Sommertrainingslager: Tag 3 und Testspiel gegen Preußen Münster
7 min readIm heutigen Trainingslagerbericht erfahrt ihr, was am dritten Tag im Trainingslager geschah, wie die Löwen sich auf ihr zweites Testspiel im Trainingslager vorbereiteten und wie das Testspiel gegen Preußen Münster lief. Bei der 3:1-Niederlage im Takko-Stadion in Telgte traf Maurice Multhaup per direkt verwandeltem Freistoß zur zwischenzeitlichen Führung. Die Blau-Gelben konnten vor 2.250 Zuschauern dennoch nicht verhindern, dass der Aufsteiger in die 3. Liga mit 3:1 gewann.
Am Montagvormittag startete die erste Trainingseinheit mit einer feuchtfröhlichen Überraschung. Das Trainerteam bereitete im Schatten der kleinen Tribüne die erste Übung vor, als der Rasensprenger Kurs auf die Gruppe um Ronny Thielemann nahm. Unser Co-Trainer setzte im letzten Moment zum Sprint an und auch das restliche Team vermied es gerade so noch, komplett durchnässt die Übungen leiten zu müssen. Vor Trainingsbeginn gaben die Löwen einem Autogrammsammler aus der Region noch brav ihre Unterschriften. Die Einheit begann mit einer Konzentrationsübung, bei der die Spieler bestimmte Kommandos befolgen mussten und sich bei der entsprechenden Anweisung das richtige Hütchen schnappen mussten. Es wurde viel gelacht, auch wenn die Verlierer Liegestützen machen mussten. Die Gewinner feierten ihre schnelle Reaktionszeit jedenfalls ausgiebig.

Danach ging es in zwei verschiedene Gruppen. Die eine Hälfte der Spieler spielte auf zwei Feldern Fußballtennis, die andere Hälfte absolvierte eine taktische Spielübung mit Torabschluss. Beim Fußballtennis packte die Löwen der Ehrgeiz und das ein oder andere Mal wurde sogar emotional mit dem Schiedsrichter diskutiert. Auch Videoanalyst Marcel Goslar mischte mit und zeigte vollen Einsatz. Am Ende gab es noch ein gemeinsames Foto mit Spielern, Trainern und Fans, welches sicherlich in den nächsten Tagen von der Braunschweiger Zeitung oder Eintracht veröffentlicht wird.
Ich blieb auf dem Gelände der Klosteranlage und kehrte im Klosterstübchen zum Mittagessen ein. Ich entschied mich für ein Wiener Schnitzel und wurde nicht enttäuscht, es war wirklich lecker! Bevor es mit dem Training weiterging, gab es als Nachtisch auch noch ein Eis aus einer Eisdiele in Harsewinkel, das ebenfalls überzeugen konnte. Die zweite Einheit des Tages besuchte ich nur kurz, denn für mich gab es einen Abstecher zum Wolters-Cup Rothemühle, wo die U23 2:2 gegen den MTV Wolfenbüttel spielte (zum Spielbericht). Während meiner Anwesenheit wärmten die Löwen sich kurz auf und gingen danach ins Kreisspiel/Rondo über.

Am Dienstag stand eine kurze Einheit an, denn am Abend fand das Testspiel gegen Preußen Münster statt. Nach kurzem Aufwärmen und einigen Passübungen endete die Einheit mit einem Torschusstraining. Auch wenn der ein oder andere Ball im Gebüsch landete, gab es auch schöne Treffer zu sehen. Nach etwa einer Stunde war die einzige Trainingseinheit des Tages beendet. Während sich einige Spieler in die mit kaltem Wasser gefüllte Badewannen wenige Meter vom Trainingsplatz begaben, ging es für mich erneut ins Freibad. Nach einer Runde Schwimmen zum Abkühlen wurde die restliche Zeit bis zur Abfahrt nach Telgte bei einem Krimi im Schatten eines großen Baumes verbracht.

Im Takko-Stadion in Tel angekommen, sicherte ich mir erstmal einen Platz mit guter Sicht und Nähe zu den Trainerbänken. Danach holte ich eine Bratwurst, die mit einer Überraschung kam. Senf durfte man sich selber auf die Wurst machen, für Ketchup war der Grillmeister zuständig. Und so kam meine Bratwurst auf einer Pappe mit Ketchup. Allerdings in einem Brötchen, das auf der Pappe lag. Und im Ketchup, der statt auf der Wurst auf der Pappe platziert wurde. Schwierig zu essen das Ganze und die Wurst selber war auch nur durchschnittlich. Insgesamt eine 5/10.

Trainer Jens Härtel entschied sich für folgende Aufstellung in der ersten Halbzeit: Tino Casali – Marvin Rittmüller, Danilo Wiebe, Robert Ivanov, Niko Kijewski – Sebastian Griesbeck, Robin Krauße (C)- Maurice Multhaup, Maksym Tytarenko, Ryan Philippe
Den ersten Torabschluss hatten die Blau-Gelben: Multhaup legte zurück auf Rittmüller, der vom rechten Strafraumeck flankte. In der Mitte sprang Ujah am höchsten und erwischte das Leder mit dem Kopf. Vom linken Innenpfosten prallte der Ball in die Arme vom Preußen-Torwart Schulze Niehues. Im Gegenzug traf Münster nach einem langen Ball aus extrem spitzem Winkel nur das Außennetz. Vier Minuten später wurde es nach einem Einwurf beinahe gefährlich, doch Casali kam rechtzeitig aus seinem Kasten und fing den Ball ab. Auf der anderen Seite köpfte Ujah einige Zeit später eine Freistoßflanke von Rittmüller klar über den Kasten. Mitte der ersten Halbzeit eroberte Griesbeck den Ball und schickte Tytarenko auf die Reise, der nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Multhaup war es, der den Ball 25 Meter vor dem Tor aufs linke Eck zirkelte und traf! Das 1:0 aus Sicht der Löwen und gleich danach ging es in die Trinkpause, denn es war weiterhin sehr heiß.
Den besseren Start nach der kurzen Unterbrechung erwischten die Münsteraner. Gleich in der ersten wirklichen Aktion lief Grodowski alleine auf Ivanov zu, tanzte diesen ziemlich simpel aus und zog aus etwa 22 Metern ab, der Ball setzte noch einmal auf und prallte dann vom rechten Innenpfosten über die Linie. Casali konnte den Einschlag nicht mehr verhindern. Der schnelle Ausgleich, das 1:1.
Fortan hatte der Drittligist Oberwasser: Einen etwas zu weiten Freistoß köpften die Münsteraner zurück in die Gefahrenzone, beim zweiten Kopfball packte Casali dann sicher zu. Wenige Augenblicke später hielt der Löwen-Schlussmann einen flachen Fernschuss fest. Zehn Minuten danach bekamen die Blau-Gelben eine Ecke nicht geklärt. Mrwoca nahm den Ball am Strafraumrand mit der Brust an und zog Volley ab. Der Ball schlug im linken Eck ein, nichts zu machen für Casali. Spiel gedreht, das 2:1 für den Aufsteiger aus der Regionalliga West.
Wenig später wurde eine SCP-Flanke gefährlich abgefälscht, der Ball landete dann aber doch am Außennetz. Die anschließende Ecke drückte ein Preußen-Spieler am Tor vorbei. Kurz darauf wurde es nach einem haarsträubenden Ballverlust richtig gefährlich: Grodowski marschierte alleine auf Casali zu, vergaß aber den Torabschluss und rannte einfach in den Eintracht-Torwart hinein. Ein paar Minuten danach rollte ein brandgefährlicher Konter aufs Löwen-Tor. Kapitän Robin Krauße rettete in höchster Not vor dem einschussbereiten Gegenspieler. Die anschließende Ecke köpfte Münster am Tor vorbei. Kurz vor der Pause kam der Ball über Tytarenko und Ujah zu Philippe, der eigentlich freie Bahn hatte, aber durch eine unsaubere Ballannahme eingeholt wurde. So konnte sein Abschluss aus 14 Metern noch mit einer Grätsche geblockt werden.

Dann war Halbzeit. Durchaus eine verdiente Führung für den frisch gebackenen Drittligisten, der die besseren Chancen hatte und über weite Teile der ersten Halbzeit auch mehr Spielanteile hatte. Zur Pause wechselte Jens Härtel fast komplett durch, nur Danilo Wiebe blieb auf dem Feld: Ron-Thorben Hoffmann (TW) – Danilo Wiebe, Leon Suzuki, Hasan Kuruçay, Anton Donkor – Jannis Nikolaou (C), Rami Zouaoui – Fabio Kaufmann, Johan Gómez, Keita Endo – Benjamin Mbom
Die Löwen hatten nun mehr vom Spiel und erarbeiteten sich auch die erste Chance nach dem Seitenwechsel. Benjamin Mbom eroberte robust den Ball im gegnerischen Strafraum und legte die Kugel zu Rami Zouaoui, der sofort abzog. Schulze Niehues im Tor der Münsteraner riss die Fäuste hoch und parierte klasse. Wenig später schickte Zouaoui Keita Endo in den Strafraum, dessen Flanke wurde allerdings geklärt. Die Blau-Gelben drückten, kamen aber kaum zu wirklich gefährlichen Szenen. Suzuki bediente Gómez, dessen Flanke wurde auf Kosten einer Ecke geklärt. Diese landete, ohne dass Münster am Ball war, über drei Stationen bei Torwart Hoffmann. Wenig später erwischte Leon Suzuki eine Kaufmann-Ecke mit dem Kopf, konnte das Leder aber nicht aufs Tor drücken.

Auf der anderen Seite bügelte Suzuki einen Ballverlust seiner Vorderleute aus und klärte als letzter Mann mit einer starken Grätsche. Die anschließende Ecke bugsierte Benjamin Mbom mit dem Kopf aus der Gefahrenzone. Zwei Minuten später nahm Endo einen langen und präzisen Ball von Hoffmann super mit, zog in den Strafraum und suchte mit einem Querpass einen Mitspieler. In der Mitte kam Fabio Kaufmann angerauscht, seine Direktabnahme aus kurzer Distanz parierte Schulze Niehues erneut stark. Der anschließende Eckstoß brachte erneut nichts ein. Wie es geht, zeigte Münster kurz darauf. Eine scheinbar zu weit getretene Ecke landete etwas hinter dem zweiten Pfosten beim völlig allein gelassenen Batmaz, der das Leder seelenruhig aus kontrollieren konnte und aus kurzer Distanz abzog. Hoffmann reagierte klasse und konnte den Schuss abwehren, doch Hahn reagierte schneller als die Blau-Gelbe Defensive und traf per Kopf zum 3:1.
Im direkten Gegenzug schickte Endo Kaufmann in den Strafraum, der von halbrechts klar am Tor vorbeischoss. Auf der anderen Seite fing Suzuki einen beinahe tödlichen Pass mit einer Grätsche ab und verhinderte die nächste gute Chance für den SCP. Die nächste Löwen-Chance leitete Benjamin Mbom mit einem Pass auf Gómez ein, der aus der zweiten Reihe ein gutes Stück über den Querbalken ballerte. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit leitete Rami Zouaoui einen Endo-Pass in den Lauf von Donkor weiter, der gefährlich im Strafraum auftauchte, sein Querpass geriet aber viel zu ungenau. Dann wurde wieder Münster gefährlich. Eine Verlagerung auf die rechte Seite ergab die Möglichkeit zur Flanke. Der Kopfball landete aber links neben dem Tor. Kurz darauf war ein Flachschuss aus der zweiten Reihe eine einfache Aufgabe für Hoffmann. Die letzte Gelegenheit hatte Benjamin Mbom, der seinen Körper klasse einsetzte, sich um seinen Gegenspieler drehte und aus 20 Metern abschloss. Schulze Niehues machte sich lang und konnte erneut parieren.

Dann war Schluss. Eine etwas bessere, aber glücklose zweite Halbzeit brachte keine Löwen-Tore. Es wurde erneut klar, dass in der Offensive personell noch etwas passieren muss. Am Donnerstag kehren die Blau-Gelben zurück nach Braunschweig und am Samstag wartet mit Betis Sevilla ein echter Brocken als Testspielgegner. Bilder von Montag findet ihr hier, zur Trainingseinheit am Dienstagvormittag hier. Bilder zum Testspiel gibt es hier.
Bis dahin
Euer Kivi
