Pokalaus gegen den FC Schalke 04
5 min readDie Löwen zeigen in der 1. Runde des DFB-Pokals ihre beste Saisonleistung, erspielten sich aber erneut zu wenig klare Chancen und verlieren gegen effiziente und abgezockte Schalker mit 1:3. Nachdem das Team von Trainer Jens Härtel früh durch Anthony Ujah in Führung gegangen war, nutzten die Gäste einen Standard und eine einmal zu unaufmerksame Blau-Gelbe Defensive aus, um das Spiel noch vor der Halbzeit zu drehen. Im zweiten Durchgang des Flutlichtspiels neutralisierten sich beide Teams etwas, die Löwen verpassten es, einige aussichtsreiche Angriffe in Gefahr umzuwandeln. Nach einer Gelb-Roten Karte für Sebastian Griesbeck traf der FC Schalke 04 in der Nachspielzeit zur 1:3-Vorentscheidung. Dass die Gäste ebenfalls noch Gelb-Rot sahen, beeinflusste das Ergebnis nicht mehr. Chance für eine Revanche haben die Jannis Nikolaou und Co bekannt bereits am nächsten Wochenende.
Eintracht-Coach Jens Härtel entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Sebastian Griesbeck (90.+2 Gelb-Rot), Brian Behrendt (78. Danilo Wiebe), Hasan Kuruçay – Jan-Hendrik Marx (71. Maurice Multhaup), Robin Krauße, Jannis Nikolaou (C), Anton Donkor – Johan Gómez (81. Keita Endo) – Fabio Kaufmann (71. Kaan Caliskaner), Anthony Ujah (78. Rayan Philippe)

Den ersten Abschluss der Partie hatten die Löwen und es wurde gleich gefährlich: Eine Gómez-Flanke köpfte Marx zu Robin Krauße, der die Kugel aufs rechte Eck schädelte. S04-Torwart Müller lenkte das Leder mit einer tollen Flugparade noch über den Querbalken. Auf der anderen Seite war Terodde wenig später frei durch, ging an Hoffmann vorbei und wurde von dem Eintracht-Torwart zu Boden gebracht. Glück für die Löwen: Zuvor hatte Terodde knapp im Abseits gestanden. Kurz darauf antizipierte Fabio Kaufmann einen Rückpass von Baumgartl und ging mit einem energischen Sprint dazwischen. Er bekam den Ball zwar nicht am herausstürmenden Marius Müller vorbei, doch die Kugel prallte zu Anthony Ujah, der sich diese Gelegenheit nicht nehmen ließ und das Spielgerät über Müller hinweg ins Tor hob. Das 1:0 für die Eintracht und die, die es von den 21.800 Zuschauern mit der Eintracht hielten, lagen sich jubelnd in den Armen!
Eine wütende Schalker Antwort blieb erstmal aus, ehe die Löwen einen unnötigen Freistoß auf der linken Außenbahn verursachten. Seguin schlug diesen in die Gefahrenzone, Ujah verlängerte unglücklich, am zweiten Pfosten war Karaman einen Schritt schneller als Krauße und drückte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. Nichts zu machen für Hoffmann, der Ausgleich mit dem ersten Abschluss der Gäste, das 1:1.Karamann jubelte etwas provokant direkt in den Block 6 rein und erntete dafür einige „nette“ Grüße, eine Gelbe Karte gab es aber nicht. Die sah wenig später aber Nikolaou, nachdem er gegen Karaman mit einer Grätsche zu spät kam, klare Sache. Den folgenden Freistoß ballerte Kaminski mehrere Meter über den Kasten.

Wenige Minuten später tauchte Kaufmann frei vor Müller auf, aber er stand beim Pass von Ujah im Abseits. Kurz darauf leistete sich Nikolaou das nächste Foul, aus dem Tempelmann auch viel machte, dennoch Glück für den Kapitän, dass er noch nicht zum Duschen geschickt wurde. Etwas weniger als eine Viertelstunde vor der Halbzeit kam der Ball über Kaufmann und Ujah zu Krauße, der mit der Brust ablegte. Marx versuchte es mit einem Volley aus 20 Metern. Genau in die Arme von Müller, nur ein wenig weiter rechts oder links und es wäre richtig gefährlich geworden. Anschließend verflachte das Spiel, erst über zehn Minuten später kamen die Schalker zu ihrem dritten Torschuss, begünstigt durch eine unaufmerksame Blau-Gelbe Hintermannschaft. Donkor wurde von einem Doppelpass überrumpelt, Kuruçay zu einfach getunnelt und Seguin hatte keiner auf dem Schirm. Der Mittelfeldspieler kam aus zwölf Metern völlig frei zum Schuss, Behrendt konnte nicht mehr blocken und Hoffmann war chancenlos, denn das Ding zischte genau in den Winkel. Das ging viel zu einfach und plötzlich stand es 1:2.
In der Nachspielzeit drängten die Löwen nochmal auf den Ausgleich. Kuruçay versuchte es nach einer Balleroberung aus der zweiten Reihe, verfehlte das Tor aber klar. Da wäre der Pass auf den besser postierten Kaufmann die klügere Wahl gewesen. Anschließend wurde es nach zwei Ecken noch halbwegs gefährlich, den Torschrei hatte aber niemand auf den Lippen.
Dann war Halbzeit. In einem ausgeglichenen Spiel hatten die Gäste viel Ballbesitz, wussten damit aber wenig anzufangen und zeigten sich auch nicht sattelfest in der Abwehr. Auch die Eintracht kam zu wenigen Chancen, hatte aber mehr Abschlüsse. Die Schalker nutzten einen Standard und eine Unaufmerksamkeit der fast kompletten Blau-Gelben Hintermannschaft, um das Spiel mit ihren einzigen Schüssen aufs Tor zu drehen.

Die Löwen starteten druckvoll in die zweite Halbzeit, konnten die erzwungene Ecke aber mal wieder nicht für Gefahr nutzen. Dann probierte es mal Marx aus der zweiten Reihe, wurde aber geblockt. Eine Minute späte erwischte Nikolaou eine Flanke nach einer Ecke mit dem Kopf, klar vorbei. Danach plätscherte das Spiel vor sich hin. Schalke musste nicht und ging dementsprechend nicht ins Risiko, die Blau-Gelben ließen viele aussichtsreiche Angriffe durch Ungenauigkeiten liegen. Zwanzig Minuten ohne Torschuss auf beiden Seiten später kamen die Gäste etwas aus dem Nichts zum Abschluss: Karaman steckte auf Lasme durch, des aus spitzem Winkel vor Hoffmann auftauchte. Der Löwen-Schlussmann parierte mit einer starken Fußabwehr zur Ecke. Eine Viertelstunde später konterten die Königsblauen. Lasme tauchte erneut rechts im Strafraum auf, an seinem Querpass rutschte Karaman vorbei.
Im Gegenzug zog Caliskaner von links nach innen, verpasste am Strafraumrand aber den richtigen Moment zum Abspiel oder Abschluss und wurde geblockt. Doch die Löwen blieben dran: Über Nikolaou und Multhaup kam der Ball zu Philippe, der aus wenigen Metern und aus spitzem Winkel nicht an Marius Müller vorbeikam. Den nächsten aussichtsreichen Angriff beendete Nikolaou, der sich statt eines Abspiels für einen Verzweiflungsschuss aus 25 Metern entschied. Dieser wurde aber nicht gefährlich und flog klar drüber. Es gab fünf Minuten Nachspielzeit, die erstmal damit begannen, dass Griesbeck nach einem taktischen Foul mit Gelb-Rot vom Platz musste. Und kurz darauf fiel die Entscheidung: Nach einem Ballverlust bediente Lasme Polter, der für Latza ablegte. Der Mittelfeldspieler zog mit rechts ab und vollendete trocken ins linke Eck. Das 1:3, damit war das Spiel gelaufen. Im Gegenzug kam Endo im Zweikampf mit Tempelmann zu Fall. Schiedsrichter Ittrich entschied erst auf Elfmeter, verlegte das Ganze dann aber in Absprache mit seinem Assistenten doch noch außerhalb des Strafraums. Zudem gab es Gelb-Rot für Tempelmann. Den Freistoß führte Philippe flach auf den Strafraumrand aus, wo Endo völlig frei zum Abschluss kam, den Ball aber überhaupt nicht richtig traf und Richtung Eckfahne bugsierte.

Dann war Schluss. Raus mit Applaus, aber halt auch raus. Viel hatten die Löwen nicht zugelassen, das wenige nutzte Schalke aber effizient. Allerdings erspielten sich die Blau-Gelben selber auch wirklich nicht viel, wie auch in den beiden Ligaspielen zuvor. Dennoch war der Gesamtauftritt besser als zuletzt. Um Spiele gewinnen zu können, muss da aber offensiv noch mehr kommen. Am kommenden Sonntag geht es erneut gegen Schalke, Anstoß im Eintracht-Stadion ist dann um 13.30 Uhr.
Bis dahin
Euer Kivi
