Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Klassenerhalt!

5 min read

Eine Saison in der 2. Bundesliga hat 34 Spieltage, also über 3.000 Spielminuten, die jeder Verein Zeit hat, die gewünschte Platzierung zu erreichen. Und doch entschied für die Eintracht am Ende ein Tor über den direkten Klassenerhalt. Vor über 62.000 Zuschauern taten sich die Löwen auf Schalke schwer, hatten kaum Torchancen, die nicht aus einer Abseitsposition kamen und schafften es gerade so, knapp genug zu verlieren, um auf Tabellenplatz 15 zu landen. Erleichterung setzt sich ein, aber zufrieden sein, kann man mit der Saison nicht.

Dieses Mal gab es für mich keine Verpflegung im Stadion, sondern bei einem Grillstand vor dem Eingang zum Gäste-Stehblock. Für 3,80 Euro gab es eine durchschnittliche Wurst mit einem leicht unterdurchschnittlichen Brötchen. 6,5/10 von mir.

Eintracht-Coach Lars Kornekta entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Mehmet Can Aydin, Kevin Ehlers, Andi Hoti, Fabio di Michele Sánchez – Fabio Kaufmann (67. Robin Heußer), Florian Flick, Lino Tempelmann, Johan Gómez – Faride Alidou (77. Aaron Opoku), Jovan Mijatovic (46. Erencan Yardimci)

Die Eintracht lief in den ersten Minuten und auch im Laufe des Spiels vor allem ins Abseits und machte sich so einige Szenen kaputt. Nach zehn Minuten wurden die Schalker erstmals gefährlich und dann gleich richtig: Eine flache Hereingabe von Becker nahm El-Faouzi am Strafraumrand direkt und knallte die Kugel an den rechten Pfosten. Zwei Zeigerumdrehungen später blockte Schallenberg einen Pass am Löwen-Strafraum und beinahe wäre Sylla frei vor Hoffmann aufgetaucht, doch Kevin Ehlers klärte die Situation gerade noch ausreichend fair genug, um keinen Strafstoß zu verursachen. Im Gegenzug vertändelte Alidou bei einem aussichtsreichen Konter fast den Ball, konnte dann aber doch noch aus 20 Metern abziehen, schoss die Kugel allerdings weit am Kasten vorbei.

Blick auf das Stadion mit einer großen Menge von Fans, die weiße T-Shirts schwenken und farbige Banner, während das Fußballspiel im Gange ist.

Kurz darauf war es wieder ein Ballverlust nahe des eigenen Strafraums, der gefährlich wurde. Karaman steckte auf Aouchiche durch, der aus 13 Metern freie Schussbahn hatte, aber an einer Glanztat von Thorben Hoffmann scheiterte. Auf der anderen Seite setzte Johan Gómez links im Strafraum Lino Tempelmann in Szene, dessen Flachschuss aus 15 Metern zu zentral geriet, um wirklich gefährlich zu werden. Das war in der 19. Minute, es sollte der erste und letzte Schuss aufs Tor der Schalker sein. Na ja, ging ja auch um nicht viel für den BTSV, oder?

Ein paar Minuten danach versuchte es Mehmet Can Aydin vom linken Strafraumeck direkt, donnerte das Leder aber mehrere Meter am Tor vorbei. Kurz darauf explodierte der Auswärtsblock und alle Fankneipen in Braunschweig, zumindest für wenige Sekunden. Nach einer Außenristflanke von Alidou hatte Fabio Kaufmann den Ball per Volley-Direktabnahme im Kasten versenkt, doch die Fahne ging hoch: Abseits. Auch vor dem Braunschweiger Tor wurde es ungültig brenzlig. Nach einem Steckpass scheiterte Karaman im direkten Duell an Hoffmann, stand zuvor aber im Abseits. Zehn Minuten vor der Pause wurde die Eintracht böse überrumpelt. Becker fing einen Pass im Aufbauspiel der Löwen ab und steckte sofort auf Ljubicic durch, der in den Strafraum marschierte und Sylla bediente. Dessen Direktabnahme aus elf Metern parierte Thorben Hoffmann glänzend, doch die Blau-Gelbe Abwehr hatte Aouchiche aus den Augen verloren, der den Abpraller ins leere Tor schob. Der ultimative Tiefschlag, das 0:1.

Eine Gruppe von Fußballspielern, die in gelben Trikots gekleidet sind, feiert auf dem Spielfeld nach dem Spiel. Im Hintergrund sind Trainer und weitere Teammitglieder zu sehen, während einige Spieler sich umarmen und erfreut sind.

Angst ging um bei den fast 6.000 mitgereisten Eintracht-Fans und auch den Spielern merkte man den Gegentreffer an. Da Fürth parallel mit 3:0 führte, fehlte nur noch ein Tor und die Eintracht wäre auf den Relegationsplatz abgestürzt. Kurz nach dem Tor kam Becker nach einer Flanke aus spitzem Winkel zum Abschluss, konnte die Kugel aber nicht aufs Löwen-Tor bringen. Mit Anbruch der Nachspielzeit mussten sich die Blau-Gelben erneut über eine Abseitsstellung ärgern, denn Karius hatte Alidou als letzter Mann zu Fall gebracht. Zwei Minuten später brach Kaufmann über rechts an den Strafraumrand und spielte die Kugel scharf vors Tor. Wenige Meter vor dem Kasten rutschte Alidou haarscharf am Ball vorbei. Im direkten Gegenzug bediente Sylla im Strafraum Ljubicic, der aus zwölf Metern über den Kasten von Thorben Hoffmann schoss.

Dann war Halbzeit und alle Blau-Gelben checkten erstmal die Tabelle. Und die sah noch gut aus, aber ein weiteres Gegentor oder ein weiterer Treffer von Fürth und die Eintracht würde auf den Relegationsplatz abrutschen. Man merkte allen Fans die Anspannung an. Trainer Lars Kornekta brachte Erencan Yardimci für Jovan Mijatovic.

Spieler feiern mit einem Teamkollegen auf dem Spielfeld nach einem Spiel, während Zuschauer im Hintergrund stehen.

Kurz nach Wiederanpfiff tauchte Johan Gómez gefährlich im Strafraum auf, doch die Fahne ging hoch: Abseits. Wenig später brach Erencan Yardimci gefährlich durch, doch erneut ging die Fahne hoch: Abseits. Den ersten regulären Abschluss der zweiten Halbzeit hatte der Zweitligameister: Karaman verlängerte eine Ecke zu Sylla, der aus sechs Metern abziehen konnte. Doch Thorben Hoffmann reagierte überragend und lenkte die Kugel mit einer echten Wahnsinnstat noch um den Pfosten. Den fälligen Eckball köpfte Ex-Löwe Kurucay am Tor vorbei. Ein Reim, ach wie fein.

Die Partie war eine Stunde alt, als Karaman mit einer Hereingabe Sylla suchte, der wenige Meter vor dem Tor denkbar knapp das Spielgerät verpasste. Der Eintracht gelang offensiv im zweiten Durchgang herzlich wenig. Stattdessen kam erneut Schalke. Aouchiche schlenzte einen Freistoß vom linken Strafraumeck nur eine gefühlte Handbreit am rechten Winkel vorbei. Im direkten Gegenzug brachen endlich mal drei Löwen gegen zwei Schalker durch. Erencan Yardimci zeigte sich aber zu eigensinnig und wählte statt des Querpasses den Schuss aus spitzem Winkel, fast von der Grundlinie. Da fehlte dann doch viel zum Torerfolg.

Spieler der Eintracht feiern mit ihren Trainern und Betreuern auf dem Spielfeld nach einem erfolgreichen Spiel, während einige Spieler im Vordergrund einander umarmen.

Fünf Minuten später versuchte es der andere Becker bei Schalke mit einem Fernschuss aus halblinker Position und der wurde richtig gefährlich. Hauchzart rechts am Tor vorbei zischte der Aufsetzer. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit rettete Kevin Ehlers die Braunschweiger Eintracht. El-Faouzi brach durch die Kette und suchte mit einer flachen Hereingabe Weltstar Dzeko, der eigentlich nur noch einschieben brauchte, doch Kevin Ehlers warf sich mit allem, was noch irgendwie ging, dazwischen und spitzelte den Ball weg. Wahnsinn!

Da die Eintracht anscheinend darauf spekulierte, dass die Ergebnisse auf den anderen Plätzen so bleiben würden, standen die Löwen nur noch hinten drin. Die Gastgeber selbst hatten ebenfalls keine Lust mehr und schoben sich den Ball in den eigenen Reihen hin und her. Etwas unschön und durchaus risikoreich, hatte sich die Info um die lange Nachspielzeit in Fürth bereits im Gästeblock breitgemacht. Doch einige Augenblicke nach Abpfiff stand fest: Es blieb dabei, ein Tor rettete die Eintracht vor der erneuten Teilnahme an der Relegation.

Die Spieler der Eintracht und das Trainerteam stehen an der Seitenlinie während eines Spiels, mit Fans im Hintergrund, die jubeln.

Schlussendlich ist da nur Erleichterung und eine kleine Portion Freude. Andererseits ist es mir langsam peinlich, so viele Jahre im Abstiegskampf zu stecken. Nach der verlorenen Relegation 2017 stand man am Saisonende nie wieder über dem 15. Tabellenplatz in der 2. Bundesliga. Probleme in der Planbarkeit, fehlendes TV-Geld und fehlende Einnahmen aus einem einfacheren Einzug in die 2. Pokalrunde durch den Profitopf, das erwartet uns auch in der neuen Saison. Nicht zu vergessen, was das alles mit uns Fans macht. So kann es nicht weitergehen.

Zum Schluss noch Gratulationen nach Hannover für den ebenfalls geglückten Klassenerhalt!

Bis dahin

Euer Kivi

Kommentar verfassen

Entdecken Sie mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen