Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

In letzter Sekunde

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Nie gefährdete Siege sind wirklich kein Braunschweiger Ding, wäre ja auch total langweilig. Da lässt ein gewisser Immanuel „Fußballgott“ Pherai lieber in der Nachspielzeit das Stadion explodieren. Mit der letzten Aktion des Spiels schnürt unsere Nummer 10 den Doppelpack und schießt unsere Blau-Gelben Farben zum ganz späten Sieg über den FC St. Pauli. Trotz des zwischenzeitlichen Rückstandes gaben die Löwen nicht auf und drehten in der Schlussviertelstunde die Partie noch zum 2:1-Heimsieg, dem bereits dritten Heimsieg in Folge!

Pünktlich zur Stadionöffnung ging es für mich ins Eintracht-Stadion. Trinken geholt und ab in den Stammblock 6. Heute mit neuer Zaunfahne für meinen Fanclub Concordia Brunsviga, die Einweihung sollte erfolgreich sein und ordentlich Spaß machen. Zudem sah man natürlich wieder einige bekannte Gesichter und konnte etwas quatschen. Trotz des Ausfalls der Züge in Norddeutschland kamen 21.000 Zuschauer um die Partie gegen die Hamburger zu sehen, davon über 2.000 Mitgereiste St. Pauli Anhänger.

Und dann ging es auch schon los, Michael Schiele entschied sich für folgende Aufstellung: Jasmin Fejzic (TW, C) – Jan-Hendrik Marx (76. Maurice Multhaup), Nathan de Medina, Brian Behrendt, Filip Benkovic, Anton Donkor – Robin Krauße (69. Bryan Henning), Jannis Nikolaou, Fabio Kaufmann (69. Immanuel Pherai) – Lion Lauberbach (76. Luc Ihorst), Anthony Ujah

Vor dem Spiel schworen sich die Löwen im Mannschaftskreis ein

Die ersten Minuten tasteten sich beide Teams ab, bis Filip Benkovic mit viel Schwung in einen Kopfballduell mit Irvine ging. Die beiden Spieler krachten mit den Köpfen zusammen. Filip Benkovic hatte anscheinend nur eine blutende Wunde, die schnell versorgt werden konnte. Für Irvine ging es nicht weiter. Neben ihm musste auch Nemeth runter, der sich anscheinend ebenfalls verletzt hatte. Gute Besserung von mir an der Stelle. Während Benkovic noch einen Turban verpasst bekam, erspielte sich St. Pauli die erste Chance des Spiels: Eine Flanke von Saliakas rutschte zu Hartel durch, der mit dem ersten Kontakt abzog. Der Ball flog knapp über den Querbalken, Fejzic wäre aber vermutlich da gewesen. Auf der Gegenseite hatte Vasilj Probleme eine von Marx zu klären, trotz des Nachsetzens von Kaufmann konnte die St. Pauli Hintermannschaft klären.

Dann kamen wieder die Gäste, doch Matanovic traf aus spitzem Winkel nach Zuspiel von Metcalfe nur das Außennetz. Eine Minute später hatte Vasilj nach einer Donkor-Flanke erneut Probleme, der wuchtige Nachschuss von Marx wurde von einem Hamburger Verteidiger zur Ecke abgefälscht. Wiederum nur wenige Minuten später köpfte Donkor eine zu kurz geklärte Flanke zurück in den Strafraum. Dort gingen mehre Braunschweiger und Paulianer zum Ball. Medic traf die Kugel, lenkte diese aber auf das eigene Tor. Knapp am linken Pfosten vorbei trudelte der Ball über die Linie. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. Nach einer halben Stunde hatte St. Pauli beinahe eine Riesenchance, doch im allerletzten Moment eroberte Behrendt mit einem tollen Zweikampf den Ball von Hartel.

Im Gegenzug wurde Kaufmann nach einem Dribbling gefoult, Freistoß aus etwa 22 Metern. Diesen donnerte Behrendt auf den Kasten, aber etwas zu zentral, sodass Vasilj die Kugel, wenn auch mit Problemen, parieren konnte. Fünf Minuten später war Fejzic nach einem Steilpass auf Hartel schneller am Ball und schnappte sich das Spielgerät. Kurz vor der Pause kamen die Braun-Weißen dann doch noch zum Abschluss: Smith flankte eigentlich eher harmlos aus dem Halbfeld, aber niemand aus der Löwen-Defensive brachte ein Körperteil an den Ball. So spritzte am zweiten Pfosten Ritzka dazwischen, schoss den schwierig zu nehmenden Ball aus etwa zehn Metern aber knapp über den Querbalken.

Dann war Halbzeit in einer ausgeglichenen Partie ohne die ganz klaren Torchancen. Folgerichtig stand es 0:0. Viele Eintracht-Fans hofften auf die Einwechslung von Immanuel Pherai, der nach Wiederanpfiff aber erstmal erneut auf der Bank Platz nahm.

Den ersten Abschluss im zweiten Durchgang erarbeiteten sich unsere Blau-Gelben: Lauberbach blieb im Zweikampf stabil und zog etwa vom linken Strafraumeck ab. Der Flachschuss ging am rechten Pfosten vorbei. Im Gegenzug kam St. Pauli ebenfalls zum Abschluss. Nach einer Hartel-Ecke köpfte Matanovic aufs Tordach. In der 55. Minute hätten die Löwen eigentlich auf 1:0 stellen müssen. Nach einem Ballgewinn ging es ganz schnell: Ujah setzte sich an der Mittelline gegen Dzwigala durch und hatte freie Bahn aufs Tor von Vasilj. Lauberbach lief mit, doch Ujah entschied sich immer noch alleine vor Vasilj für den Abschluss. Und traf den rechten Pfosten. Da war mehr drin!

Danach beruhigte sich das Spiel etwas, für etwa eine Viertelstunde passierte bis auf einen weit am Tor vorbei fliegenden Fernschuss von Fazliji wenig. Doch kurz nach der Meisterminute lagen die Blau-Gelben plötzlich zurück: Hartel gewann einen Zweikampf und verlagerte das Spiel auf die rechte Seite. Dort kam Saliakas an den Ball und hämmerte aus über 25 Metern einfach mal drauf. Der Ball schlug neben dem verdutzten Fejzic im kurzen Eck genau im Winkel ein. Schiele reagierte und brachte mit dem ersehnten Immanuel Pherai und Bryan Henning frische Beine auf den Rasen. Fast hätte das auch umgehend funktioniert: Pherai eroberte gegen Hartel den Ball, spielte einen Doppelpass mit Lauberbach, tauchte nach einem Haken frei vor Vasilj auf und schob ein. Allerdings hatte Schiedsrichter Stegemann einen minimalen Kontakt als Foulspiel geahndet und erkannte das Tor nicht an. Da der Pfiff vor der Torerzielung erfolgte, war hier auch kein VAR-Eingriff möglich.

Verdiente Ehrenrunde nach dem Spiel

Ein paar Minuten später kam Marx gegen Ritzka viel zu spät und hatte etwas Glück, dass er für seine Grätsche von hinten in die Beine seines Gegenspielers nur gelb sah. Für ihn war direkt danach trotzdem Schluss, zudem verließ Lauberbach den Platz. Neu in der Partie waren Ihorst und Multhaup. Und dieses Mal zahlten sich die Wechsel sofort aus: Ihorst ging über rechts an seinem Gegenspieler vorbei und drang in den Strafraum ein. Dort angekommen, chippte er das Spielgerät vors Tor, wo Pherai angerauscht kam und den Ball volley direkt nahm. An dem Schuss aus kurzer Distanz brachte Vasilj noch eine Hand dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern: Ausgleich!

Wenig später kamen wieder die Gäste: Hartel probierte es aus 18 Metern, der Ball zischte knapp links vorbei. Auf der Gegenseite setzte Ujah Ihorst in Szene, der zur Ecke geblockt wurde. Diese klärten die Braun-Weißen in die Füße von Henning, dessen Fernschuss allerdings klar am Tor vorbei ging. Im Gegenzug kam erneut Hartel zum Abschluss: Seinen Fernschuss lenkte Fejzic über die Latte. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit schoss Benkovic beim Klärungsversuch Daschner an, der die Kugel kontrollierte und aus elf Metern von halblinks abzog: Außennetz!

Die Nachspielzeit war schon in den letzten Zügen als Eintracht einen Freistoß bekam. Diesen trat Pherai in den Strafraum, Zander klärte zum Einwurf. Der Einwurf von Donkor landete bei Henning, der das Leder mit der Hacke im hohen Bogen in den Strafraum verlängerte. Dort stiegen mehre Spieler beider Teams hoch, der Ball prallte auf den Rücken von Nikolaou. Von dort hüpfte der Ball zu Pherai, der das Leder stark mitnahm und dann unters Tordach donnerte! Das Eintracht-Stadion explodierte! 2:1, der ganz späte Treffer zum Sieg! Spiel gedreht, Doppelpack von Immanuel Pherai, Jubeltraube im Regen vor der Südkurve, einfach nur geil!

Die Mannschaft ließ sich nach dem Spiel zurecht feiern

Das Tor wurde noch überprüft und mir rutschte das Herz in die Kniekehlen, doch es zählte und dann war Schluss! Nochmal Riesenjubel auf dem Platz und in den Blöcken, dritter Heimsieg in Folge! Dadurch verlassen wir erstmal die Abstiegsplätze. Kommenden Samstag kann gegen den Abstiegskonkurrenten aus Magdeburg nachgelegt werden. Ich bin wieder dabei und werde berichten.

Bis dahin

Euer Kivi

2 thoughts on “In letzter Sekunde

  1. Mal ein Kompliment für Dich: Deine Fanreportage ist ja immer schnell da und auch ausführlich.
    Zudem hast Du ja auch dieses Mal einen tollen Eingangssatz:
    „Nie gefährdete Siege sind wirklich kein Braunschweiger Ding, wäre ja auch total langweilig.“
    In diesem Sinne wünsche ich allen Leser*innen und Dir ein schönes und entspanntes Wochenende!

  2. Schön, das man weiterhin in der Erfolgsspur verblieb. Wenn jetzt noch ein Dreier in Magdeburg gelingen sollte, wäre der verkorkste Saisonstart erstmal endgültig getilgt.

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