Auswärtssieg in Unterzahl
5 min readDie Eintracht gewinnt das erste Mal seit 2016 ein Auftaktspiel in der 2. Bundesliga. Durch den 1:0-Sieg beim 1. FC Magdeburg stehen die Blau-Gelben zudem das erste Mal seit über sieben Jahren auf einem einstelligen Tabellenplatz. Dabei hatten die Löwen ordentlich zu kämpfen, denn die Gastgeber hatten mehr vom Spiel und die deutlich besseren Torchancen. Nach einer unnötigen Roten Karte für Kevin Ehlers spielte die Mannschaft von Trainer Heiner Backhaus 40 Minuten in Unterzahl. Doch Mehmet Can Aydin nahm sich in der Schlussphase ein Herz, traf aus über 30 Metern zum Sieg und ließ die mehr als 3.000 mitgereisten Eintracht-Fans ausrasten.
Vor dem Spiel gab es eine Bratwurst für 4 Euro. Diese war auch wirklich lecker, dafür war das Brötchen eine glatte 6 und ungenießbar. So gibt es insgesamt eine 5,5/10 von mir.

Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann – Mehmet Can Aydin (88. Marvin Rittmüller), Kevin Ehlers (54. Rot), Sven Köhler (C), Lukas Frenkert, Fabio di Michele Sánchez – Robin Heußer, Lino Tempelmann – Max Marie (60. Johan Gómez) – Christian Conteh (60. Louis Breunig), Erencan Yardimci (65. Levente Szabó)
Vom Beginn des Spiels sah ich erstmal wenig, denn die wieder einmal schöne Choreo verdeckte die Sicht. Dafür verfolgte eine Reihe vor mir jemand das Spiel auf seinem Handy über SkyGo. Viel zu sehen gab es dort aber noch nicht. Nach fünf Minuten war die Sicht dann wieder frei und die Stimmung weiterhin klasse. Kurz darauf wurde es strittig: Fabio di Michele Sánchez zog in den Strafraum und wurde von Bockhorn am Bein getroffen. Der Linksverteidiger ging zu Boden, einen Strafstoß gab es aber nicht. Die Magdeburger hatten anschließend fast durchgehend den Ball, wirklich gefährlich wurde es aber erstmal nicht.

Stattdessen bekamen die Blau-Gelben einen Freistoß wenige Meter vor dem Strafraum zugesprochen. Max Marie versuchte es direkt und brachte den Ball auch aufs Tor, es fehlte der Kugel aber eindeutig an Geschwindigkeit und so packte Reimann im Tor der Gastgeber ohne Probleme zu. Auf der anderen Seite blockte Köhler im Strafraum einen Schuss von Nollenberger 25 Minuten waren gespielt, als der bereits mit Gelb verwarnte Hoti erneut kurz vor dem Strafraum foulte. Dafür gab es auch schon mal Gelb-Rot, Glück für die Hausherren. Aydin hämmerte den fälligen Freistoß Richtung rechter Winkel, hauchzart über den Querbalken.
Fast im direkten Gegenzug steckte Gnaka durch die Blau-Gelbe Abwehrkette, Kaars tauchte alleine vor Thorben Hoffmann auf, der beim folgenden Flachschuss machtlos war, aber vom rechten Pfosten gerettet wurde. Ein paar Minuten danach brachte Atik das Leder auf der Strafraumkante im Fallen zu Mathisen, der sofort Kaars in Szene setzte. Der Stürmer stand erneut alleine vor Hoffmann, setzte die Kugel aus sieben Metern aber denkbar knapp links am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später köpfte Hugonet eine Freistoßflanke von Atik knapp rechts vorbei. Eine Minute vor der Pause erwischte Kaars eine Flanke von Musonda noch leicht mit dem Kopf. Die Kugel prallte an den linken Pfosten und von dort ins Toraus.

Dann war Halbzeit. Der Eintracht war aus dem Spiel heraus offensiv wenig bis gar nichts gelungen, nur zwei Freistöße versprühten etwas Gefahr. Auf der anderen Seite hatten die Löwen ein ums andere Mal Glück gehabt, dass der Ball nicht im Netz gelandet war. Trainer Heiner Backhaus verzichtete dennoch vorerst auf Wechsel
Den ersten Abschluss im zweiten Durchgang hatten die Blau-Gelben. Mehmet Can Aydin zog von der rechten Seite nach innen und suchte 17 Metern den Abschluss. Reimann konnte den Flachschuss nicht festhalten, ein FCM-Verteidiger bereinigte die Situation aber. Kurz darauf wurde Tempelmann aus ähnlicher Position geblockt. Auf der anderen Seite landete eine Ecke über Umwege bei Musonda, der halbrechts im Strafraum abzog. Leicht abgefälscht hoppelte die Kugel links am Tor vorbei. Bei der folgenden Ecke parierte Hoffmann erst den Kopfball von Mathisen, war bei dessen Nachschuss aber machtlos. Doch noch vor der Linie konnte Kevin Ehlers mit dem Kopf klären.

Ehlers war auch für die nächste Szene verantwortlich, als ihm an der Mittellinie der Ball versprang. Im Versuch, die Szene zu bereinigen, setzte der Innenverteidiger zur Grätsche an und mähte Mathisen mit offener Sohle rustikal um. Leider eine klare Sache: Rote Karte. In Unterzahl zogen sich die Löwen noch weiter zurück. Den nächsten Abschluss gab es erst 20 Minuten später und der kam von der Eintracht. Doch der Flachschuss von Gómez aus 19 Metern geriet zu zentral. Auf der anderen Seite köpfte Ahl Holmström eine Flanke von Atik deutlich vorbei.
Dann foulte Atik Frenkert, der sich dabei scheinbar die Schulter auskugelte. Atik regte sich auch noch fürchterlich auf und wurde mit Gelb verwarnt. Frenkert konnte weiterspielen. Acht Minuten waren regulär zu spielen, als die Gastgeber wechselten. Hugonet bekam einen Zettel von Hercher in die Hand und war durch das Studium der neuen Anweisungen scheinbar abgelenkt, verlor den Ball an Aydin und wurde von diesem im Mittelkreis getunnelt. Mehmet Can Aydin nahm den Kopf hoch, hatte viel Wiese vor sich und zog aus 32 Metern einfach mal ab. Ein echtes Geschoss ließ der Neuzugang von Schalke da ab und damit hatte Reimann im FCM-Tor nicht gerechnet. Die Kugel schlug im rechten unteren Eck ein und verwandelte den Gästeblock in ein Tollhaus. Endlich wieder die Seele aus dem Leib schreien, Fremde umarmen und unbeschwert jubeln! Das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht! Zudem das erste Zweitligator für Aydin seit vier Jahren.

Es gab sechs Minuten Nachspielzeit und der FCM rannte noch einmal an. Eine Halbfeldflanke landete bei Mathisen, der das Leder aus kurzer Distanz per Direktabnahme aufs Tor brachte. Thorben Hoffmann reagierte überragend und verhinderte mit einer Glanztat den Einschlag. In den letzten Zügen der Nachspielzeit wurde Michel im Strafraum geblockt, der Ball prallte zu Musonda, der 13 Meter Tor viel Platz hatte, das Leder aber über den Kasten jagte. Die Nachspielzeit war bereits abgelaufen, als es Hugonet aus der zweiten Reihe versuchte: drüber.

Und dann war Schluss! Riesenjubel im Gästeblock! Platz 7 klingt erstmal unbedeutend, ist seit dem Aufstieg 2022 aber die beste Platzierung am Ende eines Spieltags. Zudem der erste Auftaktsieg seit neun Jahren. Heute war es kein schönes Spiel, keine besonders starke Leistung und es liegt noch viel Arbeit vor Trainer Heiner Backhaus. Doch die ersten drei Punkte sind im Sack. Dafür benötigten die Löwen in der vergangenen Saison sechs Spiele, 2023/24 waren es am dritten Spieltag so weit und 2022/23 durfte man sich am siebten Spieltag erstmals über einen Sieg freuen. Weiter geht es für die Eintracht am kommenden Samstag gegen Fürth. Anstoß im Eintracht-Stadion ist um 13.00 Uhr.
Bis dahin
Euer Kivi

Ich hoffe das wird von der Leistung her am Samstag besser werden. Kann es mir schon nicht oft leisten mal dabei zu sein. Da sind 43.50€ für mich schon eine teure Ausgabe um sie mal live zu erleben.
Dieser Sonntagsschuss aus 32 Metern Distanz hat es verdient, in die Auswahl zum Tor des Monats zu gelangen. Ansonsten wünsche ich mir mal eine Saison ohne Drama. Also gut 25 Punkte zur Winterpause, damit ich mich beruhigt zurück lehnen kann, mit der Gewissheit: Unsere Eintracht landet am Ende im sicheren Mittelfeld und hat immer noch nicht den Trainer rausgeworfen. Obwohl ich das Gelaber von Backhaus als ziemlich nervig empfinde. Und morgen kaufe ich mir das neue Heimtrikot. Also. Auf eine langweilige Saison, ohne Herzinfarkt Finale 🖖