Später Auswärtssieg
5 min readTabellenführer beim Vorletzten, eigentlich eine klare Sache und doch taten sich die 1. Frauen schwer. Der Gastgeberverein PSV Grün-Weiß Hildesheim verteidigte diszipliniert und machte es den Löwinnen mehr als schwer. Nur selten drangen die Blau-Gelben in den Strafraum vor, trotz massiver Überlegenheit. Und so dauerte es bis kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit, als Gina Berger mit einem cleveren Steckpass Celina Klebe fand, die eiskalt in die untere rechte Ecke vollstreckte und damit drei ganz wichtige Punkte möglich machte. Das 1:0 bringt die Eintracht sechs Punkte vor Verfolger Lehrte.
Eintracht-Coach Simon Wintgen entschied sich für folgende Aufstellung: Nele Schäfer (TW) – Antonia Farr, Anna Fries (90.+1 Katharina Kölbel), Gina Berger – Imke Wiedenroth (67. Cindy Kaufmann), Leandra Hampe-Michels (67. Marie Gollmer), Jolie Just (80. Victoria Wiedermann), Neele Wunsch – Celina Klebe – Jill Lange (80. Matilda Querfurth), Lyn Meyer (C)

Wenige Augenblicke waren gespielt, als ein erster Sturmlauf von Torfrabrik Lyn Meyer für Gefahr sorgte. Gegen gleich sechs Gegenspielerinnen fand die Stürmerin eine Lücke zum Abschluss. Ihr Schlenzer vom linken Strafraumeck sauste nur knapp am rechten Kreuzeck vorbei. Auf der anderen Seite köpften die Gastgeberinnen eine Ecke über den Kasten von BTSV-Torfrau Nele Schäfer. Kein Team hatte so wenig Tore kassiert wie die Hildesheimerinnen, mit nur 35 Gegentoren steht die Abwehr aber vergleichsweise ziemlich gut da. Fortan gab es aber nur eine Richtung: Die Eintracht stürmte.
Richtig gefährlich wurde es allerdings selten. Jill Lange versuchte es nach Vorarbeit von Leandra Hampe-Michels vom rechten Strafraumeck, die Torfrau parierte mit beiden Fäusten zur Ecke. Diese wurde nicht gefährlich. Zwei Zeigerumdrehungen später landete eine Flanke von Jill Lange am zweiten Pfosten bei Celina Klebe, die aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Ein paar Minuten danach köpfte Leandra Hampe-Michels das Spielgerät zu Celina Klebe, die es aus 20 Metern versuchte, ihr Flachschuss geriet aber zu zentral. Die Anfangsviertelstunde war gerade vorbei, als die Gastgeberinnen einen Freistoß von Jill Lange aufs eigene Tor verlängerten, wieder war die Torhüterin da und parierte zur Ecke. Zehn Minuten später setzte Neele Wunsch stark nach, eroberte das Spielgerät und setzte Celina Klebe in Szene, die mit einer tollen Bewegung an ihrer Gegenspielerin vorbeizog, aus 22 Metern aber zu zentral zielte.

Kurz darauf war es erneut Neele Wunsch, die den Abschluss einleitete. Nach einem herrlichen Dribbling legte sie für Jill Lange ab, die das Leder aus 19 Metern über die Latte knallte. Fünf Minuten später steckte Neele Wunsch auf Lyn Meyer durch, die sich im Laufduell mit der letzten Verteidigerin etwas nach außen abdrängen ließ und aus spitzem Winkel von links nur das Außennetz traf. Wenig später spielte Celina Klebe einen schnellen Doppelpass mit Jill Lange und zog vom rechten Strafraumeck ab. Die Torfrau konnte den wuchtigen Schuss nicht festhalten, doch bevor die Blau-Gelben daraus Kapital schlagen konnten, hatten die Gastgeberinnen bereits geklärt. Eine Zeigerumdrehung später versuchte es Neele Wunsch nach Meyer-Vorlage aus 20 Metern, doch ihr Flachschuss geriet etwas zu zentral.
Dann war Halbzeit. Selten waren die Löwinnen in den Strafraum gekommen, selten wurde es richtig zwingend gefährlich. Hildesheim verteidigte sehr tief und ebenso diszipliniert, da war kaum ein Durchkommen. Dennoch war die Eintracht massiv überlegen und klar tonangebend. Ohne personelle Wechsel ging es dann weiter.

Die Eintracht kam nicht so gut in den zweiten Durchgang und so kamen die Gastgeberinnen tatsächlich mal zum Abschluss. Nele Schäfer musste aber nicht eingreifen, da der Fernschuss über den Querbalken flog. Über eine Viertelstunde war gespielt, als die Löwinnen erstmals nach dem Seitenwechsel zum Abschluss kamen: Celina Klebe setzte mit einem schnellen Einwurf Imke Wiedenroth in Szene, die vom linken Strafraumeck per Volley abzog: rechts vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später versuchte es Leandra Hampe-Michels aus der zweiten Reihe, eine Verteidigerin warf sich aber in die Schussbahn und fälschte zur Ecke ab. Kurz darauf löffelte Jolie Just den Ball in den Lauf von Lyn Meyer, die es aus 20 Metern mit einem Lupfer probierte, ihren Versuch aber deutlich zu hoch ansetzte.
Heute war irgendwie der Wurm drin und so blieb es hauptsächlich bei Fernschüssen. Etwas gefährlicher war da dann der Versuch von Jolie Just aus etwa 24 Metern, der noch einmal aufsetzte, doch die starke PSV-Torfrau tauchte ab und schnappte sich das Spielgerät. Während in den nächsten Minuten zwei direkt getretene Freistöße von Gina Berger und Jill Lange weit über das Tor flogen, rauschte ein Fernschuss von Neele Wunsch rechts am Tor vorbei. Für Spielberichterstatter war es durch das etwas schwache Flutlicht nun immer schwerer zu erkennen, welche Aktion denn von welcher Spielerin ausgeführt wurde. Das war doch sehr ungewohnt duster.

Fünf Minuten waren noch zu spielen, als Gina Berger auf Matilda Querfurth durchsteckte, die zehn Meter vor dem Tor unter Bedrängnis zum Abschluss kam, das Leder aber deutlich über den Kasten drückte. Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit war es erneut die aufgerückte Innenverteidigerin Gina Berger, die mit einem herrlichen Steckpass den späten Jubel einleitete. Celina Klebe war perfekt gestartet, tauchte halblinks im Strafraum auf und blieb bei freier Schussbahn eiskalt. Unten rechts schlug die Kugel ein, die sehr späte und absolut verdiente Führung, das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Es lief bereits die Nachspielzeit, als Cindy Kaufmann einen langen Ball in den Lauf von Lyn Meyer spielte, die auf der rechten Seite Matilda Querfurth mitnahm. Deren Abschluss aus 15 Metern konnte die Torfrau parieren. Über Umwege kam der Ball zurück zu Lyn Meyer, die aus 14 Metern per Drehschuss abzog, doch die Kugel flog rechts am Tor vorbei.
Dann war Schluss und die mitgereisten Eintracht-Fans waren ebenso erleichtert wie die Löwinnen auf dem Platz. Ein verdienter Sieg, der aber unnötig spannend und gegen den Vorletzten ehrlicherweise auch zu knapp ausfiel. Nach drei späten Siegen in Folge müssen sich die Blau-Gelben für den Rest der Saison etwas einfallen lassen, denn immer wird man sich nicht auf eine erfolgreiche Schlussphase verlassen können. Weiter geht es für die 1. Frauen am kommenden Sonntag beim SV Wendessen, Anstoß ist um 13 Uhr.

Tore: 0:1 (89. Spielminute Celina Klebe)
Bis dahin
Euer Kivi
