Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Trainingslager: Testspiel gegen Sevilla Atlético

6 min read

Am dritten Tag des Trainingslagers stand das erste Testspiel an, es ging ins etwas mehr als 1,5h entfernte Sevilla. Dort traten die Löwen gegen die Nachwuchsmannschaft der Andalusier an, die unter dem Namen Sevilla Atlético in der vierten spanischen Liga auf dem letzten Tabellenplatz stehen. Im Estadio Jesús Navas bestimmten die Blau-Gelben das Spiel und gewannen nach Toren von Wintzheimer und Peña Zauner mit 0:2. Etwa 67 Zuschauer waren gekommen, die meisten davon ins Trainingslager mitgereiste Eintracht-Fans.

Etwa eine Stunde vor Anpfiff kamen wir am Estadio Jesús Navas an, das vor allem durch das Nachwuchsteam genutzt wird und neben drei Stahlrohr-Tribünen ohne Dach auch über eine feste Haupttribüne mit recht kurzem Dach verfügt. Alles war sehr sauber und die Toiletten wirkten fast wie neu. Sofort rein durften wir noch nicht, da über der Einfahrt eine Stromleitung ausgetauscht wurde. 15 Minuten später war das dann auch abgehakt und wir durften etwa 20 Meter vom Eingang entfernt parken. Alle Fans, die mit dem Auto angereist waren, erhielten ein Armband und durften sich etwas freier bewegen als die restlichen Fans, die mit dem Bus angereist waren. Danach ging es für uns in die Stadion-Cafeteria, wo wir uns an der Seite von einigen FC Sevilla Angestellten verpflegen konnten.

20 Minuten vor Anpfiff durften wir dann ins Stadion, allerdings nur als gesamte Gruppe und nicht einzeln. Und so machte sich die etwa 50 Fans starke Gruppe auf den kurzen Weg zur Haupttribüne, wo wir in einem ausgewählten Bereich Platz nehmen „durften“ (mussten). Zudem galt Rauch- und Alkoholverbot, was natürlich auf wenig Begeisterung stoß. Verpflegung gab es im Stadion selbst dann nicht mehr, alles ohne Alkohol durfte aber verzehrt werden. Ein vorbildlicher Eintracht-Fan hatte sogar an eine Mülltüte gedacht, in die später sogar die Security ihre Wasserflaschen entsorgte. Recht pünktlich begann das Testspiel dann auch.

Löwen-Trainer Michael Schiele entschied sich für folgende Aufstellung: Ron-Thorben Hoffmann (TW, 46. Jasmin Fejzic) – Maurice Multhaup (46. Jan-Hendrik Marx), Nathan de Medina (46. Danilo Wiebe), Saulo Decarli, Linus Gechter, Niko Kijewski (46. Anton Donkor) – Jannis Nikolaou (74. Emil Kischka), Robin Krauße (C, 46. Enrique Peña Zauner), Keita Endo (46. Fabio Kaufmann) – Tarsis Bonga (46. Lion Lauberbach), Manuel Wintzheimer (72. Mehmet Ibrahimi)

Hertha-Leihgabe Linus Gechter am Ball

Kurz nach dem Anpfiff legt Porbespieler Tarsis Bonga vom Strafraumrand für Keita Endo ab. Der von Union Berlin ausgeliehene Japaner zog aus 25 Metern per Direktabnahme ab. Der Torwart der Gastgeber musste sich ordentlich strecken um den strammen Schuss noch über die Latte zu lenken. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. Wenig später wurde es nach einem weiteren Eckstoß von Kijewski aber doch gefährlich. Die Spanier klärten an den Strafraumrand. Dort stand erneut Keita Endo, der den Ball volley nahm. Die Kugel setzte einmal auf und flog knapp am linken Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite klärte Decarli nach einem Ballverlust seiner Vorderleute souverän zur Ecke. Diese klärten die Löwen etwas zu kurz, doch der folgende Schuss vom Strafraumrand flog klar über den Kasten von Hoffmann.

Danach passierte für eine Viertelstunde nichts, bis sich Bonga ein Herz nahm und mit langen Schritten auf den Strafraum der Andalusier zulief. Aus etwas mehr als 20 Metern zog der Probespieler ab, sein Flachschuss geriet aber viel zu zentral und wurde nicht gefährlich. Einige Minuten später rutschte eine Multhaup-Flanke bis zu Robin Krauße durch, der den Ball am zweiten Pfosten mit dem ersten Kontakt aufs Tor brachte. Der „Beckham des Ostens“ (Spitzname durch die Mitspieler, nachdem der Mittelfeldspieler beim gestrigen Training einige gute Freistöße ins Eck gezimmert hatte) traf das Spielgerät dabei nicht voll, sodass der Keeper der Gastgeber sicher zupackte. Augenblicke später kombinierten sich die Löwen sehenswert an den linken Strafraumrand, die Hereingabe von Bonga konnten die Spanier aber klären. Zehn Minuten vor der Pause fing Jannis Nikolaou einen missglückten Abschlag des gegnerischen Torhüters ab und wurde gefoult, doch das Spiel lief weiter und über mehrere Stationen kam der Ball rechts im Strafraum zu Robin Krauße, der die Kugel in die Gefahrenzone brachte. Am zweiten Pfosten rutschte Keita Endo knapp am Ball vorbei.

Vier Minuten später setzte Endo mit einem tollen Pass Bonga in Szene. Der Japaner wurde bei seinem Abspiel gefoult, doch der Schiedsrichter entschied auf Vorteil. Bonga drehte sich und steckte den Ball im richtigen Moment auf den startenden Kijewski durch, der das Leder gerade noch von der Grundline kratzte. Seine Hereingabe landete punktgenau bei Manuel Wintzheimer, der aus kurzer Distanz zur Führung einschob, das 0:1 für die Löwen! Wenig später wurde Wintzheimer aus spitzem Winkel geblockt. Eine Minute vor der Pause bugsierte Saulo Decarli eine Multhaup-Ecke irgendwie im hohen Bogen aufs Tor, doch der Schlussmann der Andalusier pflückte den Ball locker auf der Brust.

Torjubel nach dem 0:1

Dann war Halbzeit. Die Löwen hatten das Geschehen weitestgehend im Griff und kamen auch das ein oder andere Mal zu Abschluss. So richtig klare Chancen erspielten sich die Blau-Gelben vielleicht etwas zu selten. Trainer Schiele tauschte zum Seitenwechsel nicht komplett durch.

Die erste Durftmarke im zweiten Durchgang setzten die Löwen. Nach einem langen Ball von Wiebe dribbelte Lion Lauberbach an den linken Strafraumrand, seine Flanke wurde zur Ecke geklärt. Diese sollte nichts einbringen. Eine Minute später prallte eine Marx-Flanke zu Lion Lauberbach, der aus kurzer Distanz blitzschnell abzog, aber den gegnerischen Torwart traf. Der erneute Abpraller wurde von den Gastgebern geklärt. Auf der anderen Seite blockte Decarli einen Schuss der Spanier aus gefährlicher Position, anschließende holte Fabio Kaufmann clever einen Abstoß raus. Fünf Minuten später landete eine Flanke von einem Atlético-Akteur auf der Brust eines Mitspielers, der sofort volley abzog. Der Ball zischte knapp am Tor vorbei. Einige Minuten danach kamen die Löwen zum nächsten Abschluss. Eine Donkor-Flanke köpfte Manuel Wintzheimer in die Arme des Torwarts.

Kurz vor der Meisterminute bekam Fabio Kaufmann im letzten Drittel den Ball und steckte clever auf den startenden Enrique Peña Zauner durch. Unsere Nummer 22 tauchte alleine vor dem Tor auf, behielt die Nerven und vollendet zum 0:2. Einige Minuten danach konnten die Gastgeber einen Freistoß aufs Tor bringen, den Jasmin Fejzic jedoch ganz cool abfing und unter sich begrub. Im direkten Gegenzug bediente Ibrahimi Kaufmann, der den gegnerischen Torhüter umkurvte und klar gelegt wurde. Aber die Fahne des Assistenten ging hoch, Abseits. Bei der Aktion gab es einen Verletzten, allerdings weder Kaufmann noch der gegnerische Torhüter. Der Assistent hatte sich vertreten und konnte nicht mehr weitermachen. Kurzerhand wurde er durch den vierten Offiziellen ersetzt, den es tatsächlich in diesem Testspiel gab.

Torjubel nach dem 0:2

Kurz nachdem es weiter gehen konnte, kamen die Gastgeber im Strafraum zum Abschluss. Den Versuch aus 14 Metern konnte Fejzic aber noch abwehren, der Nachschuss flog dann ein gutes Stück über den Querbalken. Fünf Minuten danach marschierte Hertha-Leihgabe Linus Gechter über rechts und schlug eine herrliche Flanke in den Strafraum. Dort kam Lion Lauberbach angeflogen, der das Leder knapp am Tor vorbei köpfte. Kurz darauf köpfte Mehmet Ibrahimi einen hohen Ball in den Strafraum, erneut war Lauberbach mit dem Kopf dran. Dieses Mal verlängerte er das Leder aufs Tor, aber das war kein Problem für den Torwart der Spanier. Kurz vor dem Abpfiff kam Lauberbach nach Peña Zauner Zuspiel aus spitzem Winkel zum Abschluss, sein Versuch wurde aber geblockt.

Dann war Schluss. Die Löwen gewannen auch das zweite Testspiel in diesem Jahr mit 2:0. Für mich ging es anschließend noch in die Stadt. Sevilla kann sich echt sehen lassen und hätte mehr als einen kurzen Abstecher verdient, aber dafür bin ich ja nicht im Trainingslager. Interessant waren neben einigen schönen Gebäuden und der sehr sauberen Innenstadt die vielen Bäume mit orangenen Zitrusfrüchten. Wie sich nach kurzer Recherche herausstellte, gibt es in Sevilla etwa 50.000 dieser Bäume, die als Frucht die Bitterorange tragen. Unverarbeitet ist diese eher nicht genießbar, in verschiedenen Variationen verarbeitet erfreut sich die auch als Sevilla-Orange bekannte Frucht aber doch einer gewissen Beliebtheit.

Impressionen aus Sevilla

Nach drei Tagen mit Traningseinheiten geht es am Samstag zum Abschluss des Trainingslagers mit dem nächsten Testspiel weiter. Gegner ist dann erneut ein Viertligist, aber ein Team aus Deutschland: Der VfB Lübeck tritt auf dem von Eintracht genutzten Trainingsplatz mit Eintracht-Ikone Mirko Boland gegen die Löwen an.

Bis dahin

Euer Kivi

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: