Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Trainingslager: Testspiel gegen den VfB Lübeck

7 min read

Zum Abschluss des Trainingslagers testeten die Löwen gegen den VfB Lübeck mit Mirko Boland. Gegen den Spitzenreiter aus der Regionalliga Nord wurde über 4×30 Minuten gespielt und alle fitten Feldspieler bekamen Einsatzzeit. Nach Toren von Manuel Wintzheimer, Tarsis Bonga, Lion Lauberbach und Maurice Multhaup gewannen die Blau-Gelben auch ihr drittes Testspiel im Januar mit zwei Toren Differenz: Nach 120 Minuten stand es 4:2. Etwa 130 Zuschauer hatten das Testspiel auf dem von Eintracht genutzten Trainingsplatz verfolgt.

Löwen-Coach Michael Schiele setzte alle fitten Feldspieler ein: Jasmin Fejzic (TW) – Jan-Hendrik Marx (61. Maurice Multhaup), Linus Gechter (31. Niko Kijewski), Saulo Decarli (75. Emil Kischka), Danilo Wiebe (105. Leon Suzuki), Anton Donkor (91. Rami Zouaoui) – Jannis Nikolaou (61. Robin Krauße), Keita Endo (61. Tarsis Bonga), Fabio Kaufmann (75. Mehmet Ibrahimi) – Lion Lauberbach (91. Benjamin Mbom), Manuel Wintzheimer (75. Enrique Peña Zauner)

Wenige Minuten waren gespielt, als Manuel Wintzheimer in aussichtsreicher Position gefoult wurde. Den fälligen Freistoß trat der Winterneuzugang selbst: Etwa einen Meter über der Latte landete der Ball im Fangnetz. Kurz darauf setzte Jannis Nikoloau nach einer tollen Kombination Jan-Hendrik Marx in Szene, dessen Flanke die Lübecker aber klären konnten. Auf der anderen Seite rutschte eine Flanke der Hansestädter quer durch den Strafraum ins Seitenaus. Augenblicke später packte Fejzic bei einem harmlosen Fernschuss sicher zu. Im Gegenzug versuchte es Linus Gechter ebenfalls aus der zweiten Reihe. Den wuchtigen Distanzschuss des 18-Jährigen lenkte der Schlussmann noch über den Querbalken. Zehn Minuten später rutschte eine Freistoß-Flanke von Marx irgendwie zu Saulo Decarli durch, der etwas überrascht das Leder nicht voll trifft, genau in die Arme des Lübecker Keepers.

Als wenig später Jannis Nikolaou aufgrund eines taktischen Fouls die gelbe Karte sah, ließ Fabio Kaufmann seine Spanischkenntnisse aufblitzen und diskutierte mit dem spanischen Schiedsrichter. Dieser lag in der Situation zwar nicht unbedingt falsch, eher öfter als selten merkte man aber, dass er sonst vermutlich eher im Amateurbereich pfeift. Entscheidende sowie größere Fehler machte der Unparteiische aber auch nicht. Wenig später klärte Danilo Wiebe eine Flanke der Lübecker akrobatisch. Kurz vor dem Ende des ersten Viertels zog Marx von rechts nach innen. Sein Abschluss von der Strafraumkante wurde zur Ecke geklärt, aus der die nächste Ecke entstand. Während diese in den Strafraum segelte, ging Linus Gechter zu Boden, wohl durch einen Ellenbogen getroffen. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Manuel Wintzheimer trat an und verwandelte halblinks, direkt danach unterbrach der Schiedsrichter die Partie für eine kurze Trinkpause: 1:0 für die Blau-Gelben!

Der Elfmetertreffer von Manuel Wintzheimer

Direkt nach Wiederanpfiff spielte Lübeck einen viel zu steilen Steckpass in den Strafraum der Löwen, ein VfB-Akteur sprintete dem eigentlich aussichtslosen Ball dennoch hinterher und wurde im Laufduell von Donkor getroffen, wieder Elfmeter! Felix Drinkuth, der mal zwei Jahre für unsere U23 gegen den Ball trat, legte sich den Ball zurecht und visierte die rechte Ecke an. Das hatte Jasmin Fejzic gerochen und tauchte nach rechts ab, konnte den platziert geschossenen Strafstoß aber nicht abwehren, nur noch 1:1. Zehn Minuten später schickte Kijewki Linksverteidiger Anton Donkor mit einem tollen Pass zur Grundlinie. Dessen Flanke konnten die Lübecker auf Kosten einer Ecke klären. Donkor schlug den Ball in den Strafraum, wo Decarli am höchsten stieg und aufs Tor köpfte. Das Netzt zappelte und einige Löwenfans applaudierten, doch der Ball war nur ans Außennetz gegangen. Auch ich hatte mir schon „2:1, Decarli“ notiert.

Also ging es weiter mit 1:1. Wenig später nahm Marx einen Diagonalball klasse mit der Brust mit und marschierte zur Grundlinie. Die Flanke flog zu Wintzheimer, der seinen Gegenspieler zu sehr mit den Armen bearbeitete. Freistoß für den VfB Lübeck. Eine Zeigerumdrehung später ging Mirko Boland rüde in einen Zweikampf mit Jan-Hendrik Marx und rammte unseren Rechtsverteidiger unsanft zu Boden. Es gab die Gelbe Karte für den Bole, der unsere Eintracht 2018 verlassen musste. Den fälligen Freistoß von der rechten Seite brachte Kijeswki in die Mitte. Am zweiten Pfosten kam Decarli völlig allein gelassen an den Ball und bugsierte das Spielgerät aus leicht spitzem Winkel aufs kurze Eck. Der VfB-Schlussmann hatte das Leder im Nachfassen sicher. Ein paar Minuten danach holte Lion Lauberbach auf der rechten Seite den nächsten Freistoß raus. Dieses Mal führte Marx aus, seine Hereingabe wurde zur Ecke geklärt. Erneut brachte Marx den Ball in die Mitte. Nikolaou schädelte die Kugel Richtung Tor, doch deutlich vor der Linie köpfte ein Lübecker den Ball raus. Auf der anderen Seite fing Fejzic eine Boland-Flanke vor dem lauernden Drinkuth ab.

Dann war Halbzeit. Die Löwen ließen nicht viel zu, erspielten sich aus dem Spiel heraus aber ebenfalls wenig klare Chancen. Dafür scheiterte Decarli nach zwei Standardsituation jeweils nur knapp. An dieser Stelle möchte ich auch den zahlreich angereisten Fans vom VfB Lübeck Respekt zollen, die mit etwa 60 Zuschauern die gegenüberliegende Ecke besetzten.

Robin Krauße im Duell mit Mirko Boland

Sekunden nach dem Wiederanpfiff verpasste Mutlhaup einen langen Ball hauchzart. Mit einem Kontakt zum Ball wäre er wahrscheinlich am Torwart vorbeigekommen, so hatte der Schlussmann der Lübecker das Leder in seinen Handschuhen. Fünf Minuten später verpasste Decarli eine Freistoß-Flanke von Kijewski knapp. Auf der anderen Seite packte Fejzic nach einem Drehschuss von der Strafraumkante sicher zu. Drei Minuten später lief der Löwen-Konter über Wintzheimer. Fabio Kaufmann war eigentlich auf und davon und zudem völlig ungedeckt, doch Wintzheimer zögerte zu lange. Als der Stürmer sich dann doch für den Pass entschied, ging die Fahne des Assistenten hoch, Abseits. Kaufmann hätte nur noch den Torwart der Lübecker vor sich gehabt.

Zehn Minuten vor dem Ende des dritten Viertels bekam Peña Zauner im Zweikampf einen Tritt gegen den Kopf. Zum Glück ging es für kurz zuvor eingewechselten Offensiv-Akteur weiter. Den fälligen Freistoß von der linken Seite zirkelte Niko Kijewski in den Strafraum. Dort setzte sich Probespieler Tarsis Bonga durch und beförderte den Ball mit dem Kopf aufs rechte Eck. Der Keeper der Lübecker streckte sich vergeblich, die Kugel schlug knapp neben dem rechten Pfosten ein: 2:1 für die Löwen und das nächste Argument, dass Bonga für eine feste Verpflichtung sammelte. Zwei Minuten später zog Taritas von der Strafraumkante ab, Fejzic konnte nur zur Seite abwehren. Der Ball blieb heiß und kam erneut zu Taritas, der mit seinem zweiten Versuch aus kürzerer Distanz ins linke Eck traf. Erneut der schnelle Ausgleich, 2:2.

Nur wenige Sekunden nach dem Anstoß eroberte Krauße an der Mittellinie den Ball, marschierte einige Schritte in Richtung des gegnerischen Strafraums und legte den Ball dann auf die rechte Außenbahn. Dort war Tarsis Bonga mitgelaufen. Der 1,97-Riese schüttelte seinen Gegenspieler ab und brachte den Ball scharf und flach vors Tor. Lion Lauberbach stand goldrichtig und drückte den Ball aus kurzer Distanz zur erneuten Führung über die Line, 3:2! Doch erneut zappelte nach einem Löwen-Treffer schnell wieder das Tornetz. Doch dieses Mal handelte es sich um einen Doppelschlag der Löwen. Ibrahimi hatte im Mittelfeld aufgepasst und sich einen abprallenden Ball geschnappt. Kurz vor dem Strafraum angekommen legte er den Ball zu Maurice Multhaup, der sich mit einem Haken Platz verschaffte. Vom rechten Strafraumeck schlenzte Multhaup den Ball mit links aufs lange Eck. Die Kugel hüpfte einmal auf und landete in den Maschen: 4:2 für die Eintracht! Direkt danach war auch das dritte Viertel zuende.

Im letzten Viertel waren schon einige Minuten gespielt, als U19-Nachwuchslöwe Rami Zouaoui aus der zweiten Reihe abzog. Der Torwart der Lübecker konnte den Aufsetzer nur klatschen lassen. Mit Benjamin Mbom setzte ein weiterer U19-Spieler nach, kam aber einen Schritt zu spät und touchierte den Schlussmann der Gäste leicht am Kopf. Es ging mit Freistoß für den VfB Lübeck weiter. Kurz zuvor hatte Robin Krauße einen Freistoß aus aussichtsreicher Position in die Mauer gejagt. Zehn Minuten vor dem Ende kamen die Lübecker nochmal zum Abschluss. In Anschluss einer Ecke landete der Ball bei Daube, der aus der zweiten Reihe abzog. Ibrahimi fälschte den Ball ungünstig ab, der somit in einem irren Bogen aufs Tor zischte. Von der Latte prallte der Ball ins Toraus. Die anschließende Ecke landete wieder bei Daube, der es erneut außerhalb des Strafraums versuchte, dieses Mal verfehlte er sein Zeil aber deutlicher.

Drei Minuten danach konterten die Lübecker, doch Benjamin Mbom arbeitete gut mit nach hinten, war schneller als sein Gegenspieler und köpfte das Spielgerät zu Löwen-Keeper Ron-Thorben Hoffmann. Im direkten Gegenzug marschierte Tarsis Bonga über rechts zur Grundlinie, sein Querpass wurde zur Ecke geklärt. Diese führte Kijewski aus und erneut war Bonga da und beförderte das Leer mit dem Kopf aufs Tor. Mit einer klasse Parade kratzte der Lübecker Keeper den Ball gerade noch so von der Linie. In der Schlussminute gab es dieselbe Koproduktion zu sehen. Dieses Mal flankte Kijewski aus dem Halbfeld. Bonga nahm den Ball entschlossen mit und drang in den 16er ein. Mit seinem Schuss aus spitzem Winkel konnte Bonga den Keeper aber nicht überlisten.

Kurz drauf war Schluss! Die Löwen gewinnen nach den Testspielen gegen die VSG Altglienicke und der Nachwuchsmannschaft des FC Sevillas auch gegen den VfB Lübeck. Und erneut konnte sich Manuel Wintzheimer in die Torschützenliste eintragen. Morgen geht es für den Löwen-Tross und mich zurück nach Deutschland. Eine Woche später steht das erste Ligaspiel in 2023 an. Dann sind die Blau-Gelben zu Gast beim HSV.

Bis dahin

Euer Kivi

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: