Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Es poltert spät

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Die Eintracht macht es emotional, die Eintracht macht es spannend, die Eintracht macht es dramatisch, die Eintracht macht es geil! Auch im zweiten Saison-Spiel siegen die Blau-Gelben und schlagen die SpVgg Greuther Fürth nach einer ereignisreichen Schlussphase mit 3:2. Früh wurde ein vermeintliches Abseits-Tor durch den VAR gegeben, ehe ein Doppelschlag von Lukas Frenkert und Erencan Yardimci das Spiel drehte. Lange schien es, als würde die Abwehr der Löwen dicht halten, doch kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit kamen die Gäste doch noch zum Ausgleich. Damit war die Achterbahn aber noch nicht vorbei, denn in der fünften Minute der Nachspielzeit gab es Strafstoß für den BTSV! Sebastian Polter verwandelte in die untere rechte Ecke und ließ das Eintracht-Stadion beben. Dass das vermeintliche 4:2 von Fabio di Michele Sánchez vom VAR einkassiert wurde, war zwar nicht irrelevant, endete am Sieger des Tages aber nichts: die Braunschweiger Eintracht!

Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich in seinem ersten Heimspiel in der 2. Bundesliga für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Mehmet Can Aydin, Lukas Frenkert, Sven Köhler (C), Louis Breunig (85. Frederik Jäkel), Fabio di Michele Sánchez – Lino Tempelmann (85. Sebastian Polter), Max Marie (70. Fabio Kaufmann), Robin Heußer – Christian Conteh (60. Johan Gómez), Erencan Yardimci (70. Levente Szabó)

Vor Anpfiff wurden gleich zwei Spieler verabschiedet und das auf ganz verschiedene Weise. Während es für den verstorbenen Peter Kaack aus der Meistermannschaft eine Schweigeminute gab, wurde Jannis Nikolaou nach seinem Wechsel mit viel Applaus und lauten Sprechchören verabschiedet. Ruhe in Frieden, Peter. Danke, Jannis!

Die erste gefährliche Aktion hatten die Löwen. Mehmet Can Aydin holte 20 Meter vor dem Tor bereits zum Abschluss aus, doch am Ende behinderten sich der rechte Schienenspieler und Erencan Yardimci gegenseitig. Als die Anfangsviertelstunde ablief, rappelte es zum ersten Mal. Nach einem Pass von Dehm in den Löwen-Strafraum liefen den Blau-Gelben gleich zwei Kleeblätter davon. Futkeu kam rechts im Strafraum an die Kugel und legte zurück auf den völlig freien Klaus, der aus acht Metern durch die Beine von Lukas Frenkert traf. Zwar ging die Fahne des Assistenten hoch, doch der VAR korrigierte dies nach einer ziemlich langen Wartezeit, dafür, dass seit dieser Saison die halbautomatische Abseitslinie genutzt wird. Änderte nichts an der Tatsache: 0:1.

Die Gäste trafen also mit dem ersten Schuss aufs Tor, während die Löwen über eine halbe Stunde völlig ohne eigenen Abschluss blieben. Das änderte sich in der 32. Spielminute. Fabio di Michele Sánchez setzte im Anschluss an eine Ecke Louis Breunig am linken Strafraumrand in Szene. Der Innenverteidiger spielte die Kugel flach vor das Tor, wo sich Lukas Frenkert davongestohlen hatte und aus kurzer Distanz einschob. Auch der erste Schuss der Blau-Gelben war drin und das erste Heimtor der Saison erzielt. Das 1:1 für den BTSV!

Auf der anderen Seite schlug Green eine Ecke auf den Strafraumrand, der Volleyschuss von Klaus flog aber deutlich über den Kasten. Zwei Zeigerumdrehungen nach dem Ausgleich schlug Thorben Hoffmann den Ball weit in die gegnerische Hälfte. Erencan Yardimci schraubte sich in beeindruckende Höhen und verlängerte das Leder in den Lauf vom pfeilschnellen Christian Conteh, der plötzlich viel Platz hatte, seinem Verfolger davonlief und in den Strafraum eindringen konnte. Dort verschaffte er sich mit einem starken Haken Platz und hatte das Auge für den durchgelaufenen Erencan Yardimci, der das Leder direkt nahm und über den grätschenden Dehm und gegen die Laufrichtung von Kleeblatt-Schlussmann Boevink in die linke Ecke traf. Spiel gedreht, das 2:1 für die Braunschweiger Eintracht!

Es lief bereits die Nachspielzeit, als es Sven Köhler bei einem Freistoß vom linken Strafraumeck direkt versuchte, doch der Kapitän traf nur das Außennetz. Eine Zeigerumdrehung später legte Aydin für Tempelmann ab, der aus 19 Metern geblockt wurde. Auf der anderen Seite wurde eine Ecke zu Itter geklärt, der aus der zweiten Reihe klar verzog.

Dann war Halbzeit. Lange passierte nichts, beide Teams brachten alle ihre Schüsse aufs Tor auch ins Tor. Effektivität also zumindest im Abschluss. Ansonsten war es wenig, was beiden Teams in der Offensive gelang, alle drei Tore waren aber blitzsauber herausgespielt, auch wenn beide Abwehrketten dabei alles andere als gut ausgesehen hatten. Ohne Veränderungen ging es in den zweiten Durchgang.

Fünf Minuten waren gespielt, als ein Futkeu-Abschluss im Strafraum zu Bjarnason geblockt wurde, der aus 20 Metern abzog. Von Max Marie gefährlich abgefälscht, drehte sich auf den rechten Winkel, doch Thorben Hoffmann war mit einer überragenden Flugeinlage da und lenkte das Leder mit den Fingerspitzen über den Querbalken. Drei Minuten danach rutschte Sven Köhler weg und so kam Futkeu an der Strafraumkante gefährlich zum Abschluss, Max Marie fälschte im letzten Moment zur Ecke ab. Eine Zeigerumdrehung später chippte Max Marie die Kugel aus dem Halbfeld in den Strafraum. Dort verarbeiten Erencan Yardimci das Spielgerät klasse mit der Brust, wurde beim folgenden Abschluss aus sieben Metern aber noch entscheidend gestört und schoss links am Tor vorbei.

Eine Viertelstunde danach verlängerte Levente Szabó einen langen Ball per Kopf. Eigentlich hatten sowohl Johan Gómez als auch Fabio Kaufmann mehr Geschwindigkeit als ihre Gegenspieler, wurden sich aber nicht einig, wer zum Ball geht. Und so konnten die Käste klären. Fast im direkten Gegenzug behakten sich Futkeu und Frenkert nach einem langen Ball an der Strafraumkante. Der Fürther hatte einen Geistesblitz und überraschte sowohl Frenkert als auch Torwart Hoffmann mit einem Abschluss mit der Hacke. Der Ball rollte haarscharf am linken Pfosten vorbei. Eine Minute später tauchte Levente Szabó links vor dem Strafraum auf und hatte freie Schussbahn. Doch sein Flachschuss geriet zu zentral und viel zu lasch. Fraglich, ob der überhaupt über die Linie gerollt wäre.

Wenig später wurde es mal wieder vor dem Gäste-Tor gefährlich. Johan Gómez steckte überragend durch die Abwehrkette auf den startenden Levente Szabó, der scheinbar frei zum Abschluss kam. Doch Ex-Löwe Jomaine Consbruch kam mit einer Grätsche noch irgendwie dazwischen und blockte zur Ecke. Die anschließende Ecke von Robin Heußer rutschte brandgefährlich durch den Strafraum, doch niemand kam zum Abschluss. Fabio Kaufmann hielt den Ball im Spiel und flankte von rechts auf den zweiten Pfosten, wo Breunig zu sehr mit den Armen arbeitete: Stürmerfoul.

Zehn Minuten waren noch zu spielen, als Higl eine Flanke aus elf Metern in die Arme von Thorben Hoffmann köpfte. Anschließend kamen Jäkel und Polter als kopfballstarke Türme in die Partie. Und das klappte nicht ganz so gut. Nur etwas mehr als eine Minute war gespielt, als sich Jäkel bei einer Flanke von Srbeny von der rechten Seite verschätze und Higl aus den Augen verlor. So tauchte Jäkel unter dem Ball hindurch und Higl kam völlig frei zu Kopfball. Und wie! Der Ball schlug genau im linken Winkel ein, da war Hoffmann im Tor der Eintracht völlig machtlos. Der Ausgleich zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit, das 2:2.

Sofort suchten die Löwen die Offensive. Hier sollten unbedingt die nächsten drei Punkte her. Wenige Sekunden nach dem Anstoß hatten sich die Blau-Gelben eine Ecke erarbeitet, die allerdings nicht gefährlich wurde. Doch auch die Kleeblätter wollten hier noch mehr mitnehmen. Sowohl Sillah als auch Klaus wurden aber an der Strafraumkante geblockt. Sofort ging es in die andere Richtung. Robin Heußer setzte im Strafraum Levente Szabó in Szene, der das Leder für Fabio di Michele Sánchez ablegte. Der brauchte etwas zu lange für den Abschluss, sein Schuss wurde dann zwar zweimal abgefälscht, das machte den Ball aber eher ungefährlicher als gefährlicher. Boevink packte sicher zu.

Es schien bereits auf eine Punkteteilung hinauszulaufen, als die Eintracht in der letzten Minute der Nachspielzeit noch einmal von der linken Seite zur Flanke kam. Fabio di Michele Sánchez schlug den Ball eigentlich viel zu weit, einige Fans stöhnten bereits enttäuscht auf. Doch noch im Strafraum zog Jomaine Consbruch wenig clever und deutlich am Trikot von Sebastian Polter, der das Geschenk dankend annahm und zu Boden sing. Klare Sache: Strafstoß! 20.000 Eintracht-Fans hielten den Atem an, spürten den Herzschlag im gesamten Körper, die Nerven mal wieder bis auf Äußerste gespannt. Polter selbst legte sich die Kugel zurecht. Elf Meter bis zum Tor, elf Meter bis zum Heimsieg. Der Stürmer lief an und zielte auf die rechte untere Ecke. Dorthin war auch Torwart Boevink unterwegs, konnte den Einschlag aber nicht verhindern und der Ball war drin! Sebastian Polter sprang über die Bande und schrie sich seine Freude vor der Südkurve aus dem Leib, eher er in einer Jubeltraube aus allen Spielern verschwand. Das 3:2 in der siebten Minute der Nachspielzeit!

Es gab noch einmal einige Momente obendrauf. Nach deinem Foul von Mehmet Can Aydin gab es Freistoß für die Gäste aus dem linken Halbfeld. Der Ball segelte lang in den Strafraum, doch Thorben Hoffmann stürmte aus dem Kasten und sicherte sich das Leder im Luftduell mit Torhüter-Kollege Boevink. Anschließend machte Hoffmann das Spiel mit einem sofortigen Abwurf schnell. Johan Gómez marschierte in die gegnerische Hälfte, entschied sich gegen den Abschluss aus großer Ferne aufs leere Tor und steckte stattdessen auf Fabio di Michele Sánchez durch, der aus 20 Metern ins leere Tor traf. Riesenjubel im Eintracht-Stadion und wieder bildete sich eine große Jubeltraube vor der Südkurve. Doch als langsam alle Spieler zurück auf den Platz trabten, schaltete sich der VAR ein, denn di Michele Sánchez stand beim Abspiel von Gómez im Abseits. Weiterhin 3:2 also.

Das war zwar nicht irrelevant, für die drei Punkte heute aber egal, denn der Schiedsrichter pfiff gar nicht erst wieder an, sondern ab! Der erste Heimsieg der Saison, der zweite Sieg in Folge und damit ist der beste Saisonstart seit dem Aufstieg 2022 unter Dach und Fach. Auch wenn er das schon nach dem ersten Sieg war. Wieder einmal wurde großer Kampf und großer Einsatz unserer Löwen belohnt. Nun ist erstmal spielfrei, ehe die Blau-Gelben am 23.08. in Karlsruhe antreten.

Tore: 1:0 (15. Spielminute, Felix Klaus), 1:1 (32. Spielminute, Lukas Frenkert), 1:2 (34. Spielminute, Erencan Yardimci), 2:2 (88. Spielminute, Felix Higl), 3:2 (90.+7 Spielminute, Sebastian Polter)

Bis dahin

Euer Kivi

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