Kennst du das Gefühl…?
7 min readSchützenfest statt Osterfeuer hieß es bei frühlingshaften Temperaturen im Eintracht-Stadion! Die Löwen lieferten eine wahnsinnig gute Leistung und ließen die Eintracht-Fans Gefühle erleben, die man lange nicht gefühlt hatte. Mit 5:0 schossen die Blau-Gelben den SV Elversberg aus dem Tempel und feierten damit den höchsten Saisonsieg. Bereits nach der ersten Halbzeit rieben sich einige Eintracht-Fans verwundert die Augen. Dabei lag das nicht einmal an dem starken Auftritt der Scherning-Elf, sondern daran, dass gleich beide Tore von Robin Krauße und Ermin Bičakčić aus Eckbällen entstanden. Im zweiten Durchgang schien das Spiel dem Ende entgegen zu plätschern, doch ein Strafstoß von Hasan Kuruçay, ein Tor aus dem Spiel heraus von Florian Krüger und ein weiteres Eckball-Tor von Doppelpacker Hasan Kuruçay schraubten das Ergebnis vor über 20.000 Zuschauern in ungeahnte Höhen.
Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Marvin Rittmüller (75. Danilo Wiebe), Hasan Kuruçay, Ermin Bičakčić, Jannis Nikolaou (C), Anton Donkor – Robin Krauße, Þórir Helgason (67. Niklas Tauer) – Fabio Kaufmann (75. Hampus Finndell), Johan Gómez (67. Florian Krüger), Rayan Philippe (82. Anthony Ujah)

Bereits nach wenigen Minuten tauchte Johan Gómez gefährlich vor dem gegnerischen Strafraum auf, wurde aber umgerissen. Der folgende Freistoß wurde nicht gefährlich. Kurz darauf eroberte Anton Donkor klasse den Ball und bediente Fabio Kaufmann, dessen Flanke von der rechten Seite zur Ecke geblockt wurde. Diese schlug Þórir Helgason auf den zweiten Pfosten, wo sich Robin Krauße davongestohlen hatte. Krauße, der heute mal ohne Kapitänsbinde unterwegs war, erwischte den Ball klasse und köpfte die Kugel wuchtig ins Netz! Ein Tor nach einer Ecke, das sieht man nicht so häufig bei der Eintracht. Na ja, zumindest bisher. Die Südkurve jubelte schon mal ausgelassen und nach sieben gespielten Minuten bekam ich die erste Bierdusche. Scheißegal, die Eintracht führt! 1:0 für den BTSV!
Nur eine Minute später wurde es erneut gefährlich, die Löwen brachten den Ball nach einer Ecke mehrmals scharf in den Strafraum, am Ende konnten sich die Gäste aber befreien. Auf der anderen Seite versuchte es Schnellbacher von der Strafraumkante, schoss aber einen Meter über den Kasten. Im direkten Gegenzug hatten die Eintracht-Fans schon wieder den Torschrei auf den Lippen: Krauße steckte wunderschön durch die Abwehrkette und schickte Kaufmann zur Grundlinie, dessen Hereingabe der völlig freie Gómez aus acht Metern über den Querbalken köpfte. Zwei Minuten später drang Philippe mit viel Tempo in den Strafraum ein und wurde klar am Trikot gezogen, kämpfte sich aber weiter. Dabei schlug der Franzose einen Haken zu viel, sodass sich SVE-Keeper Kristof noch auf den Ball schmeißen konnte. Eine Zeigerumdrehung danach setzte sich Gómez bockstark über die rechte Seite durch und drang in den Strafraum ein. Aus etwas spitzem Winkel entschied sich der US-Amerikaner gegen den Schuss und suchte Rayan Philippe, der aus kurzer Distanz im letzten Moment geblockt wurde. Wenige Augenblicke später klärten die Gäste eine Rittmüller-Flanke in höchster Not.
Das Spiel beruhigte sich danach kurz, doch fünf Minuten später gab es die Mega-Chance aufs 2:0: Nach einem Ballgewinn an der Mittellinie war Rayan Philippe plötzlich frei durch, rannte mit Ball seinen Verfolgern davon und drang in den Strafraum ein. Alleine vor dem Torwart schoss er allerdings den Gäste-Keeper ab und musste sich die gerechtfertigten Vorwürfe von Fabio Kaufmann gefallen lassen, der mitgelaufen war und bei einem Querpass nur noch ins leere Tor hätte einschieben müssen. Anschließend zogen sich die Löwen etwas zurück und ließen Elversberg erstmal machen. Mehr als halbwegs gefährliche Ansätze kamen dabei aber auch nicht raus. Thorben Hoffmann blieb erstmal quasi beschäftigungslos.
Fünf Minuten vor der Pause schien eine Hereingabe von Anton Donkor bereits geklärt, doch Johan Gómez drang mit einer starken Drehung in den Strafraum ein und spielte den Ball flach vors Tor. Rayan Philippe nahm den Ball aus sieben Metern direkt, doch Kristof parierte den Flachschuss klasse. Wenige Augenblicke später köpfte Helgason eine Flanke am Tor vorbei. Der ein oder andere Eintracht-Fan ärgerte sich zu diesem Zeitpunkt sicherlich, dass die Blau-Gelben das zweite Tor bisher verpasst hatten und fühlte sich an das Spiel gegen die Hertha erinnert. Doch die Sorgen hielten nicht bis zum Pausenpfiff an. Erneut war es eine Ecke, die dieses Mal Rayan Philippe schlug. Wieder landete der Ball am zweiten Pfosten, wo sich Johan Gómez im Luftduell durchsetzen konnte und das Leder per Kopf clever querlegte. Ermin Bičakčić musste die Kugel aus kürzester Distanz nur noch über die Linie drücken und lief anschließend jubelnd zur Bank. Schon wieder ein Ecken-Tor, jetzt wurde es völlig verrückt! 2:0 für die Braunschweiger Eintracht!
Direkt danach war Halbzeit und die Eintracht-Fans konnten die Halbzeit-Wurst schon etwas entspannter genießen. Eine hochverdiente Pausenführung, das 2:0 kam zum richtigen Zeitpunkt und war absolut überfällig. Aufgrund der tollen Leistung gab es für Daniel Scherning natürlich keinen Grund für Änderungen, die Gäste hingegen tauschten gleich doppelt.

Elversberg hatte auch im zweiten Durchgang erstmal mehr Ballbesitz, gefährlich wurden aber weiterhin nur die Löwen. Über Rittmüller und Kaufmann kamen die Blau-Gelben in den Strafraum, die Gäste klärten auf Kosten eines Eckballs. Den anschließenden Eckstoß nahm Hasan Kuruçay am zweiten Pfosten per Dropkick direkt, traf den Ball aber nicht perfekt, sodass Kristof sicher zupacken konnte. Nur zwei Minuten später musste sich der Schlussmann der Gäste schon etwas mehr anstrengen: Fabio Kaufmann bekam von Anton Donkor den Ball und zog aus 20 Metern einfach mal ab. Mit den Fingerspitzen wischte der Torwart den Ball noch aus dem rechten Winkel. Eine Minute später zog Rayan Philippe von halblinks ab: drüber. Kurz darauf marschierte Helgason gefühlt an der halben Gäste-Mannschaft vorbei, machte es dann vor dem Strafraum aber zu eigensinnig und verlor den Ball in einer aussichtsreichen Position.
Auf der anderen Seite brach Schnellbacher frei durch, Thorben Hoffmann entschied das direkte Duell mit einer richtig starken Parade aber für sich. Allerdings wäre es ohnehin Abseits gewesen, das Eintracht-Stadion feierte die Aktion dennoch lautstark. Man merkte den Gästen langsam die Verzweiflung an, Wanner probierte es aus der zweiten Reihe, jagte den Ball aber meterweit über den Kasten. Das Spiel schien in der Schlussphase etwas dem Ende entgegen zu plätschern, bis Vandermersch eine Flanke an die Hand bekam, klare Sache: Strafstoß. Mittlerweile hat sich Hasan Kuruçay als etatmäßiger Schütze durchgesetzt und machte es auch beim dritten Versuch wieder souverän. Viel genauer kann man einen Elfmeter gar nicht in den linken Winkel schießen, absolut keine Abwehrchance für SVE-Keeper Kristof. 3:0 für die Eintracht: Großer Jubel, denn das war die endgültige Entscheidung!
Die Fans feierten im Freudentaumel dem Abpfiff entgegen, der Heimbereich war fast komplett ausverkauft und spätestens nach dem 3:0 wurden auch die meisten Sitzplätze in dauerhafte Stehplätze umfunktioniert. Doch es gab noch mehr: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld machte es die Eintracht blitzschnell. Anthony Ujah wurde auf der linken Seite bedient und lief seinen Verfolgern davon. Im Strafraum angekommen, hatte der Joker die Übersicht und legte quer. Der andere Joker für den Sturm, Florian Krüger vollstreckte eiskalt ins linke untere Eck. 4:0 in der Nachspielzeit! Der erste Treffer aus dem Spiel heraus und absolute Eintracht-Ekstase!
Die Gäste taumelten dem Ende entgegen und so konnte sich Anton Donkor über die linke Seite durchsetzen und marschierte mit langen Schritten aufs Tor zu. Aus leicht spitzem Winkel zog der Linksverteidiger wuchtig ab, Kristof riss die Fäuste hoch und parierte zur Ecke. Zur Ecke? Da war doch was! Dieses Mal war es Robin Krauße, der den Ball servierte und die Kugel auf den ersten Pfosten schlug. Dort hatte Hasan Kuruçay ganz schön viel Platz und köpfte das Leder aus kurzer Distanz ins Netz. Drei Ecken, ein Elfmeter. Eine vom Bolzplatz bekannte Regel, die heute ihre Anwendung auf andere Art im Eintracht-Stadion fand. FÜNF zu NULL für die Blau-Gelben! Die Fans wussten gar nicht, wie ihnen geschah! Die Gäste drängten im direkten Gegenzug auf den Ehrentreffer und kamen auch mehrmals im Strafraum zum Abschluss, doch der erste Versuch von Wanner wurde geblockt, den zweiten klärte Hasan Kuruçay von der Linie und beim dritten packte Hoffmann sicher zu. Immerhin noch ein bisschen Offensiv-Statistik für die Gäste.

Dann war Schluss! Die Eintracht feiert den höchsten Saisonsieg und schlägt den SV Elversberg mit 5:0! Gute Laune auf den Osterfeuern der Region ist also vorprogrammiert! Durch die Niederlagen von Kaiserslautern und Rostock stehen die Löwen damit mindestens auf dem 15. Tabellenplatz. Weiter geht es am kommenden Sonntag bei Fortuna Düsseldorf. Anstoß ist um 13.30 Uhr.
Bis dahin
Euer Kivi

Tobsüchtige Glückseligkeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeit.