Die nächste Niederlage
6 min readBei den 3. Herren ist Spektakel garantiert. In der Nordstaffel der 1. Kreisklasse hat nur Spitzenreiter Wenden mehr Tore erzielt als die Blau-Gelben. Dafür haben die Löwen auch die drittmeisten Gegentreffer hinnehmen müssen. Letzteres wurde am heutigen Sonntag ausgebaut, denn gegen die 3. Herren vom BSC Acosta setzte es neben der vierten Pflichtspiel-Niederlage in Folge vier weitere Gegentore. Da Raoal Sadek zum zwischenzeitlichen 1:1 verkürzte, stand es am Ende 4:1 für die Gastgeber, bei denen eine Leihgabe aus der Ü40-Mannschaft einen Viererpack schnürte. Mit nun nur noch drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze muss der Blick der Eintracht nun nach unten gehen.
Eintracht-Coach Dominik Paetzold entschied sich für folgende Aufstellung: Paul Süßenbach (TW, C) – Robin Herman (90. Jens Helling), Pascal Lau, Thure Lohgard, Nils Terbrack (90. Mario Klaus) – Marcel Sutter (90. Tayrese Albert), Marvin Schultz, Rami Hamo, Max Reinholz, Raoal Sadek (60. Valentino Ehbrecht) – Kevin Vierra
Gespielt wurde auf dem Platz hinter den Kunstrasenplätzen der Acosta-Anlage. Der Zustand des Rasens verlieh dem Spiel Bolzplatz-Flair, gespielt wird hier wohl offensichtlich eher selten. Nach knapp vier Minuten verloren die Löwen den Ball direkt am eigenen Strafraum, die Nummer 15 der Gäste, eigentlich für die Ü32 und Ü40 von Acosta im Einsatz, schaltete blitzschnell und überwand Paul Süßenbach aus 19 Metern per Lupfer. Das ganz frühe 1:0 für die Hausherren.

Fast im direkten Gegenzug kam der Ball über Kevin Vierra und Marvin Schultz zu Marcel Sutter, der aus 18 Metern wuchtig abzog. Mit den Fingerspitzen lenkte der Torwart den Ball über den Querbalken. Auf der anderen Seite kam der BSC nach einer flachen Hereingabe aus sieben Metern völlig frei zum Abschluss, doch Paul Süßenbach tauchte ab und fischte die Kugel aus der Ecke. Zehn Minuten später bekamen die Löwen einen Freistoß zugesprochen. Trotz eines normalen Foulspiels zeigte der Schiedsrichter einen indirekten Freistoß an, Rami Hamo probierte es dennoch direkt: Vom linken Pfosten sprang der Ball ins Toraus. Kurz darauf probierte es auch Marvin Schultz mit einem direkten Freistoß, dieses Mal verhinderte der Torwart den Einschlag mit beiden Fäusten. Der Nachschuss von Schultz flog dann weit über den Kasten.
Eine Zeigerumdrehung später zog Marcel Sutter von der Strafraumkante volley ab, der BSC-Schlussmann tauchte ab und parierte stark. Drei Minuten danach wurde Kevin Vierra wenige Zentimeter vor dem Strafraum gefoult. Rami Hamo legte sich den Ball zurecht und zirkelte die Kugel über die Mauer, aber auch knapp über das Tor. Zwei Minuten später fiel der Ball nach einem Querschläger in der Heim-Verteidigung vor die Füße von Max Reinholz, der aus kurzer Distanz abzog, doch erneut parierte der Torwart stark. Die Eintracht blieb aber dran und machten den Ball erneut scharf. Zehn Meter vor dem Tor reagierte Raoal Sadek am schnellsten und knallte das Leder ins linke Eck: der verdiente Ausgleich, 1:1!

Doch die Freude währte nicht lange. Keine drei Minuten später zeigten sich die Blau-Gelben bei einer Ecke im kollektiven Tiefschlaf, sodass die Nummer 15 aus vier Metern völlig frei und ungestört zum Kopfball kam und die Mega-Chance zum Doppelpack und der erneuten Führung nutzte: 2:1 für den BSC Acosta.
Auf der anderen Seite verpasste Kevin Vierra eine Freistoßflanke von Pascal Lau hauchzart und ließ seinen Frust über die vertane Chance am linken Torpfosten aus.
Drei Minuten später löffelte Marvin Schultz den Ball über die Abwehrkette, Kevin Vierra köpfte die Kugel im Vollsprint links am Tor vorbei. Im direkten Gegenzug reichte nach einem Einwurf ein einziger Pass und der BSC stand frei vor Paul Süßenbach, der im direkten Duell aber glänzend reagierte und den dritten Gegentreffer verhinderte. Wenige Augenblicke später hatten die Löwen dann riesiges Glück. Eine Flanke rutschte bis zum zweiten Pfosten durch, wo die Nummer 7 der Gäste die Kugel aus einem Meter über das leere Tor knallte, unfassbar. Sofort ging es in die andere Richtung: Rami Hamo setzte mit einem langen Ball Marvin Schultz in Szene, der in den Strafraum eindrang und aus spitzem Winkel abzog. Der Torhüter konnte aber zur Ecke parieren. In der Nachspielzeit versuchte es Rami Hamo aus der zweiten Reihe, doch erneut parierte der BSC-Keeper.
Dann war Halbzeit. Die Blau-Gelben hatten sich den zwischenzeitlichen Ausgleich absolut verdient, ihn aber auch schnellstmöglich wieder hergeschenkt. Es war an diesem Tag der Wurm drin. Hinten verteilte man zu viele Einladungen und Geschenke, in der Offensive wollte immer weniger funktionieren. Dennoch ging es unverändert in den zweiten Durchgang.

Die erste Chance nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber. Nach einem Steckpass war Paul Süßenbach erneut auf sich allein gestellt, parierte im direkten Duell aber wieder einmal überragend. Zehn Minuten später das gleiche Spiel: Ein Steckpass und der BSC-Stürmer lief allein auf das BTSV-Tor zu. Doch erneut blieb Süßenbach Sieger im „Eins-gegen-Eins“-Duell und verhinderte das 3:1. Eine Zeigerumdrehung später war der BTSV-Schlussmann dann bereits geschlagen, doch der Volleyschuss der Gastgeber touchierte nur die Latte und landete im Gebüsch hinter dem Tor. Auf der anderen Seite setzten sich die Blau-Gelben am Strafraum fest, kamen aber einfach nicht zum Abschluss und so probierte es Marvin Schultz einfach mal aus 18 Metern: über den Kasten.
Vier Minuten später rannte die Nummer 15 der Gastgeber einfach geradeaus und durchbrach so Mittelfeld und Abwehr der Blau-Gelben, doch frei vor Paul Süßenbach versagten ihm die Nerven und der Ball ging am Tor vorbei. Aus dem Abstoß heraus misslang ein Rückpass auf Paul Süßenbach völlig und so stand der BSC abermals frei vor dem wenig erfreuten Löwen-Torwart, der die nächste Glanztat aus dem Hut zauberte und erneut im direkten Duell die Oberhand behielt. Eine Zeigerumdrehung später wollten die Blau-Gelben in höchster Not klären, schossen sich dabei aber selbst an und legten so perfekt für die Gastgeber vor. Der Schuss aus 13 Metern zischte in Richtung Winkel, doch Paul Süßenbach setzte nochmal einen drauf, flog durch die Luft, brachte noch die Fingerspitzen an den Ball und parierte sehenswert zur Ecke.

Fünf Minuten später setzte Kevin Vierra einen Freistoß aus 22 Metern über den Kasten. Kurz darauf kamen die Gastgeber nach einer Ecke zum Kopfball, bugsierten die Kugel aber ebenfalls über den Querbalken. Obwohl die Eintracht alles gab und immer wieder anrannte, wollte einfach keine nennenswerte Torchance entstehen. Und so fiel kurz vor Ende der regulären Spielzeit die Entscheidung: Nach einem Freistoß kamen die Gastgeber zum Nachschuss und trafen aus kurzer Distanz zum 3:1. Wieder war es die Nummer 15, der den Dreierpack schnürte und dafür sorgte, dass der Sieger bereits vor Beginn der Nachspielzeit feststand. Doch die Blau-Gelben hatten das Unheil noch nicht überstanden: In der Nachspielzeit leisteten sich die Löwen einen Abspielfehler im Aufbauspiel und nach einem Pass war die Nummer 15 erneut frei durch. Alleine vor Paul Süßenbach kam der Senior ins Stolpern, oder machte eine gekonnte Finte und überwand so sehenswert den BTSV-Schlussmann. Ob das so wirklich geplant war? Ansichtssache, klar war nur, der Ball war drin und die Niederlage noch höher, 4:1.

Direkt danach war Schluss, die 3. Herren müssen die vierte Saisonniederlage hinnehmen und stehen nach sieben Spielen mit 26 Gegentoren nur noch drei Plätze und drei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Die nächste Chance, Abstand zu gewinnen, gibt es am Derby-Sonntag. Um 11 Uhr kommt der TV Eintracht Veltenhof als Tabellenzweiter an den Biberweg. Ein echter Brocken also für die Paetzold-Elf. Mehr Bilder zum Spiel gibt es hier.
Bis dahin
Euer Kivi
