Borsum trifft zum späten Ausgleich
5 min readIn einem lange schwachen Spiel lag die U23 in der Schlussphase gegen Schlusslicht FC Verden mit 0:1 zurück, doch eine überragende Vorarbeit von Salem Nouwame brachte Kapitän Jona Borsum in Schussposition, der das Leder in die rechte untere Ecke drosch. Zuvor hatten sich die jungen Löwen vor 200 Zuschauern schwergetan. Offensiv klappte wenig, defensiv lud man die cleveren Gäste viel zu häufig ein, sodass der 17-jährige Leon Herdes gleich mit mehreren Glanztaten Schlimmeres verhinderte. Nach einer eigenen Ecke stand die Adelmann-Elf dann viel zu offen, das Schlusslicht bedankte sich und traf kurz nach Wiederanpfiff zur Führung, die bis in die letzte Spielminute Bestand haben sollte, ehe der Löwen-Kapitän Jona Borsum das letzte Wort hatte.
U23-Coach Fabian Adelmann entschied sich für folgende Aufstellung: Leon Herdes (TW) – Ensar Maloku, Gabriel Jerome Michalek, Salem Nouwame – Leon Taiyo Suzuki, Jona Borsum (C), Lukas Sommer (61. Karim Hüneburg), Francis Mbassi (67. Aaron Tshiumanga)- Maksym Tytarenko (46. Benjamin Mbom) – Robin Placinta (83. Jakob Benstead), Linus Queißer (75. Leonard Laatsch)

Die jungen Löwen waren noch nicht ganz wach, als die Gäste zum ersten Mal richtig gefährlich zum Abschluss kamen. Nach einer flachen Hereingabe von der linken Seite kam der Gäste-Stürmer aus wenigen Metern recht ungestört zum Abschluss, Leon Herdes konnte den Abschluss mit einer starken Fußabwehr parieren. Fünf Minuten später kam Maksym Tytarenko nach einem langen Ball von Ensar Maloku im gegnerischen Strafraum an den Ball, jagte die Kugel aber auf den Hockey-Platz hinter dem Gäste-Tor. Im direkten Gegenzug hatten die Gäste am rechten Strafraumrand viel zu viel Platz, Leon Herdes hielt den Schuss aus 16 Metern im Nachfassen souverän fest. Zwei Zeigerumdrehungen später musste der junge Löwen-Keeper seinen Strafraum nach einem langen Ball verlassen, konnte die Kugel aber nicht ausreichend klären, sodass die Gäste aus 20 Metern zum Abschluss kamen, den Ball aber weit am Tor vorbeischossen.
Ein paar Minuten danach sorgte ein katastrophaler Fehlpass für die nächste Mega-Chance der Gäste. An der eigenen Abwehrkette vorbei genau zum zurück trottenden Stürmer, der vermutlich zu überrascht war, dass er plötzlich alleine vor dem Tor stand und so noch etwas beim Schuss aus 18 Metern gestört wurde. Sein Schuss flog knapp über den Kasten. Zehn Minuten später legte Leon Suzuki für Lukas Sommer ab, der aus 18 Metern genau in die Arme des Torwarts schoss. Kurz darauf spielte Maksym Tytarenko einen eleganten Doppelpass mit Linus Queißer, ließ seinen Gegenspieler mit einer tollen Körpertäuschung einfach stehen und drang über die linke Seite in den Strafraum ein. Sein Schuss aus 14 Metern wurde vom Torwart mit beiden Fäusten pariert. Fünf Minuten vor der Pause steckte Robin Placinta auf Linus Queißer durch, der aus spitzem Winkel wuchtig aus der Drehung abzog. Der Torhüter bekam gerade noch eine Hand an den Ball, konnte den Einschlag damit aber verhindern.
Dann war Halbzeit. Es war zähe Kost, was die Zuschauer bei unangenehmem Wind geboten bekamen. Viel war nicht passiert, zu häufig schlichen sich Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten ins Spiel der jungen Löwen, die mit haarsträubenden Ballverlusten immer wieder Einladungen an das Schlusslicht verteilte. Trainer Fabian Adelmann brachte zum Seitenwechsel Top-Torjäger Benjamin Mbom für Maksym Tytarenko.

Kurz nach Wiederanpfiff klärten die Gäste eine Placinta-Ecke vor die Füße von Salem Nouwame, der aus 17 Metern volley abzog: drüber. Zwei Minuten später landete eine Flanke von Francis Mbassi am zweiten Pfosten bei Lukas Sommer, der die Kugel direkt aus der Luft nahm, doch ein Abwehrspieler schmiss sich dazwischen und fälschte zur Ecke ab. Diese flog der U23 gehörig um die Ohren. Die Gäste konnten die Ecke klären, hielten den Ball an der linken Außenlinie im Spiel und hatten plötzlich eine „Zwei gegen Zwei“-Kontersituation. Die Nummer 10 startete in der eigenen Hälfte perfekt, Lukas Sommer konnte nur noch hinterherlaufen, entschied sich gegen die Notbremse und musste mit ansehen, wie der Torschütze Leon Herdes umkurvte und ins leere Tor einschob. Das 0:1 für den FC Verden.
Zehn Minuten später bekamen die jungen Löwen dann die dicke Chance auf den Ausgleich: Ein Schuss von Robin Placinta aus der zweiten Reihe wurde zu Leon Taiyo Suzuki abgefälscht, der aus spitzem Winkel abzog. Der Torwart lag nach Placintas Schuss eigentlich noch auf dem Boden, doch der Versuch von Suzuki landete genau in seinen Armen. Wenig später köpfte Karim Hüneburg eine Queißer-Flanke im hohen Bogen in die Arme des Torwarts. Drei Minuten danach erwischte Hüneburg eine Flanke von Leon Suzuki mit dem Kopf, bugsierte die Kugel aber erneut direkt in die Arme des Torwarts. Auf der anderen Seite köpften die Gäste eine Ecke haarscharf über den Querbalken.

Fünf Minuten später legte Benjamin Mbom für Aaron Tshiumanga ab, der aus 18 Metern den Abschluss suchte: links am Tor vorbei. Kurz darauf verloren die Blau-Gelben völlig unnötig den Ball am eigenen Strafraumrand, sodass Leon Herdes im direkten Duell mit dem Stürmer gefordert war, seine Aufgabe aber herausragend meisterte und den zweiten Gegentreffer verhinderte. Vier Minuten danach boxte der Löwen-Schlussmann einen direkt getretenen Freistoß aus dem rechten Eck. Wenige Minuten später war Herdes erneut gefordert, als der letzte Mann der Eintracht ins Dribbling ging, den Ball verlor und Herdes erneut im direkten Duell mit dem Stürmer gefragt war. Der 17-Jährige reagierte überragend und verhinderte abermals die Vorentscheidung.
Auf der anderen Seite servierte Salem Nouwame eine Ecke auf den Rand des Fünf-Meter-Raums, Jona Borsum lief ein, schraubte sich in die Luft und kam aus kurzer Distanz völlig frei zum Kopfball, setzte die Kugel aber hauchzart über den Querbalken. Die Mega-Chance auf den Ausgleich. Es lief die letzte Minute der regulären Spielzeit, als U19-Leihgabe Jakob Benstead einen langen Ball die linke Außenbahn hinunterschickte. Salem Nouwame sammelte die letzten Kraftreserven, sprintete hinterher und kam im Laufduell mit dem Verteidiger mit einer überragenden Grätsche noch vor der Torauslinie an die Kugel, spitzelte die Kugel im Rutschen am Gegenspieler vorbei und legte den Ball im Liegen zu Jona Borsum. Der Kapitän legte sich das Spielgerät halblinks vor dem Tor zurecht und zog aus 14 Metern wuchtig ab. Der Ball schlug genau in der unteren rechten Ecke ein: der ganz späte Ausgleich, das 1:1!

Kurz darauf war Schluss. Die jungen Löwen retteten in einem schwachen Spiel immerhin noch einen Punkt, warten aber nun seit vier Partien auf einen Sieg und konnten seit Anfang September nur fünf Punkte holen. So muss der Blick auch nach unten gehen, denn der Abstand auf die Abstiegsplätze ist bedrohlich klein geworden. Weiter geht es für die U23 am kommenden Sonntag gegen Lupo Martini Wolfsburg. Anstoß im Lupo Stadio ist um 15 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
