Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

130 Jahre und drei Punkte

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Heimsieg! Die Eintracht beschenkt sich zum 130. Geburtstag selbst und gewinnt völlig verdient gegen Spitzenreiter Schalke 04. Natürlich waren es mit Mehmet Can Aydin und Sidi Sané zwei ehemalige Schalker, die die Blau-Gelben mit ihren Treffern vor 23.080 Zuschauern zum Sieg führten. Wie in den vergangenen 130 Jahren wurde es am Ende mal wieder spannend, doch die Löwen hielten fest zusammen und sprangen mit dem 2:1-Sieg auf den 13. Tabellenplatz! Frohe Weihnachten für alle Blau-Gelben!

Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Lukas Frenkert (57. Kevin Ehlers), Patrick Nkoa, Sven Köhler (C, 70. Fabio di Michele Sánchez) – Johan Gómez (70. Sidi Sané), Mehmet Can Aydin, Max Marie, Leon Bell Bell – Robin Heußer, Erencan Yardimci, Christian Conteh (74. Sidney Raebiger)

Foto von Marcel Renz

Nach einer überragenden Choreo in der Südkurve ging es dann mit toller Stimmung rein in das letzte Spiel des Jahres. Die Eintracht suchte den frühen Führungstreffer und zündete früh das Stadion an, doch richtig gefährlich wurde es erstmal nicht. Auch nicht bei einem Steckpass auf den pfeilschnellen Christian Conteh. Karius im Tor der Gäste hatte aufgepasst und klärte auf Kosten eines Einwurfs. Den führten die Löwen sofort aus, konnten die Überraschung aber nicht zu einem Torschuss nutzen. Dieser gelang den Schalkern auf der anderen Seite. Gomis köpfte nach einer Flanke vom linken Strafraumrand aber aus elf Metern direkt in die Arme von Thorben Hoffmann.

Etwa zehn Minuten waren gespielt, als sich Johan Gómez nach einem langen Ball überragend gegen Ex-Löwe Kurucay durchsetzte und Robin Heußer zur Grundlinie schickte. Dieser spielte die Kugel zurück auf den Elfmeterpunkt, wo Leon Bell Bell völlig frei mit dem schwächeren rechten Fuß zum Abschluss kam. Sein Flachschuss rauschte Zentimeter am linken Pfosten vorbei ins Aus. Im Gegenzug ballerte El-Faouzi aus der zweiten Reihe klar über den Kasten. Zehn Minuten später brach Aydin über rechts durch, seine flache Hereingabe konnte Porath klären. Eine Zeigerumdrehung später fiel der Ball nach einem weiten Einwurf von Johan Gómez vor die Füße von Robin Heußer, dessen Flachschuss aus 16 Metern zu zentral geriet.

Eine Minute danach ließ Christian Conteh mit einem herausragenden Dribbling gleich 04 Schalker stehen und suchte mit einem Steilpass Johan Gómez, doch der verpasste das Leder knapp. Zehn Minuten vor der Pause stand Mehmet Can Aydin bei einem Pass im Aufbauspiel der Gäste richtig und nagelte das Leder aus 25 Metern einfach mal Richtung Tor: drüber. Fünf Minuten später rannte Conteh über den linken Flügel seinen Verfolgern davon. Seine Hereingabe klärte ein Schalker zu Johan Gómez, der sich 20 Meter vor dem Tor gegen die Direktabnahme entschied, in den Strafraum zog und aus leicht spitzem Winkel abzog: auch drüber.

Dann war Halbzeit. Die Eintracht war das offensiv aktivere und etwas gefährlichere Team, hatte aber genauso viele Tore wie der sehr ungefährliche Tabellenführer, nämlich gar keins. Und so war hier noch alles drin. Die Eintracht hatte ihre guten Leistungen der vergangenen Wochen aber bestätigen können. Trainer Heiner Backhaus verzichtete auf Wechsel und so ging es unverändert zurück aufs Spielfeld.

Nach Wiederanpfiff hatten die Blau-Gelben die erste nennenswerte Szene. Erencan Yardimci kam halblinks im Strafraum zum Abschluss, seinen Flachschuss hatte Karius aber sicher. Zudem ging die Fahne hoch: Abseits. Kurz darauf steckte Heußer den Ball fein in den Strafraum, wo sowohl Yardimci als auch Gómez gefährlich am Ball auftauchten, sich aber gegenseitig im Weg standen und stolperten. Zwei Zeigerumdrehungen danach schaffte Robin Heußer es, unter starker Bedrängnis auf Leon Bell Bell durchzustecken, der halblinks im Strafraum plötzlich viel Platz hatte, aus 14 Metern aber den Schalker Keeper förmlich abschoss.

Beim Klärungsversuch foulten die Gäste knapp vor der Strafraumkante Robin Heußer. Der schoss als ausgewiesener Standardexperte allerdings nicht selbst. Stattdessen versuchte es Mehmet Can Aydin mit Gewalt aufs rechte Eck, knallte die Kugel aber deutlich am Ziel vorbei. Nur eine Minute später durfte die Eintracht dann doch jubeln: Leon Bell Bell zog links in den Strafraum und bediente Erencan Yardimci, der aus der Drehung abzog. Sein Schuss wurde zu Johan Gómez abgefälscht. Bevor dieser schießen konnte, war ein Bein eines Abwehrspielers dazwischen. Die Kugel prallte halbrechts im Strafraum vor die Füße von Mehmet Can Aydin, der sofort abzog. Sein Flachschuss rauschte durch die Beine von Katic und Karius und zappelte im Netz! Die absolut verdiente Führung und das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Beinahe hätte es den schnellen Doppelschlag gegeben. Etwas mehr als eine Minute später rannte Christian Conteh nach tollem Pass von Robin Heußer über die halblinke Seite allen davon und hatte freie Bahn. Alleine vor S04-Keeper Karius zögerte der Flügelflitzer etwas zu lange und versuchte es etwas zu fein. Sein Lupfer blieb an der Brust des Schlussmanns hängen. Der Nachschuss von Mehmet Aydin aus fünf Metern wurde geblockt, anschließend konnte die Gäste-Abwehr klären. Kurz vor der Meisterminute kam Sylla nach einer Younes-Ecke aus kurzer Distanz zum Kopfball, verfehlte das Tor aber um einige Meter. Anschließend mussten sowohl Johan Gómez als auch Kapitän Sven Köhler und wenig später der wohl schwerer verletzte Christian Conteh raus. Gute Besserung, Jungs!

Der für Conteh eingewechselte Sidney Raebiger nahm sofort aktiv am Spiel teil und nahm sich auch einen Abschluss aus 20 Metern, jagte das Leder aber über die Latte. Auf der anderen Seite verhinderte Raebiger mit einer tollen Grätsche eine gefährliche Hereingabe. Nach der folgenden Ecke Ex-Löwe Kurucay aus leicht spitzem Winkel zum Abschluss, doch Sidi Sané konnte den Schuss aus 14 Metern blocken. Der Druck der Schalker wurde größer, so ergab sich aber auch Platz zum Kontern. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bugsierte Leon Bell Bell den Ball mit der Hack aus einer brenzligen Situation. Im Mittelfeld behauptete sich Sidney Raebiger erst klasse im Zweikampf und schickte dann im Fallen mit einem tollen Pass Erencan Yardimci auf die Reise, der das Leder mit langen Schritten vorantrieb und Sidi Sané im richtigen Moment in Szene setzte. Der zog in den Strafraum, wackelte einen Gegenspieler aus und knallte das Ding aus leicht spitzem Winkel in die lange Ecke. Ein überragender Abschluss und das 2:0!

Doch damit gaben sich die Gäste nicht auf: im direkten Gegenzug wurde Sylla im Strafraum geblockt. Nur eine Minute später spielten die Schalker es wie ein Tabellenführer. Schnell, direkt und einfach gut, das muss man so sagen. Sylla tauchte völlig frei vor Hoffmann auf, der es überragend machte und den Schuss aus sieben Metern klasse parierte. Doch der Abpraller landete bei El-Faouzi, der aus acht Metern eine Lücke zwischen vielen Verteidigern und Hoffmann fand und einnetzte. Nur noch 2:1.

Die Nachspielzeit lief bereits, als Karaman eine Flanke nochmal querlegte, Sylla bugsierte die Kugel aus acht Metern knapp über den Kasten. Ein Tor hätte aber ohnehin nicht gezählt, da Karaman im Abseits gestanden hatte. Zwei Zeigerumdrehungen später verlängerte Yardimci eine Flanke der Gäste unfreiwillig an den zweiten Pfosten, wo Wallentowitz aus spitzem Winkel per Kopf ebenjenen Pfosten traf. Von dort sprang der Ball ins Aus. Wenige Augenblicke später packte Leon Bell Bell die letzten Kraftreserven aus und zündete mit einem 70 Metern Sprint nochmal einen Konter. Doch der Pass in Richtung der mitgelaufenen Yardimci und Sané geriet zu ungenau, die Gäste klärten zur Ecke. Diese landete bei Sidney Raebiger, der aus der zweiten Reihe in die Nordkurve schoss.

Dann war Schluss! Die Eintracht muss nochmal ordentlich kämpfen und zittern, gewinnt aber völlig verdient mit 2:1 gegen den Spitzenreiter und holt ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf. Neben dem ersten Profitor von Sidi Sané dürfen sich die Löwen über den 13. Tabellenplatz und drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz freuen. So geht es in einigermaßen sorgenfreie Weihnachtstage. Zumindest im Vergleich zu den letzten Jahren.

Das 2hundert10-Team wünscht euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch, wir sehen uns 2026 wieder!

Bis dahin

Euer Kivi

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