Mit erhobenem Haupt
14 min readDie Eintracht kann stolz sein. Mit einer überragenden Mannschaftsleistung zwangen die Löwen den amtierenden DFB-Pokal-Sieger ins Elfmeterschießen. Dabei kamen die Blau-Gelben zweimal nach einem Rückstand wieder zurück ins Spiel und sorgten mit einer über alle Spieler hinweg starken Leistung für ein echtes Spektakel. Es ging hin und her und die über 20.000 Zuschauer verließen das Eintracht-Stadion erst nach Mitternacht. Doch im Elfmeterschießen hatte der VfB Stuttgart das Glück auf seiner Seite. Eine Niederlage, die weh tut, über die man sich ärgern kann, aber enttäuscht sein, das muss man nicht. Die Eintracht geht mit erhobenem Haupt aus dem DFB-Pokal.
Mein 350. Spiel im Eintracht-Stadion sollte also ziemlich verrückt werden. Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Kevin Ehlers, Lukas Frenkert, Louis Breunig (63. Christian Conteh) – Mehmet Can Aydin, Sven Köhler (C, 90. Sebastian Polter), Fabio di Michele Sánchez (95. Leon Bell Bell) – Johan Gómez, Robin Heußer (73. Sanoussy Ba) – Erencan Yardimci (63. Levente Szabó)
Nach einer wieder mal überragenden Choreo der Fanszene ging es dann los. Flutlicht, DFB-Pokal gegen einen Bundesligisten. Schon geil, wäre man nicht der einzige Zweitligist, der unter der Woche ran muss. Und das, weil der Supercup unbedingt am Wochenende der erste Runde vom DFB-Pokal ausgetragen werden muss. Für mich ist das Wettbewerbsverzerrung. Es entsteht uns ein mehrfach sportlicher Nachteil. Der VfB konnte sich bereits etwas einspielen und wir haben eine englische Woche, die unser Gegner Bielefeld nun mal nicht hat.

Auf dem Platz hatte der amtierende Pokalsieger und Europa League Teilnehmer die erste Torannäherung. Eine Flanke von Führich grätschte der deutsche Nationalspieler und Ex-Löwe Deniz Undav aber klar am Tor vorbei. Auf der anderen Seite erzwangen die Löwen durch hohes Pressing die erste Ecke. Das Eintracht-Stadion kochte, hier hatten heute alle Bock, auch wenn die Ecke mal wieder völlig ungefährlich war. Deutlich gefährlicher war wenig später die Hereingabe von Fabio di Michele Sánchez, doch gleich mehrere Löwen verpassten knapp. Acht Minuten waren gespielt, als sich die Eintracht am gegnerischen Strafraum festsetzten. Mehmet Can Aydin gab das Leder an Sven Köhler weiter, der 30 Metern vor dem Tor etwas Platz, aber keine Anspielstationen hatte. Und so knallte der Kapitän das Leder aus großer Ferne einfach mal drauf. Ein echtes Geschoss, das sich unangenehm drehte. National-Torwart Nübel bekam zwar noch die Hände dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern, das Ding war drin! Riesenjubel im Eintracht-Stadion! Der BTSV führt! Das 1:0!
Doch nur etwas mehr als zwei Minuten danach war alles wieder auf null gesetzt. Oder auf eins. Der 14-fache deutsche Nationalspieler Mittelstädt hatte auf dem linken Flügel zu viel Platz und schlug eine Flanke auf den Elfmeterpunkt. Dort setzte sich der 34-fache bosnische Nationalspieler Demirovic gegen Louis Breunig durch und erwischte das Leder mit dem Kopf. Dabei wäre sein Kopfball eigentlich am Tor vorbeigegangen, doch von Breunigs Körper wurde die Kugel Richtung Tor abgefälscht und prallte vom Innenpfosten über die Linie. Großes Pech für die Eintracht, der schnelle Ausgleich, das 1:1.
Wer jetzt dachte, die Eintracht würde auseinanderbrechen oder die Köpfe hängen lassen ob des schnellen Rückschlags, lag falsch. Es war der überragende Johan Gómez, der eine gefährliche Hereingabe in den Strafraum brachte, die die Gäste nur mit Mühe klären konnten. Auf der anderen Seite wurde es nach einer Ecke im zweiten Anlauf brenzlig. Stiller flankte auf den Kopf von Hendrix, der aber links am Tor vorbei köpfte. Im Gegenzug setzte Erencan Yardimci 20 Meter vor dem Tor Sven Köhler in Szene, der aus zentraler Position abzog. Sein Flachschuss verfehlte das Ziel aber recht klar. Sofort ging es wieder in die andere Richtung. Ex-Löwe Undav ballerte die Kugel aus der zweiten Reihe deutlich über den Kasten. Wenige Augenblicke später geriet ein Rückpass der Schwaben beinahe zu kurz, Erencan Yardimci kam im Laufduell mit Torwart Nübel einen Schritt zu spät.
Zwei Minuten danach zog Johan Gómez in den Strafraum und ging zu Boden. Einen Strafstoß gab es nicht, wohl auch zurecht. Eine halbe Stunde war gespielt, als ein langer Einwurf von Hendrix für Gefahr vor dem Löwen-Tor sorgte. Undav kam wenige Meter vor dem Tor aus spitzem Winkel zum Abschluss, aber Thorben Hoffmann war da und parierte. Fünf Minuten später setzte Fabio di Michele Sánchez links im Strafraum Robin Heußer in Szene, der aus leicht spitzem Winkel links am Tor vorbei schoss. Auf der anderen Seite wurde es wieder über den linken Flügel gefährlich. Nach der flachen Hereingabe von Mittelstädt kam Assignon aus elf Metern völlig frei zum Abschluss, sein Flachschuss landete aber genau in den Armen von Thorben Hoffmann, der sicher zupackte.

Fünf Minuten vor der Pause spielte die Eintracht Hochgeschwindigkeitsfußball. Über Max Marie und Johan Gómez kam das Leder zu Erencan Yardimci, der ordentlich gestört wurde, aus leicht spitzem Winkel aber dennoch zum Abschluss kam, aus zehn Metern aber nur das Außennetz traf. Auch der VfB suchte nun die Pausenführung. Führich steckte auf den 13-Millionen-Neuzugang Tomás durch, der aus elf Metern abzog. Ein Eintracht-Verteidiger warf sich dazwischen und fälschte zur Ecke ab. Diese landete auf dem Kopf von Demirovic, doch Thorben Hoffmann hatte dessen Kopfball sicher. Eine Minute danach rettete Kevin Ehlers bei einem brandgefährlichen Konter mit einer überragenden Grätsche. Die Nachspielzeit war bereits fast abgelaufen, als sich die Löwen noch einmal am gegnerischen Strafraum festsetzten. Die Schwaben konnten sich einfach nicht befreien, bis sich Sven Köhler ein Herz nahm und aus 18 Metern abzog. Der Volley-Schuss sauste auf die untere rechte Ecke, doch dieses Mal war VfB-Torwart Nübel da und konnte parieren.
Dann war Halbzeit. Mit fast schon frenetischem Applaus und Gesängen aus vollem Halse wurde die Eintracht in die Kabine begleitet. Was für eine Leistung! Auf Augenhöhe mit einem der besten deutschen Teams. Ein großer Kampf, eine tolle Mannschaftsleistung. Jeder konnte spüren, heute ist hier alles möglich und jeder auf dem Platz war bereit, alles dafür zu geben. Dementsprechend verzichtete Trainer Heiner Backhaus auch erstmal auf Wechsel.
Kurz nach Wiederanpfiff landete eine Mittelstädt-Flanke bei Undav, dessen Direktabnahme klar über den Kasten flog. Ein paar Minuten danach steckte Robin Heußer auf Erencan Yardimci durch, der sich im Laufduell mit Jeltsch ordentlich gegenseitig behakte. Kurz vor dem Strafraum ging der Stürmer zu Boden, doch das war zu wenig für eine Notbremse. Eine Zeigerumdrehung später eroberte Yardimci im Stuttgarter Strafraum gleich zweimal den Ball durch intensives Pressing und hatte plötzlich freie Schussbahn. Doch der Stürmer zog etwas zu überhastet ab und setzte die Kugel aus spitzem Winkel links vorbei. Fünf Minuten danach kombinierte sich der Erstligist über die linke Seite in den Strafraum. Führich bediente Stiller, der das Leder flach vor den Kasten spielte. Dort stand Demirovic fiel zu frei und brachte die Kugel aus wenigen Metern im Tor unter. Spiel gedreht, 1:2.
Das Eintracht-Stadion erhob sich und peitschte die Mannschaft an. War es das? Würde der Bundesligist das ganze jetzt souverän runterspielen? Die Eintracht machte nicht den Anschein, aufzugeben. Der kurz zuvor eingewechselte Conteh sorgte wenig später mit einer scharfen Flanke für einen Wachmacher, auch wenn Nübel die Hereingabe abfangen konnte. In der Meisterminute setzte Lukas Frenkert einen Kopfball nach einer Freistoßflanke von Max Marie klar vorbei. Im Gegenzug klärte Thorben Hoffmann nach einem langen Ball vor dem heranstürmenden Demirovic.

Eine Viertelstunde war noch zu spielen, als Johan Gómez 22 Meter vor dem Tor etwas Platz hatte und einfach mal abzog: drüber. Eine Minute später wurde Marie aus ähnlicher Position geblockt, Gómez holte mit tollem Einsatz eine Ecke raus. Diese wurde zwar nicht gefährlich, doch die Eintracht blieb am Drücker. Sven Köhler schlug den Ball vom rechten Strafraumeck links in den Strafraum. Dort stand Fabio di Michele Sánchez völlig frei und zog aus ziemlich spitzem Winkel einfach mal ab. Das unfassbar harte Geschoss rauschte an VfB-Torwart Nübel vorbei und schlug unter dem Tordach ein. Was für ein Knaller! Das Ding war tatsächlich drin! Der Ausgleich zum 2:2!
Nun ging es auf beiden Seiten schnell hin und her, beide Teams suchten ihre Chance auf den späten Siegtreffer. Gómez kam im Strafraum zum Abschluss, wurde aber geblockt. Eine Minute später kam Sanoussy Ba aus 17 Metern zum Kopfball, konnte Nübel aber nicht vor größere Probleme stellen. Dann waren regulär nur noch fünf Minuten zu spielen und die Eintracht setzte sich am Strafraum des Erstligisten fest. Johan Gómez bediente am rechten Strafraumeck Sanoussy Ba, der mit einem kurzen Antritt nach innen zog und das Leder in den linken Strafraumbereich zirkelte. Das klingt bekannt und es wurde noch bekannter. Fabio di Michele Sánchez verarbeitete das Leder klasse, hatte 14 Meter vor dem Tor etwas Platz und zog aus spitzem Winkel ab. Und der linke Schienenspieler hatte nach 85 Minuten immer noch Kraft im Huf, denn dieses Geschoss war erneut unhaltbar und schlug in der rechten Ecke ein. Spiel gedreht, das 3:2 für die Braunschweiger Eintracht!
Das Eintracht-Stadion bebte nun an jeder Stelle, nun ja, außer vielleicht im Gästeblock. Sollte eine überragende Leistung der Löwen tatsächlich belohnt werden? Jeder auf den Tribünen gab alles, um die Eintracht über die Zeit zu tragen. Der VfB Stuttgart reagierte mit wütenden Angriffen. Doch es reichte nicht. Mit viel Pech aus Löwen-Sicht blieb Leweling irgendwie im Strafraum am Ball und setzte Woltemade in Szene. Der Stürmer, für den die Schwaben eine Ablöse von 70 Millionen aufgerufen hatten, verstolperte die Situation eigentlich schon, aber die Blau-Gelben standen zu weit weg und konnten nicht verhindern, dass der 2-Meter-Mann doch noch zum Abschluss kam. Niemand konnte blocken und die Kugel schlug oben links ein. Wieder war das Spiel ausgeglichen, das 3:3.

Es gab sieben Minuten Nachspielzeit. Die Eintracht versuchte sich nun in die kurze Verschnaufpause vor der Verlängerung zu retten, denn mittlerweile hagelte es Krämpfe. So konnte auch Kapitän Sven Köhler nicht mehr weitermachen und musste noch vor dem Abpfiff ersetzt werden. Fünf Minuten der Nachspielzeit waren bereits abgelaufen, als Woltemade noch einmal Demirovic bediente, der aus acht Metern viel zu wenig gestört zum Abschluss kam, das Leder aber rechts am Tor vorbei schoss. Beinahe hätte die Eintracht über den bockstarken Marie noch eine gute Kontergelegenheit gehabt, doch Jeltsch foulte den wirklich starken Mittelfeldspieler.
Dann war Schluss! Oder auch nicht, denn kein Sieger im Pokal heißt schließlich: Verlängerung! Das hatte sich die Eintracht verdient, hatte sie doch über die vollen 90 Minuten auf Augenhöhe mit dem amtierenden Pokalsieger agiert, der im Sommer mal locker 34 Millionen für Neuzugänge ausgegeben hat. Tatsächlich verzichtete Heiner Backhaus auf Wechsel bei seiner von einigen Krämpfen geplagten Mannschaft.
Der Anstoß war dann wieder eine Pressing-Strategie. Der Ball wurde nahe der gegnerischen Eckfahne ins Seitenaus geschlagen, um die Schwaben früh unter Druck setzen zu können. Doch dieses Mal klappte das alles andere als gut. Der VfB blieb in Ballbesitz und kombinierte sich auf den rechten Flügel. Assignon schickte Tomás zur Grundlinie, der mit einem feinen Hackentrick Frenkert und di Michele Sánchez ins Leere laufen ließ und somit hart und flach flanken konnte. In der Gefahrenzone verpasste Demirovic den Ball zwar, hinter ihm kam Sanoussy Ba aber nicht mehr aus dem Weg und bugsierte die Kugel unglücklich Richtung eigenes Tor. Thorben Hoffmann konnte den Ball mit einem tollen Reflex zwar noch gegen den Pfosten lenken, von dort prallte das Spielgerät aber über die Linie. Das Spiel war erneut gedreht, 3:4 für den VfB Stuttgart.
Sollte die Eintracht diesen erneuten Rückstand noch einmal verdauen können? Die Fans glaubten jedenfalls daran und peitschten ihre Mannschaft unermüdlich an. Doch die nächste Chance hatten die Stuttgarter, Woltemade zog von der linken Seite nach innen und kam aus zwölf Metern gefährlich zum Abschluss. Noch abgefälscht, flog der Ball denkbar knapp rechts am Tor vorbei. Den Löwen schienen die Kräfte auszugehen. Leon Bell Bell kam für Doppelpacker Fabio di Michele Sánchez und damit wurde wieder der Vorwärtsgang eingelegt.

Beinahe hätte sich der Linksverteidiger als echter Topjoker herausgestellt, denn nur wenige Minuten später schlug Bell Bell einen Freistoß aus dem Halbfeld in den rechten Strafraumbereich. Dort setzte sich Lukas Frenkert im Kopfballduell gegen zwei Gegenspieler durch und schädelte das Leder im hohen Bogen aufs Tor. Nübel im Kasten der Gäste streckte sich vergebens, doch der Ball klatschte an die Latte und landete auf der Linie. Anschließend konnten die Gäste klären. Wenige Augenblicke später wurde Aydin aus der zweiten Reihe geblockt. Die letzte Minute der ersten Halbzeit der Verlängerung war bereits angebrochen, als Leon Bell Bell am linken Strafraumeck einen Doppelpass mit Johan Gómez spielte und das Leder an Max Marie weitergab. Dieser fand mit einem tollen Pass mit dem ersten Kontakt Christian Conteh im Strafraum. Der pfeilschnelle Offensivakteur verarbeitete die Kugel mit dem Rücken zum Tor überragend, zog an Jeltsch vorbei und traf aus 13 Metern aus der Drehung. Nübel war zwar erneut dran, konnte aber nicht verhindern, dass der Ball im rechten Eck einschlug. Ein viertes Mal wurde es richtig laut im Eintracht-Stadion, wieder kamen die Löwen zurück, das 4:4!
In der vergangenen Pokal-Saison hatte der amtierende Pokalsieger im gesamten Wettbewerb nur vier Tore kassiert, das gelang der Eintracht an diesem Abend bereits in einer Pokalpartie! Jetzt wollten die Blau-Gelben mehr. In der Nachspielzeit erzeugte Johan Gómez mit einem tollen Dribbling die notwendige Gefahr und setzte Christian Conteh in Szene, der aus wenigen Metern abzog. Dabei machte er eigentlich alles richtig, doch Nübel verhinderte mit einer überragenden Parade, dass die Eintracht das Spiel erneut drehte. Nach der anschließenden Ecke zog Leon Bell Bell aus der zweiten Reihe ab. Die Kugel prallte zu Gómez, der es aus kurzer Distanz gleich zweimal versuchte, aber jeweils von Jeltsch geblockt wurde.
Dann war Halbzeit der Verlängerung. Beiden Teams ging merklich die Puste aus, beide Teams gaben dennoch alles. Es war ein Wahnsinns-Spiel, dass man so nicht aller Tage erlebt. Einen Verlierer hatte die Partie nicht verdient, das stand bereits jetzt fest. Ein Pokalabend, wie man ihn sich als neutraler Zuschauer nur wünschen kann, als Fan musste man heute allerdings auch ordentlich leiden. Spannung pur!
Die Stuttgarter drückten nach dem dritten Wiederanpfiff auf die abermalige Führung. Ein Demirovic-Kopfball wurde zur Ecke abgefälscht. Nach einer weiteren Ecke kurz darauf köpfte Woltemade über den EIntracht-Kasten. Drei Minuten danach kam Woltemade etwas glücklich an den Ball und zog aus elf Metern ab, doch Thorben Hoffmann tauchte ab und konnte parieren. In den nächsten Minuten wurden die Schwaben zweimal bei gefährlichen Abschlüssen im Strafraum geblockt. Dann kam auch mal wieder die Eintracht zum Abschluss, der Versuch von Ba aus 20 Metern wurde aber ebenfalls geblockt. Der von Krämpfen geplagte Lukas Frenkert war es, der den letzten Angriff der Partie einleiten sollte. Mit steifen Beinen rannte der Innenverteidiger 50 Metern bis zum gegnerischen Strafraum, verpasste da aber den Moment zur Flanke und blieb mit einem Hackentrick am Gegenspieler hängen.

Dann war es so weit: Der Schiedsrichter beendete das Treiben auf dem Platz endgültig. Elfmeterschießen! Viel packender und spannender konnte es kaum werden. Leider wurde auf die Nordkurve geschossen, leichter Vorteil Stuttgart.
Levente Szabó war es, der zuerst antrat. Der Ungarn machte es ganz souverän und knallte den Ball oben links in die Ecke. Nübel war zwar dran, parieren konnte er diesen wuchtigen Schuss aber nicht. 1:0.
Für den VfB trat Nick Woltemade an. Während Hoffmann nach links sprang, schoss der deutsche Nationalstürmer in die Mitte. 1:1.
Als zweiter Schütze legte sich Johan Gómez den Ball zurecht. Der US-Amerikaner machte es nicht einmal schlecht und visierte die untere linke Ecke an. Doch Nübel parierte überragend und bekam irgendwie die Fingerspitzen dran. Weiter 1:1.
Mittelstädt machte es für den VfB ähnlich, legte aber etwas mehr Wucht in den Schuss und wählte die untere rechte Ecke. Das hatte Hoffmann geahnt, konnte den Schuss aber nicht abwehren. 1:2.
Mit Max Marie folgte ein weiterer Löwe aus der Startelf, der viele Kilometer und ein starkes Spiel abgerissen hatte. Und auch der Mittelfelspieler verschoss. Halbrechts und halbhoch. Deutlich einfacher zu halten als der Elfmeter von Gómez und da Nübel die Ecke ahnte, war es dann ein leichtes Spiel. Weiter 1:2.
Doch Thorben Hoffmann hatte noch Bock auf mehr. Gegen Chema sprang der Keeper schon in die Ecke, obwohl der Ball in die Mitte kam. Aber Hoffmann riss sein Bein hoch und konnte mit dem Fuß abwehren. Überragend! Weiterhin 1:2!
Auch Mehmet Can Aydin hatte die vollen 120 Minuten auf dem Platz gestanden. Doch Aydin hatte anscheinend immer noch Kraftreserven und knallte die Kugel oben links in die Ecke. Unhaltbar. 2:2!
Zagadou hätte die Schwaben erneut in Führung bringen können und visierte die rechte untere Ecke an. Das hatte Hoffmann erneut geahnt und hechtete ebenfalls nach rechts. Doch er musste nicht eingreifen, denn die Kugel flog rechts am Tor vorbei, weiter 2:2!
Dass Sebastian Polter Elfmeter unter Druck kann, hatte er schon gegen Fürth bewiesen und zeigte das auch heute. Er schoss nach rechts, Nübel sprang nach links, 3:2.
Der VfB zog durch Leweling nach. Er schoss nach links, Hoffmann sprang nach rechts. 3:3.
Leon Bell Bell folgte und machte es wie Polter. Der linke Schienenspieler schoss halbhoch nach rechts, Nübel war erneut nach links gesprungen, 4:3.
Für die Stuttgarter trat Demirovic an. Dessen flacher Elfmeter nach halbrechts war eher schwach geschossen, Hoffmann war in die linke Ecke unterwegs. 4:4.
Sanoussy Ba machte es seinen Vorgängern nach. Halbhoch nach rechts, Nübel sprang wieder nach links, 5:4
Der nächste Schütze bei den Stuttgartern war Hendrix. Dieser visierte die rechte Ecke an und das hatte Thorben Hoffmann geahnt, konnte den platzierten Elfmeter aber nicht halten. 5:5.
Bei Kevin Ehlers Gang zum Elfmeterpunkt merkte man, wie erschöpft der Innenverteidiger war. Ehlers schob den Ball flach in die Mitte, Nübel sprang nach links. 6:5.
Vagnoman schob den nächsten Elfmeter in die rechte Ecke, Hoffmann hatte sich für die linke Seite entschieden. 6:6.
Christian Conteh hatte das 4:4 erzielt und blieb auch im Elfmeterschießen cool. Sein Schuss als elf Metern war so platziert in der rechten Ecke, dass Nübel den ohnehin nicht hätte halten können. Er war aber sowieso wieder nach links gesprungen. 7:6.
Karazor schoss für den VfB den wohl besten Elfmeter nach Aydin. Er nagelte das Leder unters Tordach, absolut nichts zu machen für Hoffmann, das 7:7.
Mit Lukas Frenkert kam nun der letzte Feldspieler als Schütze dran. Der von Krämpfen geplagte Innenverteidiger machte es wie einige seiner Vorgänger und schoss halbrechts halbhoch. Dieses Mal hatte Nübel die rechte Ecke gewählt und hatte dann auch wenig Probleme, den Ball zu parieren. Weiter 7:7.
Assignon hatte nun die Chance, alles klarzumachen. Der Stuttgarter wählte die untere linke Ecke, Hoffmann tat das auch, konnte den platzierten Schuss aber nicht abwehren. Das Ding war drin, alles war vorbei, der VfB Stuttgart hatte gewonnen.

Dennoch setzte umgehend tosender Applaus ein, ehe es wieder laut wurde. Die Eintracht-Fans waren stolz und feierten ihre Mannschaft für die tolle Leistung. Und das zurecht. Denn mit dem VfB hatte die Eintracht eins der schwierigsten Lose bekommen und den amtierenden Pokalsieger am Rande einer Niederlage gehabt. Das Ausscheiden ist bitter, aber nicht enttäuschend. Darauf kann die gesamte Eintracht stolz sein und Kraft für die Saison ziehen. Denn bereits am Samstag geht es gegen den anderen Pokalfinalisten weiter: Arminia Bielefeld.
Bis dahin
Euer Kivi
