Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Im Derby ungeschlagen

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Daniel Scherning verliert auch sein drittes Niedersachsen-Derby nicht. Durch diverse bekannte Vorkommnisse kam das Derby-Feeling zwar ziemlich abhanden, dennoch ging es neben Ruhm und Ehre natürlich auch um extrem wichtige Punkte. Für den neutralen Zuschauer war es sicherlich kein schönes Spiel. Die Eintracht hatte mehr Ballbesitz, die bessere Passquote und ging durch ein herrliches Fernschuss-Tor von Lino Tempelmann in der Schlussviertelstunde sogar in Führung. Doch einmal passten die Löwen nicht auf und so gab es nach einer Ecke in der Nachspielzeit noch den schmerzhaften Tiefschlag. Ein bitterer Ausgleich, aber ein Ergebnis, das grundsätzlich völlig in Ordnung ist, denn der BTSV bleibt amtierender Derbysieger.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Robert Ivanov, Ermin Bičakčić (C, 44. Kevin Ehlers), Jannis Nikolaou – Fabio Kaufmann, Sven Köhler (65. Richmond Tachie), Julian Baas, Fabio di Michele Sánchez (84. Leon Bell Bell) – Lino Tempelmann – Rayan Philippe, Levente Szabó (84. Sebastian Polter)

Ich hatte mich dem Boykott angeschlossen, dementsprechend gibt es auch keine Bilder aus dem Stadion. Zurück zum Derby: Den ersten Abschluss hatten die Roten, Thorben Hoffmann tauchte beim Flachschuss von der Strafraumkante aufs linke untere Eck aber rechtzeitig ab und hatte den Ball sicher. Nach einer mehrminütigen Unterbrechung durch eine Protestaktion der Heimfans ging es mit einem ersten Abschluss der Löwen weiter. Nach Ablage von Sturmkollege Rayan Philippe schlenzte Levente Szabó aus 20 Metern knapp rechts am Tor vorbei. Eine halbe Stunde war gespielt, als Nikolaou auf der linken Seite Lino Tempelmann in den Strafraum schickte, der noch ein paar Schritte ging und mit einem Querpass Levente Szabó suchte. Doch der verpasste die Kugel vor dem leere Tor per Grätsche um etwa einen Meter.

Auf der anderen Seite rettete Torben Hoffmann mit einer Wahnsinnstat. Nach einer Flanke von der linken Seite kam Tresoldi aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch der Löwen-Keeper verhinderte mit einem beeindruckenden Reflex den Rückstand. Fast im direkten Gegenzug setzte Philippe am rechten Strafraumrand Szabó in Szene, dessen Abschluss aufs rechte untere Eck abgefälscht wurde. Zieler konnte aber zur Ecke parieren. Zehn Minuten danach hatte Eintracht-Kapitän Ermin Bičakčić großes Glück, für sein Foul nicht die zweite Gelbe Karte zu sehen. Daniel Scherning reagierte sofort und ersetzte den bosnischen Nationalspieler mit Kevin Ehlers. Die Nachspielzeit lief bereits, als Muroya im Strafraum zum Abschluss kam, aber nur das Außennetz traf.

Dann war Halbzeit. Viel war nicht passiert und dank einer Klasse-Tat von Hoffmann ging es mit einem 0:0 in die Kabine. Die Roten waren anscheinend deutlich unzufriedener als die Eintracht, denn Daniel Scherning verzichtete auf Wechsel, während die Gastgeber gleich dreifach tauschten.

Dennoch hatten die Blau-Gelben den ersten Torabschluss nach Wiederanpfiff. Rayan Philippe zog von der rechten Seite nach innen und suchte an der Strafraumkante den Abschluss. Zieler konnte nur nach vorne klatschen lassen, der Eintracht gelang es aber nicht, daraus Kapital zu schlagen. Eine Zeigerumdrehung später zog Baas aus ähnlicher Position ab, ein Roter fälschte zur Ecke ab. Die anschließende Ecke köpfte Köhler klar vorbei. Auf der anderen Seite kam Lee ziemlich frei im Strafraum zum Abschluss, schoss aber links am Tor vorbei. Es waren erst sechs Minuten im zweiten Durchgang gespielt, als Sven Köhler einen Freistoß aus 35 Metern frech und direkt aufs Tor zog. Zieler war zwar etwas überrascht, konnte den Ball mit den Fingerspitzen aber noch über die Latte lenken.

Kurz darauf steckte Köhler fast perfekt auf Rayan Philippe durch. Leider geriet der Pass ein Quäntchen zu steil, sodass Zieler knapp vor dem Franzosen an den Ball kam und zur Ecke klären konnte. In der Meisterminute brachten die Löwen Levente Szabó mit einer tollen Kombination in eine Schussposition am Strafraumrand, doch der Stürmer zielte ein Stück zu hoch. Zieler wäre chancenlos gewesen. Eine Viertelstunde vor Ablauf der regulären Spielzeit verarbeitete Richmond Tachie einen langen Ball von Thorben Hoffmann im Mittelfeld überragend. Über Rayan Philippe kam die Kugel zu Lino Tempelmann, der an Tomiak vorbeizog und das Leder aus 25 Metern auf die linke Ecke knallte. Das Spielgerät setzte einmal auf und schlug neben dem Pfosten ein, Zieler flog vergebens. Die Führung im Derby, das 0:1!

Fünf Minuten später versuchte es die Schalke-Leihgabe aus ähnlicher Position einfach noch einmal. Dieses Mal wäre die Kugel unter der Latte eingeschlagen, doch nun parierte Zieler zur Ecke. Die Nachspielzeit lief bereits, als es noch einmal eine Ecke für die Gastgeber gab. Die Löwen produzierten etwas Unruhe und es kam zu einer kleinen Rudelbildung, sodass die Ecke wiederholt wurden musste. Ivanov tauchte unter dem Ball hindurch, Baas stieg nicht zum Kopfballduell hoch und so konnte Knight aus sieben Metern in die linke Ecke einköpfen. Thorben Hoffmann war chancenlos, der später Ausgleich zum 1:1.
Sehr ärgerlich, da die ursprünglich getretene Ecke eher ungefährlich gewesen wäre.

Im direkten Gegenzug tauchte Philippe in gefährlicher Abschlussposition auf, doch Tachie stand im Weg. Der zweite Versuch von Philippe war dann etwas schwieriger, kam aber dennoch gefährlich aufs Tor, Zieler parierte aber erneut. Aus dieser entstand aber keine Gefahr. Den letzten Abschluss hatten die Roten, doch Matondo jagte die Kugel weit über den Kasten.

Dann war Schluss. Der späte Ausgleich verhinderte den Derbysieg und tut weh, zudem gehen zwei im Abstiegskampf so wichtige Punkte verloren. Dennoch zeigten die Löwen eine gute Leistung und hatten keine längeren Schwächephasen, wie es in dieser Saison schon oft war. Klar ist, gegen die Hertha aus der Hauptstadt wäre ein Sieg am kommenden Sonntag doppelt wichtig. Denn man könnte die Berliner mit in den Abstiegs-Sumpf ziehen. Und das wichtigste zum Schluss: Der BTSV bleibt amtierender Derbysieger.

Bis dahin

Euer Kivi

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