Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Enttäuschendes Remis

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Die über 21.000 Zuschauer sahen im Eintracht-Stadion bereits einige Tage vor Halloween gruseliges. Die Leistung der Eintracht gegen Aufsteiger und Vorletzten SC Preußen Münster eine über weite Teile der Partie eine erschreckend schwache Vorstellung ihrer Löwen. Eine frühe Führung durch Rayan Philippe wurde sofort hergeschenkt, anschließend passierte weniger als wenig in den beiden Strafräumen. Während die Gäste mit dem Punkt scheinbar gut leben konnten, fiel der Mannschaft von Trainer Daniel Scherning überhaupt nichts ein. Unfassbar viele Ungenauigkeiten und ein einfach schlechter Auftritt sorgten am Ende für die Punkte-Teilung im „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den Tabellennachbarn.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Marko Johansson (TW) – Paul Jaeckel, Ermin Bičakčić (C, 65. Jannis Nikolaou), Kevin Ehlers – Fabio Kaufmann, Sven Köhler, Niklas Tauer (17. Robin Krauße), Fabio di Michele Sánchez (46. Leon Bell Bell) – Rayan Philippe – Sebastian Polter (46. Christian Conteh), Levente Szabó (74. Johan Gómez)

Vor Anpfiff gab es eine Schweigeminute für den verstorbenen Walter Schmidt. Der langjährige Eintracht-Spieler, der 1967 mit seinem Verein Deutscher Meister wurde, ist vor wenigen Tagen verstorben. Wir sprechen hiermit unser Beileid an die Angehörigen aus und gedenken einer absoluten Vereinslegende. Ruhe in Frieden. Einmal Löwe, immer Löwe.

Angepeitscht von der guten Stimmung nach Anpfiff, ging es auch sofort zur Sache auf dem Rasen. Rayan Philippe marschierte über die rechte Seite und fand mit einer Außenrist-Flanke in der Mitte Sebastian Polter, der aus kurzer Distanz einen völlig ungefährlichen Kopfball produzierte. Leichte Aufgabe für Gäste-Keeper Schenk. Kurz darauf knallte Johansson einen Abschlag an den Kopf von Fridjonsson. Der Münsteraner ging benommen zu Boden und musste ausgewechselt werden. In den letzten Atemzügen der Anfangsviertelstunde kombinierten sich die Löwen in den Strafraum. Über Sven Köhler, Niklas Tauer, und Fabio Kaufmann kam der Ball zu Levente Szabó, der Rayan Philippe in Szene setzte. Der Braunschweiger Toptorjäger ließ die Gäste-Abwehr mit einem Haken alt aussehen und vollstreckte aus 14 Metern in die linke Ecke! Ein richtig schönes Tor und die Führung für die Braunschweiger Eintracht!

Der Torjubel war gerade vorbei, als Fabio di Michele Sánchez und Rayan Philippe den Ball am eigenen Strafraum nicht klären konnten. Die Kugel landete bei Jorrit Hendrix, der mit seiner Erfahrung aus über 200 Einsätzen in der Eredivisie aus 18 Metern sofort abzog. Nicht ganz in die Ecke platziert, schlug der Ball dennoch ein. Eintracht-Keeper Johansson hatte zwar die Hand an der Kugel, konnte aber nicht verhindern, dass das Spielgerät zum Ausgleich im Netz landete. Kein direkter Torwartfehler, Argumente für weitere Einsätze sammelte der Schwede damit aber nicht, denn unhaltbar wirkte der Schuss wirklich nicht. Der ganz schnelle Ausgleich zum 1:1.

Darüber hinaus hatte sich Niklas Tauer vor dem Tor verletzt, das Spiel lief weiter und in Unterzahl hatten die Löwen das Gegentor kassiert. Für Tauer ging es dann auch nicht weiter, für ihn kam Robin Krauße in die Partie. Kurz darauf kamen die Gäste nach einer Flanke aus dem Gewühl heraus zum Abschluss, Marko Johansson hatte den harmlosen Flachschuss aber sicher.

Bis zur Halbzeitpause passierte tatsächlich gar nichts mehr. Ein ganz schwaches und ereignisarmes Spiel auf beiden Seiten nach flotter Anfangsphase. Passend zum grauen Wetter. Der Eintracht fiel gegen den Aufsteiger, der in der vorletzten Saison noch in der Regionalliga gespielt hatte, wenig ein. Trotz zwei Sturmriesen im Zentrum waren die Blau-Gelben nach dem Führungstreffer nicht noch einmal zum Abschluss gekommen. Daniel Scherning wechselte gleich doppelt und brachte Leon Bell Bell und Christian Conteh für Fabio di Michele Sánchez und Sebastian Polter.

Den ersten Abschluss nach Wiederanpfiff hatte Robin Krauße, dem die Kugel 20 Meter vor dem Tor vor die Füße prallte. Doch die Direktabnahme des Mittelfeldspielers flog weit über den Querbalken. Kurz darauf reagierte Rayan Philippe blitzschnell und schickte aus dem Nichts Christian Conteh auf die Reise, doch im allerletzten Moment verhinderte ein Verteidiger mit einer riskanten, aber erfolgreichen Grätsche, dass Conteh frei durchbrechen konnte. Eine Stunde war gespielt, als der Ball nach einer Ecke im Strafraum der Gäste hin und her flipperte. Kevin Ehlers nahm die Kugel aus kurzer Distanz volley, jagte das Leder aber an die Latte. Großes Pech für die Löwen.

Auf der anderen Seite konterten die Gäste nach einer schwachen Flanke von Kaufmann, Kapitän Bičakčić wurde einfach überrannt und musste mit ansehen, wie die Münsteraner zu zweit auf das Löwen-Tor zuliefen. Kevin Ehlers versuchte noch zu retten, wurde aber mit einem Querpass aus dem Spiel genommen. Zum Glück war dieser zu ungenau, sodass Johansson eher am Ball war und sich auf das Spielgerät schmeißen konnte. Kurz darauf faustete der BTSV-Schlussmann einen Fernschuss von Makridis weg.

Die Gäste verlegten sich nun immer mehr aufs Zeitspiel und waren mit dem Remis anscheinend durchaus zufrieden. Allerdings nahm das Ganze kuriose Züge an, denn als Szabó den Torwart anlaufen konnte, der darauf nur wartete, um den Ball dann im letzten Moment aufzunehmen. Packte sich plötzlich Gäste-Kapitän Kirkeskov den ungarischen Stürmer und zerrte mit beiden Händen an dessen Trikot. Dieser befreite sich und schob die Hände weg. Kirkeskov nahm das zum Anlass, um sich theatralisch fallen zu lassen. Eine peinliche Aktion, die tatsächlich mit einem Freistoß belohnt wurde.

Eine Minute später machte Conteh den Weg zur Grundlinie, sein flacher Pass in den Rückraum wurde kurz vor Krauße geklärt. Auf der anderen Seite parierte Johansson einen Schuss aus extrem spitzem Winkel souverän. Fünf Minuten vor Ende der Spielzeit kam Rayan Philippe nach einem Steckpass vor Gäste-Keeper Schenk an den Ball und umkurvte den Schlussmann auch, konnte den Ball aber nicht im Spiel halten. Es ging weiter mit Abstoß für Münster. In der fünfminütigen Nachspielzeit rannten die Löwen noch einmal an, mehr als ideenlose und völlig harmlose lange Bälle ins Nichts kam dabei aber nicht raus.

Dann war Schluss. Ein leistungsgerechtes Unentschieden, welches für die Eintracht nicht genug sein kann. Erneut gelang es dem Team von Trainer Daniel Scherning nicht, gegen einen direkten Konkurrenten zu gewinnen. Gegen keinen Gegner aus den letzten sieben in der Tabelle (Eintracht selbst und Regensburg muss man dabei ausklammern) gelang ein Sieg. Eine Leistung, die wieder einmal besorgniserregend war und wenig Hoffnung auf eine stabile Rest-Saison macht. Pfiffe gab es nach dem Schlusspfiff kaum, dafür war es fast schon gespenstisch still. Für die schweren Aufgaben in Paderborn und gegen den HSV muss definitiv ein anderes Gesicht her.

Bis dahin

Euer Kivi

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