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Testspielsieg gegen den Hamburger SV

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Aufmerksame Eintracht-Fans werden es wissen: Seit einiger Zeit sind die Löwen echte Testspiel-Weltmeister und schlagen in den Testspielen regelmäßig Teams, gegen die es dann in der Liga oder im Pokal deutlich schlechter läuft (Beispiel: Der 7:0-Sieg gegen Holstein Kiel in der letzten Länderspielpause). Am heutigen Donnerstag nutzten die Blau-Gelben die Länderspielpause für einen Test beim Hamburger SV. Zuschauer waren eigentlich nicht erlaubt, der ein oder andere hatte sich trotzdem an den Trainingsplatz vorm Volksparkstadion verirrt. Der Rest musste sich mit dem Livestream begnügen. Am Ende gewannen die Löwen durch Tore von Wintzheimer und Kijewski mit 1:2 gegen die Rothosen.

Derbysieger-Coach Michael Schiele entschied sich für folgende Aufstellung: Ron-Thorben Hoffmann (TW) – Jan-Hendrik Marx (78. Maxim Root (U19)), Brian Behrendt (46. Philipp Strompf), Hasan Kuruçay (67. Filip Benkovic), Niko Kijewksi (78. Emil Kischka) – Maurice Multhaup (56. Fabio Kaufmann), Jannis Nikolaou (46. Anton Donkor), Bryan Henning (78. Mehmet Ibrahimi), Keita Endo (60. Immanuel Pherai) – Manuel Wintzheimer (60. Lion Lauberbach), Tarsis Bonga (67. Enrique Peña Zauner)
Der HSV startete ebenfalls mit einer Mischung aus Stammspielern (Glatzel, Jatta, Meffert, Heyer) und Spielern die zuletzt seltener zum Zug kam. Zudem wechselten die Hamburger munter durch.

Nach einer Minute suchte Kijewski mit einer Flanke Bonga, der sich im Kopfballduell aber nicht durchsetzen konnte. Nach fünf Minuten kombinierten die Löwen sich von Hoffmann aus schön an den gegnerischen Strafraum und erzeugten eine drei gegen zwei Überzahl, doch Multhaup übersah die mitgelaufenen Wintzheimer und Endo, verzettelte sich etwas und versuchte es dann etwas zu schön. Sein Hackenpass landete bei einem Gegenspieler. Etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, da kamen die Blau-Gelben über einen tollen Spielzug nach einem Hoffmann-Abstoß in die gegnerische Hälfte. Wintzheimer verlängerte einen Behrendt-Ball mit der Hacke und nach Bongas Kopfball hatte Marx plötzlich viel Platz auf der rechten Seite. Erneut hatten die Löwen eine Überzahl, dieses Mal liefen drei Löwen auf einen HSV-Abwehrspieler zu. Marx machte es besser als zuvor Multhaup und legte im richtigen Moment zu Wintzheimer quer, der nur noch Rothosen-Schlussmann Raab vor sich hatte und vom Elfmeterpunkt mithilfe des rechten Pfostens flach zur frühen Führung traf. 0:1 für die Eintracht!

Wintzheimer (hier beim Torjubel im Trainingslager) erzielte das 0:1

Die Anfangsviertelstunde war gerade abgelaufen, als Tarsis Bonga einen Pass von Omar Megeed abfing, sein Schuss aus 20 Metern war aber keine echte Herausforderung für HSV-Keeper Raab. Auf der anderen Seite kam Hoffmann bei einer Flanke rechtzeitig aus dem Kasten und fing den Ball vor Top-Stürmer Glatzel ab. Wenige Minuten später suchte Nikolaou mit einem Pass Kijewski, der clever mit der Sohle auf Multhaup weiterleitete. Dieser ging noch ein paar Meter, zog zur linken Grundlinie und brachte den Ball flach vors Tor. Dort fand er den mitgelaufenen Kijewski, der sein rechtes Bein ausstreckte und den Ball aus sechs Metern über die Linie ins rechte Eck bugsierte. Das 0:2 für die Löwen nach nicht einmal 20 Minuten. Nur wenige Augenblicke setzte Multhaup im Aufbauspiel der Gastgeber nach und stocherte den ball zu Bonga, der schnell schaltete und Endo über rechts auf die Reise schickte. Der Japaner zog in den Strafraum und suchte mit einem Querpass Wintzheimer, doch Raab im Tor der Hamburger konnte den Ball abfangen.

Einige Minuten später verlängerte Jonas Meffert einen hohen Rückpass von Kittel unglücklich in den Lauf vom lauernden Multhaup, er die Kugel mit der Brust aus der Luft nahm und per Dropkick aus 20 Metern abzog, ein Stück vorbei. Eine Minute später fing Raab eine flache Flanke von Bonga ab. Eine Zeigerumdrehung später trieb Endo den Ball Richtung Strafraum und steckte auf Multhaup durch, der aus etwa acht Metern von halblinks abzog. Dabei rutschte der Ball ihm etwas ab, sodass er recht klar verzog. Nach einer halben Stunde leitete Hoffmann mit einem schnellen Abwurf einen Konter ein. Wintzheimer bekam den Abwurf in der eigenen Hälfte etwa am Mittelkreis und marschierte bis etwa zehn Meter vor dem gegnerischen Strafraum und legte den Ball zu Multhaup, der an den hinterlaufenden Kijewski weiterleitete. Dieser legte direkt zurück auf den Strafraumrand, wo Wintzheimer angelaufen kam und die Kugel aus 17 Metern mit links direkt nahm. Der Flachschuss ging etwa einen Meter rechts am Tor vorbei.

Ein paar Minuten vor dem Halbzeitpfiff erwischte Kuruçay eine Kijewski-Ecke mit dem Kopf, brachte aber keinen Druck hinter die Kugel, sodass Raab das Spielgerät aus der Luft pflückte. Zwei Minuten später fand Marx mit einem langen Ball Wintzheimer, der sich das Leder mit der Brust vorlegte und viel Platz hatte. Im Laufduell mit Jonas David konnte sich der Stürmer dann aber nicht durchsetzen. Auf der anderen Seite setzte Kittel Glatzel in Szene, der es fast von der Grundlinie direkt versuchte, aber nicht an Hoffmann im Tor der Löwen vorbei kam. Zwei Zeigerumdrehungen später suchte Elijah Krahn mit einem Chipball in den Strafraum Glatzel, doch Hoffmann stürmte aus seinem Kasten und begrub das Spielgerät unter sich. Die letzte Aktion der ersten Halbzeit hatten die Rothosen: Eine Megeed-Flanke von der rechten Seite köpfte der völlig freistehende Krahn aus wenigen Metern aber klar vorbei.

Dann war Halbzeit. Die Löwen nutzten zwei Mal aus, dass die Hamburger viel Platz anboten und stellten somit bereits nach 20 Minuten auf 0:2. In der Defensive ließen die Blau-Gelben kaum etwas zu. Somit war der Spielstand zum Pausentee nicht unverdient.

Niko Kijewski (hier im Trainingslager) traf zum 0:2

Wenige Sekunden waren gespielt, als Multhaup den Ball an der Mittellinie eroberte. Einige Meter Dribbling und ein Doppelpass mit Tarsis Bonga später tauchte Multhaup ganz allein vor HSV-Keeper Raab auf. Sein Flachschuss aus zwölf Metern ging aber geriet aber etwas zu zentral, sodass Raab mit einer Fußabwehr parieren konnte. Eine Minute später lief der nächste Konter der Löwen: Multhaup spielte kurz vor dem Strafraum etwas in den Rücken von Marx, der sonst freie Bahn aufs Tor gehabt hätte. So musste der Rechtsverteidiger abstoppen, um die Kugel zu kontrollieren und der Weg zum Tor war zu. Es folgte der Pass zurück zu Multhaup, der geschickt durchließ. 14 Meter vor dem Tor bekam Bonga halblinks die Kugel und zog ab. In seinen Flachschuss aufs kurze Eck legte der großgewachsene Offensivmann aber zu wenig Kraft, sodass Raab den Ball noch um den Pfosten lenken konnte. Die anschließende Ecke von Kijewski erwischte Wintzheimer mit dem Kopf, konnte das Leder aber nicht aufs Tor drücken. Kurz darauf setzte sich Bonga an der Eckfahne stark gegen David durch und gab an Endo weiter, der in den Strafraum zog. Der Japaner suchte eine Anspielstation und wurde im letzten Moment noch am Querpass gehindert.

Fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als die Löwen sich am Strafraum der Gastgeber festsetzten, doch sowohl die Flanke von Kijewski als auch die Flanke von Donkor konnten die Hamburger klären. Wenig später köpfte Philipp Strompf, der erstmal seit seiner Verletzung Minuten sammelte, den Ball vom eigenen Strafraumrand zu Endo, der den startenden Wintzheimer sah und fand. Die Leihgabe aus Nürnberg hatte 40 Meter vor dem Tor freie Bahn, Jonas David hatte im Laufduell aber deutliche Tempovorteile und wurde so zu einem etwas überhasteten Abschluss von der Strafraumkante gezwungen. Raab hatte den flatternden Ball im Nachfassen sicher. 55 Minuten waren gespielt, als Kijewski das Spiel aus dem Mittelkreis auf die linke Seite verlagerte. Donkor zog in den Strafraum und legte zurück auf den Elfmeterpunkt, wo Multhaup einen Querschläger fabrizierte. Der Ball hüpfte zu Marx, der das Leder aus spitzem Winkel nicht richtig traf und an der kurzen Ecke vorbeischoss. Auf der anderen Seite brach Kittel in den Strafraum, legte sich den Ball aber zu weit vor. Hoffmann eilte aus dem Kasten und sicherte sich das Spielgerät.

Etwas mehr als eine Stunde war vorbei, als der HSV mal im Strafraum der Löwen auftauchte. Ein Pass von Rath kam zu Balde, der aus leicht spitzem Winkel etwa zwei Meter neben das Tor schoss. Drei Minuten danach prallte eine Kaufmann-Flanke vor die Füße von Lauberbach, der aus sechs Metern aber nciht an HSV-Schlussmann Raab vorbei kam. Der musste eigentlich drin sein! Zwei Zeigerumrehungen danach überspielte Immanuel Pherai mit einem tollen Pass gleich das ganze Mittelfeld und die Abwehrkette der Hamburger. Lion Lauberbach kam im Strafraum an den Ball und wurde vom herausstürmenden Raab nach Außen gedrängt. Doch der Stürmer behauptete den ball und lege zurück auf Kaufmann, der sich im Dribbling gegen zwei Hamburger durchsetzte und an Donkor weitergab. Der Linksverteidiger zog nach innen und suchte aus 17 Metern mit seinem schwächeren Rechten den Abschluss. Sein Flachschuss ging knapp am rechten Pfosten vorbei. Zwanzig Minuten vor dem Ende kamen die Hamburger erneut über Balde an den Löwen-Strafraum, doch der Schuss aus 16 Metern wurde von Marx abgefälscht und ging einige Meter über den Querbalken.

Ron-Thorben Hoffmann (hier im Trainingslager) stand die vollen 90 Minuten im Kasten

Nach der anschließenden Ecke versuchte es Ogechika Heil mit einem Schlenzer aus der zweiten Reihe, klar am Tor von Hoffmann vorbei. Auf der anderen Seite gab Pherai einer Flanke aus dem Halbfeld viel Schnitt und versuchte Lion Lauberbach und Enrique Peña Zauner einzusetzen, doch Raab fing kurz hinter der Strafraumgrenze den Ball ab. Wenig später entstand aus einem Marc-Einwurf in der eigenen Hälfte der nächste Löwen-Angriff. Über Pherai und Kaufmann kam der Ball zu Henning, der das Leder vorantrieb, während Pherai über den rechten Flügel durchstartete und im richtigen Moment von Henning bedient wurde. Von der rechten Strafraumseite schlug unsere Nummer 10 eine Flanke, die Raab zwar geahnt hatte, aber nicht abfangen konnte und am Ball vorbei flog. Damit hatte Lauberbach nicht gerechnet, der die Kugel somit nicht aufs leere Tor bringen konnte. Eine Minute danach versuchte es Pherai nach einem Kijewski-Kopfball aus 20 Metern direkt, verzog aber klar.

Kurz darauf rutschte eine Donkor-Hereingabe zu Kaufmann durch, der von der rechten Seite zurück zu Donkor flankte. Der Linksverteidiger nahm den Ball volley, drosch die Kugel aber weit am Tor vorbei. Eine Zeigerumdrehung später faustete Raab eine Pherai-Ecke zu Henning, der sich das Leder zurechtlegte und vom Strafraumrand abzog, drei Meter am Tor vorbei. Zehn Minuten später gewann Strompf auf dem rechten Strafraumeck einen Zweikampf gegen die Rath, doch der Ball prallte zu Kittel, der von der Strafraumkante per Direktabnahme abzog. Der Ball schlug in der kurzen Ecke ein, nur noch 1:2. Im direkten Gegenzug trug Lauberbach den Ball in Richtung HSV-Strafraum und spielte einen herrlichen Pass durch die Gasse auf Peña Zauner, der von halbrechts alleine vor Raab nicht am Torwart der Gastgeber vorbei kam. Der Nachschuss von Pherai wurde geblockt.

Kurz danach war dann Schluss. Die Löwen gewinnen das Testspiel beim Hamburger SV verdient mit 1:2 und konnten in der Länderspielpause somit etwas Spielpraxis sammeln.

Bis dahin

Euer Kivi

1 thought on “Testspielsieg gegen den Hamburger SV

  1. Würde es auch mal so in den Ligaspielen laufen. Stattdessen verliert man daheim 2:3 gegen Kiel und in Hamburg 4:2.

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