Der dreifache Mazzone
6 min readDrei Tore in sechs Minuten, ein lupenreiner Hattrick: Matteo Mazzone schoss die U23 im Duell gegen den MTV Wolfenbüttel, ein direkter Konkurrenten um den Klassenerhalt, mit drei tollen Aktionen mit 3:0 in Führung, ehe Adem Sipic noch in der ersten Halbzeit auf 4:0 erhöhen konnte. Vor 769 Zuschauern, darunter viele Eintracht-Fans, die sich nach dem Spiel gegen Dynamo Dresden auf den Weg gemacht hatten, beseitigte Gunnar Niemann die letzten Zweifel, auch wenn die Lessingstädter noch auf 5:2 verkürzen konnten. Durch den Sieg überholen die jungen Löwen die Gastgeber und haben am letzten Spieltag alles in der eigenen Hand.

Vor dem Spiel gab es eine Krakauer von einem der beiden Grill-Stände. 3,50 Euro ohne, 4,00 Euro mit Brötchen. Und wie gewohnt liefert der MTV im Grillgut stark ab. Ein Ende der Krakauer war nicht ganz perfekt gegrillt, doch das war dennoch eine sehr gute Leistung: 9/10 von mir!
U23-Coach Ken Reichel entschied sich für folgende Aufstellung: Marko Rajkovacic (TW) – Andrej Schlothauer (79. Maxim Root), Louis Breunig, Gunnar Niemann (83. Ben Fuchs), Jakob Benstead – Hugo Afonso (87. Ole Matthias), Leonard Laatsch (C, 67. Sebastian Dabrowski) – Robin Placinta, Mason Grumbach, Matteo Mazzone (67. Marvin Awuah) – Adem Sipic
Einige erschöpfte, aber glückliche Gesichter waren im Meeschestadion vor Anpfiff zu entdecken, gibt es in der Lessingstadt doch auch eine Vielzahl an Eintracht-Fans. Zudem hatten sich einige Blau-Gelbe direkt aus dem Eintracht-Stadion auf den Weg nach Wolfenbüttel gemacht, um die jungen Löwen zu unterstützen. Ein ungewohntes Bild gab es auf Seiten der Heimfans zu sehen, bei denen heute häufig zwei Herzen schlugen. So sah man einige Zuschauer mit MTV-Trikot über dem Eintracht-Hoodie oder anderen Mischungen. Das Oberliga-Spiel war dabei ebenso wichtig für die U23 wie das Spiel der Profis gegen Dresden. Mit einem Sieg hätte man alles in der eigenen Hand.

Die erste Torchance hatte der MTV Wolfenbüttel. Im Anschluss an eine Ecke folgte der Abschluss aus 19 Metern, leicht abgefälscht zischte die Kugel hauchzart rechts am Tor vorbei. Auf der anderen Seite legte Adem Sipic für Mason Grumbach ab, doch dessen Versuch aus 20 Metern war zu hoch angesetzt. Zehn Minuten später versuchten es die Gastgeber aus der zweiten Reihe, doch Marko Rajkovacic packte bei dem zentralen Schuss sicher zu. Es passierte nicht viel, bis die Kugel Mitte der ersten Halbzeit vor die Füße von Matteo Mazzone fiel. Der Offensiv-Akteur legte sich das Spielgerät am linken Strafraumeck zurecht und visierte mit einem scharfen Schuss mit der Innenseite die lange Ecke an. Der Ball kam zwar platziert, aber nicht unhaltbar auf das Tor und der MTV-Schlussmann brachte auch eine Hand an den Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern, das 1:0 für die U23!

Nicht ganz zwei Zeigerumdrehungen später rutschte ein langer Ball tief aus der eigenen Hälfte durch die Abwehrkette der Lessingstädter. Matteo Mazzone hatte klasse spekuliert und rechtzeitig den Turbo gezündet, tauchte halblinks im Strafraum völlig frei vor dem Tor auf und überwand den herausstürmenden Schlussmann mit einem feinen Lupfer. Das Leder senkte sich unter die Latte und schlug im Tor ein: Doppelschlag, das 2:0 für den BTSV!

Sechs Minuten nach dem Führungstreffer leitete Profi-Leihgabe Louis Breunig mit einem herrlichen Diagonalball die nächste Torchance ein. Matteo Mazzone verarbeitete das Leder direkt aus der Luft überragend und zog mit dem ersten Kontakt am Gegenspieler vorbei. So hatte er am linken Strafraumeck etwas Platz und zog ab. Scharf mit der Innenseite auf die rechte Ecke. Dieses Mal sogar noch platzierter auf die rechte Ecke und jetzt war der Schlussmann chancenlos. Direkt neben dem rechten Pfosten schlug die Kugel ein und zappelte im Netz. Drei Tore in sechs Minuten, alle drei durch Matteo Mazzone: Hattrick und das 3:0!

Drei Tiefschläge für den zuletzt starken MTV Wolfenbüttel, der nun völlig von der Rolle war und so setzten die jungen Löwen sogar noch einen drauf. Nur etwas mehr als zehn Minuten nach dem 1:0 zeigte sich Adem Sipic hellwach, spritzte bei einem Pass am gegnerischen Strafraum dazwischen und überrannte dann mit Ball den letzten Verteidiger der Gastgeber. Alleine vor dem Schlussmann behielt der US-Amerikaner die Nerven und vollstreckte in die untere rechte Ecke: 4:0, Wahnsinn!

Anschließend wechselte Ex-Löwe Deniz Dogan, Trainer der Lessingstädter, gleich dreifach. Natürlich war der ehemalige Verteidiger, der über 200 Mal für den BTSV aufgelaufen war, hier alles andere als zufrieden. Ob es an den Wechseln lag oder an einer anderen Herangehensweise der jungen Löwen, die Gastgeber wurden nun besser. Mohamadou kam aus zwölf Metern zum Abschluss, doch Marko Rajkovacic reagierte überragend und lenkte die Kugel irgendwie noch am Tor vorbei, Wahnsinnstat! Die folgende Ecke sorgte für ein gehöriges Durcheinander, doch die jungen Löwen warfen sich mehrfach in die Schussbahn und verhinderten den Gegentreffer. Kurz vor der Pause köpfte Nils Göwecke, zwischen 2008 und 2015 über 150 Mal für die U23 im Einsatz, eine Freistoßflanke in die Arme von Marko Rajkovacic.
Dann war Halbzeit! Die U23 hatte sich eiskalt gezeigt und aus wenigen Chancen gleich vier Tore gemacht. Überragender Mann der ersten 45 Minuten war ganz klar Matteo Mazzone, der sich über einen lupenreinen Hattrick freuen durfte. Aufgrund der Punktgleichheit mit dem MTV wird im Abstiegskampf auch die Tordifferenz entscheidend sein, die vor dem Spiel noch leicht für die Gastgeber sprach, nun allerdings nicht mehr. Trainer Ken Reichel verzichtete auf Wechsel.

Mit dem Wiederanpfiff kam die Sonne raus und die Gastgeber drängten auf den Ehrentreffer. Mohamadou zog aus dem Gewühl von der Strafraumkante ab, schoss aber direkt in die Arme von Marko Rajkovacic. Fünf Minuten waren gespielt, als Patz für den MTV im Anschluss nach einer Freistoßflanke zum Abschluss kam, den Ball aber knapp rechts neben das Tor schoss. Auf der anderen Seite kam die Kugel über Robin Placinta und Leonard Laatsch zu Mason Grumbach, der auf der Strafraumkante etwas Platz hatte, beim Abschluss aber wegrutschte und den Ball nicht richtig traf. Die Kugel hüpfte links am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später kamen die Gastgeber aus ähnlicher Position zum Abschluss, das Spielgerät zischte denkbar knapp links am Tor vorbei.
Ein paar Minuten danach kamen mal wieder die jungen Löwen zu einer Offensiv-Aktion. Andrej Schlothauer setzte Robin Placinta in Szene, der von rechts nach innen zog und aus 18 Metern mit einem Schlenzer die lange Ecke anvisierte. Doch ein Verteidiger fälschte zur Ecke ab. Diese schlug der kurz zuvor eingewechselte Sebastian Dabrowski in die Gefahrenzone. Dort sprang der Ball hin und her, ehe Gunnar Niemann die Kugel im Fallen über die Linie drückte. Der erste Saisontreffer für den Innenverteidiger, der bereits über 100 Spiele für die U23 absolviert hat und das 5:0 für die Blau-Gelben!

Nach einem Kopf-an-Kopf-Zusammenstoß musste Andrej Schlothauer behandelt werden, dadurch waren die jungen Löwen in Unterzahl und ließen die Gastgeber halblinks im Strafraum zum Abschluss kommen: drüber. Zehn Minuten waren noch zu spielen, als der Ball nach einer Ecke der Gastgeber zu Patz prallte, der das Leder aus elf Metern in den linken Knick schweißte: nur noch 5:1.
Zwei Minuten danach rutschte eine eigentlich harmlose Flanke vom MTV durch und so kam Mohamadou aus sechs Metern zum Abschluss, aber Marko Rajkovacic brachte mit einem Wahnsinnsreflex noch eine Hand an den Ball und verhinderte den Einschlag. Der Löwen-Schlussmann wanderte hier auf den Spuren von Thorben Hoffmann. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit flog eine Ecke in den Löwen-Strafraum, irgendwie prallte der Ball Richtung Tor, Marko Rajkovacic parierte erneut. Allerdings hatte der Assistent die Kugel bereits hinter der Linie gesehen, knappe Sache, aber das Tor zählte, nur noch 5:2.

Beinahe wäre es noch ärgerlicher geworden, aber nach einer erneuten Ecke flog der Kopfball über den Kasten und dann war Schluss! Die U23 überholt den MTV Wolfenbüttel in der Tabelle und hat mit der um vier Tore besseren Tordifferenz alles in der eigenen Hand. Dafür muss aber am kommenden Sonntag der Sieg her. Dann ist der bereits abgestiegene Tabellenletzte Lupo Martini Wolfsburg zu Gast in der Rheingoldarena. Anstoß ist um 15 Uhr, also leider zeitgleich mit dem Spiel der Profis auf Schalke. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Bis dahin
Euer Kivi
