Siegtor in der Nachspielzeit
7 min readDie 3. Herren nehmen beim Aufstiegskandidaten MTV Braunschweig die vollen drei Punkte mit, da Tristan Halfe in der neunten Minute der Nachspielzeit zum 4:3-Auswärtssieg traf. Nach einem Doppelschlag innerhalb von einer Minute gelang den Löwen noch vor dem Pausenpfiff der 2:2-Ausgleich durch Nico Skopljak und Kevin Vierra. Nach dem Seitenwechsel drehte Kapitän Vierra vom Punkt das Spiel, ehe die Gastgeber nach einer Ecke ausgleichen konnten. In der Nachspielzeit waren die Blau-Gelben nach zwei Platzverweisen in der Überzahl und nutzten diese für den ganz späten Jubel und drei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Vor dem Spiel ging es an den Grillstand. Für 3,00 Euro gab es eine Bratwurst. Diese war zwar nicht schlecht, weitere nennenswerte Eigenschaften suchte man aber ebenso vergebens wie einen eindeutig erkennbaren Geschmack. So gibt es für die Wurst mit niedersächsischem Toastdreieck eine 5,5/10.
Die Eintracht lief mit folgender Aufstellung auf: Jens Helling (TW) – Fabian Siegmund, Pascal Lau, Philip Meyer, Nils Terbrack – Matteo Weinrich (86. Tristan Halfe), Nico Skopljak – Florian Franke, Manuel Most (67. Marvin Carl), Marcel Sutter (83. Jonar Sedo) – Kevin Vierra (C)
Zehn Minuten waren gespielt, als Kevin Vierra ein paar Meter vor dem Strafraum gefoult wurde. Aus etwa 22 Metern versuchte es Nico Skopljak beim fälligen Freistoß direkt und da fehlte auch nicht viel, doch die Kugel flog knapp über den linken Winkel. Zwei Zeigerumdrehungen später rutschte ein Steckpass durch die Eintracht-Abwehrkette, aber Jens Helling parierte im direkten Duell stark mit einer Fußabwehr. Der Nachschuss klatschte an die Oberkante der Latte und prallte ins Toraus. Kurz darauf unterlief den Löwen beinahe ein kurioses Eigentor, als ein Klärungsversuch mit der Hacke aus der Luft sich im hohen Bogen Richtung Tor senkte, doch Jens Helling war mit beiden Fäusten da und verhinderte Schlimmeres.
Im direkten Gegenzug versuchte es Fabian Siegmund aus der zweiten Reihe, knallte das Leder aber klar vorbei. Mitte der ersten Halbzeit schlugen die Gastgeber den Ball weit in die Hälfte der Löwen. Dort kam ein Verteidiger zwar mit dem Kopf an den Ball und stieß das Spielgerät zum Mitspieler, der aber an der Kugel vorbeisäbelte. So war die Nummer 10 der Gäste plötzlich frei durch und schob eiskalt unten links ein, das 0:1 aus Sicht der Eintracht.

Die 3. Herren versuchten es anschließend mit einer Variante beim Anstoß. Fast die gesamte Mannschaft rückte weit auf und ein langer Schlag sollte den Spielerpulk finden. Doch der lange Ball misslang und so ballerten die Gastgeber den Ball stattdessen weit in die Hälfte der Eintracht. Dort stand nur noch ein Verteidiger, da weiterhin alle anderen aufgerückt waren. Dieser erwischte den schwierig zu nehmenden hohen Ball zwar, bugsierte ihn aber genau zu einem MTV-Stürmer, der alleine aufs Tor laufen konnte, den chancenlosen Jens Helling umkurvte und ins leere Tor einschob. Ein blitzschneller Doppelschlag, keine volle Minute war nach dem ersten Gegentreffer vergangen, 0:2.
Die Löwen schüttelten sich kurz, brachen aber keineswegs ein. Und so kam es nur etwas mehr als zwei Minuten später zur nächsten Offensivaktion der Blau-Gelben: Nach einem Freistoß von der linken Strafraumkante blieben die Einträchtler wach, setzten mehrfach nach und belohnten sich über Nico Skopljak, der den gefühlt achten Versuch dann endlich im Tor unterbringen konnte. Der Anschlusstreffer, nur noch 1:2!

Ein paar Minuten danach jubelte die Löwen-Bank schon etwas zu früh, denn Marcel Sutter hatte dem letzten Mann der Gastgeber den Ball abgeluchst und lief alleine auf das MTV-Tor zu, schob die Kugel aber haarscharf am linken Pfosten vorbei. Lange ärgern mussten sich die Blau-Gelben darüber aber nicht, denn in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit landete eine Ecke auf dem Elfmeterpunkt bei Kevin Vierra, der volles Risiko ging und das Leder volley nahm. Das Spielgerät wäre vermutlich nicht im Kasten gelandet, aber ein Verteidiger der Gastgeber stand zumindest aus Eintracht-Sicht goldrichtig. Von dessen Körper prallte der Ball ins Tor. Der Ausgleich quasi mit dem Pausenpfiff, das 2:2!
Dann war Halbzeit und durch die vorerst geglückte Aufholjagd waren es die Männer in Blau und Gelb, die mit erhobenen Köpfen in die Kabine marschierten. Es war deutlich zu erkennen, dass hier und heute Punkte möglich waren gegen die Gastgeber, die noch voll im Aufstiegsrennen mitmischten. Die Unzufriedenheit der MTV-Akteure war deutlich zu spüren und entlud sich lautstark gegen alle Beteiligten, außer sich selbst. Ohne Wechsel ging es weiter.

Den ersten Abschluss nach Wiederanpfiff hatten die Hausherren: Der Fernschuss aus der zweiten Reihe flog aber weit am Tor von Jens Helling vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später schlug Pascal Lau vom rechten Strafraumrand eine butterweiche Flanke auf den Kopf von Nico Skopljak, der wenige Meter vor dem Tor völlig frei zum Kopfball kam, die Kugel aber hauchzart über den Querbalken köpfte. Drei Minuten danach steckte Nico Skopljak auf Marcel Sutter durch, der 14 Meter vor dem Tor aus halblinker Position zum Abschluss kam, das Leder aber zu zentral aufs Tor beförderte. Der Schlussmann packte sicher zu.
Die Blau-Gelben schnürten die Gastgeber mittlerweile am eigenen Strafraum ein. Immer noch waren keine zehn Minuten gespielt. Nach einer Ecke von Marcel Sutter kam Nico Skopljak aus spitzem Winkel zum Abschluss, wurde aber auf Kosten einer erneuten Ecke geblockt. Diese brachte erneut Marcel Sutter in die Gefahrenzone, wo Philip Meyer klar zu Boden gerissen wurde. Ganz klare Sache: Strafstoß. Die Beschwerden der Gastgeber hielten sich in Grenzen, nur die Trainer hatten es aus knapp 80 Meter Entfernung natürlich besser gesehen, änderte aber an der Entscheidung nichts. Kevin Vierra war all das egal, der Kapitän versenkte das Spielgerät im rechten Eck. Spiel gedreht, das 3:2 für die Braunschweiger Eintracht!

Die erste Führung der Eintracht im Duell der mitgliederstärksten Vereine Braunschweigs. Denn der MTV ist der Eintracht dabei dicht auf den Fersen, auch wenn die Eintracht mittlerweile langsam aber sicher davonzieht. Damit das auch so bleibt, ein kurzer Aufruf von mir an euch. Werdet Mitglied bei unserer Eintracht! Das hilft nicht nur den vielen Abteilungen, sondern ist auch für die Mitgliederversammlung relevant, die in diesem „Super-Wahl-Jahr“ mit den Wahlen von Aufsichtsrat und Präsidium besonders im Fokus steht. Online Mitglied werden könnt ihr hier.
Zurück zum Spiel: Förmlich wachgeküsst vom Rückstand suchten die Gastgeber nun zielstrebiger den Weg nach vorne. Ein Steckpass rutschte durch und wieder war Jens Helling auf sich allein gestellt, doch erneut parierte der BTSV-Schlussmann überragend und verhinderte mit einer tollen Parade den Ausgleich. Ausgerechnet in der Meisterminute war er dann machtlos. Nach einer Ecke ließen die Löwen die Nummer 10 völlig aus den Augen. Aus sechs Metern hatte dieser dann auch kein Problem, unbedrängt zum Ausgleich einzuköpfen, das 3:3.

Kurz darauf wurde es wild: Ein Spieler der Heimmannschaft ging ziemlich rüde in einen Zweikampf im Mittelfeld. Das war schon dunkelgelb. Der gute Schiedsrichter beließ es zwar bei einer Gelben Karte, da der Übeltäter aber wegen Ballwegschießens bereits verwarnt war, machte das in der Summe Gelb-Rot. Schimpfend verließ er anschließend das Spielfeld, die Löwen waren nun in Überzahl! Es wurde eine hitzige Schlussphase, die mit vielen harten Zweikämpfen, aber völlig ohne Torchancen auskam. Stattdessen sah ein MTV-Akteur gleich doppelt rot. Nach einem harmlosen Foul der Eintracht brannten alle Sicherungen durch und er trat eindeutig nach. Das hatte der Schiedsrichter gesehen und so blieb ihm keine Wahl: Das war glatt Rot. Elf Löwen gegen neun MTV-Spieler mit Beginn der Nachspielzeit!
Trotz der Unterzahl wollten die Gastgeber unbedingt gewinnen und warfen alles nach vorne. Die neunminütige Nachspielzeit war bereits fast abgelaufen, als es noch einmal einen Freistoß für den MTV gab. Bis auf Tristan Halfe, einen Verteidiger, den Torwart der Gäste und den Freistoßschützen waren alle Akteure im Löwen-Strafraum versammelt. Doch da kam der Ball nicht an. Die Freistoßflanke von der Mittellinie misslang völlig und so flog ein Befreiungsschlag Richtung Mittellinie. Der letzte Verteidiger der Gastgeber unterschätzte die Kugel und sprang am Ball vorbei. So hatte Tristan Halfe 50 Meter vor dem Tor freie Bahn, trieb die Kugel Richtung Tor und überlupfte den Schlussmann schließlich. Der Ball schlug im Kasten ein, das Ding war drin, die erneute Führung für den BTSV! 4:3!

Quasi direkt danach war Schluss und es blieb zumindest bis zu meinem Abgang ruhig, hätte man nach dem Spielverlauf und dem hitzigen Auftreten einiger Beteiligter nicht unbedingt gedacht. Der späte Lucky Punch in einem recht ausgeglichenen Spiel tut der Eintracht richtig gut, denn mit nun 13 Punkten haben die 3. Herren fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Weiter geht es am kommenden Sonntag gegen die punktgleiche Zweitvertretung vom TV Mascherode. Anstoß ist um 13 Uhr am Biberweg.
Tore: 1:0 (25. Spielminute, Abdelhakim Bekhti), 2:0 (26. Spielminute, Amir Ilmand), 2:1 (29. Spielminute, Nico Skopljak), 2:2 (45.+1 Spielminute, Kevin Vierra), 2:3. (55. Spielminute, Kevin Vierra), 3:3 (67. Spielminute, Abdelhakim Bekhti), 3:4 (90.+9 Spielminute, Tristan Halfe)
