Zeigerumdrehungen später zog Aydin von der rechten Seite nach innen und setzte Levente Szabó in Szene, der aus 17 Metern an Torwart Schuhen scheiterte. Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit verschätze sich Sven Köhler bei einem eigentlich harmlosen langen Ball, trat an der Kugel vorbei und ließ sich von Lidberg überrennen. Nahe der Strafraumkante wusste sich der Kapitän nur noch mit einem Foul behelfen. Als letzter Mann war das eine klare Notbremse und das bedeute: die dritte Rote Karte für einen Innenverteidiger im dritten Auswärtsspiel. Ein dicker Patzer des heute sonst so starken Kapitäns. Es gab Freistoß aus 17 Metern. Zwar legte sich Kaufmann hinter die Mauer, doch dieser war schlichtweg kein Peter Crouch und deckte so nicht genügend Raum im Liegen ab. Maglica prügelte die Kugel mit über 130 km/h durch die Beine vom hochspringenden Ehlers hindurch und an Kaufmann vorbei. Thorben Hoffmann war bei dem Geschoss absolut machtlos. Spiel gedreht, das 2:1 für die Gastgeber.

Es lief bereits die Nachspielzeit, als Leon Bell Bell über die linke Seite in den Strafraum brach. Seine flache Hereingabe landete aber in den Armen von Schuhen. Kurz darauf versuchte es Johan Gómez aus der zweiten Reihe, sein Fernschuss geriet aber zu zentral. Mit Ablauf der Nachspielzeit zog Furukawa an Flick vorbei, sein Schuss aus 16 Metern flog aber deutlich am Tor vorbei.

Dann war Schluss. Ein Spiel, das man nicht verlieren muss und eigentlich auch nicht verlieren darf. Zumindest nicht so. Aber Fehler passieren und gehören dazu. Das muss man einer für Eintracht-Verhältnisse jungen Mannschaft auch einfach zugestehen, denn es gehört zu einer positiven Entwicklung dazu. Nun muss das Trainer-Team nachweisen, dass es ihrer Mannschaft die richtigen Lehren daraus aufzeigt. Weiterhin muss es öfter gefährlich werden vor dem Tor. Die späten Gegentore sowie die Roten Karten müssen analysiert werden. Weiter geht es am kommenden Samstag, dann ist die SV Elversberg im Eintracht-Stadion zu Gast. Anstoß ist um 13 Uhr.

Bis dahin

Euer Kivi

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