Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Ein frühes Tor ist zu wenig

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Die Eintracht trifft bereits nach nicht einmal zehn Sekunden, bringt sich aber quasi im direkten Gegenzug selbst um die Führung und verursacht keine zwei Minuten später einen Strafstoß. Nach dem Ausgleich waren die Hausherren im Sechs-Punkte-Spiel lange näher am Führungstreffer, ehe die Blau-Gelben nach dem Seitenwechsel auch gefährliche Aktionen hatten, diese aber nicht nutzen konnten. Und so wurde der SC Preußen Münster wieder stärker. Die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning überstand die letzte Druckphase und ergatterte vor 12.422 Zuschauern immerhin einen Punkt. Für den direkten Klassenerhalt dürfte das allerdings zu wenig sein. Der Relegationsplatz scheint, Stand jetzt, der bestmögliche Saisonausgang zu sein.

Nachdem im Klo weder Wasser noch Licht oder Spülung funktionierten, war das Catering immerhin bereits 20 Minuten nach Einlass bereit. Für schmale 4,50 Euro gab es eine Bratwurst, die absolut in Ordnung war. Das Brötchen kam aber kaum über das Prädikat durchschnittlich hinaus. In Kombination mit dem Preis eine 6,5/10. Übrigens gab es auch Pommdöner: Hähnchendöner mit Pommes.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Marvin Rittmüller (63. Mohamed Dräger), Paul Jaeckel, Jannis Nikolaou, Fabio di Michele Sánchez – Sven Köhler (C) – Lino Tempelmann, Max Marie (74. Robin Krauße), Johan Gómez (89. Fabio Kaufmann) – Sebastian Polter, Richmond Tachie (63. Rayan Philippe)

Noch nicht alle Eintracht-Fans hatten den Weg in den pickepackevollen Auswärtsblock gefunden, als die Blau-Gelben bereits jubelten. Ohne, dass Gastgeber Münster das Spielgerät berühren konnte, lag der Ball plötzlich schon im Tor. Und es war eine Produktion dreier Startelf-Rückkehrer: Paul Jaeckel schlug die Kugel hoch und weit in Richtung des gegnerischen Strafraums, wo Sebastian Polter in den Lauf von Richmond Tachie weiterleitete. Die Leihgabe aus Kaiserslautern zog in den Strafraum und suchte aus spitzem Winkel den Abschluss. Die Kugel schlug im unteren linken Eck ein. Achteinhalb Sekunden hatte es gedauert, das hatten die meisten, die es mit der Eintracht halten, vermutlich länger nicht erlebt. Die Führung quasi mit Anpfiff, das 0:1!

Doch wie bereits im Hinspiel glich der Aufsteiger, der im vergangenen Jahr als Regionalliga-Aufsteiger den direkten Durchmarsch geschafft hatte, sofort wieder aus. Etwas mehr als zwei Minuten waren gespielt, als Sebastian Polter das zweite Tor des Tages einleitete, indem er im Gewühl Gegenspieler Koulis unfair zu Boden brachte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Lorenz mit Hilfe des rechten Innenpfostens, Thorben Hoffmann war chancenlos, obwohl er die Ecke geahnt hatte. Der ganz schnelle Ausgleich, das 1:1 nach drei Minuten.

Die Anfangsviertelstunde war fast abgelaufen, als die Löwen Pick auf der rechten Außenbahn ungestört flanken ließen. Aus kurzer Distanz kam Fridjonsson zum Kopfball, Thorben Hoffmann reagierte aber überragend und verhinderte mit einer Flugparade den Rückstand. Der Ball prallte zu Mees, der aus 14 Metern zum Nachschuss kam, Jaeckel konnte den Schuss aber entschärfen, am Ende hatte Hoffmann die Kugel sicher. Zehn Minuten später zog Fridjonsson von der Strafraumkante ab, Jannis Nikolaou fälschte unangenehm ab und der Ball senkte sich über Thorben Hoffmann hinweg Richtung Tor, klatschte zum Glück aber nur gegen den Querbalken. Zwei Zeigerumdrehungen später unterband Rittmüller einen brandgefährlichen Konter kurz, bevor es zwingend werden konnte.

Zehn Minuten vor der Pause zog Hendrix aus der zweiten Reihe ab, doch der ehemalige niederländische Nationalspieler setzte den Ball knapp rechts vorbei. Fünf Minuten später köpfte Jaeckel eine Freistoßflanke genau in die Arme des Torwarts. Auf der anderen Seite wurde es nach einem weiten Einwurf von Lorenz gefährlich, doch di Michele Sánchez konnte gerade noch verhindern, dass Mees aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Schad aus der zweiten Reihe klar über den Kasten ballerte.

Dann war Halbzeit. So überraschend gut die Eintracht in die Partie gekommen war, so bekannt waren die Ereignisse danach. Kaum offensive Durchschlagskraft und in der Defensive selten souverän. Die Gastgeber waren in diesem wichtigen Spiel der Führung deutlich näher als die Löwen. Trainer Daniel Scherning verzichtete auf Wechsel und schickte seine Mannschaft unverändert zurück auf den Rasen.

Und nach Wiederanpfiff waren die Blau-Gelben die gefährlichere Mannschaft. Gómez wurde am Strafraumrand gleich zweimal geblockt, blieb aber in Ballbesitz und brachte sich auf der rechten Seite in eine Flankenposition. Seine Hereingabe legte Tachie ab für Lino Tempelmann, der das Leder aus 14 Metern direkt nahm und über die Latte schoss. Auf der anderen Seite bugsierte Mees eine Lorenz-Flanke klar am Tor vorbei. Etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, als sich die Löwen die nächste Torchance erspielten: Fabio di Michele Sánchez legte den Ball vom linken Strafraumrand in den Rückraum, wo Johan Gómez mit viel Platz zum Abschluss kam, die Kugel aber über das Tor und in die Baustelle hinter dem Tor jagte.

Fünf Minuten danach hatten die 1.100 mitgereisten Eintracht-Anhänger den Torschrei auf den Lippen. Eine Ecke von Max Marie landete am zweiten Pfosten bei Jannis Nikolaou, der aus kurzer Distanz zum Kopfball kam. Die Kugel prallte an die Unterkante der Latte, von dort knapp am Kopf vom nachsetzenden Polter vorbei und an den linken Pfosten, von wo das Spielgerät zurück ins Feld sprang und von den Gastgebern geklärt werden konnte. Riesenpech für die Eintracht! Sofort ging es in die andere Richtung und zwei Preußen-Spieler rannten zu zweit nur gegen Johan Gómez aufs Eintracht-Tor. Doch der US-Amerikaner verteidigte stark, konnte den Ball zurückerobern und bekam sogar einen Freistoß zugesprochen.

Vier Minuten später kam Pick im Strafraum zum Abschluss, verfehlte das Tor von Thorben Hoffmann aber klar. Kurz darauf köpfte Koulis eine Ecke über den Querbalken. Zehn Minuten vor dem Ende setzte Philippe Tempelmann in Szene, der in den Strafraum zog, mit einer starken Grätsche von Schad aber noch gestoppt wurde. Fünf Minuten danach kam Batmaz im Strafraum zum Schuss, knallte die Kugel aber drüber. Die Nachspielzeit lief bereits, als Philippe in den Strafraum zog und nach einem Zweikampf mit Schad zu Boden ging. Da der Münsteraner den Ball gespielt hatte, gab es allerdings zurecht keinen Strafstoß.

In den letzten Augenblicken der Partie drückten die Hausherren gewaltig, dabei wäre ein Remis für den Tabellenfünfzehnten deutlich einfacher zu verdauen als für unsere Eintracht. Batmaz setzte Makridis in Szene, der gefährlich zum Abschluss kam, Fabio di Michele Sánchez konnte aber zur Ecke blocken. Diese klärte Polter auf Kosten einer weiteren Ecke, die erneut gefährlich in den Strafraum segelte, Scherdar verpasste den Ball aber knapp.

Und dann war Schluss und es wurde ziemlich schnell ruhig im Gästeblock, hatten die Blau-Gelben doch wieder einmal keine gute Leistung gegen einen direkten Konkurrenten gezeigt und vor allem wieder einmal in einem Sechs-Punkte-Spiel keinen Sieg einfahren können. Nach dem Doppel-Alu-Treffer von Jannis Nikolaou war den Löwen in den 30 Minuten danach kein weiterer Abschluss gelungen. Das ist im Kampf um den Klassenerhalt zu wenig und in einem Spiel gegen einen direkten Konkurrenten erst recht. So springt die Eintracht zwar zurück auf den Tabellenplatz, verpasst aber erneut eine große Chance. Weiter geht es bereits am kommenden Freitag, dann kommt mit dem SC Paderborn der Tabellenvierte ins Eintracht-Stadion. Anstoß gegen die Ostwestfalen, die erst ein Auswärtsspiel verloren haben, ist um 18.30 Uhr.

Bis dahin

Euer Kivi

1 thought on “Ein frühes Tor ist zu wenig

  1. Tja, das ist dann also das Ende. Gegen die restlichen Mannschaften wird man so gut wie nix mehr holen.

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