Trainingslager – der Abschluss
8 min readIm letzten Bericht des Trainingslagers nehme ich euch mit auf die restlichen Trainingslagertage, meine Erlebnisse zwischen den Trainingseinheiten sowie auf kurze Eindrücke aus dem Fanabend mit unserer Mannschaft. Viel Spaß beim Lesen!
Nach dem trainingsfreien Sonntag ging am Montagmorgen endlich wieder die Jagd nach dem runden Leder weiter. Allerdings nur mit einer öffentlichen Einheit am Morgen. Als ich am Trainingsplatz eintraf, war auch schon Eintracht-Präsidentin Nicole Kumpis da, die aktiv das Gespräch mit den anwesenden Fans suchte. Sehr lobenswert. Nach dem Aufwärmen der Mannschaft ging es in zwei Gruppen quasi zurück in die Kindheit. Für eine Übung der Bewegungsabläufe mussten die Spieler ihren Gegner ohne Ball „ausdribbeln“, während der Verteidiger seinen Gegner „fangen“, also berühren, musste.

Währenddessen bewarf Torwart-Trainer Jasmin Fejzic seine Torleute mit Tennisbällen, die diese statt Fußbällen vor dem Einschlag im Tor bewahren mussten. Kurz darauf mussten Thorben Hoffmann und Co. mit einem Tennisball jonglieren und gleichzeitig Schüsse ihrer Torhüter-Kollegen abwehren. Für mich wäre die Übung wohl schon bei einem Tennisball geendet. Die Feldspieler absolvierten derweil verschiedene Passübungen, die immer wieder variiert wurden. Den Abschluss der Spieleinheit bildete eine spielerische Übung mit mehreren Toren, in denen auch regelmäßig das Spielgerät einschlug.
Danach war das Training vorbei, doch eine große Überraschung für die erneut um die 67 Trainingskiebitze hatten die Löwen noch in der Überraschungstüte. Es gab ein gemeinsames Foto: Spieler, Trainer, Verantwortliche und Fans stellten sich Seite an Seite für das Foto auf. Anschließend wurden noch einige Foto- und Autogrammwünsche erfüllt.
Die Spieler und auch ich hatten anschließend einen freien Nachmittag. Für mich ging es zum Gleinkersee, einem Badesee mit atemberaubendem Panorama, wirklich einmalig. Das Essen dort war leider das schlechteste Essen der gesamten Trainingslagerzeit und unterbot sogar den Leberkäse im Linzer Stadion. Zurück zum Badesee: Auf dem Weg zur Umkleidekabine kamen mir plötzlich mehrere Dutzend in Gelb gekleidete Männer entgegen: die Mannschaft von Dynamo Dresden. Die Mannschaft aus der Elbflorenz hatte im wenige Meter entfernten Hochseilgarten ihr Teambuilding absolviert. Richtig glücklich sahen die Dresdner nicht aus. Es grüßte übrigens auch nur Stefan Kutschke. Der Rest schaute misstrauisch oder verwirrt auf mein wunderschönes Trikot.
Die Temperatur des Gleinkersees war mit 23,5 Grad auf einer Tafel verkündet, eigentlich eine angenehme Temperatur. Doch beim Schwimmen fühlte sich das Ganze deutlich kälter an. Aber absolut aushaltbar und eine herrliche Erfrischung mit genialem Blick. Bis zum frühen Abend verbrachte ich meine Zeit auf der Liegewiese und genoss die Aussicht. Beim Verlassen des Badesees trafen wir noch auf zwei Verantwortliche der Braunschweiger Eintracht, die ebenfalls das kühle Nass des Gleinkersees aufsuchen wollten.

Da der Burger sowohl wenig glücklich als auch eher nicht so satt gemacht hatte, ging es abends erneut zum Campingplatz in der Nähe des Trainingslagerortes. Zusammen mit einer zweistelligen Anzahl an Eintracht-Fans brachten wir sowohl die Bedienung mit dem kölschen Dialekt als auch die Küche ordentlich ins Schwitzen. Beide leisteten erneut hervorragende Arbeit. Der Campingplatz AlpenlandCamping Pyhrn-Priel ist absolut zu empfehlen und bekam auch von den dort campenden Eintracht-Fans gleich beide Daumen hoch.
Und so war der Montag dann auch schon wieder Geschichte. Am Dienstag standen zwei Einheiten an. Die Vormittagseinheit bat erneut Überraschungen, dieses Mal mussten die Fans mehrfach vor den etwas zu großzügig eingestellten Rasensprengern flüchten. Vor einigen Tagen wären diese noch eine willkommene Abkühlung gewesen, bei heute unter 20 Grad und Wolken hatte aber niemand Interesse an einer zusätzlichen Dusche. Auf dem Platz vertrieben sich die Spieler beim Warten auf den Rest die Zeit mit einer Art Rondo aus der Luft. Der Verlierer bekam Ohrenschnippser, da sind sich Profifußballer und Kreisklassen-Ballzauberer doch noch gleich.
Wieder waren schätzungsweise 67 Fans da, die das Treiben auf dem Platz interessiert verfolgten. Nach dem Aufwärmen gab es eine Übung, die das Spiel sowohl in Über- als auch in Unterzahl mit dem Verteidigen und dem Torabschluss verband. Einige sehenswerte Aktionen zeigten die Löwen dabei in allen Bereichen. Zum Abschluss gab es eine spielerische Einheit, bei der die Löwen bei ihren Angriffen die Wahl zwischen großen und kleinen Toren hatten. Vermutlich gab es dabei unterschiedliche Punktzahlen.
Danach entließ uns die Eintracht in eine Mittagspause. Ich entschied mich für ein Restaurant an dem Badesee, den ich bereits am Freitag besucht hatte. Ein künstlich angelegter Badesee, der nur bei näherer Betrachtung doch kein herkömmliches Freibad war. Doch vor Ort angekommen, folgte der Schreck: Heute hatte die Küche Ruhetag, das war online so nicht zu erkennen. Scheinbar legten darauf auch andere Lokalitäten keinen Wert, denn gleich zwei der Ausweichrestaurants hatten ebenfalls einen überraschenden Ruhetag. Aller guten Dinge sind vier, sagt man ja so, oder? Jedenfalls hatte der Italiener, den ich bereits am Freitag besucht hatte, dann wirklich geöffnet. Eine Pizza Salami, da konnte man nicht meckern.
Anschließend ging es dann endlich in den Badesee, mit ein paar Runden Schwimmen sollte das Abendessen verdient werden. Auch dort hatte man einen tollen Ausblick. Mit der AktivCard war der Eintritt frei, aber tatsächlich war ich ganz alleine im Wasser. Da die Wassertemperatur höher war als die Außentemperatur, auch nicht ganz unverständlich. Direkt vom Badesee sammelte ich einen weiteren Eintracht-Fan ein und es ging zur zweiten Einheit des Tages.

Auch dieses Mal warteten einige Spieler auf ein paar Nachzügler. Neben dem Rondo aus der Luft vertrieben sich Jovan Mijatovic und Damjan Kovacevic die Zeit mit Fußballtennis über ein Tor hinweg. Dann ging es auch schon wieder los. In einer „Zwei gegen einen“-Übung ging es um die Ballbehauptung mit dem Rücken zum Gegner, ehe der Mitspieler in ein Mini-Tor treffen musste. Das klappte schon ganz gut.
Anschließend ging es in einem sehr engen Feld ordentlich hin und her. Die Teams hatten verschiedene Rollen. Es ging um Pass-Stafetten, Ballbesitz-Phasen und natürlich Chancen-Kreierung und den Torabschluss. Dabei wurde es richtig intensiv und durchaus laut auf dem Trainingsplatz. Direkt vor den Fans mischte übrigens auch Vereinslegende und Co-Trainer Marc Pfitzner mit. Dieser hielt gut mit, verletzte augenscheinlich keinen Spieler, war am Ende aber merklich froh, dass er die intensive Übung überstanden hatte.
Danach bekamen die Fans noch richtig was geboten. Ein Trainingsspiel mit voller Mannschaftsstärke über fast den kompletten Platz. Nur ein Flügel wurde etwas verengt. Team Gelb setzte sich am Ende durch, beiden Teams gelangen aber schöne Treffer, die mit Applaus der Fans bedacht wurden. Der auffälligste Mann auf dem Platz war nicht zum ersten Mal Sidney Raebiger, der mit gleich zwei echten Traumtoren glänzen konnte. Den Abschluss des Trainings bildete ein Elfmeterschießen.
Mein kurzes Fazit dazu: Besser nach 90 oder 120 Minuten den Sieg einfahren gegen Union Berlin. So etwas konnten die Löwen noch nie gut, aber vielleicht klappt das auch nur gegen Mannschaften aus Berlin, denn bekanntermaßen bildete die Hertha in dem Bezug eine ganz seltene Ausnahme. Torwart Benjamin Uphoff konnte drei Elfmeter parieren, Thorben Hoffmann einen. Allerdings waren die vier Paraden auch durchaus dankbar. Ein klarer Elfmeterspezialist für die kommende Saison konnte sich jedenfalls noch nicht herauskristallisieren.

Für ein Dutzend Eintracht-Fans und mich ging es anschließend zum Gasthof Kemmetmüller. Der dortige Brauhaus-Grillteller ist absolut zu empfehlen und auch die Speisen und Getränke der anderen verursachten Begeisterung. Schade, dass es der letzte Abend in einem Restaurant in Windischgarsten war.
Der letzte Tag im Trainingslager war ein Mittwoch. Am Morgen ging es in die letzte öffentliche Einheit in Windischgarsten. Noch vor Beginn gab es für die anwesenden Fans eine kleine Dusche. Kurz darauf wurden auch Spieler von dem plötzlich los schießenden Rasensprenger getroffen. Lautes Gelächter schallte über den Trainingsplatz.
Danach wurde es noch einmal richtig intensiv. Als das Aufwärmen abgeschlossen war, teilten sich die Spieler auf. Während zentralen Defensivleute (Innenverteidiger und Sechser) auf den vorderen Platz gingen, bezog der Rest den hinteren Platz. Die offensiver ausgerichteten Spieler absolvierten eine Übung über Pass- und Laufwege sowie verschiedene Abschluss-Szenarien. Dabei gab es neben starken Paraden der Torleute auch einige schöne Treffer zu sehen.

Auf dem vorderen Platz ging es um den Spielaufbau aus der eigenen letzten Kette sowie die Reaktion auf verschiedene Herangehensweisen des Gegners. Den Abschluss bildete dann ein Kleinfeldturnier. Dabei wurden die Löwen auf vier Teams aufgeteilt: Blau, Gelb, Grün und Orange. Es ging ordentlich zur Sache und wurde richtig intensiv. Auch mit Schiedsrichter Marc Pfitzner wurde eifrig diskutiert und es wurde immer wieder laut. Scheinbar hatte das Trainerteam um Lars Kornetka einen lohnenswerten Preis für die Gewinner ausgesprochen. Oder eine entsprechende Strafe für die Verlierer.
Wie es am Ende genau gelagert war, blieb jedenfalls intern. Als Gewinner konnte sich am Ende Team Orange feiern lassen und ließ unter Beobachtung der Esel Otto und Bertl ein Jubelfoto der Social-Media-Leute machen. Dazu gehörten: Nick Bodon, Andi Hoti, Damjan Kovacevic, Yann Sturm, Tristan Wagner und Hugo Afonso. Währenddessen lief Aaron Opoku eine Runde um den Platz und tengelte dabei den Ball, ohne, dass dieser einmal Kontakt mit dem Boden hatte.

Nach dem Training verbrachte ich die Zeit mit einem kurzen Spaziergang in der Natur und suchte anschließend ein Eiscafé auf. Dort bestellte ich mir ein Eis-Nougatröllchen. Etwas schwierig zu essen, da die doch sehr harte Waffelrolle mit Schokosoße übergossen war. So schaffte ich es nach etwas Handarbeit immerhin fast kleckerfrei.
Da die Nachmittagseinheit aufgrund der intensiven Tage ausfiel, blieb eigentlich noch etwas Zeit bis zum Fanabend. Zusammen mit anderen Fans traf ich mich aber dennoch für einen kleinen Plausch am Trainingsgelände. Anschließend ging es zurück in die Unterkunft, frisch machen für das Aufeinandertreffen mit der Mannschaft.

Knapp 50 Eintracht-Fans waren beim Fanabend dabei und auch von der Eintracht selbst nahmen alle Spieler, Trainer und sonstige Verantwortliche teil. Es war sehr schön, die Löwen, die man sonst auf einige Meter Entfernung beim Training oder im Stadion sieht, gegenübersitzen zu können. Sympathisch sind die Löwen in jedem Fall, ich hatte viele tolle Unterhaltungen. Danke dafür an die Eintracht! Ich denke, beide Seiten hatten einen schönen Abend und konnten einen sehr angenehmen Abschluss vom Trainingslager genießen. Für viele jüngere Fans auf jeden Fall ein Erlebnis, welches die Verbindung zur Eintracht weiter stärkt.
Und so ging es für mich heute Morgen ziemlich genau 800 Kilometer und ziemlich genau acht Stunden zurück nach Braunschweig. Auf der Autobahn sah man dann auch noch das ein oder andere bekannte Blau-Gelbe Gesicht. Da heute der kälteste Tag in Windischgarsten war, fiel die Abreise dann doch nicht so schwer, auch wenn die Zeit im Trainingslager wieder ratzfatz vorbeigegangen war. Dennoch hat sich die Mühe wieder gelohnt, im Trainingslager bekommt man einen Einblick, den man in Braunschweig so nicht reproduzieren kann.

Das Potenzial der jungen Mannschaft, eine sorgenfreie Saison zu spielen, ist erkennbar vorhanden. Hoffen wir mal für unsere Nerven, dass die Löwen dieses auch abrufen können. Ich hoffe, euch haben meine drei Berichte aus dem Sommer-Trainingslager gefallen. Nun stehen noch zwei Testspiele an, ehe der Ernst der 2. Bundesliga wieder losgeht. Und vielleicht gibt es im Januar ja auch Berichte aus einem Winter-Trainingslager. Ob und wo dieses stattfindet, steht aber noch in den Sternen über dem Braunschweiger Nachthimmel.
Bis dahin
Euer Kivi
