Klare Sache beim Testspielauftakt
8 min readDie Löwen starten in die Testspielzeit. Gegen die SG Watenbüttel/Völkenrode, die bei der Namensretterkampagne für den Erhalt des Eintracht-Stadions das sogenannte „Traumspiel“ gewann, gab es ein klares 1:14. Der noch etwas dezimierte Eintracht-Kader legte dabei vor allem in der ersten Halbzeit ordentlich los und führte zur Pause bereits mit 1:9. Auf dem engen Kunstrasen kam der Kreisligist nur zu wenigen Aktionen, durfte sich aber lautstark über einen Ehrentreffer freuen, den Marvin Liebig Mitte der ersten Halbzeit erzielte. Ein alter Bekannter betrat nach dem Seitenwechsel den Kunstrasen: Damir Vrancic, spielender Co-Trainer der U23, stellte sich als zusätzliche Option von der Bank zur Verfügung. Und so spielten die Kreisligisten aus dem Norden von Braunschweig nicht nur gegen ihre Idole von heute, sondern auch gegen einen waschechten Bundesliga-Aufstiegshelden.
Der Regen ließ etwas nach, als die Tore vom Völkenroder Kunstrasenplatz öffneten und pünktlich zum Anpfiff verschwand er ganz. Dafür zeigte sich die Sonne und ließ die etwa 1.000 anwesenden Zuschauer Regenschirm gegen Sonnenbrille tauschen.
Doch bevor es auf dem künstlichen Grün rund ging, holte ich mir eine Bratwurst. Für drei Euro gab es eine Wurst, die vollkommen in Ordnung war. Alles über dem Durchschnitt, Begeisterungsstürme löste die Wurst bei mir aber auch nicht aus. Daher gibt es von mir 8/10.

Neu-Trainer Jens Härtel entschied sich in seiner ersten Partie als Eintracht-Coach für folgende Aufstellung: Justin Duda (TW) – Marvin Rittmüller, Sebastian Griesbeck (46. Saulo Decarli), Hasan Kuruçay, Anton Donkor (46. Niko Kijewski) – Jannis Nikolaou (46. Damir Vrancic), Robin Krauße (C, 67. Jannis Nikolaou) – Maurice Multhaup, Fabio Kaufmann, Rayan Philippe – Johan Gómez
Der erste Abschluss kam tatsächlich von den fünf Ligen tiefer spielenden Gastgebern. Doch der Volleyschuss aus der zweiten Reihe ging dann doch eher Richtung Eckfahne. Im direkten Gegenzug eröffnete Kuruçay das Spiel mit einem Diagonalball zu Maurice Multhaup. Dessen Flanke köpfte Neuzugang Gómez aber nur an den Querbalken. Kurz darauf spielte Multhaup eine Ecke kurz auf Kaufmann, der vom linken Strafraumeck flach abzog. Sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Nicht ganz zehn Minuten waren gespielt, als Gómez nach einem Steckpass von Kapitän Robin Krauße frei durch war und locker mit links in die rechte Ecke schon. Das 0:1, somit war der Torreigen eröffnet.
Fünf Minuten danach nahm Kaufmann den Ball aus der Luft mit und drehte sich im ersten Kontakt um seinen Gegenspieler. Sein anschließender Dropkick geriet aber etwas zu zentral. Nur wenige Augenblicke später kam Multhaup-Flanke wieder zu Kaufmann, dessen Direktabnahme abgefälscht wurde und in den Armen des Torwarts landete. Zwei Zeigerumdrehungen später bekam Multhaup am Strafraumrand den Ball, drehte sich Richtung Tor und zog ab. Sein Linksschuss schlug unten rechts ein, das 0:2 für die Braunschweiger Löwen.
Nur eine Minute später schickte Jannis Nikolaou mit einem tollen Pass Anton Donkor zur Grundlinie. Die flache Flanke des Linksverteidigers drückte Maurice Multhaup über die Linie. Doch das 0:3 währte nicht lange, denn kurz nach dem Anstoß eroberte Nikoloau den Ball und schickte sofort Johan Gómez auf die Reise, der seinen Verfolgern davon eilte und alleine aufs Tor marschierte. Torwart Torben Halldorn bekam zwar noch die Fingerspitzen an die Kugel, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern und musste den Ball zum vierten Mal aus dem eigenen Netz holen. Nicht einmal eine Minute später stand es bereits 0:5. Nikolaou sah und fand den startenden Fabio Kaufmann, der alleine vor SG-Keeper Halldorn cool blieb und eiskalt vollstreckte. Wenige Augenblicke später war das halbe Dutzend voll. Anton Donkor steckte auf Rayan Philippe durch, der zur Grundlinie ging und an den zweiten Pfosten flankte. Dort hatte sich Robin Krauße davongestohlen und traf per Kopf zum 0:6. Vier Tore in nur etwas mehr als zwei Minuten, da musste man erstmal mitkommen.

Aber auch der nächste Streich ließ nicht lange auf sich warten. Zwei Minuten später steckte Philippe auf Donkor durch, der seinen Gegenspieler stehen ließ und eine Flanke schlug. Diese landete klar an einer Hand, Strafstoß für den BTSV. Hasan Kuruçay trat an und verwandelte cool links unten. Doch mit dem 0:7 wurden die Blau-Gelben wohl etwas zu lässig, denn fünf Minuten später rutschte ein langer Ball durch und plötzlich war SG-Stürmer Marvin Liebig frei durch, ließ Justin Duda im Tor der Eintracht keine Chance und traf zum 1:7-Ehrentreffer. Wenn ein Kreisligist gegen einen Zweitligisten spielt, wird so ein Treffer natürlich bejubelt und so lagen sich fast alle Spieler der Gastgeber freudestrahlend in den Armen.
Im direkten Gegenzug ließ Multhaup gleich vier Gegenspieler stehen, seine Hereingabe verpasste Rayan Philippe nur knapp. Etwas später verlagerte Multhaup das Spiel auf die rechte Seite. Gómez suchte mit einer Flanke einen Mitspieler, über einen misslungenen Klärungsversuch kam das Leder zu Fabio Kaufmann, der volles Risiko ging und das Leder aus der Luft direkt nahm. Die Kugel zischte knapp über den linken Winkel hinweg. Nur Sekunden später schickte Multhaup Rittmüller zur Grundlinie. Dessen Flanke senkte sich im hohen Bogen zum zweiten Pfosten, wo Fabio Kaufmann keine große Mühe hatte, das Spielgerät aus kürzester Distanz per Kopf über die Linie zu befördern. Auf der anderen Seite leisteten die Löwen sich einen haarsträubenden Ballverlust und plötzlich war ein SG-Akteur frei durch, zielte alleine vor Justin Duda aber etwas zu weit links und verfehlte den zweiten Treffer für die Gastgeber somit knapp.

Danach ging es weiter nur in eine Richtung. Donkor bediente Philippe, der ansatzlos abschloss, knapp rechts vorbei. Eine Minute später legte Multhaup für Kaufmann ab, dessen Schuss aus 20 Metern etwas zu zentral aufs Tor kam. Im Nachfassen hatte Schlussmann Torben Halldorn den Ball sicher. Eine Zeigerumdrehung verging, dann führte Multhaup eine Ecke kurz aus. Johan Gómez visierte vom rechten Strafraumeck den linken Winkel an und zog ab. Keeper Halldorn musste sich ordentlich strecken und verhinderte mit einer tollen Parade den Einschlag. Wenige Minuten vor der Halbzeitpause war er dann aber auch machtlos. Jannis Nikloaou wurde 25 Meter vor dem Tor nicht angegriffen, legte sich die Kugel zurecht und zirkelte das Spielgerät herrlich ins linke Eck. Der zehnte Treffer des Tages war der bisher schönste, das 1:9.
Eine Gelegenheit hatten die Löwen noch: Erneut war es Nikolaou mit der Balleroberung. Über Gómez kam der Ball zu Kaufmann, der von der Strafraumkante aus über den Querbalken ballerte.
Dann war Halbzeit. Die Gastgeber kämpften wacker und hatten den hohen Rückstand einer kurzen Schwächephase zu verdanken, die die Blau-Gelben aber auch eiskalt ausnutzten. Doch neben dem viel umjubelten Tor gewann die SG auch den ein oder anderen Zweikampf, auch wenn man grundsätzlich natürlich deutlich unterlegen war.

Wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff verpasste Philippe seinen ersten Treffer im Eintracht-Trikot und drückte eine Rittmüller-Flanke knapp am Tor vorbei. Eine Minute später bediente Damir Vrancic, der aufgrund des noch kleinen Kaders aushalf, Multhaup, der nach innen zog und den Abschluss suchte, aber zu zentral zielte. Drei Minuten danach ließ Philippe gleich drei Gegenspieler einfach stehen. Über Krauße kam der Ball zu Multhaup, der aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbeischoss. Nur wenige Augenblicke später gab Rittmüller den Ball an Gómez weiter, der sich das Leder 20 Meter vor dem Tor zurechtlegte und abzog. Der Ball senkte sich genau unter die Latte und zappelte im Netz. Mit dem 1:10 trafen die Löwen zweistellig und die Gastgeber wechselten munter durch. Hier behielten nur echte Kenner den Überblick. Kurze Zeit später setzte Multhaup Kaufmann in Szene, der aus 14 Metern zu zentral zielte. Der neue Mann zwischen den Pfosten, Tim Rapmundt hielt die Kugel fest.
Nur eine Minute danach war aber auch der neue Torwart geschlagen. Krauße fand eine Lücke und steckte für Gómez durch, der alleine vor dem Tor cool in die kurze Ecke verwandelte und das Ergebnis auf 1:11 stellte. Wenig später prallte der Ball zu Gómez, der sofort abzog. Sein Schuss hüpfte links am Tor vorbei. Den nächsten Abschluss leitete Damir Vrancic mit einem Chip-Pass auf Rittmüller ein. Dessen Flanke beförderte Robin Krauße über die Latte. Dann klingelte es erneut. Nach einer schnellen Kombination über Gómez und Kaufmann stand Multhaup alleine vor dem Tor und vollendete von halbrechts zum 1:12.
Auch der nächste Angriff saß: Vrancic schickte Kijewski auf der linken Seite. Dessen Flanke verlängerte Gómez zu Kaufmann, der per Direktabnahme zum 1:13 traf. Nur eine Zeigerumdrehung später eroberte Vrancic den Ball und setzte sofort Multhaup in Szene, der aus spitzem Winkel ans Lattenkreuz schoss. Gómez bugsierte den Abpraller über den Kasten.

Kurz darauf köpfte der wenige Sekunden zuvor wieder eingewechselte Nikolaou eine Kijewski-Ecke in die Arme von Schlussmann Rapmundt. Auch auf der anderen Seite gab es nach einem Standard einen Abschluss per Kopf, doch Justin Duda war noch immer hellwach und fischte die Kugel locker aus der Luft. Im direkten Gegenzug versuchte es Kijewski einfach mal aus der zweiten Reihe, konnte Rapmundt aber nicht überwinden. Eine Minute später zog Kaufmann vom Strafraumrand ab. Rapmundt tauche ab und hielt die Kugel fest. Fünf Minuten danach köpfte Decarli eine Freistoß-Flanke von Kijewski ans Außennetz. Nur wenige Augenblicke später tauchte Gómez nach einem Chip-Pass von Vrancic gefährlich im Strafraum auf, wurde aber im letzten Moment noch geblockt. Kijewski fand mit der anschließenden Ecke den Kopf von Damir Vrancic, doch der Aufsetzer landete auf dem Tordach.
Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit tunnelte Philippe seinen Gegenspieler, spielte einen Doppelpass mit Kijewski und zog aus 22 Metern ab. Schlussmann Rapmundt wischte den gefährlichen Distanzschuss ins Toraus. Über Umwege kam die Ecke erneut zu Philippe, der es aus ähnlicher Position wie zuvor versuchte. SG-Torwart Tim Rapmundt wehrte den undankbaren Fernschuss mit einer tollen Fußparade ab und verdiente sich Szenenapplaus. Die anschließende Ecke schlug Kijewski in die Gefahrenzone, wo Hasan Kuruçay am höchsten stieg und wuchtig einköpfte. Das 1:14.
Nur eine Minute später steckte Multhaup auf Gómez durch, der aber nicht am herausstürmenden Rapmundt vorbeikam. Eine Zeigerumdrehung danach versuchte es Kijewski erneut aus er zweiten Reihe. Rapmundt lenkte den Ball ins Toraus. Kurz darauf behauptete Philippe gegen vier Gegenspieler lange den Ball und bugsierte das Spielgerät irgendwie zu Johan Gómez, der wuchtig abzog. Ein Abwehrspieler schmiss sich in die Schussbahn und blockte. In der letzten Minute bekam Damir Vrancic den Ball von Marvin Rittmüller, ließ mit einem Haken seinen Gegenspieler aussteigen und zog vom Strafraumrand ab. Tim Rapmundt hatte den etwas zu zentralen Schuss aber sicher.

Dann war das Spiel zu Ende. Für den ersten Test sicherlich ok, auch wenn Trainer Jens Härtel sich für den zweiten Durchgang vermutlich mehr als fünf Tore gewünscht hat. Gastgeber SG Watenbüttel/Völkenrode konnte hingegen zufrieden sein, denn neben dem Ehrentreffer blieb man auch unter der anvisierten Anzahl an Gegentoren. Unter 16 Gegentoren wollten die Gastgeber bleiben. Morgen steht bereits das nächste Testspiel an, um 14 Uhr treffen die Blau-Gelben dann auf den SSV Kästorf.
Bis dahin
Euer Kivi
