Hoffmann hält den Sieg fest
5 min readEin Braunschweiger Kreuzworträtsel im Mai 2026: Was hat drei Buchstaben und bringt die Elbflorenz zum Verzweifeln? Die Antwort ist ganz klar: RTH! Der Eintracht-Schlussmann zeigte mehrere überragende Paraden, hielt einen Strafstoß und war der Garant für den emotionalen Heimsieg gegen die in der Rückrunde herausragenden Dresdner. Nachdem Florian Flick und Faride Alidou den Tempel mit ihren Treffern zum Beben gebracht hatten, hieß es Zittern bis zum Abpfiff, doch bis auf den Anschluss von Kutschke gelang den Gästen kein weiterer Treffer. Somit hat die Eintracht den Klassenerhalt in der eigenen Hand!
Eintracht-Coach Lars Kornetka entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Mehmet Can Aydin, Kevin Ehlers, Lukas Frenkert (69. Andi Hoti), Fabio di Michele Sánchez – Florian Flick, Max Marie – Fabio Kaufmann (69. Jovan Mijatovic), Lino Tempelmann (60. Johan Gómez), Faride Alidiou (69. Grant-Leon Ranos) – Erencan Yardimci (90.+3 Sidney Raebiger)

Die Anspannung war riesig, das merkte man allen Beteiligten an. Doch die Fans waren klar bereit, ihre Mannschaft hier mit voller Hingabe zu tragen. Bei einer Runde der Spieler nach dem Aufwärmen vor der Südkurve wackelten vermutlich sämtliche Kloschüsseln unter der pickepackevollen Stehtribüne. Mit Anpfiff war dann schnell klar: Heute nahm sich kein Blau-Gelber zurück, es ging um den BTSV! Und auch auf dem Platz ging es mutig los: Lino Tempelmann schickte Fabio di Michele Sánchez zur Grundlinie, dessen scharfe Hereingabe die Gäste aber klären konnten.
Auf der anderen Seite rauschte eine gefährliche Freistoßflanke an Freund und Feind nur knapp vorbei und hüpfte ins Toraus. Es gab anschließend eine Art Abtasten mit viel Ballbesitz für die Gäste, die mit einer Grätsche aber verhindern mussten, dass Erencan Yardimci nach einem Pass von Faride Alidou frei durchbrach. So dauerte es 20 Minuten, bis der erste Abschluss zustande kam. Und wie! Eine Flanke von Lino Tempelmann klärte Keller in die Füße von Florian Flick, der von der Strafraumkante sofort abzog und den Ball in der unteren linken Ecke versenkte: Riesenjubel im Eintracht-Stadion, endlich trafen die Blau-Gelben mal mit dem ersten Torschuss, statt andersherum: 1:0!

Im direkten Gegenzug war erstmals Thorben Hoffmann gefragt. Nach einem Steckpass von Wagner hatte Vermeij aus leicht spitzem Winkel freie Schussbahn, konnte den glänzend reagierenden BTSV-Schlussmann aber nicht überwinden. Sofort rollte der Konter, wieder setzte Lino Tempelmann links am Strafraum Fabio di Michele Sánchez in Szene, dessen Flanke zur Ecke geblockt wurde. Diese landete über Umwege bei Fabio Kaufmann, der das Leder aus 20 Metern direkt nahm: knapp links vorbei. Zehn Minuten später spritzte di Michele Sánchez bei einem Querpass im Strafraum dazwischen, beförderte die Kugel aber Richtung eigenes Tor, doch Thorben Hoffman rettete mit dem Knie. Kurz darauf versuchte es Aydin zweimal aus der Distanz: Einmal wurde er geblockt, beim zweiten Mal flog die Kugel über den Kasten.
Dann war Halbzeit! Mit viel Applaus und lauten Gesängen ging es für die Blau-Gelben in die Kabine. Zwar hatten die Gäste mehr vom Spiel, doch die Eintracht hielt hinten dicht und hatte vorne den einzigen Schuss aufs Tor zur Führung genutzt. Trainer Lars Kornetka konnte zufrieden sein und verzichtete dementsprechend auf Wechsel, auch wenn Lino Tempelmann Gelb-Rot gefährdet war.

Den ersten Abschluss nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste, den Abschluss von Bobzien links im Strafraum fälschte Aydin zur Ecke ab. Die Eintracht benötigte in der zweiten Halbzeit nur fünf Minuten zum ersten Torschuss: Fabio Kaufmann marschierte über die rechte Seite und flankte die Kugel vor den Kasten. Dort lief Faride Alidou perfekt ein, war vor Innenverteidiger Keller und Torwart Schreiber am Ball und spitzelte die Kugel in die Maschen. Nun explodierte das Eintracht-Stadion. Tausende Blau-Gelbe lagen sich in den Armen, Alidou prügelte ein übriges rundes Leder vor Freude sogar ganz aus dem Stadion, das 2:0!
In der Meisterminute stellte sich Vorlagengeber Kaufmann etwas ungeschickt im Strafraum an und wischte Gegenspieler Vermeij leicht gegen das Kinn. Dieser fiel wie vom Blitz getroffen zu Boden. Das Spiel lief zwar erstmal weiter, doch der VAR schaltete sich ein und nach dem Videostudium entschied Schiedsrichter Dingert auf Strafstoß. Na ja. Stefan Kutschke legte sich den Ball zurecht und visierte mit einem strammen Schuss die linke Ecke an. Doch das hatte Thorben Hoffmann geahnt und parierte den Strafstoß! Es wurde laut wie bei einem Torjubel im Eintracht-Stadion, das war ganz wichtig!

Bei der anschließenden Ecke hatte sich Vermeij vom Gesichtstreffer bereits erholt, sein Kopfball wurde aber geblockt. Nicht ganz zehn Minuten waren noch zu spielen, als Lemmer von der Strafraumkante zum Abschluss, Thorben Hoffmann lenkte das Geschoss mit den Fingerspitzen über den Querbalken. Fünf Minuten später segelte eine Ecke in den Löwen-Strafraum, am ersten Pfosten erwischte Kutschte die Kugel mit dem Kopf und bugsierte den Ball auf die lange Ecke. Johan Gómez versuchte noch zu retten, kam aber zu spät, der Ball war drin, nur noch 2:1.
Nun drehten die Gäste auf und zeigten, warum nur zwei Teams in der Rückrunde mehr Punkte geholt hatten. Die Eintracht war ausschließlich defensiv gefordert und konnte sich kaum noch befreien. Wagner zielte aus der zweiten Reihe aber zu hoch. Flanke um Flanke flog in den Löwen-Strafraum. Es war kaum auszuhalten. Es lief bereits die fünfte Minute der Nachspielzeit, als die Kugel irgendwie vor die Füße von Ceka prallte, der aus sieben Metern abziehen konnte. Thorben Hoffmann riss die Arme hoch und konnte parieren, eine Wahnsinnstat! Den Nachschuss ballerte Rossipal in de Nordkurve. Eine Zeigerumdrehung danach erwischte Menzel eine Faber-Flanke mit dem Kopf, dieses Mal war Hoffmann geschlagen, doch die Latte rettete. „Durchhalten! Durchhalten!“ schallte durch das Eintracht-Stadion. Beinahe hätte Sidney Raebiger aus der eigenen Hälfte den Deckel drauf gemacht, doch sein frecher Versuch flog knapp rechts am Tor vorbei.

Und dann war Schluss! Erneuter großer Jubel im Eintracht-Stadion, denn das war ein ganz wichtiger Sieg. Nun reicht ein Sieg auf Schalke, unabhängig von der Höhe, auf jeden Fall für den Klassenerhalt. Heute war es wieder mal ein Spiel, das man nicht so schnell vergisst. Immer weiter, nur noch ein Schritt!
Bis dahin
Euer Kivi
