Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Ärgerlich oder glücklich?

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Die Eintracht zeigt beim Tabellenzweiten SC Paderborn lange wenig, geht dann aber doch durchaus glücklich durch Robin Heußer in Führung. Nach der zweiten und letzten Torchance, die eigentlich zum 2:0 führen musste, sah Patrick Nkoa wenige Augenblicke später den achten Platzverweis der Löwen. Fortan standen die Blau-Gelben nur noch am eigenen Strafraum und tief in der Nachspielzeit passierte es dann doch noch. Der verdiente und irgendwie auch überfällige Ausgleich. So stellt sich die Frage, wie man mit dem Ergebnis umgehen soll. Glücklich oder ärgerlich?

Zum kuriosen Preis von 7,75 Euro gab es eine Mantaplatte. Die war wenigstens gut, die Bratwurst lecker und gut gebraten, Pommes gut gewürzt und gut frittiert und eine leckere Soße. 8,5/10 gibt es von mir.

Trainer Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Elhan Kastrati (TW) – Kevin Ehlers, Patrick Nkoa (67. Rot), Lukas Frenkert (C) – Aaron Opoku, Mehmet Can Aydin (77. Fabio di Michele Sánchez), Max Marie, Leon Bell Bell – Grant-Leon Ranos (46. Robin Heußer, 90.+8 Sidi Sané), Erencan Yardimci (77. Florian Flick), Johan Gómez (68. Andi Hoti)

Den ersten Abschluss hatten die Gastgeber bereits in der ersten Spielminute, Bätzner wurde im Löwen-Strafraum aber geblockt. Zwei Minuten später wurde der Schuss Castaneda vom linken Strafraumeck zur Ecke abgefälscht. Diese landete bei Müller, der die Kugel über den Kasten beförderte. Es spielten erstmal nur die Gastgeber. Immer wieder kam der Tabellenzweite gefährlich an den Strafraum, doch bevor es richtig gefährlich wurde, war ein Eintracht-Bein dazwischen oder den Paderbornern versprang der Ball entscheidend. Offensiv gelang den Blau-Gelben allerdings fast schon weniger als nichts. Nicht ganz 20 Minuten waren gespielt, als es das erste Mal richtig knapp wurde. Eine Kombination ging zu schnell für die Löwen und so konnte Bätzner aus der zweiten Reihe abziehen. Der Flachschuss zischte am rechten Pfosten vorbei, da hatte nicht viel gefehlt.

Auf der anderen Seite setzte Ranos mit einem Pass in den Strafraum Erencan Yardimci in Szene, doch dem versprang in aussichtsreicher Position der Ball. Eine Zeigerumdrehung später zog Max Marie aus der Ferne ab, wurde aber geblockt. Einige gefährliche geschlagene Standards der Gastgeber, die aber am Ende halbwegs souverän von den Löwen verteidigt wurden, später hatte erneut Castaneda etwas Platz am linken Strafraumeck, sein Schlenzer flog aber über den Kasten. Zehn Minuten vor der Pause ging es erneut zu schnell für die Eintracht. Castaneda bediente Bätzner, der halblinks im Strafraum nur noch Löwen-Schlussmann Elhan Kastrati vor sich hatte, diesen im direkten Duell aber nicht überwinden konnte. Starke Aktion des Hoffmann-Vertreters! Mit Ablauf der regulären Spielzeit schoss dann auch mal der BTSV auf das gegnerische Tor. Der Fernschuss von Gómez geriet aber viel zu zentral, um wirklich als Torchance gewertet zu werden.

Blick auf das Stadion während eines Fußballspiels, mit Fans und Mannschaft auf dem Spielfeld. Die Tribünen sind gefüllt, und Fahnen wehen im Wind.

Dann war Halbzeit. Es war ein Spiel auf ein Tor. Und zwar das, in dem Elhan Kastrati stand, der dennoch kaum eingreifen musste. Das Abwehrbollwerk hielt also und ließ wie auch in der vergangenen Woche wenig zu. Wie auch in der vergangenen Woche und in vielen anderen Spielen lief offensiv aber auch gar nichts zusammen. Trainer Heiner Backhaus wechselte und brachte Robin Heußer für Grant-Leon Ranos.

Doch erstmal blieb es beim gleichen Bild. Die Gastgeber dominierten. Leon Bell Bell konnte nicht verhindern, dass Sticker zur Grundlinie vordrang. Dessen flache Hereingabe erwischte Bätzner mit der Hacke. BTSV-Schlussmann Kastrati war bereits geschlagen, doch noch vor der Linie rettete Aaron Opoku und verhinderte den Rückstand. Die anschließende Ecke landete bei Baur, der die Kugel nur knapp links neben das Tor bugsierte. Zwei Zeigerumdrehungen später zog Aydin nach einer Ecke völlig überhastet aus der zweiten Reihe ab, sein Schuss kullerte meterweit rechts am Tor vorbei. Doch der Abstoß führte dann zum großen Jubel. Johan Gómez fing einen Pass tief in der gegnerischen Hälfte ab, schaltete sofort und setzte Robin Heußer in Szene, der im Strafraum Brackelmann stehen ließ und den Ball im Fallen genau neben den linken Pfosten ins Tor jagte! Riesenjubel im pickepackevollen Gästeblock, denn das war wirklich nicht abzusehen gewesen, das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Ein begeistertes Fußballpublikum im Stadion, das mit Schals und Fanartikeln feuert. Der Blick auf das Spielfeld zeigt eine lebhafte Atmosphäre während eines Spiels.

Das erste Tor in dieser Saison für den Sommerneuzugang und bereits die vierte Torbeteiligung nach dem Jahreswechsel für Vorbereiter Johan Gómez! Damit war der US-Amerikaner an jedem zweiten Rückrundentreffer direkt beteiligt. Eine Minute nach der Führung zog Mehmet Can Aydin einen Freistoß aus 25 Metern direkt aufs Tor. Sein wuchtiger Schuss setzte unangenehm auf, sodass SCP-Torwart Seimen die Kugel nur mit Mühe am eigenen Kasten vorbeilenken konnte. Kurz vor der Meisterminute ereigneten sich gleich zwei spielentscheidende Szenen. Erst fing Robin Heußer einen Pass vom Keeper der Hausherren ab, konnte sich dann aber nicht so richtig zwischen Querlegen auf Erencan Yardimci und Abschluss entscheiden. So brachte er sich selbst schlussendlich nicht in die optimale Schussposition und wurde von Götze geblockt. Der Ball prallte im hohen Bogen zu Yardimci, der das Leder vor dem leeren Tor aber nicht kontrollieren konnte.

Also kein 2:0 und im direkten Gegenzug kam es noch schlimmer. Patrick Nkoa kam im Mittelfeld viel zu spät und trat Gegenspieler Michel übel um. Nach gefühlten Minuten an Bedenkzeit gab Schiedsrichter Benen glatt Rot. Das tat er gegen einen Eintracht-Akteur übrigens bereits zum dritten Mal in dieser Saison. Sven Köhler in Darmstadt und Kevin Ehlers in Nürnberg waren ebenfalls vom Unparteiischen vom Platz gestellt worden. Beide Partien hatte die Eintracht mit 2:1 verloren. Und in Unterzahl wurde es auch sofort gefährlich: Die Gastgeber setzten sich am Eintracht-Strafraum fest, die Löwen konnten sich nicht befreien und bekamen keinen Zugriff. Am Ende hatte Michel am Strafraumrand zu viel Platz. Sein Schlenzer flog an allen vorbei, klatschte an den linken Pfosten und prallte von dort direkt in die Arme von Elhan Kastrati. Großes Glück für die Blau-Gelben.

Die Spieler der Braunschweiger Eintracht stehen nach dem Spiel auf dem Feld und applaudieren den Fans. Im Hintergrund sind Teile des Stadions und die jubelnden Zuschauer zu sehen.

Ein paar Minuten danach versuchte es Brackelmann aus der zweiten Reihe: knapp rechts am Tor vorbei. Mittlerweile stand kein einziger Offensivspieler der Eintracht mehr auf dem Platz, abgesehen von Aaron Opoku, der aber die rechte Schiene beackerte. Sieben Minuten waren regulär noch zu spielen, als Tigges gefährlich im Strafraum aufdrehte, Hoti und Kastrati schmissen sich gemeinsam in die Schussbahn und verhinderten Schlimmeres. Eine nach der anderen Flanke flog in den Strafraum, doch Kastrati fing eine nach der anderen souverän ab. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit ging der Torwart bei einer weiteren Flanke volles Risiko und klärte mit einer Faust. Dabei rauschte der Albaner allerdings übel mit Kapitän Frenkert zusammen. Beide Spieler mussten behandelt werden, konnten aber weiterspielen.

Etwa drei Minuten dauerte die Behandlung, die mit einem anderen Schock endete: Zehn Minuten Nachspielzeit erschienen doch ziemlich viel, hatten die Löwen immerhin kaum Gelegenheit für Zeitspiel gehabt, weil kaum selbst am Ball, auch nicht mit ruhenden Bällen. Vier Minuten der Nachspielzeit waren bereits rum, als Michel vom Strafraumrand abzog, doch Kastrati packte sicher zu. Eine Minute später köpfte Tigges nach einer Obermair-Flanke rechts am Tor vorbei. Wieder eine Minute später zog Michel aus 17 Metern ab, Kastrati konnte den wuchtigen Schuss nicht festhalten, die Löwen konnten den freien Ball aber klären. Es schien, als könnten die Blau-Gelben den glücklichen Vorsprung über die Zeit retten, als es sich dann doch ereignete. Einen langen Ball verlängerte Tigges, Kastrati verschätzte sich, Michel setzte sich im Kopfballduell gegen Frenkert durch und köpfte die Kugel im hohen Bogen über den ungünstig postierten Kastrati hinweg ins Tor.

Die Spieler einer Fußballmannschaft in gelben Trikots klatschen und applaudieren, während sie auf dem Spielfeld stehen.

Der späte, aber absolut verdiente Ausgleich für die völlig überlegenen Gastgeber. Aber ein Blick auf die Szene zeigt, dass Michel beim Zweikampf mit Frenkert deutlich auf den Fuß von Frenkert steigt, der dadurch nicht zum Kopfballduell hochspringen kann. Sowas wurde schon häufig als Foul gepfiffen, der VAR griff aber nicht ein. Hätte sich Torwart Kastrati nicht derart verschätzt, wäre in der Szene aber vermutlich auch kein Tor gefallen. Doppelt bitter für die Eintracht, die jetzt aufpassen musste, nicht noch zu verlieren. Denn die Gastgeber wollten mehr und Schiedsrichter Benen hatte anscheinend vergessen, was er als Nachspielzeit anzeigen lassen hatte. Denn die war bereits vorüber, als mehrere weitere Angriffswellen rollten. Den Querpass von Okpala konnte Sané im letzten Moment noch blocken. Als Seimen einen weiteren langen Ball in den Strafraum schlug, waren bereits fast drei Minuten extra gelaufen. Okpala legte per Kopf quer zu Bilbija, der den Ball aus kurzer Distanz knapp über den Querbalken bugsierte.

Spieler und Schiedsrichter versammeln sich auf dem Platz bei einem Fußballspiel. Im Hintergrund sind Zuschauer und Stadionelemente sichtbar.

Und einige Augenblicke später war dann tatsächlich doch Schluss! Die Eintracht entführt einen Punkt beim (ehemaligen) Tabellenzweiten. Auf die Leistungen beider Teams gesehen, ein durchaus glücklicher Punkt, auf der anderen Seite durch den späten Ausgleich dennoch extrem ärgerlich. Dennoch hätten alle Blau-Gelben natürlich gerne einen sehr glücklichen Sieg mit zurück nach Braunschweig genommen. Doch in Unterzahl hielt das Abwehrbollwerk nicht lange genug stand, in der Offensive gelang bis auf die zwei Szenen nach hohen Ballgewinnen eigentlich gar nichts. Und so muss man sich nicht wundern, wenn es mit dem „Dreifach-Punkten“ schwierig wird. So steht am Ende die Frage, ob es aufgrund der Leistung ein glücklicher Punkt war oder zwei ärgerlich verlorene Punkte aufgrund des späten Ausgleichs. Und irgendwie ist es beides gleichzeitig.

Bis dahin

Euer Kivi

1 thought on “Ärgerlich oder glücklich?

  1. Das sind leider auch wenn es keine gute Leistung war 2 verlorene Punkte. Wenn man sich so spät noch den Ausgleich fängt, ist das einfach nur extrem bitter.

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