Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Seit drei Monaten ohne Heimsieg

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Die Eintracht verliert erneut, das siebte Mal in den letzten acht Spielen. Dabei schafften es die Löwen am Sonntagnachmittag gegen den VfL Bochum sogar, ohne Platzverweis auszukommen. Da die Gäste sich in einer starken Anfangsphase belohnten, lagen die Blau-Gelben mal wieder früh in Rückstand. Trotz deutlich verbesserter Leistung und auch einigen Torchancen, darunter ein verschossener Strafstoß von Sebastian Polter, gelang der Eintracht kein Tor. Stattdessen war das Spiel nach dem 0:2 des Bundesliga-Absteigers eigentlich schon entschieden. Die Eintracht-Fans unter den 21.455 Zuschauern gingen abermals enttäuscht nach Hause.

Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Johan Gómez (65. Mehmet Can Aydin), Sven Köhler (C), Patrick Nkoa, Fabio di Michele Sánchez, Leon Bell Bell – Max Marie (65. Robert Ramsak), Florian Flick, Robin Heußer (86. Fabio Kaufmann) – Christian Conteh (72. Levente Szabó), Sidi Sané (86. Sebastian Polter)

Es dauerte nur wenige Sekunden bis zur ersten Torchance der Gäste. Ex-Löwe Holtmann zog über links in den Strafraum und knallte das Leder aus spitzem Winkel Richtung Tor. Die Kugel sauste nur knapp über den Querbalken. Kurz darauf zischte eine scharfe Flanke von Wittek durch den Braunschweiger Strafraum. Diese Schwächer der Löwen hatten die Bochumer erkannt und leiteten ihre Kombinationen immer wieder Richtung der äußeren Strafraumrände. Nachdem Sven Köhler eine weitere nur auf Kosten einer Ecke klären konnte, wurde es erneut gefährlich. Wittek schlug diese auf den ersten Pfosten. Dort ging nur Thorben Hoffmann zum Ball, sah dabei aber auch nicht gerade gut aus. Statt des Löwen-Schlussmanns kam Lenz mit dem Kopf an die Kugel. Von der Unterkante der Latte sprang der Ball ins Tor. Die Eintracht monierte ein Foulspiel, aber der Treffer zählte, das 0:1.

Nun wachten die Löwen auf: Christian Conteh hatte 20 Metern vor dem Tor etwas Platz und ließ ein echtes Geschoss ab. VfL-Keeper Horn konnte nur klatschen lassen. Den Abpraller schnappte sich Leon Bell Bell und zog aus leicht spitzem Winkel ab. Die Kugel klatschte an die Latte und flog ins Toraus. Auf der anderen Seite ballert Wätjen den Ball aus dem Rückraum weit über den Kasten. Schnell ging es wieder in die andere Richtung, Robin Heußer wurde halblinks im Strafraum aber geblockt, ebenso wie Gómez, der es wenig später aus etwa 19 Metern versuchte. Eine Zeigerumdrehung später zog Fabio di Michele Sánchez vom linken Strafraumreck ab, ein Verteidiger fälschte zur Ecke ab. Diese brachte allerdings nichts ein.

Kurz darauf setzte sich Conteh auf der rechten Seite gegen Ex-Löwe Strompf durch und bediente im Strafraum Sidi Sané, der aus 13 Metern abziehen konnte. Aber ein Verteidiger warf sich noch dazwischen und konnte blocken. Der Ball prallte zu Johan Gómez, der das Leder weit über den Kasten jagte. Auch der nächste Abschluss gehörte der Eintracht, Max Marie verzog aus der Distanz aber deutlich. Zehn Minuten danach tanzte Sidi Sané links im Strafraum Loosli aus und tauchte so frei vor dem Bochumer Kasten auf, kam aus extrem spitzen Winkel aber nicht an Timo Horn vorbei. Die folgende Ecke erwischte Nkoa mit dem Kopf, sein Kopfball wurde aber geblockt. Fünf Minuten später kämpfte sich Robin Heußer auf der linken Seite an seinem Gegenspieler vorbei und setzte Leon Bell Bell in Szene, der die Kugel wenige Meter vor dem Tor nicht richtig traf und dieses klar verfehlte.

Mit Ablauf der regulären Spielzeit wurde es laut im Eintracht-Stadion. Nach einer Klärungsaktion durch eine Bochumer Grätsche schnappte sich Johan Gómez die Kugel und brachte das Spielgerät im zweiten Versuch zu Max Marie. Der verarbeitete das Leder klasse und traf per Volley in die kurze Ecke. Doch die Fahne ging hoch: Abseits. Das Schiedsrichterteam hatte die Grätsche nicht als zielgerichtetes Ballspielen bewertet, daher entstand keine neue Spielsituation und Gómez stand im Abseits. Bitter für die Löwen, sehr ähnliche Szenen wurden auch schonmal anders bewertet. Bereits in der Nachspielzeit fiel der Ball nach einer Ecke vor die Füße von Max Marie, der aus der zweiten Reihe geblockt wurde.

Dann war Halbzeit. Nach schwachem Beginn und dem Rückstand wachten die Löwen auf und waren klar überlegen. Richtig brenzlig wurde es für den Bochumer Keeper Timo Horn aber auch nur selten. Mit einem Lattentreffer und der strittigen Abseitsentscheidung war das Glück aber auch nicht auf Seiten der Braunschweiger Eintracht. Trainer Heiner Backhaus verzichtete auf Wechsel.

Nach Wiederanpfiff hatten die Gäste aus dem Ruhrgebiet den ersten Torabschluss. Und das natürlich nach einer flachen Hereingabe. Wätjen traf aus zehn Metern aber nur den linken Pfosten. Eine Minute später rutschte Gómez weg und so hatte Bochum Platz zum Kontern. Wittek spielte den Ball vom linken Strafraumrand flach zu Onyeka, der aus der Drehung nur das Außennetz traf. Das Spiel war nun deutlich ausgeglichener als noch vor dem Seitenwechsel. Hier hatte die Halbzeitansprache bei den Gästen wohl besser gefruchtet als bei den Blau-Gelben. Denn auch der nächste Abschluss kam von einem VfL-Akteur. Nach einem Doppelpass mit Onyeka kam Wittek halbrechts im Strafraum zum Abschluss, Thorben Hoffmann packte sicher zu.

Offensiv war von den Löwen nichts mehr zu sehen. Fünf Minuten später wurde ein Schuss von Wätjen zur Ecke abgefälscht. Diese landete am ersten Pfosten. Dort köpfte Strompf auf die kurze Ecke. Thorben Hoffmann bekam die Hände zwar nicht mehr rechtzeitig hoch, parierte aber mit dem Gesicht und verhinderte so das 0:2. Anschließend gab es endlich ein Lebenszeichen der Blau-Gelben Offensivabteilung. Eine Flanke von di Michele Sánchez kam in einer unangenehmen Höhe bei Sidi Sané an, der so weder gut köpfen noch schießen konnte. Der Stürmer entschied sich für den Kopfball, die Kugel hoppelte links vorbei. Ein paar Minuten später konnte Strompf den Ball bei einer Ecke nicht Richtung Tor drücken. Patrick Nkoa schaffte dies kurz darauf auf der anderen Seite zwar, wirklich gefährlich wurde sein Kopfball aber nicht, Horn packte sicher zu.

Heiner Backhaus wechselte unterdessen das dritte Mal und brachte mit Levente Szabó einen weiteren Stürmer in die Partie. Und der Ungar war auch gleich an einem Tor beteiligt, wenn auch auf der falschen Seite. Mit seinem ersten richtigen Ballkontakt verstolperte Szabó die Kugel nahe dem eigenen Strafraum. Ex-Löwe Hofmann steckte sofort auf Onyeka durch, der schneller als Szabó war, der vergeblich versuchte, seinen Fehler wiedergutzumachen. Onyeka tauchte alleine vor Hoffmann auf und tunnelte den BTSV-Keeper. Das 0:2.

Das hatte sich durchaus angedeutet, hatten die Gäste doch bereits einige Torchancen im zweiten Durchgang gehabt. Und auch die nächste gute Gelegenheit gehörte Bochum: Nach Pass von Miyoshi tauchte erneut Onyeka im Strafraum auf, übersah zum Glück der Eintracht den besser postierten Mitspieler und zog aus spitzem Winkel ab: rechts vorbei. Jetzt läuteten die Löwen die Schlussoffensive ein und wären beinahe sofort belohnt worden. Mehmet Can Aydin setzte sich auf dem rechten Flügel stark durch, zog in den Strafraum und legte für Florian Flick ab. Der visierte aus 14 Metern den linken Winkel an und zielte wohl etwas zu genau. Das Leder klatschte an die Latte, prallte von dort an den Pfosten und sprang dann raus. Doch die Szene blieb heiß, Heußer machte das Spielgerät wieder scharf, Szabó lenkte die Hereingabe einen Meter vor dem Tor mit der Hacke auf die kurze Ecke, aber Timo Horn verhinderte irgendwie den Einschlag.

Die anschließende Ecke landete bei Sven Köhler, der aber aus spitzem Winkel geblockt wurde. Etwa eine Viertelstunde liefen die Löwen anschließend vergeblich an. Es lief bereits die fünfte Minute der Nachspielzeit, als Florian Flick aus dem Getümmel zum Abschluss kam, seinen Schuss aus 15 Metern hatte Horn aber sicher. Zwei Minuten danach ging Polter nach einer Kaufmann-Flanke zu Boden. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. Muss man meiner Meinung nach ehrlicherweise nicht unbedingt geben. War aber auch egal, denn der Gefoulte führte den Strafstoß selbst aus. Halbhoch, halblinks, grundsätzlich immer eine schlechte Idee und das bewahrheitete sich erneut. Denn Horn hatte die Ecke und verhinderte den Anschlusstreffer. Das überraschte an diesen gebrauchten Tag wohl keinen erfahrenen Eintracht-Fan.

Kurz darauf war Schluss und die achte Niederlage der Saison stand fest. Nur Schlusslicht Dresden hat noch häufiger verloren. Damit rutscht die Eintracht auf den Relegationsplatz ab, drei Punkte beträgt der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze. Beim letzten und einzigen Heimsieg in dieser Saison war das Stadion-Outfit Trikot und kurze Hose, mittlerweile ist die Winterjacke bei der Kleiderauswahl Spitzenreiter. Nun ist Länderspielpause und dort gilt es zu erarbeiten, wie man künftig Tore schießen möchte, denn das fiel der Eintracht zuletzt trotz teilweise klarer Überlegenheit schwer. Alles andere gelang allerdings auch nicht wirklich gut. Viel Arbeit und wenig Grund für gute Laune also vor der Mitgliederversammlung am kommenden Wochenende.

Bis dahin

Euer Kivi

1 thought on “Seit drei Monaten ohne Heimsieg

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