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Die Löwen beim Puma-Cup

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In einem Mini-Turnier traten die Blau-Gelben beim „Puma-Cup“ in Lohne gegen zwei Regionalligisten an, die ebenfalls von Puma ausgestattet werden: TuS Blau-Weiß Lohne und der aus dem Landespokal bekannte SV Drochtersen/Assel. Gespielt wurde je 2×30 Minuten. In anhaltendem Regen wurde der Gastgeber aus Lohne mehr oder weniger souverän mit 2:0 (Rayan Philippe, Anthony Ujah) besiegt, gegen den SC Drochtersen/Assel setzte es dann aber die erste Niederlage der Vorbereitung. Trotz Treffern von U19-Aufstiegsheld Benjamin Mbom und Kapitän Robin Krauße verloren die Löwen gegen den letztjährigen Tabellenachten der Regionalliga Nord mit 2:3.

Auch in Lohne wurde natürlich die Bratwurst getestet. Für 3,50 Euro bekam man zusätzlich zur Wurst eine halbe Scheibe Toast, wie in weiten Teilen Niedersachsen üblich. Die Bratwurst selber war in Ordnung. Nicht mehr und nicht weniger. Die Pommes hingegen waren wirklich klasse. 7/10 Bratwurstpunkte, 10/10 Pommespunkte.

Im ersten Spiel wartete der Gastgeber TuS Blau-Weiß Lohne. Trainer Jens Härtel entschied sich für folgende Aufstellung, bei der alle Spieler die kompletten 60 Minuten durchspielten: Ron-Thorben Hoffmann (TW) – Marvin Rittmüller, Robert Ivanov, Hasan Kuruçay, Anton Donkor – Jannis Nikolaou (C), Danilo Wiebe – Fabio Kaufmann, Johan Gómez, Rayan Philippe – Anthony Ujah

Ich war gerade auf dem Weg, um mich auf der kleinen Tribüne unterzustellen und in Deckung vor dem Regen zu gehen, da klingelte es bereits im Kasten. Anton Donkor flankte von der linken Seite, etwas hinter dem zweiten Pfosten köpfte Ujah das Leder zurück vors Tor, wo Rayan Philippe völlig allein gelassen aus kurzer Distanz den Ball über die Linie drückte. Das frühe 1:0 bereits nach vier Minuten.
Wenig später kam auch auf der anderen Seite eine gefährliche Flanke in den Strafraum, doch der Lohne-Stürmer traf den Ball nicht richtig. So prallte das Spielgerät aber zu einem Mitspieler, der aus 22 Metern klar über den Kasten ballerte. Fünf Minuten danach legte Donkor für Johan Gómez ab, dessen Schussversuch vom Strafraumrand geblockt wurde.

Nur eine Zeigerumdrehung später nahm Rayan Philippe eine Kaufmann-Flanke im Strafraum volley, traf die Kugel dabei aber nicht richtig und platzierte seinen Schuss zudem zu zentral, sichere Beute für den Schlussmann der Gastgeber. Nicht ganz zwanzig Minuten waren gespielt, als Donkor den Ball per Einwurf zu Danilo Wiebe gab, der sofort zurück in den Lauf von Donkor spielte. Der Linksverteidiger ging noch ein paar Schritte und schlug dann eine Flanke auf den zweiten Pfosten. Dort setzte sich Anthony Ujah im Luftduell durch und köpfte das Leder wuchtig in die Maschen. Das 2:0 für die Blau-Gelben!
Danach geschah für etwa zehn Minuten nichts Erwähnenswertes, ehe Rittmüller einen schnellen Doppelpass mit Philippe spielte und in den Strafraum. Seine Hereingabe klärte die Abwehr im letzten Moment vor dem lauernden Ujah.

Dann war Halbzeit. Die Löwen bestimmten die Partie, fanden aber noch etwas zu selten den Weg zum Abschluss. Wenn der Ball mal aufs Tor ging, war der dann auch gleich drin. Das war zweimal der Fall und da Hoffmann im Tor der Löwen nichts auf den Kasten bekam, stand es folgerichtig 0:0 zum Seitenwechsel.

Unverändert ging es in den zweiten Durchgang, in dem erstmal nicht viel passierte. Einige Minuten waren bereits verstrichen, als Danilo Wiebe mit einer tollen Balleroberung für Gefahr sorgte. Die Flanke vom unbedrängten Rittmüller landete allerdings im Toraus. Zwei Minuten später leitete ein langer Ball von Hoffmann den ersten Abschluss ein. Ujah bugsierte den Ball zu Kaufmann, der sich das Leder an seinem Gegenspieler vorbei legte und ihn mit schnellen Schritten umrundete. Sein Abschluss aus etwa 14 Metern geriet aber zu zentral, sodass der Heim-Keeper den Ball zur Seite fausten konnte. Im direkten Gegenzug störte Kuruçay als letzter Mann resolut und verhinderte eine klare Torchance. Kurz darauf kam Lohne von der Strafraumkante zum Abschluss, der Ball flog aber ein Stück über den Querbalken.

Fünf Minuten später verlagerte Wiebe das Spiel auf die rechte Seite. Rayan Philippe zog mit Tempo in den Strafraum und suchte mit einem Querpass Ujah. Doch bevor der Stürmer den Ball über die Linie drücken konnte, kam der Torwart noch mit den Fingerspitzen an den Ball und verhinderte das 3:0. Die anschließende Ecke von Philippe klärten die Gastgeber beinahe ins eigene Tor, aber die Kugel flog doch noch knapp vorbei. Auch nächste Ecke von Philippe wurde gefährlich, klatschte auf die Latte und sprang ins Toraus. Ein paar Minuten danach legte Gómez vom Strafraumrand aus rechts raus auf Philippe, dessen Hereingabe der Torwart aber abfangen konnte. Etwas später setzten sich die Löwen am Strafraum der Gastgeber fest. Anton Donkor flankte erneut auf den zweiten Pfosten, wo er erneut Ujah fand. Der Stürmer köpfte aufs kurze Eck, doch der Torhüter reagierte klasse und lenkte den Aufsetzer noch um den Pfosten. Die anschließende Ecke kam über Umwege zu Philippe, der aus der zweiten Reihe klar verzog.

Dann war das erste Spiel beendet. Die Löwen gewinnen verdient, ohne aber wirklich zu glänzen gegen den Neunten der vergangenen Regionalliga-Saison. Besonders Donkors Flanken auf Ujah versprühten Gefahr, ebenso wie das ein oder andere Dribbling von Rayan Philippe. Defensiv ließen die Blau-Gelben aber kaum etwas anbrennen.

Zum zweiten Spiel traten die Löwen gegen den SV Drochtersen/Assel an, die uns im Landespokal 2018 bereits ein Bein stellen konnten. Jens Härtel entschied sich für folgende Aufstellung: Tino Casali (TW) – Marvin Rittmüller (31. Maxim Root), Sebastian Griesbeck, Robert Ivanov (31. Hasan Kuruçay), Niko Kijewski – Robin Krauße (C), Jannis Nikolaou (31. Danilo Wiebe) – Maurice Multhaup, Johan Gómez (31. Rami Zouaoui), Rayan Philippe (31. Maksym Tytarenko) – Benjamin Mbom

Kurz nach Anpfiff unterschätzte Ivanov eine Halbfeldflanke. Moritz Göttel, ein gebürtiger Braunschweiger und Eintracht-Fan, kam unbedrängt zum Abschluss und nahm das Leder direkt aus der Luft. Tino Casali konnte nur hinterherschauen, doch der Ball hüpfte knapp links vorbei. Doch nur kurz darauf kam ein SV-Akteur im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter entschied sofort auf Strafstoß. Göttel legte sich den Ball auf den Elfmeterpunkt und zielte mittig. Casali war mit dem Fuß noch dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Das 0:1 durch den letztjährigen Torschützenkönig der Regionalliga Nord. Im direkten Gegenzug stieß Benjamin Mbom energisch über die rechte Seite vor. Seine Flanke klärten die Rot-Blauen vor die Füße von Gómez, der aus 14 Metern sofort mit links abzog. Sein Flachschuss ging nur knapp rechts vorbei.

Zehn Minuten später flog ein Fernschuss der aus dem Landkreis Stade stammenden Gegner klar über den Querbalken. Im direkten Gegenzug setzte sich Benjamin Mbom im Kopfballduell durch und schickte somit Maurice Multhaup auf die Reise, der nur mit einem taktischen Foul gestoppt werden konnte. Es gab gelb für den Übeltäter und Freistoß aus dem Halbfeld. Der Gefoulte führte selber aus und schlug den Ball in den linken Strafraumbereich. Von dort köpfte Ivanov die Kugel zurück in die Gefahrenzone, wo Nikolaou per Volley-Direktabnahme abzog. Sein Schuss wurde abgefälscht und flog im hohen Bogen aufs Tor. Der Schlussmann musste sich ordentlich strecken und lenkte den Ball mit einer starken Parade ins Toraus. Die anschließende Ecke brachte aber nichts ein. Auf der anderen Seite klärte kurz darauf Marvin Rittmüller eine gefährliche Flanke.

Dann war Halbzeit. Die ersten 30 Minuten waren alles andere als zufriedenstellend. Zu wenige Torchancen selbst erspielt und zu viele Abschlüsse des Regionalligisten zugelassen. Zum Seitenwechsel kamen mit Rami Zouaoui, Maksym Tytarenko und Maxim Root drei weitere junge Löwen, die vor einer Woche mit der U19 in die Bundesliga aufgestiegen waren. Zudem kamen Danilo Wiebe und Hasan Kuruçay zurück, die bereits im ersten Spiel eingesetzt wurden. Dafür verließen Johan Gómez, Rayan Philippe, Marvin Rittmüller, Jannis Nikolaou und Robert Ivanov den Platz.

Und der letztjährige Topscorer der U19 zeigte sich auch gleich: Zouaoui legte den Ball zu Krauße, der Multhaup zur Grundlinie schickte. Der Flügelspieler spielte den Ball vors Tor, wo Zouaoui sich mit dem Rücken zum Tor den Gegner vom Leib hielt und aus der Drehung mit links abschloss. Der Torhüter riss die Fäuste hoch und konnte parieren, die Szene blieb heiß, doch die Flanke von Wiebe fing der Schlussmann ab. Zwei Minuten später schlug Kijewski eine Ecke von der linken Seite in die Gefahrenzone. Der Ball rutschte durch bis zum zweiten Pfosten, wo Benjamin Mbom am schnellsten reagierte und im Fallen aus kurzer Distanz zu 1:1-Ausgleich traf.

Direkt als der Anstoß ausgeführt wurde, sprintete der junge Torschütze los und setzte den letzten Mann vom SVD unter Druck. Diesem misslang die Ballannahme etwas und Mbom stibitze das Spielgerät. Er drang in den Strafraum ein, wurde aber im letzten Moment noch mit einer Grätsche am Schuss gehindert. Die anschließende Ecke von Kijewski landete bei Griesbeck, der den Ball mit dem Kopf nicht perfekt erwischte. Die Kugel kam zu Maxim Root, des Flanke aus dem Halbfeld der Torhüter aus der Luft pflückte. Drei Minuten später steckte Maksym Tytarenko auf Benjamin Mbom durch, dessen Hereingabe vor dem einschussbereiten Rami Zouaoui geklärt wurde.

Wenig später kam wieder der Regionalligist. Ein Ball wurde auf die Nummer 21 verlängert, der aus stark abseitsverdächtiger Postion startet und auf und davon war. Alleine vor Casali suchte er den Abschluss und zielte aus 15 Metern ziemlich zentral, der Ball war trotzdem drin. Die erneute Führung und das 1:2 für den SV Drochtersen/Assel.
Doch die Löwen antworteten sofort. Toni Casali leitete den Angriff mit einem flachen Pass zur Mittellinie ein. Dort kontrollierte Rami Zouaoui die Kugel, drehte sich elegant um die eigene Achse und setzte mit einem tollen Pass Niko Kijewski in Szene. Der Linksverteidiger zog zum Strafraum, nahm den Kopf hoch und schlug eine flache Flanke an den zweiten Pfosten. Dort war Robin Krauße mitgelaufen und der Mannschaftskapitän hatte keine Mühe, den wunderschönen Angriff aus kurzer Distanz zu vollenden und traf zum schnellen Ausgleich, 2:2!

Zwei Zeigerumdrehungen später schlug Maxim Root den Ball von rechts an der Mittellinie weit in den Strafraum. Benjamin Mbom stieg hoch, erwischte den Ball mit dem Kopf aber nicht perfekt, sodass das Spielgerät in den Armen des Torhüters landete. Etwa zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bekam Drochtersen einen Freistoß aus aussichtsreicher Postion zugesprochen. Die Nummer 12 zirkelte den Ball fast genau in den rechten Knick, Casali flog vergebens. Wieder war der Regionalligist in Führung, es stand nun 2:3.

Beinahe hätten die Löwen wieder eine schnelle Antwort parat gehabt. Einen langen Ball legte Krauße per Kopf zu Tytarenko ab, der in den Strafraum zog. Der junge Offensivspieler zog aus etwa 14 Metern wuchtig ab. Doch der Torhüter reagierte erneut klasse und lenkte den Aufsetzer noch um den Pfosten. Zwei Minuten danach ließ Krauße einen Einwurf von Kijewski geschickt an sich vorbeigehen und verschaffte sich somit Platz. Der Kapitän schickte Multhaup in den Strafraum, doch dessen Abschluss aus etwa 15 Metern geriet zu zentral, sodass der Torwart die Situation mit beiden Fäusten bereinigen konnte. Wenige Minuten vor dem Ende wurde es nach einem langen Ball beinahe gefährlich, doch Maxim Root lief seinen Gegenspieler souverän ab. Casali konnte die Kugel ganz locker aufnehmen. Die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, als Rami Zouaoui noch einmal Maksym Tytarenko zur Grundlinie schickte. Dessen Hereingabe klärte die Abwehr auf Kosten einer Ecke.

Die Ecke klärt der SV Drochtersen/Assel ohne größere Probleme und der Schiedsrichter beendete die Partie. Die Löwen verloren gegen den Regionalligisten mit 2:3. Auch abseits vom Ergebnis konnten die Blau-Gelben damit nicht zufrieden sein, denn der Klassenunterschied war weit weniger ausgeprägt als gewünscht. Zu oft geriet man in Bedrängnis und zu selten wurde es wirklich gefährlich in der Offensive. Da Drochtersen das Spiel gegen Lohne mit 4:0 gewannen, darf sich der SVD Puma-Cup-Gewinner nennen. In der etwa noch etwa vier Wochen dauernden Vorbereitung liegt also noch etwas Arbeit vor Jens Härtel und Co. Am Freitag geht es ins Trainingslager nach Harsewinkel. Am Samstag steht das nächste Mini-Turnier an, dann trifft man beim Volkswagen-Cup auf den VfL Osnabrück und Fortuna Düsseldorf. Mehr Bilder zum ersten Spiel gibt es hier, zum zweiten Spiel hier (Flickr-Alben).

Bis dahin

Euer Kivi

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