Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Wieder Rot, wieder verloren

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Schweigen herrschte im Gästeblock, als sich die Löwen mit hängenden Köpfen bei den mitgereisten Eintracht-Fans bedankten. Ein paar Fans hielten ihren Schal tapfer in die Höhe, Pfiffe waren nicht zu hören, einige Fans hatten den Gästeblock im Wildparkstadion bereits verlassen. Die meisten aber starrten bedrückt auf die Spieler ihrer Lieblingsmannschaft. Erneut bekamen die Eintracht-Fans keine gute Offensiv-Leistung geboten, nicht einen Schuss aufs Tor fabrizierten die Blau-Gelben über das gesamte Spiel. Dafür beendete die Mannschaft von Jens Härtel das Spiel erneut in Unterzahl. Eine Besonderheit war, dass eine glatt Rote Karte für Kapitän Nikolaou bereits in der ersten Halbzeit war. Die Gastgeber bestraften viele schwach verteidigte Situationen zweimal und der VAR verhinderte mit einem zurückgenommenen Elfmeter und einem zurückgenommenen Tor vermutlich ein Debakel.

Bevor es auf dem Platz zur Sache ging, wurde sich beim Catering bedient. Für satte 4,50 Euro gab es eine Feuerwurst. Scharf, frisch gegrillt, sehr gutes Brötchen. Bis auf den etwas hohen Preis absolut nichts zu meckern und eine echte Empfehlung! 9/10 von mir!

Löwen-Coach Jens Härtel entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Danilo Wiebe, Robert Ivanov, Hasan Kuruçay – Jan-Hendrik Marx (46. Keita Endo), Jannis Nikolaou (C, 37. Rot), Robin Krauße, Anton Donkor (83. Niko Kijewski) – Johan Gómez (71. Saulo Decarli) – Anthony Ujah (71. Kaan Caliskaner), Fabio Kaufmann (71. Rayan Philippe)

Den ersten Abschluss der Partie hatten die Löwen: Anthony Ujah wurde nach einer Minute von Johan Gómez bedient, sein Schuss wenige Meter vor dem Strafraum flog aber weit rechts vorbei. Auf der anderen Seite wurde Schleusener von Wanitzek in den Strafraum geschickt, war schneller als Ivanov, schoss aber aus spitzem Winkel rechts vorbei. Eine Minute später tauchte Jung gefährlich im Löwenstrafraum auf, doch seinen Querpass bekamen die Blau-Gelben gerade noch geklärt. Kurz darauf legte Jung für Nebel quer, der aus aussichtsreicher Position am Ball vorbei trat. Ein paar Minuten später prallte eine Ecke Krauße vor die Füße, der es mit einem Heber versuchte, KSC-Torwart Drewes hatte damit aber keine Probleme, der Schuss wäre ohnehin nicht aufs Tor gekommen. Etwa 25 Minuten waren gespielt, als die Blau-Gelbe Defensive von einer schnellen Kombination der Gastgeber überrumpelt wurde. Stindl und Jung spielten Donkor schwindlig, der nicht verhindern konnte, dass Jung den Ball flach in den Strafraum spielen konnte. In der Mitte ging Jensen entschlossener zum Ball als Nikolaou und knallte die Kugel aus kurzer Distanz in die Maschen. Das 1:0 für den Karlsruher SC.

Bis dahin hatten die Löwen überraschend häufig den Ball im Besitz gehabt, waren aber nicht wirklich gefährlich vors Tor gekommen. Wieder einmal fehlte die letzte Idee, um zum Torabschluss zu kommen. Vor allem die Standards waren erneut absolut ungefährlich. Ein paar Minuten nach dem Tor kombinierten die Gastgeber über Wanitzek und Jensen in den Strafraum. Am Ende konnte Stindl im letzten Moment am Abschluss gehindert werden. Eine Minute später spielte Jung den Ball in den Rückraum, Wanitzek legte sich die Kugel zurecht und zog aus 20 Metern ab, knapp rechts vorbei. Auf der anderen Seite erwischte Nikolaou eine Marx-Ecke mit dem Kopf, bugsierte das Leder aber meterweit am Tor vorbei.

Ein paar Minuten vor dem Halbzeitpfiff zog Wanitzek das Tempo an und rannte einfach mal durch die Mitte. Mehrere Eintracht-Spieler konnten ihn nicht aufhalten, Nikolaou versuchte erst das Foul per Trikotzupfer zu ziehen, als das misslang, trat er seinem Gegenspieler haarscharf vor der Strafraumgrenze in die Hacken. Schiedsrichter Kampka zückte glatt Rot. Kuruçay hätte vermutlich noch eingreifen können, harte Entscheidung des Unparteiischen, aber auch ganz schwach verteidigt von mehreren Blau-Gelben gegen einen KSC-Akteur. Den fälligen Freistoß zog der Gefoulte selbst direkt aufs Tor, Kaufmann fälschte zur Ecke ab. Der anschließende Eckball zappelte dann aber im Netz. Franke hatte die Flanke per Kopf verlängert, Bormuth bugsierte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. Der erneut machtlose Eintracht-Torwart Hoffmann hatte ein Handspiel gesehen und beschwerte sich lautstark. Und er sollte Recht behalten. Der VAR schaltete sich ein. Bormuth hatte die Kugel mit der Hand berührt. Normalerweise nicht strafbar, ein Torschütze darf das Spielgerät im direkten Zusammenhang mit der Torerzielung aber überhaupt nicht mit der Hand berühren, auch unabsichtlich nicht. Somit eine korrekte Entscheidung des Unparteiischen.

Wenige Minuten danach kam Nebel im Strafraum zum Abschluss, Ivanov konnte aber blocken. Nur eine Zeigerumdrehung später erwischte Stindl eine Heise-Flanke per Kopf, Hoffmann packte bei dem recht zentralen Versuch aber sicher zu. Gegen Ende der Nachspielzeit versuchte es Ujah per Kopf nach einer Flanke, schädelte das Spielgerät aber weit rechts vorbei.

Dann war Halbzeit. Wieder einmal hatten die Löwen einen annehmbaren Start erwischt, wieder einmal war das große Manko das Erspielen von Chancen. Durch den Rückstand ließ man sich etwas aus dem Tritt bringen und die Gastgeber kamen ins Rollen. Nach einer schwach verteidigten Szene zog Nikolaou die vermeintliche Notbremse, wodurch die Blau-Gelben die zweite Hälfte ohne ihren Kapitän in Unterzahl bestreiten mussten. Zur Pause kam Endo positionsgetreu für Rechtsverteidiger Marx. Überraschenderweise blieben Rittmüller und Multhaup als vermeintlich erste Alternativen für die Position auf der Bank.

Den ersten Abschluss im zweiten Durchgang hatten die Gastgeber. Franke köpfte eine Freistoßflanke von Heise aufs Tor, Hoffmann reagierte super und parierte zur Ecke, die es aber aufgrund eines zuvor begangenen Foulspiels nicht gab. Wenige Minuten später kam Endo vor dem Strafraumrand an den Ball, statt zu schießen, verzettelte sich der Japaner aber. Zehn Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, als die Eintracht plötzlich die Riesenchance auf den Ausgleich hatte: Kaufmann spielte einen tollen Steilpass in den Lauf von Ujah, Bormuth versuchte noch zu retten, grätschte aber ins Leere, sodass der Stürmer vollkommen frei vor KSC-Torwart Drewes auftauchte. Ujah lupfte den Ball über den Keeper, aber auch übers Tor, sodass die Kugel aufs Tordach fiel. Das hätte der Ausgleich sein müssen!

Fast im direkten Gegenzug sprang Donkor der Ball bei einer Flanke an die Hand, doch das Schiedsrichtergespann bewertete die Szene als nicht strafbar. Anders war es nur eine Minute später: Kuruçay spielte einen katastrophalen Fehlpass am eigenen Strafraum, Heise konnte von links flanken, Gómez grätsche in die Flanke und von seinem Körper sprang der Ball an seinen Arm. Schiedsrichter Kampka entschied sofort auf Elfmeter. Nachdem der VAR sich einige Zeit die Szene angeschaut hatte, ging Kampka noch einmal selber raus und schaute sich die Szene mit eigenen Augen an. Beide Fanlager verkündeten laustark ihren Unmut und nach einer gefühlten Ewigkeit verkündete auch Kampka seine Entscheidung: kein Elfmeter! Wohl die korrekte Entscheidung, auch wenn es vermutlich keine klare Fehlentscheidung war.

Viel änderte das nicht, der KSC war weiterhin klar tonangebend. Heise zog wuchtig vom linken Strafraumeck ab, ein Stück über den linken Winkel. In der Meisterminute verhagelten die Gastgeber den etwa 600 mitgereisten Braunschweigern dann aber endgültig die gute Laune, die Schals gingen trotzdem mehrheitlich in die Luft. Wanitzek prügelte den Ball hoch und weit in die Eintracht-Hälfte. Der Ball war ewig in der Luft, Kuruçay ließ sich von Schleusener abkochen und sah ganz alt aus. Der Stürmer bugsierte den Ball zu Stindl, der wieder Schleusener bediente. Dieser tauchte alleine vor Hoffmann auf und vollendete durch die Beine des Schlussmannes zum 2:0, das war wohl die Vorentscheidung.

Vier Minuten später war es Ivanov, der nach einem eigentlich ziellos in die Braunschweiger Hälfte geschlagenen Ball alt aussah. Der Innenverteidiger hatte den startenden Schleusener überhaupt nicht auf dem Schirm und zog viel zu spät das Tempo an. Schleusener kam vor dem herausstürmenden Hoffmann an den Ball und chippte die Kugel aus 30 Metern aufs Tor. Der Ball hüpfte aufs leere Tor zu, prallte aber an den linken Pfosten. Hoffmann reagierte am schnellsten und schmiss sich auf den Ball. Kurz darauf zog Burnic nach Vorlage von Stindl im Strafraum ab, doch Hoffmann wehrte den Schuss aus spitzem Winkel mit einer starken Fußabwehr ab. Eine Minute später versuchte es Rossmann aus der zweiten Reihe, sichere Beute für Hoffmann. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war Hoffmann bei Stindls Versuch aus spitzem Winkel erneut da. Auch Wanitzeks Flachschuss aus 22 Metern hielt der Löwen-Keeper fest.

Danach passierte nichts mehr und Schiedsrichter Kampka beendete die Partie beim Stand von 2:0 für die Gastgeber. Eine verdiente Niederlage, denn offensiv war das wieder einmal viel zu wenig. Nur eine zwingende Chance erspielte sich die Mannschaft von Jens Härtel, diese vergab Ujah allerdings. Der Rückstand brachte die Löwen aus dem Konzept und nach der Roten Karte übernahm der KSC komplett die Kontrolle.

Bis dahin

Euer Kivi

3 thoughts on “Wieder Rot, wieder verloren

      1. Zum einen war das Sarkasmus und zum anderen ist die verhängte Sperre quasi 2 weitere rote Karten.

        Wir schaffen das.

        💙💛

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