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Torfestival in der zweiten Halbzeit

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Nach einer ersten Halbzeit ohne viele Highlights boten die Löwinnen ihren Fans im zweiten Durchgang des heutigen Testspiels einiges. Gegen den Eimsbütteler TV stand es zum Pausentee 0:1. Nach dem Seitenwechsel legten beide Teams erst richtig los. Der Siegtreffer von Ronja Riemer kurz vor Abpfiff markierte das 5:4! Sechs Tore fielen im zweiten Durchgang innerhalb von nur einer Viertelstunde! Neben Siegtorschützin Riemer trugen sich Doppelpackerin Caren Holzenkamp und Aurelia Tillmann ein. Zudem erzwang Jill Lange ein Eigentor der Gäste.

Eintracht-Coach Michael Schulz entschied sich für folgende Aufstellung: Melanie Würmel (45. Johanna Bogon) – Victoria Wiedermann, Sophia Koschick, Antonia Farr, Johanna Bürger, Lya Pfeiffer – Franziska Knopp, Caren Holzenkamp, Julia Meißner – Jill Lange, Ronja Riemer
Von der Bank kamen: Aurelia Tillmann, Charlotte Brühler, Melisa Bal

Die erste Chance der Partie hatten die Gäste aus Hamburg bereits nach wenigen Augenblicken. Nach einem Steckpass tauchte die ETV-Spielerin frei vor Melanie Würmel im Strafraum, scheiterte aus leicht spitzem Winkel aber an einer Faustabwehr der BTSV-Torfrau. Kurz darauf spritzte Caren Holzenkamp beim Spielaufbau der Gäste dazwischen und eroberte den Ball. Aus 24 Metern zog sie ab, der Ball senkte sich über die Torhüterin weg, klatschte aber nur auf die Latte und sprang von dort ins Aus. Eine Viertelstunde später wurde ein Befreiungsschlag der Gäste-Torhüterin durch eine Unachtsamkeit der Blau-Gelben Hintermannschaft zur Vorlage, doch die durchgebrochene Stürmerin legte sich den Ball zu weit vor. Würmel stürmte aus ihrem Kasten und schmiss sich auf das Spielgerät.

Fünf Minuten danach versuchten es die Hamburgerinnen aus der zweiten Reihe, verzogen aber klar. Zehn Minuten später brachten sich die Löwinnen selbst in die Bredouille. Nach einem bösen Ballverlust am eigenen Strafraum hatte die gegnerische Offensivkraft nur noch Melanie Würmel vor sich, schob den Ball aber knapp rechts am Tor vorbei. Im Gegenzug versuchte es Franziska Knopp aus großer Ferne, doch die gegnerische Torfrau packte sicher zu. Kurz darauf bekamen die Gäste einen Freistoß zugesprochen und ballerten diesen in die Mauer. Eigentlich. Doch die Löwinnen-Mauer offenbarte eine Lücke, durch die der Ball zischte, zum Glück genau in die Arme von Melanie Würmel, die den Ball festhalten konnte. Doch kurz vor der Pause war der Ball dann doch drin. Erneut verloren die Blau-Gelben den Ball im Aufbauspiel, ein Steckpass brachte die Nummer 25 frei durch. Dieses Mal zappelte der Ball im Netz, das 0:1 für die Gäste.

Dann war Halbzeit. Wirklich schwere Kost wurde den etwa 50 Zuschauern geboten. Viel passierte nicht und wenn, war es durch dicke Patzer ausgelöst. Einer sorgte für das einzige Tor und bedeutete den 0:1-Pausenrückstand.

Und auch in Durchgang Nummer zwei sorgte ein schlimmer Ballverlust für die nächste gefährliche Situation. Antonia Farr bügelte in höchster Not mit einem tollen Zweikampf den Fehler ihrer Mitspielerinnen aus und blockte den anschließenden Nachschuss noch vor der Linie. Im direkten Gegenzug geriet der Schuss von Caren Holzenkamp aus 19 Metern zu zentral. Sofort ging es wieder in die andere Richtung. Die Gäste kombinierten sich in den Strafraum und plötzlich stand nur noch die eingewechselte Torfrau Johanna Bogon im Weg. Der Schuss aus 13 Metern prallte aber nur an den Pfosten und von dort zurück in die Arme von Bogon. Wenige Augenblicke später rette Antonia Farr erneut doppelt als letzte Verteidigerin. Zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Jill Lange einen Holzenkamp-Pass in den Lauf von Franziska Knopp weiterleitete. Die Kapitänin tauchte gefährlich im Strafraum auf und legte quer. Jill Lange ging energisch zum Ball, doch am Ende war es wohl eine Verteidigerin der Gäste, die die Kugel über die Linie bugsierte. Die Schiedsrichterin notierte jedenfalls ein Eigentor. Dem Spielstand war es egal, der war nun ausgeglichen, 1:1!

Doch die Freude währte nicht lange. Fünf Minuten später sorgte ein folgenschwerer Ballverlust für den erneuten Rückstand. Die Nummer 3 war völlig frei durch, umkurvte Bogon und schob ins leere Tor ein. Die Löwinnen lagen wieder zurück, 1:2. Nicht einmal zwei Zeigerumdrehungen später sorgte ein schneller Gegenstoß für den Doppelschlag. Die Blau-Gelben waren unsortiert und dadurch in Unterzahl. Von der rechten Strafraumkante folgte der flache Pass in die Mitte, wo die Nummer 3 vollkommen frei stand und den blitzschnellen Doppelpack schnürte und das 1:3 erzielte.

Doch nun hatten die Löwinnen die schnelle Antwort parat. Nur drei Minuten später startete Aurelia Tillmann bei einem langen Ball aus dem Halbfeld perfekt, hebelte somit die Abseitsfalle auf und war frei durch. Sie ging noch ein paar Meter mit dem Ball, guckte die Torfrau aus und vollstreckte aus 17 Metern zum 2:3-Anschlusstreffer.
Nur eine Minute später war es Caren Holzenkamp, die der letzten Verteidigerin mit einem cleveren Tackling den Ball abluchste und es dann herrlich und wunderschön machte. Aus dem Fußgelenk überlupfte die Mittelfeldspielerin die heraus eilende Torfrau. Im hohen Bogen senkte sich der Ball unter die Latte, ein echtes Traumtor und die Doppelschlag-Antwort auf den Doppelschlag. Der Ausgleich zum 3:3!
Eine Viertelstunde war seit dem 1:1 vergangen, als die Gäste einen Konter der Löwinnen mit einem Foul zu stoppen versuchten. Gerade als die Schiedsrichterin Freistoß pfeifen wollte, war Caren Holzenkamp bei dem anschließenden Rückpass zur Torfrau dazwischen gegangen. Die Schiedsrichterin ließ Vorteil laufen, Holzenkamp umkurvte die Torhüterin und schob ins leere Tor ein. Sechs Tore in 15 Minuten! Spiel gedreht, 4:3!

Vier Minuten danach landete eine Flanke von Franziska Knopp am zweiten Pfosten bei Victoria Wiedermann, die volles Risiko ging und den Ball volley nahm. Da sie den Ball nicht perfekt traf, konnte die Torhüterin die Kugel festhalten und den Gegenstoß einleiten. Die Löwinnen kamen nicht rechtzeitig zurück und so hatten die Gäste wieder einmal Überzahl. Dieses Mal folgte die flache Flanke von links. In der Mitte vollendete die Nummer 17 zum 4:4-Ausgleich.
Zehn Minuten später verhinderte Johanna Bogon den erneuten Ausgleich und hielt einen Schuss aus spitzem Winkel im Nachfassen fest. Die Gäste schienen sich bereits mit dem Unentschieden zufriedengegeben zu haben, als die Löwinnen noch einen letzten Angriff starteten. Caren Holzenkamp tunnelte auf der rechten Seite mit einem sehenswerten Hackentrick ihre Gegenspielerin und verschaffte sich so etwas Platz. Aus dem rechten Halbfeld schlug sie anschließend eine traumhafte Flanke zu Ronja Riemer. Die schmiss sich mit einer Mischung aus Seitfallzieher und Fluggrätsche irgendwie in den Ball und bugsierte das Spielgerät über die Torfrau hinweg ins Netz. Der erneute Führungstreffer in der letzten Spielminute, das 5:4!

Kurz darauf pfiff die Schiedsrichterin dann auch ab. Mit 5:4 gewinnen die Löwinnen ihr zweites Testspiel in Folge, ließen aber durchblicken, dass vor dem Rückrundenstart noch etwas Arbeit auf das Trainerteam um Michael Schulz wartet. Weiter geht es erst in zwei Wochen (18.02.), dann steht gegen den RSV Braunschweig das nächste Testspiel an. Anstoß am Biberweg ist um 13 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Bis dahin

Euer Kivi

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