Rote Erde – Blau-Gelber Sieg

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Ungeliebte Anstoßzeit am Montagabend und dann auch noch auswärts bei einer U23. Alles Gründe um die 3. Liga zu verlassen, auch wenn es scheint, als wären die Montagsspiele in naher Zukunft Geschichte. Aber noch müssen die Fans des geilsten Vereins der Welt auch am Montag durch die Republik reisen um Ihren BTSV siegen zu sehen und so ging es gestern ins Ruhrgebiet zur U23 von Borussia Dortmund.

Im Schatten des eindrucksvollen Westfalenstadions traten die Löwen im Stadion Rote Erde an. Für Liebhaber sehr sehenswert, aber auch ein deutlicher Fingerzeig, dass man derzeit dritt- statt zweitklassig ist. Nachdem die Jungborussen in letzter Zeit deutlich schwächeln war bei den etwa 400 mitgereisten Anhängern vorsichtiger Optimismus zu spüren. Bisher treten bei uns keine Ultras als Gruppe auf, daher gab es keinen organisierten Support, die Stimmung war dennoch ordentlich. 2.079 Zuschauer waren da, darunter auch Vereinslegende Domi Kumbela, der in der Halbzeitpause während eines Interviews mit Sprech-Chören gefeiert wurde.

Die Stadionwurst kostete drei Euro und war im Vergleich zu meinem letzten Besuch deutlich verbessert. Einzig das erste Brötchen war steinhart und dementsprechend ungenießbar. Doch bei der Bratwurst selber gab es nichts zu meckern, daher vergebe ich eine Bewertung von 8,5/10.

Die Stadionbratwurst in der Roten Erde

Trainer Michael Schiele stellte wie folgt auf: Jasmin Fejzic (C) – Jan-Hendrik Marx, Brian Behrendt, Michael Schultz, Niko Kijewski – Robin Krauße (89. Philipp Strompf), Jannis Nikolaou – Maurice Multhaup (89. Luc Ihorst), Bryan Henning (83. Danilo Wiebe), Sebastian Müller (65. Jomaine Consbruch) – Lion Lauberbach (83. Benjamin Girth)

Mannschafts-Kreis vor Anpfiff

Nach wenigen Sekunden dribbelte Henning auf die Dortmunder Abwehrkette zu und zog aus halbrechter Entfernung flach ab. Sein Schuss aus etwa 20m ging knapp links am Kasten vorbei. Von Beginn an wirkten die Löwen wach, fokussiert und offensiv ausgerichtet. In der Defensivarbeit ließen in der Anfangsphase kaum Angriffe der Gastgeber zu. Noch nicht ganz zehn Minuten waren gespielt, als Schultz eine Ecke von Kijewski haarscharf am rechten Pfosten vorbei köpfte.

Kurze Zeit später ähnliches Spiel: Kijewski tritt eine Ecke, Schultz köpft. Dieses Mal hält Lauberbach seinen Kopf hin, der Ball landet aber in den Armen von Torhüter Unbehaun. Nach etwa eine Viertelstunde später dann der erste Abschluss der Schwarz-Gelben: Papadopoulos zieht aus etwa 25m ab, zielt aber genau auf Fejzic, der überhaupt keine Probleme hat, den Ball aufzunehmen.

Nun wurden die „Amateure“ etwas sicherer und hatten längere Ballbesitzphasen. Bevor Nijnmah aus aussichtsreicher Position abschließen konnte, grätsche Abwehrrecke Behrendt die Pille weg. Nach 20 Minuten räumte Krauße an der Mittellinie einen Gegenspieler weg und sah dafür seine fünfte gelbe Karte. Damit fehlt er im Aufstiegskracher gegen den VfL Osnabrück. Wenige Minuten später setzten sich die Blau-Gelben am Strafraum der Gastgeber fest. Nach mehreren erfolglosen Flankenversuchen nahm Nikolaou aus der Distanz maß, zielte aber ein gutes Stück am Tor vorbei.

Im Schatten des Westfalenstadions befindet sich das Stadion Rote Erde

25 Minuten waren gespielt, als die Eintracht auf der rechten Außenbahn einen Freistoß zugesprochen bekam. Angreifer und Verteidiger hatten sich im Strafraum noch nicht ganz sortiert, da schickte Behrendt Marx an den Strafraumrand. Dieser gab mit zwei Kontakten auf Multhaup weiter, welcher aus sehr spitzem Winkel abschloss. Der Ball fand seinen Weg zwischen Pfosten und Unbehaun und zappelte im Netz. Ausgerechnet der ehemalige Schalker traf somit zur Führung. Die Löwen lagen sich an der Eckfahne beim Gäste-Sitzblock in den Armen. Heute ging es um richtig wichtige Punkte im Aufstiegsrennen.

Dann passierte eine Zeit lang wenig. Das Geschehen fand zwar hauptsächlich in der Hälfte der Dortmunder statt, Chancen blieben aber erstmal aus. Erst zehn Minuten vor der Pause musste Fejzic bei einem eher ungefährlichen Drehschuss von Pohlmann eingreifen. Fünf Minuten später drang Henning über die linke Seite in den Strafraum ein und passte auf Lauberbach, der direkt abzog, das Tor aber deutlich verfehlte. Kurz vor der Pause hatten die Gastgeber innerhalb von wenigen Augenblicken gleich zwei Abschlussgelegenheiten. Erst köpfte Maloney Fejzic einen dankbaren Ball in die Arme, dann blockte Schultz Fink ab und verhinderte, dass der Ball aufs Tor kommen konnte.

Dann war Halbzeit! Eine verdiente Führung, die Lust auf mehr machte! Zum Seitenwechsel gab es keine Wechsel.

Impressionen nach dem Abpfiff

Kurz nach Wiederanpfiff dann eine dicke Chance, die Führung zu erhöhen: Ein langer Ball von Henning wird plötzlich richtig gefährlich, als Lauberbach scheinbar mit Siebenmeilenstiefeln seinen Gegenspieler überrannte und frei aufs Tor zulaufen konnte. Doch der Stürmer scheitert mit seinem flachen Abschluss an Unbehaun und ärgerte sich zurecht. Dortmund suchte in dieser Phase nur ganz selten den Weg nach vorne, während die Blau-Gelben auf den zweiten Treffer drückten, der wohl sowas wie eine Vorentscheidung gewesen wäre.

Zehn Minuten nach der ersten Großchance in Halbzeit zwei gab es die nächste. Lauberbach setzte sich stark und sehenswert gegen mehrere Gegenspieler durch und steckte auf Multhaup durch, der nur noch Keeper Unbehaun vor sich hatte. Der Mann mit der Rückennummer sieben scheiterte aber ebenfalls mit einem Flachschuss am Keeper der Hausherren. In der 63. Minute sorgte erneut ein Eckstoß für Gefahr. Irgendwie kam der Ball an den Strafraumrand zu Müller, der den Ball kontrollierte und dann per Vollspann auf die linke Ecke zielte. Sein strammer Schuss rauschte knapp am Tor vorbei.

Zwanzig Minuten vor dem Ende zog Henning von der Strafraumkante wuchtig, aber etwas zu ungenau ab. Unbehaun krallte sich das Spielgerät. Mit Beginn der Schlussviertelstunde dann der erste „Abschluss“ der Gäste in Halbzeit zwei. Der Schuss aus über 30m blieb aber eher ungefährlich. Dennoch wurden die Jungborussen nun aktiver und beschäftigten die Löwen nun immer mehr. Aber erst fünf Minuten später kam es zum nächsten Abschluss: Papadopoulos setzte kurz vor der Strafraumkante zum Seitfallzieher an, produzierte aber nur einen dankbaren Ball für Fejzic, der das Spielgerät mit einer kurzen Flugeinlage sicher fangen konnte.

Nun flogen immer wieder Flanken in den Löwen-Strafraum, die aber postwendend wieder geklärt wurden. Entlastungsangriffe gab es allerdings auch nicht wirklich. Einzig als Fejzic eine Flanke unter starker Bedrängung gerade so aus der Gefahrenzone boxen konnte, wurde es kurz gefährlich. Die Blau-Gelben verteidigten selbstbewusst und souverän, sodass Spieler und Fans nach dem Abpfiff den verdienten Sieg feiern konnten. Aus dem Auswärtsblock erklangt wie so oft in dieser Saison lautstark „Auswärtssieg! Auswärtssieg!“. Mit dem dritten Auswärtssieg in Folge steht die Braunschweiger Eintracht in der Auswärtstabelle nun auf dem ersten Platz.

Die Mannschaft holt sich den verdienten Applaus ab

Am kommenden Samstag kann der nächste große Schritt gelingen. Im Niedersachsen-Duell beim VfL Osnabrück können wir in Sachen Punkte mit den zweitplatzierten Teufeln vom Betzenberg gleichziehen und Saarbrücken hinter sich lassen. Die Lila-Weißen haben Zuhause bereits fünf Mal verloren. Hoffen wir mal, dass es am Samstag sechs Niederlagen sein werden!

Bis dahin

Euer Kivi

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