Das verflixte vierte Jahr?
5 min read„Hey, das geht ab, Holstein steigt niemals ab!“ schallte nach Abpfiff durch das Holstein-Stadion. Anders als bei den nun sicher geretteten Gastgebern schrillt bei unserer Eintracht mal wieder der Abstiegs-Alarm. Eine erneut erschreckend schwache Leistung betrübte die 1.400 mitgereisten Anhänger zutiefst. Nach vorne ging wenig, hinten ließ man wieder mal zwei Tore zu. Der vierte Abstiegskampf in Folge droht ein verlorener Kampf zu werden.

Teuer war das Catering in Kiel. Ganze 5,00 Euro kostete die Bratwurst im Brötchen. Dabei stellte sich heraus, dass man hier sehr viel Glück oder sehr viel Pech haben konnte. Denn das übergebene Grillgut reichte von kaum genießbar bis sehr gut. Ich hatte Glück und die Wurst war echt klasse. Das angegrillte Brötchen schmeckte ebenfalls hervorragend. Nichts zu meckern, für den Preis gibt’s aber Abzüge. 8,5/10 von mir.
Eintracht-Coach Lars Kornetka entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Mehmet Can Aydin (46. Faride Alidou), Kevin Ehlers, Andi Hoti (46. Lukas Frenkert), Leon Bell Bell (46. Fabio di Michele Sánchez)- Florian Flick, Max Marie – Johan Gómez, Lino Tempelmann (63. Grant-Leon Ranos), Robin Heußer (75. Erencan Yardimci) – Jovan Mijatovic
Bei sommerlichen Temperaturen hatte die Eintracht den ersten Abschluss: 20 Sekunden waren gespielt, als die Kugel über Max Marie zu Leon Bell Bell kam, der mit einem Steckpass Jovan Mijatovic in den linken Strafraumbereich schickte. Der Stürmer zog aus spitzem Winkel ab, kam aber nicht an Holstein-Keeper Weiner vorbei, der zur Ecke parierte. Diese brachte keine Gefahr. Ein paar Minuten danach kamen auch die Gastgeber zum Abschluss und auch dort wurde es gleich richtig gefährlich. Über die linke Seite der Löwen ging es viel zu einfach, Kapralik konnte für Davidsen ablegen, der aus 14 Metern abzog. Thorben Hoffmann parierte klasse und wäre auch beim Nachschuss von Therkelsen da gewesen, doch Kevin Ehlers blockte bereits einen halben Meter vorher.

Zehn Minuten später überrannte Therkelsen mit Ball Hoti und zog aus spitzem Winkel ab, knallte die Kugel aber über den Kasten. Im direkten Gegenzug bekam Johan Gómez links vor dem Strafraum den Ball, zog über einen schnellen Doppelpass mit Max Marie nach innen und visierte mit einem Schlenzer 20 Meter vor dem Tor die rechte Ecke an. Und beinahe wäre die Kugel genau im Knick eingeschlagen, klatschte aber an die Latte. Großes Pech für die Löwen!
Auf der anderen Seite versuchte es Rosenboom ebenfalls aus der zweiten Reihe, verfehlte das Tor aber um mehrere Meter. Wieder ging es schnell in die andere Richtung, Leon Bell Bell brach zur Grundlinie durch und suchte im Rückraum Lino Tempelmann, der aber geblockt wurde. Die Eintracht begab sich anschließend gedanklich schon in die Pause, anders ist das Abwehrverhalten in der 30. Spielminute nicht zu erklären. Am eigenen Strafraum standen mehrere Löwen meterweit von ihren Gegenspielern weg. So konnten sich Meffert und Therkelsen in den linken Strafraumbereich kombinieren. Therkelsen legte quer und sechs Meter vor dem Tor konnte Harres recht wenig bedrängt einschieben. Hoffmann war chancenlos, das 0:1.

Ein Aufbäumen war in den verbleibenden 15 Minuten nicht zu sehen, Kiel musste nichts mehr tun und so passierte bis zum Pausenpfiff nichts Relevantes mehr. Auch irgendwie bezeichnend. Es war ein ausgeglichenes Spiel gewesen, welches den Löwen aber merklich immer mehr entglitt. Besonders der gegnerische Strafraum wirkte beinahe wie eine Verbotszone für Blau-Gelbe. Nicht das erste Mal in dieser Saison. Trainer Lars Kornekta war ebenfalls nicht zufrieden und wechselte gleich dreifach. Für Mehmet Can Aydin, Andi Hoti und Leon Bell Bell kamen Faride Alidou, Lukas Frenkert und Fabio Di Michele Sánchez in die Partie.

Auch im zweiten Durchgang hatten die Löwen den ersten Abschluss und das nach einer Ecke! Jovan Mijatovic brachte den Ball von rechts in die Gefahrenzone, Lukas Frenkert setzte sich im Luftduell durch, köpfte das Leder aus sechs Metern aber klar am Tor vorbei. Kurz darauf blieb Lino Tempelmann am eigenen Strafraum zu passiv, sodass Kapralik von rechts auf den langen Pfosten flanken konnte. Therkelsen traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Auch der nächste Eintracht-Standard wurde gefährlich: Nach einer Freistoßflanke köpfte Lukas Frenkert an den Querbalken, aber die Fahne des Assistenten ging hoch: Abseits.
Wenig später versuchte es Florian Flick aus der zweiten Reihe, jagte das Leder aber auch in den zweiten Stock. Mit Anbruch der Schlussviertelstunde brachen zwei Kieler frei durch, Hoffmann fing den Kopfball-Querpass aber ab. Zehn Minuten waren regulär noch zu spielen, als die Kugel über Erencan Yardimci und Johan Gómez zu Max Marie kam, der am Strafraumrand einen Gegenspieler aussteigen ließ und die rechte untere Ecke anvisierte. Doch wieder war Weiner da und parierte zur Ecke. Diese wurde aber nicht gefährlich. Fünf Minuten später kam Erencan Yardimci rechts im Strafraum in eine Flankenposition, Faride Alidou köpfte das Leder aus acht Metern aber drüber. Fast im direkten Gegenzug sorgte ein schlampiger langer Ball von Kevin Ehlers für die Entscheidung. Meffert köpfte die Kugel in den Lauf von Bernhardsson, der ohne größere Probleme an den Strafraum marschierte und querlegte. Wieder kam Harres völlig frei zum Abschluss, wieder war Hoffmann chancenlos, das 0:2.

Die Löwen versuchten es nochmal. Nach einem weiten Mijatovic-Einwurf köpfte Frenkert aber genau in die Arme von Weiner. Eine Zeigerumdrehung später jagte Ranos das Spielgerät aus der zweiten Reihe knappe zehn Meter am Tor vorbei. Zwei Minuten später prallte ein Mijatovic-Einwurf vor die Füße von Erencan Yardimci, der fünf Meter vor dem Tor am Ball vorbeisäbelte. Stattdessen bugsierte ein Kieler die Kugel Richtung eigenes Tor, aber halt dann doch knapp links neben den Kasten. Die fällige Ecke blieb ungefährlich.

Dann war Schluss und es war gruselig still im Gästeblock. Die Angst vor dem Abstieg war körperlich zu spüren. Zu wenig war den Löwen in Rückstand gelungen, viel zu selten tauchte die Kornetka-Elf im gegnerischen Strafraum auf, zu naiv verteidigten die Blau-Gelben bei den Gegentreffern. Nicht die erste Leistung in dieser Saison, die in vielen Punkten nicht zweitligareif war. Hoffentlich war es die letzte solche Leistung, denn jetzt ist die Zeit gekommen, jetzt muss ein Sieg gegen Dresden her.
Bis dahin
Euer Kivi
