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Das Eintracht-Gen

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Die U17 beweist, dass sie aus echten Löwen besteht. Was die etwa 67 Zuschauer am Samstagvormittag im NLZ zu sehen bekamen, war Eintracht pur. Nach einer völlig verrückten Anfangsphase ohne Tor gingen die jungen Löwen durch Dominik Söllner völlig verdient in Führung. Kurz vor der Pause erhöhte Mika Ketzscher gegen Holstein Kiel auf 2:0. Abdel-Haq Awali hatte beide Tore vorbereitet und der Halbzeitstand war auch in der Höhe absolut in Ordnung. Auch nach dem Seitenwechsel waren die Blau-Gelben die gefährlichere Mannschaft und so traf Awali nach Vorlage von Matti Schröder zum 3:0, was nur die scheinbare Vorentscheidung war. Denn fortan fanden die Jung-Störche besser in die Partie und hatten spätestens nach dem unglücklichen 3:1 die Spielkontrolle. Dennoch benötigte es zwei Traumtore aus der Distanz für den Ausgleich. Per Doppelschlag in der 88. und 90. Minute glichen die Gäste jeweils per strammen Schuss in den rechten Winkel aus. Doch der lange verletzte Aron Polatschek hatte das letzte Wort und traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum späten, aber absolut verdienten 4:3-Sieg.

In der Halbzeit ging es zu Gerd an den Grillstand, denn man muss ja die Löwen-Jugend unterstützen. Und das funktioniert ja am besten mit einer Bratwurst. Über die Stadion-Bratwurst von Gmyrek muss ich nicht viele Worte verlieren, zudem hat sich Grillmeister Gerd ordentlich ins Zeug gelegt. Für 3 Euro eine 9,5/10! Noch besser wäre hier nur ein Brötchen statt einer Toastscheibe.

U17-Coach Kosta Rodrigues entschied sich für folgende Aufstellung: Lowis Tetzlaff (TW) – Matti Schröder, Jakin Abdaoui, Julian Paul, Lasse Noster (C, 80. Niklas Kästner) – Besian Bytyqi, Linus Bröger – Mika Ketzscher, Abdel-Haq Awali, Dominik Söllner (67. Lennard Baum) – Milan Gryglewski (67. Aron Polatschek)

Die erste Torchance hatten die jungen Löwen. Nach einer Ecke von Kapitän Lasse Noster kam Mika Ketzscher aus 20 Metern zum Abschluss. Ein Abwehrbein fälschte die Kugel knapp rechts am Tor vorbei ab. Aus der anschließenden Ecke entwickelte sich ein Gegenstoß, der in einer Flanke von der rechten Seite mündete, doch der Holstein-Akteur bugsierte den Ball aus kurzer Distanz über den Kasten. Im direkten Gegenzug chippte Abdel-Haq Awali in den Lauf von Mika Ketzscher, der völlig freie Bahn hatte, aber die Fahne ging hoch: Abseits. Wieder nur wenige Augenblicke später wurde es auf der anderen Seite gefährlich. Eine scharfe Ecke der Gäste landete am zweiten Pfosten bei einem völlig freien Spieler, der aus zwei Metern über die Latte schoss.

Es waren immer noch keine zehn Minuten gespielt und es ging weiter hin und her: Dominik Söllner setzte mit einem herrlichen Pass Mika Ketzscher in Szene, der aus zwölf Metern zum Schuss kam, aber an einer starken Reaktion des Gäste-Keepers scheiterte. Die Situation war aber noch heiß und der Ball prallte zu Abdel-Haq Awali, der aus 14 Metern sofort abzog, doch erneut parierte der Torwart der Kieler stark. Sofort ging es wieder in die andere Richtung, doch Innenverteidiger Jakin Abdaoui rettete als letzter Verteidiger mit einer überragenden Grätsche. Etwas mehr als eine Minute danach rutschte eine Flanke von Abdel-Haq Awali bis zum zweiten Pfosten durch, wo Dominik Söllner etwas zu überrascht war und die Kugel vier Meter vor dem Tor nicht rechtzeitig unter Kontrolle bringen. Der Schlussmann der Gäste begrub das Spielgerät unter seinem Körper.

Zwei Zeigerumdrehungen später eroberte Abdel-Haq Awali am gegnerischen Strafraum den Ball und tauchte nach einem schnellen Doppelpass mit Mika Ketzscher frei vor dem Tor auf, bugsierte das Leder aus wenigen Metern aber direkt in die Arme des Torwarts. Bei dem folgenden Aufbauspiel der Gäste passte Dominik Söllner auf und fing einen Pass ab. Sein Schlenzer vom linken Strafraumeck geriet aber zu zentral. Die letzte nennenswerte Szene der noch immer nicht abgelaufenen Anfangsviertelstunde hatte Linus Bröger. Nach einer Balleroberung von Milan Gryglewski kam der Ball über Dominik Söllner und Abdel-Haq Awali zu unserer Nummer 10. Brögers Schuss aus 18 Meter wurde aber dann doch noch geblockt.

20 Minuten waren gespielt, als Bröger mit einer Balleroberung den überfälligen Führungstreffer einleitete: Die Kugel kam zu Abdel-Haq Awali, der im richtigen Moment auf Dominik Söllner durchsteckte. Der Flügelspieler tauchte frei vor dem Tor aus, traf das Spielgerät aus zwölf Metern aber nicht perfekt. Während die Zuschauer schon enttäuscht aufstöhnten, kullerte der Ball ins linke untere Eck. Söllner hatte die Kugel also dann doch perfekt getroffen und verschwand kurz darauf in einer Jubeltraube seiner Mitspieler. Das hochverdiente 1:0 für die U17!

Eine Minute später kamen die Gäste nach einer Freistoßflanke aus kürzester Distanz zum Kopfball, die Kugel flog aber hauchzart über den Querbalken. Kurz darauf brach Holstein über rechts in den Strafraum, Lowis Tetzlaff hatte den Schuss aus spitzem Winkel im Nachfassen sicher. Und wieder ging es in Windeseile in die andere Richtung. Eine flache Hereingabe von Matti Schröder klärten die Gäste in höchster Not. Zwei Zeigerumdrehungen danach ließ Abdel-Haq Awali einen wuchtigen Schuss aus der zweiten Reihe ab, der aber zu zentral geriet, um wirklich gefährlich zu werden. Ein paar Minuten später rutschte Dominik Söllner nach einer Flanke von Matti Schröder weg, köpfte die Kugel aber im Sitzen dennoch aufs Tor. Sein Versuch hatte wenig überraschend zu wenig Druck und landete in den Händen des Torwarts.

Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bediente Abdel-Haq Awali mit einem herrlichen Steckpass Mika Ketzscher, der im Strafraum an den Ball kam, mit zwei schnellen Körpertäuschungen seinen Gegenspieler schwindlig tanzte und somit 14 Meter vor dem Tor freie Schussbahn hatte. Sein Flachschuss klatsche an den linken Innenpfosten und zappelte im Netz. Der dritte Saisontreffer für den sehr aktiven Ketzscher und das durchaus verdiente 2:0 für die jungen Löwen!
Beinahe hätte Ketzscher den ganz schnellen Doppelpack geschnürt. Nur eine Minute nach dem 2:0 fing Linus Bröger einen Pass des Torwarts ab. Der Ball kam über Abdel-Haq Awali zu Mika Ketzscher, der in fast identischer Position frei vor dem Tor auftauchte, sich dieses Mal gegen den Schuss aufs untere linke entschied, noch einen Kontakt nahm und es dann aus zehn Metern mit einem Lupfer versuchte. Dieser segelte über den Torwart hinweg, aber auch über den Kasten.

Dann war Halbzeit. Die jungen Löwen führten auch in der Höhe verdient, hatten aber etwas Glück, dass sie noch kein Gegentor kassiert hatten. Denn beide Teams hatten gleich mehrere große Gelegenheiten nicht nutzen können. Dennoch konnte Kosta Rodrigues zufrieden sein und verzichtete daher auf Wechsel.

Der zweite Durchgang begann völlig anders als der erste. In der Anfangsviertelstunde passierte nichts. Beide Teams schnauften nach dem Seitenwechsel erstmal durch. Die Eintracht konnte verwalten, Holstein musste jetzt dringend aktiv werden. Doch die jungen Löwen hatten die erste Torchance: Nach einem Ballgewinn am gegnerischen Strafraumrand tauchte Abdel-Haq Awali völlig frei vor dem Tor auf und zog aus 15 Metern ab. Der Ball klatschte an den linken Innenposten und trudelte zurück ins Spielfeld. Milan Gryglewski kam aus leicht spitzem Winkel zum Nachschuss, schoss mit dem schwächeren Rechten aber klar am Tor vorbei.

Zwei Zeigerumdrehungen später schraubte sich Jakin Abdaoui nach einer Gryglewski-Ecke in die Luft und erwischte den Ball lehrbuchmäßig mit dem Kopf. Sein wuchtiger Kopfball zischte aber hauchzart über die Latte. 20 Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, als Abdel-Haq Awali nach einem Abschlag von Lowis Tetzlaff im Mittelkreis an den Ball kam, sich mit einer cleveren Bewegung um seinen Gegenspieler drehte und dann im perfekten Zeitpunkt auf Dominik Söllner durchsteckte. Dieser brach in den Strafraum, kam im direkten Duell aber nicht am abermals stark reagierenden Schlussmann vorbei. Awali kam im Vollsprint zum Nachschuss, wurde aber geblockt. Über Umwege kam der Ball zu Matti Schröder, der sich mit einem starken Solo zur Grundlinie durch tankte und den Ball flach in die Gefahrenzone spielte. Acht Meter vor dem Tor machte sich Abdel-Haq Awali lang und kam mit der Fußspitze gerade noch so an den Ball, dass die Kugel ins Tor kullerte. Starke Vorarbeit von Rechtsverteidiger Schröder und das verdiente Tor für Awali, der an fast allen gefährlichen Situationen beteiligt war und auch die ersten beiden Tore vorbereitet hatte: das 3:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Doch das war nicht die Vorentscheidung. Denn statt die Köpfe hängenzulassen, wirkten die Kieler deutlich motivierter und wollten sich hier nicht abschießen lassen. Schließlich bestanden für die Junioren des Bundesligisten noch gute Chancen auf einen der ersten drei Plätze, die für die Teilnahme an der Endrunde der Junioren-Bundesliga berechtigten würden. Nur zwei Minuten nach dem 3:0 zischte ein Fernschuss knapp am linken Winkel vorbei. Eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit war es dann so weit: Nach einer Ecke kamen die Gäste aus 17 Metern wuchtig zum Abschluss, Löwen-Keeper Lowis Tetzlaff konnte den Knaller nur nach vorne abwehren und aus dem Gewühl fand der Ball den Weg ins Netz, nur noch 3:1.

Nun waren die Kieler richtig angestachelt, hatten anscheinend Kraftreserven und witterten die Chance auf mehr. Nach einem Steckpass war Tetzlaff im direkten Duell mit dem Stürmer gefordert, parierte den Schuss aus spitzem Winkel aber souverän. Der Ball prallte zurück zu Kiel, die aus dem Halbfeld flankten und per Fallrückzieher zum Abschluss kamen. Lowis Tetzlaff packte sicher zu, aber die Fahne ging hoch: Abseits. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit prallte der Ball am Strafraumrand vor die Füße der Nummer 24, die das Leder trocken in den rechten Winkel jagte. Absolut nichts zu machen für Lowis Tetzlaff, nur noch 3:2.

Spätestens jetzt war wieder richtig Feuer drin und man merkte, wie die jungen Löwen ins Grübeln kamen, während die jungen Störche förmlich auf den nächsten Ballkontakt brannten. Nur wenige Augenblicke nach dem Anstoß folgte der nächste Abschluss aus 18 Metern, ein Löwen-Bein war noch dazwischen und fälschte die Kugel ab, die dennoch nur wenige Zentimeter links am Tor vorbeiflog. Mit Ablauf der regulären Spielzeit verloren die Blau-Gelben bei einer Kontergelegenheit den Ball kurz vor dem eigenen Strafraum. Die Kieler machten es dann ganz schnell und brachten die Nummer 10 in eine Schussposition vom linken Strafraumeck. Die Kugel zischte unhaltbar in den rechten Winkel, das nächste Traumtor und der Ausgleich, das 3:3.

Sollten die jungen Löwen nach so vielen tollen Chancen den Sieg aus der Hand geben, obwohl es danach lange Zeit überhaupt nicht aussah? Die Antwort hatte Aron Polatschek und lautete: „Nein!“. Nach einer weiten Flanke in den Kieler Strafraum fabrizierten die Gäste eine Kerze und Polatschek setzte seinen Körper geschickt ein, kontrollierte die Kugel technisch hochwertig und verschaffte sich mit einem schnellen Haken gerade genug Platz, um aus 13 Metern abzuziehen. Leicht abgefälscht klatschte der Ball an den rechten Innenpfosten und sprang von dort ins Tor. 90.+3 und die Eintracht lag wieder in Front! Der fünfte Saisontreffer des besten Torschützen der U17, der sich im Hinspiel gegen die Kieler verletzt hatte und heute sein erfolgreiches Comeback feierte: das 4:3 für den BTSV!
Beinahe hätte es noch einmal geklingelt in der Nachspielzeit, denn nun ließen die Kieler die Köpfe hängen. Abdel-Haq Awali und Aron Polatschek liefen bei einem gemeinsamen Konter gegen einen Verteidiger aufs Tor der Gäste zu, doch der Querpass von Awali auf Polatschek war etwas zu ungenau, sodass der Verteidiger doch noch an den Ball kam.

Ärgern musste sich darüber aber niemand, denn wenige Augenblicke später war Schluss! Die U17 feiert den vierten Heimsieg in dieser Saison, nur der ungeschlagene Spitzenreiter Hertha BSC hat bisher öfter auf heimischem Platz gewonnen. Heute sah es lange nach einer klaren Sache aus und die Schlussphase wird vom Trainerteam um Kosta Rodrigues definitiv zu analysieren sein. Typisch Eintracht war es auf jeden Fall, das Eintracht-Gen ist somit bereits vorhanden. Doch der Sieg ist am Ende hochverdient. Weiter geht es für die jungen Löwen am kommenden Saison beim zuhause noch punktlosen Niendorfer TSV. Die Chance auf die ersten Auswärtspunkte für die Rodrigues-Elf. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Bis dahin

Euer Kivi

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