Neuer Trainer, erster Sieg
7 min readHeimsieg! Die Eintracht darf nach fünf Spielen ohne Sieg endlich wieder jubeln und schlägt Fortuna Düsseldorf absolut verdient mit 1:0. Vor über 20.000 Zuschauern gelang dem neuen Trainer Lars Kornetka somit der perfekte Einstand. Robin Heußer war es, der die Blau-Gelben nach dem Seitenwechsel in Führung gebracht hatte. Da auf beiden Seiten je ein Tor durch den VAR aufgrund von Abseitsstellungen aberkannt wurde und die Löwen gleich mehrere gute Chancen nicht nutzen konnten, mussten die Eintracht-Fans zittern, durften am Ende aber über den knappen Erfolg jubeln.
Eintrachts neuer Coach Lars Kornetka entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Mehmet Can Aydin, Kevin Ehlers, Andi Hoti, Fabio di Michele Sánchez (86. Leon Bell Bell) – Florian Flick, Max Marie (90. Fabio Kaufmann) – Aaron Opoku (46. Grant-Leon Ranos), Robin Heußer, Johan Gómez (71. Sidi Sané) – Erencan Yardimci (46. Jovan Mijatovic)

Die Partie begann mit einer Rot-Weißen Choreo der Gäste-Fans, die im Laufe des Spiels auch immer wieder Pyrotechnik einsetzten. Auf dem Platz gab es dafür einige Veränderungen zu sehen, denn die Eintracht lief mit einer 4er-Kette auf, auch wenn sich Florian Flick von der Sechs im Spielaufbau oft zwischen die Innenverteidiger Andi Hoti und Kevin Ehlers fallen ließ. Vor den Außenverteidigern Fabio di Michele Sánchez und Mehmet Can Aydin besetzten Aaron Opoku und Johan Gómez die offensiveren Flügelpositionen. Und die Eintracht suchte auch sofort den Weg in die Offensive. Es wirkte von Beginn an deutlich zielstrebiger als in den vergangenen Wochen. So war Johan Gómez kurz nach Anpfiff auch erst durch ein recht hartes Foul zu stoppen, konnte nach kurzer Behandlung aber zum Glück weiterspielen. Die scharfe Freistoßflanke aus dem linken Halbfeld von Fabio di Michele Sánchez konnten die Gäste aber klären.
Kurz darauf setzten sich die Löwen erstmals am Strafraum der Gäste fest. Aydin setzte auf der Strafraumkante Johan Gómez in Szene, der sofort den Abschluss suchte, Lotka im Tor der Fortuna packte aber sicher zu. Ein paar Minuten später lag der Ball auf einmal im Tor. Nach einem Steckpass hatte Ljubicic plötzlich ganz viel Platz, verschaffte sich im Strafraum der Löwen eine Schussposition und löffelte das Leder über den genesenen Hoffmann ins Netz. Doch der VAR meldete sich: Der Torschütze hatte im Abseits gestanden, weiter 0:0! Auch der nächste Abschluss gehörte den Gästen, denn nach einer Flanke konnte die Fortuna per Kopf querlegen. Wieder war es Ljubicic, der zum Schuss kam, das Spielgerät aus wenigen Metern aber über den Querbalken jagte.

Ein Weckruf für die Eintracht, die nun wieder den Weg Richtung Nordkurve suchte, denn dort stand Marcel Lotka im Kasten der Gäste. Der umtriebige Johan Gómez setzte sich auf der linken Seite durch, seine Hereingabe wurde zu Robin Heußer geklärt, der elf Meter vor dem Tor aus halblinker Position sofort abzog. Seine Direktabnahme zischte rechts am Tor vorbei. Eine halbe Stunde war gespielt, als Robin Heußer im Strafraum zu Boden ging, für einen Strafstoß war das aber wohl zu wenig. Zwei Zeigerumdrehungen später prallte die Kugel über Umwege zu Gómez, der im Strafraum geblockt wurde. Fünf Minuten danach war es wieder Johan Gómez, der in aussichtsreicher Position gefoult wurde. Mehmet Can Aydin versuchte es aus 20 Metern direkt. Und der hätte wohl auch gepasst, doch Lotka lenkte den Ball mit den Fingerspitzen noch über die Latte. Kurz vor dem Pausenpfiff steckte Aaron Opoku auf Robin Heußer durch, der vor Schlussmann Lotka am Ball war, die Kugel aus spitzem Winkel aber nicht im leeren Tor unterbringen konnte.
Dann war Halbzeit! So richtig klare Chancen gab es auf beiden Seiten sehr selten, dennoch gefiel den Zuschauern, die es mit der Eintracht hielten, was dort auf dem Platz zu sehen war und das wurde beim Kabinengang auch honoriert. Trainer Lars Kornetka wechselte trotzdem doppelt: Für den mit Gelb vorbelasteten Opoku und den unglücklichen Yardimci kamen Grant-Leon Ranos und Jovan Mijatovic neu in die Partie.

Den ersten Abschluss im zweiten Durchgang hatten aber die Fortunen: Nach einer Ecke von Muslija köpfte Oberdorf aus kurzer Distanz Richtung Löwen-Tor. Thorben Hoffmann riss die Pranken hoch und konnte parieren. Anschließend hatte Ranos etwas Glück, dass sein misslungener Klärungsversuch nicht als Foul und demzufolge mit Strafstoß für die Gäste gewertet wurde. Aus meiner Sicht aber die richtige Entscheidung. Auf der anderen Seite zog Mehmet Can Aydin aus der zweiten Reihe ab, traf aber nur Jovan Mijatovic. Fast im direkten Gegenzug musste Thorben Hoffmann nach einem langen Ball aus seinem Kasten und konnte die Situation mit einer Grätsche vor Ljubicic bereinigen.
Auch Fortuna-Keeper Lotka klärte kurz darauf nach einem langen Ball vor dem heranstürmenden Robin Heußer. Nicht ganz eine Stunde war gespielt, als Ranos über rechts durchbrechen und eine gefährliche flache Hereingabe spielen konnte. Die Gäste konnten aber zur Ecke klären. Diese landete bei Jovan Mijatovic, der aber geblockt wurde. Zwei Zeigerumdrehungen danach verlängerte Robin Heußer auf der linken Seite einen langen Ball von Fabio di Michele Sánchez mit dem Kopf in den Lauf von Jovan Mijatovic, der mit einem tollen Dribbling über die Grundlinie in den Strafraum eindringen konnte und mit einem Querpass Grant-Leon Ranos suchte. Im letzten Moment war noch ein Fortune dazwischen, klärte die Kugel aber genau zu Robin Heußer. Der Mittelfeldspieler nahm Maß und schob das Spielgerät mit ganz viel Gefühl genau in die untere rechte Ecke. Riesenjubel im Eintracht-Stadion. Die Führung und das zweite Saisontor von Robin Heußer, das 1:0!

Kurz darauf steckte Max Marie mit dem Außenrist auf Robin Heußer durch, der zum Strafraum marschierte, von links leicht nach innen zog und es vom linken Strafraumeck mit einem Schlenzer auf die lange Ecke versuchte. Mit einer starken Parade verhinderte Lotka den Doppelschlag. Die anschließende Flanke von Aydin wurde ins Seitenaus geklärt. Aus diesem Einwurf entwickelte sich eine schnelle, direkte und herrliche Kombination der Löwen, ehe Mehmet Can Aydin es schlussendlich aus 20 Metern einfach mal versuchte. Wieder stand Jovan Mijatovic im Weg, fälschte die Kugel aber genau zu Fabio di Michele Sánchez ab, der aus 18 Metern volles Risiko ging. Seine Direktabnahme schlug im rechten Eck ein. Doch freuen konnte sich das Geburtstagskind nicht lange, denn der VAR griff ein. Mijatovic hatte beim Abfälschen des Aydin-Schusses im Abseits gestanden, weiter 1:0.
Die Südkurve sang sich nun in einen Rausch, die Löwen spielten sich in einen bis dato völlig unbekannten Offensivrausch. Denn nur wenige Minuten später hatte Fabio di Michele Sánchez links am Strafraum viel Platz und hob die Kugel mit viel Gefühl auf den zweiten Pfosten. Dort tauchte Jovan Mijatovic auf, der das Leder aus vier Metern eigentlich nur noch ins halbleere Tor einschieben musste, aber nur den rechten Außenpfosten traf. Von dort prallte der Ball ins Außennetz. Eine Minute danach hatte Sidi Sané vor dem Strafraum den Ball und steckte im richtigen Moment auf Grant-Leon Ranos durch, der nur noch Lotka vor sich hatte und diesen aus elf Metern eigentlich auch überwunden hatte, doch Egouli kratzte die Kugel irgendwie noch vor der Linie über den Querbalken.

Die anschließende Ecke landete bei Jovan Mijatovic, der das Spielgerät aus elf Metern mit dem Kopf rechts neben das Tor bugsierte. Wieder nur etwas mehr als eine Minute später konnten sich die Gäste gegen völlig überlegene Löwen nur noch mit einem Foul behelfen. Auch unter Trainer Kornekta scheint der ausgewiesene Freistoßexperte Heußer nicht für direkte Freistöße der Eintracht vorgesehen zu sein. So versuchte es Mehmet Can Aydin aus 20 Metern, jagte die Kugel aber deutlich über den Kasten. Zwei Zeigerumdrehungen später landete ein langer Mijatovic-Einwurf über Umwege bei Max Marie, dessen Versuch im Strafraum zur Ecke abgefälscht wurde. Diese konnte Lotka nicht festhalten, doch kein Löwe konnte den freien Ball über die Linie drücken.
Mit Beginn der Schlussphase warf Düsseldorf alles nach vorne. Eine Flanke bekamen die Löwen nicht richtig geklärt und so konnte Muslija vom Strafraumrand auf die rechte Ecke schlenzen. Der Ball rauschte haarscharf am Tor vorbei. Auf der anderen Seite kam Robin Heußer nach einem Konter aus spitzem Winkel zum Abschluss, wurde aber geblockt. Es lief bereits die Nachspielzeit, als die Gäste nach einer Ecke gefährlich wurden. Muslija schlug den Standard in die Gefahrenzone, Oberdorf verlängerte per Kopf und 2,04-Meter-Mann Egouli kam aus zehn Metern zum Kopfball. Thorben Hoffmann war nach seiner Rückkehr in starker Form und lenkte die Kugel mit einer tollen Parade über den Querbalken.

Den dann folgenden Eckball köpfte Paulina klar am Tor vorbei. Kurz darauf ergab sich der nächste gefährliche Konter: Heußer setzte Sidi Sané in Szene, der aus kurzer Distanz geblockt wurde. Mit Ablauf der Nachspielzeit hätten die Blau-Gelben alles klar machen können und natürlich war erneut der überragende Robin Heußer beteiligt. Ranos schickte Heußer über die rechte Seite, der in den Strafraum marschierte und im zweiten Versuch Sidi Sané fand. Dieser hatte neun Meter vor dem Tor nur noch Fortuna-Keeper Lotka vor sich, scheiterte aber an einer überragenden Tat des Schlussmanns. Die Eintracht setzte nach, konnte den freien Ball aber nicht über die Linie drücken.
Und dann war Schluss! Die Eintracht darf den ersten Sieg unter dem neuen Trainer feiern und auch erst den zweiten Sieg in der Rückrunde. Extrem wichtige Punkte, nachdem bereits mehrere Konkurrenten gepunktet hatten. Ein vielversprechender Einstand von Lars Kornetka, vor dem natürlich dennoch viel Arbeit und das vermutlich wichtigste Spiel der Saison liegt, zumindest in der Einzelbetrachtung: das Niedersachsenderby. Eins ist klar: Wir wollen den Derbysieg!

Bis dahin
Euer Kivi
