Remis gegen den Pokalfinalist
5 min readDie Eintracht holt einen Punkt gegen den Finalteilnehmer des letztjährigen DFB-Pokals. Im Spiel gegen Arminia Bielefeld zeigten sich beide Teams lange offensiv ziemlich harmlos, ehe Christian Conteh mit der ersten richtigen Torchance zur Führung traf. Anschließend gelang es gegen energisch anrennende Bielefelder nicht, die zahlreichen Kontergelegenheiten in Torchancen umzuwandeln, immer wieder trafen die Löwen falsche Entscheidungen. Mit Ablauf der regulären Spielzeit trafen die Gäste aus dem Gewühl zum Ausgleich. Aufgrund des Zeitpunktes ärgerlich, unverdient war das allerdings nicht. Da in der Nachspielzeit kein weiterer Treffer folgte, blieb es vor über 21.000 Zuschauern beim 1:1-Unentschieden.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Kevin Ehlers, Lukas Frenkert (51. Levente Szabó), Mehmet Can Aydin – Sven Köhler – Christian Conteh (69. Leon Bell Bell), Johan Gómez, Max Marie (69. Patrick Nkoa), Robin Heußer (40. Fabio Kaufmann), Fabio di Michele Sánchez – Erencan Yardimci (69. Sebastian Polter)

Den ersten Abschluss hatten die Gäste: Wörl setzte Boakye in Szene, der aus 17 Metern abzog. Den harmlosen Flachschuss hatte Hoffmann aber sicher. Der folgende Pass des Torwarts landete in den Füßen eines Gegenspielers. Grodowski zog aus ähnlicher Position wie zuvor Boakye ab, erneut packte Hoffmann sicher zu. Zwei Zeigerumdrehungen danach blockte Frenkert im Strafraum gegen Boakye. Der erste Abschluss der Löwen folgte nach einem Standard. Aydin versuchte es bei einem Freistoß 25 Meter vor dem Tor direkt und brachte den Ball auch aufs Tor, wirklich gefährlich wurde es aber nicht. Arminia-Keeper Kersken pflückte den Ball locker aus der Luft.
Auf der anderen Seite drehte sich eine Flanke von Corboz gefährlich aufs Tor. Thorben Hoffmann musste sich ordentlich strecken, konnte die Kugel aber mit den Fingerspitzen noch über den Querbalken lenken. Kurz darauf foulte der bereits verwarnte Grodowski erneut, kam aber mit einer Ermahnung davon. Das konnte man durchaus als glücklich bezeichnen. Eine halbe Stunde war gespielt, als Max Marie einen Geistesblitz hatte und den Ball überragend durch die Gasse in den Lauf von Erencan Yardimci steckte. Der Stürmer tauchte frei vor Kersken auf, tunnelte den Schlussmann und sah jubelnd dem Ball hinterher, der ins Netz kullerte. Doch die Fahne ging hoch: Abseits. Nach drei Minuten VAR wurde es bestätigt, Yardimci hatte wenige Zentimeter in der verbotenen Zone gestanden.

Im direkten Gegenzug zog Wörl nach innen, hatte plötzlich eine ziemlich freie Schussbahn und zog aus 17 Metern ab. Thorben Hoffmann tauchte ab und hielt den Schuss sogar fest. Drei Minuten später suchte Marie mit einem Steckpass Christian Conteh, doch Boakye grätschte im letzten Moment dazwischen. Andernfalls wäre Conteh frei durch gewesen. Sofort ging es in die andere Richtung. Wörl setze Corboz in Szene, der aus spitzem Winkel am stark reagierenden Hoffmann scheiterte. Anschließend musste der Gelb-Rot gefährdete Heußer raus und wurde durch Fabio Kaufmann ersetzt. Mit Ende der regulären Spielzeit zog Hagmann aus der zweiten Reihe ab, erneut packte Hoffmann sicher zu. Bereits in der Nachspielzeit erwischte Erencan Yardimci eine Ecke mit dem Kopf, beförderte das Leder aber klar vorbei.
Dann war Halbzeit. Viel war nicht passiert, Bielefeld war eigentlich durchgängig im Ballbesitz, hatte Thorben Hoffmann aber auch nur selten prüfen können. Die Löwen konnten offensiv noch gar keine Gefahr auf den Platz bringen, hatten bei dem knappen Abseitstor aber auch Pech. Heiner Backhaus wechselte nicht, dafür ließen sich die Gäste aus Bielefeld ziemlich viel Zeit, bis sie auf den Platz zurückkehrten. Muss auch nicht sein.

Der zweite Durchgang begann katastrophal. Lukas Frenkert blockte eine Flanke rechts vor dem Strafraum ab, ging zu Boden und zeigte sofort an, dass es für ihn nicht weitergeht. Für ihn kam Levente Szabó in die Partie. Gute Besserung, Lukas!
Um die Stundenmarke rum, verpufften zwei aussichtsreiche Konter der Eintracht zu leichtfertig. Erst spielte Conteh zu ungenau auf Yardimci, dann tauchte di Michele Sánchez sehr frei im Strafraum auf, entschied sich aber gegen den Schuss und spielte einen Querpass auf Johan Gómez, der aber von gleich zwei Gegenspielern gedeckt war und keine Chance auf den Ball hatte. Kurz darauf tauchte der di Michele Sánchez links im Strafraum aus, verstolperte den Ball aber und lief ins Toraus.
20 Minuten im zweiten Durchgang waren gespielt, als Max Marie nach einem Ballgewinn schnell umschaltete und Levente Szabó rechts vor dem Strafraum bediente. Der ungarische Nationalstürmer spielte einen starken Pass zu Christian Conteh, der es anschließend einfach überragend machte. Er drehte sich blitzschnell um Gegenspieler Hagmann, ließ ihn mit einem weiteren Haken endgültig stehen und ging auch noch an Torwart Kersken vorbei. Vor dem leeren Tor hatte Conteh anschließend keine Mühe, den Ball in den Kasten zu schieben. Das war richtig stark gemacht, das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Zehn Minuten später kamen die Gäste gleich zweimal im Strafraum der Löwen zum Schuss. Erst wurde Young geblockt, dann traf Sicker nur das Außennetz. In den nächsten Minuten war die Eintracht nur noch in der Defensive gefragt, Entlastungsangriffe entstanden nicht, die Blau-Gelben konnten sich einfach nicht befreien. Nach einem Einwurf von Russo ließen die Löwen auf der linken Seite ebenjenem Russo zu viel Platz, der in die Mitte flanken konnte. Dort bekamen die Einträchtler den Ball nicht geklärt und es entstand ein absolutes Durcheinander. Leider behielt ausgerechnet ein Bielefelder die Übersicht: Young zog aus kurzer Distanz ab, Hoffmann war ohne Abwehrchance, das 1:1.
Dieses wurde minutenlang vom VAR gecheckt, aber das Tor zählte.
Nun suchten die Löwen den Weg in die Offensive. Levente Szabó marschierte von der linken Seite nach innen und zog aus 20 Metern ab, jagte die Kugel aber deutlich über den Kasten. Zwei Minuten später fiel der Ball auf der Strafraumkante vor die Füße von Fabio di Michele Sánchez, der wuchtig abzog. Kersken war rechtzeitig unten und hielt den Flachschuss fest. Auf der anderen Seite packte Hoffmann bei einem Fernschuss von Micheler sicher zu. Im Gegenzug bekamen die Löwen am rechten Strafraumeck einen Freistoß zugesprochen. Auch dieses Mal war die Hereingabe nach einem Standard alles andere als gut. Der Ball prallte aber zu Mehmet Can Aydin, der aus 20 Metern geblockt wurde. Es lief bereits die elfte Minute der Nachspielzeit, als Fabio Kaufmann einen Einwurf weit in den gegnerischen Strafraum schleuderte. Dort prallte der Ball hin und her, Szabó zog aus fünf Metern ab, anschließend fielen mehrere Spieler übereinander, ehe der Schiedsrichter auf Freistoß für die Gäste entschied.

Dann war Schluss! Das erste Unentschieden der Saison stand fest. Offensiv war das an diesem Tag keine starke Leistung, dafür hielten die Löwen trotz Doppelbelastung mit viel Kampf und Einsatz dagegen und warfen sich in jeden Zweikampf. Nun ist erstmal Pause, dabei gilt es, durchzuschnaufen und Kraft zu tanken. Weiter geht es übernächsten Samstag beim SV Darmstadt 98. Anstoß ist um 13 Uhr.
Bis dahin
Euer Kivi
