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Blau-Gelb schlägt Gelb-Rot

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Zum zweiten Mal in Folge fliegen beim Gegner der 3. Herren zwei Gegenspieler vom Platz. Bei der Zweitvertretung vom SV Melverode-Heidberg war es zweimal Gelb-Rot innerhalb kurzer Zeit. Da führten die Blau-Gelben bereits mit 3:1 und trafen in der Nachspielzeit zum erlösenden 4:1. Bereits nach zehn Minuten hatte es durch einen Doppelschlag von Samir Nazari und Philip Meyer 2:0 gestanden, Marcel Sutter und Kevin Vierra hatten die Vorarbeit geleistet. Die Gastgeber kamen zwar per Strafstoß zum Anschlusstreffer, nach dem Seitenwechsel trafen die Löwen aber sehr früh und sehr spät zum Endstand. Nico Skopljak und Joel Funk erzielten ihre Treffer per abgefälschtem Fernschuss.

Eintracht-Coach Sebastian Mundruc entschied sich für folgende Aufstellung: Jens Helling (TW) – Fabian Siegmund, Jonas Fiedler, Philip Meyer, Nils Terbrack – Ronald Frank, Nico Skopljak (90. Marvin Carl) – Samir Nazari (75. Joel Funk), Max Reinholz (46. Matteo Weinrich), Marcel Sutter – Kevin Vierra (C, 90. Thure Lohgard)

Ein Spieler in blauer Fankleidung führt einen Schuss auf dem Fußballfeld aus, während mehrere Zuschauer am Rand in roten Trikots zuschauen.

Es war ein Abstiegskracher, beide Teams konnten sich angesichts der Tabelle nicht erlauben, hier keine drei Punkte einzusacken, auch wenn der Druck bei den Gastgebern noch etwas größer gewesen sein dürfte. Die erste Torchance hatten aber die Löwen: Kevin Vierra setzte Samir Nazari in Szene, der aus 19 Metern abzog. Der Schlussmann parierte zur Ecke. Diese wurde zwar nicht gefährlich, die Ecke kurz darauf auf der anderen Seite aber schon. Nach einem Querschläger in der Eintracht-Abwehr kam ein SVM-Akteur aus kurzer Distanz zum Abschluss, jagte das Spielgerät aber dermaßen weit über den Kasten, dass der Liveticker schon einen Reisepass forderte. Der Fangzaun war jedenfalls gut dreimal zu niedrig.

Acht Minuten waren gespielt, als Marcel Sutter den Ball an der Mittellinie gut im Spiel hielt, sich blitzschnell drehte, ein paar Meter ging und mit einem herrlichen Pass die Abwehrkette aushob. Samir Nazari war im perfekten Moment gestartet, ließ sich von den Abseits-Forderungen der Verteidiger nicht beirren und hatte freie Bahn. Alleine vor dem gegnerischen Torwart blieb er ganz cool, ließ den behandschuhten Gegenspieler mit einer schnellen Bewegung einfach stehen und schob ins leere Tor ein. Während im Hintergrund die ersten Würstchen auf dem Grill zischten, jubelte im Vordergrund der BTSV. Das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Die Spieler der Blau-Gelben feiern ein Tor auf dem Fußballplatz, umgeben von Zuschauern im Hintergrund.

Die Gastgeber brachten viel Unruhe ins Spiel und auch die Blau-Gelben waren kein Kind von Traurigkeit, es wurde also sofort hitzig und jede Schiedsrichterentscheidung wurde diskutiert. Während das den Konkurrenten etwas unaufmerksam zu machen schien, blieben die Einträchtler hellwach. Jonas Fiedler trat einen Freistoß von der Mittellinie weit in den Strafraum der Hausherren. Dieser rutschte durch bis an die rechte Grundlinie, wo Kevin Vierra die Kugel im letzten Moment unter Kontrolle brachte und in die Gefahrenzone löffelte. Während fast alle Roten stehenblieben und den Ball im Aus gesehen hatten, ging Philip Meyer mit allem, was er hatte, ins Kopfballduell und drückte das Leder mit der Stirn über die Linie. Der Schiedsrichter gab das Tor: Doppelschlag, 2:0!

Auch der nächste Abschluss gehörte den Blau-Gelben, der Volleyversuch von Marel Sutter aus über 30 Metern flog aber ein Stück am Ziel vorbei. Die Anfangsviertelstunde war noch nicht vorbei, als Samir Nazari auf Kevin Vierra durchsteckte, der 14 Meter vor dem Tor aus halbrechter Position zwar freie Schussbahn hatte, beim Abschluss aber stark bedrängt wurde. So setzte der Torjäger seinen Abschluss hauchzart links am Tor vorbei. Wieder war es eine Ecke, die für die Gastgeber eine Torchance brachte. Aus dem Gewühl wurde der Ball Richtung Tor bugsiert, prallte an den rechten Pfosten, von dort gegen Philip Meyer und von diesem an den Pfosten, ehe sich Meyer in den Nachschuss warf und zur erneuten Ecke blocken konnte.

Fußballspieler der Blau-Gelben feiern ein Tor auf dem Spielfeld, während im Hintergrund Zuschauer und eine Sporteinrichtung zu sehen sind.

Eine Zeigerumdrehung später klärten die Gastgeber eine weite Freistoßflanke von Jonas Fiedler vor die Füße von Marcel Sutter, der aus 19 Metern sofort abzog, seine Direktabnahme flog aber knapp rechts am Tor vorbei. Mitte der ersten Halbzeit wurde es ärgerlich. Genau auf der linken Strafraumkante begingen die Löwen ein durchaus vermeidbares Foul. Klare Sache: Strafstoß. Jens Helling ahnte die Ecke und brachte eine Hand an den Ball, konnte den Einschlag neben dem rechten Pfosten aber nicht verhindern. Der Anschlusstreffer zum 2:1.

Beinahe hätten die Zuschauer eine Duplizität der Ereignisse gesehen, denn nur wenig später folgte das nächste sehr unnötige Foul, dieses Mal aber wenige Grashalme vor dem Strafraum. Dennoch eine gefährliche Freistoßposition, doch die Gastgeber pfefferten die Pille vier Meter über den Querbalken. Und über den Fangzaun. Immer wieder kam es nun zu Zweikämpfen, bei denen es im Anschluss zu „Gesprächen“ zwischen den Beteiligten kam. Eine kleinere Rudelbildung gehörte natürlich auch dazu. Beinahe hätte sich ein Heim-Akteur in dieser schreiend fallen gelassen, er merkte aber noch rechtzeitig, dass ihm sein eigener Mitspieler auf den Fuß getreten war. Ebenso hätte die Eintracht einen Strafstoß bekommen können, doch der Schiedsrichter hatte das Foul an Samir Nazari außerhalb des Strafraums gesehen, passiert.

Ein Fußballspiel zwischen zwei Spielern, einer in rotem und einer in blauem Trikot, die um den Ball kämpfen.

Nach dem Anschlusstreffer passierte vor den Toren wenig und so ging es in die Halbzeitpause. Die Eintracht hatte nicht ganz an die offensiv starke Anfangsphase anknüpfen können, die Angriffe der Gastgeber aber gut wegverteidigt. Trainer Sebastian Mundruc entschied sich dennoch für einen Wechsel, für den mit Gelb vorbelasteten Max Reinholz kam Matteo Weinrich in die Partie.

Für mich ging es in der Halbzeitpause zum Grillstand. Der Plan war, 3,50 Euro für eine Krakauer auszugeben, doch die letzte war für „wichtigere“ Personen reserviert. Einen Euro gespart, gab es halt eine Bratwurst. Doch diese hatte augenscheinlich die ganze Halbzeit auf dem Grill verbracht und war schwarz wie die Zukunftshoffnungen der Eintracht im Spätherbst 2018. Das Foto zeigt die absolute Schokoladenseite des Grillguts. Dabei hätte die Wurst theoretisch gut geschmeckt, so aber nicht. 2/10 von mir. Im Anschluss wurde mir dann doch die Krakauer angeboten, anscheinend war ich im Melveroder VIP-Ranking aufgestiegen. Nach der vorherigen Erfahrung lehnte ich aber dankend ab.

Vermutlich schwarze Wolken hustend, war ich rechtzeitig zurück auf der zweistufigen Stehtreppe. Da hatte ich der Abwehr der Hausherren etwas voraus, denn diese war mit der Aufmerksamkeit wohl noch in der Kabine geblieben. Und so verschaffte sich Nico Skopljak 25 Meter vor dem Kasten etwas Platz und zog ab. Ein Verteidiger warf sich in die Schussbahn, machte das Ding dadurch aber eher noch unhaltbarer. Drin war die Kugel, keine Minute gespielt. Das vierte Spiel in Folge, in dem Skopljak für die Eintracht zum Torschützen wurde und das 3:1 am Donnerstagabend!

Im direkten Gegenzug ballerten die Gastgeber über den Kasten von Jens Helling. Zwei Zeigerumdrehungen später waren die in Rot gekleideten Hausherren erneut im Glück: Nach einem recht klaren Handspiel gab es keinen Strafstoß für den BTSV. Kurz darauf gab es eine Ecke für die Löwen, die Marcel Sutter auf den zweiten Pfosten servierte. Dort setzte sich Nils Terbrack im Kopfballduell durch und überwand den Keeper auch, doch auf der Linie klärte ein Verteidiger per Kopf. Philip Meyer setzte für den Abpraller sehenswert zum Seitfallzieher an, wurde aber geblockt. Von den Gastgebern folgte ein Fernschuss, der rechts am Tor vorbeiflog. Marcel Sutter leitete die nächste Löwen-Chance mit einer Freistoßflanke vom rechten Strafraumrand ein: Kevin Vierra kam am zweiten Pfosten aus spitzem Winkel zum Kopfball, doch der Torwart konnte parieren.

Zwei Spieler der Blau-Gelben Mannschaft jubeln nach einem Tor auf dem Fußballfeld, umgeben von Gitter und Bäumen.

Auf der anderen Seite touchierte ein Fernschuss den Querbalken vom Eintracht-Tor und sprang ins Toraus, Glück für den BTSV. Wenig später rutschte ein Steckpass durch die Blau-Gelbe Abwehrkette, Jens Helling machte es im direkten Duell mit dem Stürmer aber klasse und parierte stark. Fünf Minuten später brachte eine Halbfeldflanke Gefahr fürs Löwen-Tor, doch der folgende Kopfball zappelte nur im Außennetz. Es liefen bereits die letzten Minuten der regulären Spielzeit, als Marcel Sutter von einer rustikalen Grätsche an der Mittellinie getroffen wurde. Der Übeltäter wusste sofort Bescheid und verließ bereits den Platz, doch der Schiedsrichter merkte erst nach dem Eintragen der durchaus gnädigen Gelben Karte, dass der Spieler bereits Gelb gesehen hatte. Macht in der Summe Gelb-Rot.

Etwas mehr als eine Minute später folgte das nächste klar gelbwürdige Einsteigen der Gastgeber an der Mittellinie. Kurioserweise merkte der Schiedsrichter erneut erst beim Eintragen der Karte, dass auch dieser Spieler bereits verwarnt war. Nun erinnerte also nicht nur das hochklassige Spiel an den Champions League Abend zuvor, sondern auch die kuriosen Gelb-Roten Karten. Die letzten Minuten und die Nachspielzeit waren die Löwen also zwei Spieler mehr. Und so ergaben sich natürlich Räume: Nico Skopljak chippte die Kugel in den Lauf von Marcel Sutter, der freie Bahn hatte, seinen Schuss aus 14 Metern aber denkbar knapp links neben das Tor setzte.

Die Schlussphase wurde richtig intensiv. Erst tauchte Joel Funk nach Außenrist-Flanke von Marcel Sutter frei vor dem Kasten auf, traf aus zwölf Metern aber nur den Pfosten, dann brach Funk über links durch und legte zu Sutter quer, der im letzten Moment noch geblockt wurde. Die Kugel prallte zu Ronald Frank, der das Leder aus 23 Metern in den linken Winkel drosch. Ein echtes Traumtor, doch der Schiedsrichter gab stattdessen Freistoß. Was genau vorgefallen war, war von außen nicht zu erkennen. Im direkten Gegenzug lag der Ball dann erneut im Tor. Nach einem Steckpass hatte der Stürmer alleine vor Jens Helling in die untere rechte Ecke eingeschoben, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits. Zwei zurückgenommene Tore innerhalb von wenigen Sekunden, verrückt. Es lief bereits die siebte Minute der Nachspielzeit, als Joel Funk 20 Meter vor dem Tor etwas Platz hatte und abzog, leicht abgefälscht schlug die Kugel im linken unteren Eck ein. Die Entscheidung und eine große Jubeltraube vor der Eintracht-Bank, das 4:1!

Fußballspieler in blauen Trikots feiern einen Torjubel am Spielfeldrand, während einige Zuschauer im Hintergrund stehen.

Jens Helling musste sich nach einem feinen Hackenpass noch einmal im direkten Duell mit einem Gegenspieler beweisen, parierte erneut stark und hielt den drei Tore Vorsprung fest. Und dann war Schluss! Die 3. Herren holen den zweiten Sieg in Folge und haben nun acht Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Weiter geht es am Sonntag um 11 Uhr gegen die SG Gartenstadt/Leiferde im Heimspiel.

Bis dahin

Euer Kivi

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