BTSV-Transferpolitik in der Analyse: Wenig Spaß für viel Geld?

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Moin Löwen!

Das Derby ist vorbei, der Eintracht-Zug rollt, die Sommertransferphase ist schon fast vergessen und wir befinden uns in einer Länderspielpause. Sportlich gibt es bei der Eintracht aktuell sehr viel zu diskutieren, doch ich will stattdessen tiefer in die Transferpolitik der Eintracht hineinschauen und die langfristige Entwicklung analysieren.

Seit dem 17. Juni 2019 ist Peter Vollmann als Sportdirektor – später als Geschäftsführer Sport – im Amt bei der Braunschweiger Eintracht. Trotz aller Schwierigkeiten schafft er es immer wieder gute Spieler an die Hamburger Straße zu locken, mit denen man sportlich erfolgreich war. Er ist mit der Eintracht schon zweimal als Sportdirektor von der 3. Liga in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Was ihm als Trainer der Eintracht 2002 schon gelang – die Eintracht in die 2. Liga zu führen – lässt vermuten, dass er in der 3. Liga weiß, was er tut. Ein alter Fuchs in seinen Jagdgebieten.

Bisher ein guter Transfer: Ujah

Sportlicher Erfolg ist der wichtigste Maßstab für einen Sportdirektor, auch wenn er es nur indirekt beeinflussen kann. Was Vollmann als sportlichem Erfolg noch fehlt, ist der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga mit der Eintracht. Deswegen hat er mit der Eintracht diese Saison bewusst das Ziel gesetzt, im Vergleich zu der letzten 2. Ligasaison 2020/21 mehr Qualität in die Mannschaft zu bringen und finanziell mehr ins Risiko zu gehen.

Wir haben uns das Ziel gesetzt, mehr Qualität in die Mannschaft zu bringen, als es vor zwei Jahren noch der Fall gewesen ist. Letztlich spielt auch hier der finanzielle Faktor eine große Rolle. Wenn wir uns mit dem Etat an einem Klub orientieren, der gegen den Abstieg spielt, dann wird auch uns schnell die Luft ausgehen. Das haben wir aus dem letzten Abstieg gelernt. Finanziell sind wir gesund und müssen daher auch ein Stück weit das Risiko erhöhen, wenn wir uns langfristig in der 2. Bundesliga etablieren wollen. Das Potenzial für mehr wirtschaftliches Vermögen ist auf jeden Fall vorhanden.

Peter Vollmann 23.5.2022 auf liga2-online.de

Doch wie passt die Aussage zu der langfristigen Kaderplanung? Analysieren wir seine Aussagen mal ein wenig. In Sachen Qualität hat Peter Vollmann drei wichtige Grundsteine des Kaders genannt: 1) Er soll mehr Qualität als 2020/21 haben; 2) Die Spieler müssen ihre Qualitäten in der 2. Bundesliga bereits unter Beweis gestellt haben; 3) Das finanzielles Risiko soll größer als 2020/21 sein.

Nun, zum ersten & zweiten Punkt kann ich direkt sagen, dass anhand der GSN-Daten der Kader von der Qualität her in der Liga das Schlusslicht bildet. Sollte man ihn also alleine an dieser Aussage messen wollen (und man glaubt den Daten), dann gilt dieses von ihm gesetzte Ziele als bisher nicht erfolgreich abgeschlossen. Die Vertragsverlängerungen mit Michael Schultz oder Philipp Strompf zum Beispiel ergeben mit diesem Hintergrund überhaupt keinen Sinn, denn beide besitzen laut GSN kein 2. Ligaformat und sitzen meines Erachtens zu recht nur auf der Bank. Andere Spieler, wie Saulo Decarli, Luc Ihorst, Keita Endo, Mehmet Ibrahimi oder Ron-Thorben Hoffmann sind angeschlagen oder werden nicht regelmäßig eingesetzt. Gemessen an ihren Einsatzzeiten ergeben die Transfers, aktuell jedenfalls, nur bedingt Sinn. (Zugegeben, die Verletzungen sind nicht immer zu berechnen, aber sie sind wegen der Verletzungshistorie bestimmter Spieler ein einzukalkulierendes Risiko gewesen.)

Am Ende wird es aber egal sein, was ich hier mit der Hilfe von Daten beweisen will. Nur der Klassenerhalt wird Peter Vollmann im sportlichen Bereich recht oder unrecht geben, ob sich das finanzielle Risiko auch gelohnt hat. Das eigentliche Problem ist die langfristige Kaderplanung und Transferpolitik der Löwen, die ich beim besten Willen nicht erkennen kann. Es geht vor allem ums Überleben und um kurzfristige Verpflichtungen.

Der kurzfristige sportliche Erfolg der ersten Mannschaft sollte jedoch nicht alles sein und kann auch nicht als der einzige Maßstab eines Sportdirektors dienen. Wir müssen deswegen genauer hinschauen, wie der Verein in den wirtschaftlichen Bereichen abschneidet und finanziell arbeitet.

Sportlicher Erfolg vor dem Rest?

Ein guter Verein sollte Spieler holen, die man weiterentwickeln kann und dann von den Transfers Profit erzeugen. Ein moderner Verein versucht das Risiko der Transfers durch eine Vereinsphilosophie zu minimieren. Passt ein Spieler nicht in die Vereinsphilosophie und zu der Spielweise, holt man ihn nicht. Ein konkretes Beispiel ist Klub FC Nordsjaelland, der das finanzielle Risiko durch gezieltes Aufbauen von Spielern und durch eine klare Spielphilosophie minimiert.

In den letzten Jahren gab es schon etliche Trainer, die immer eine unterschiedliche Spielweise geprägt haben. Daniel Meyer oder Marco Antwerpen konnten von der Grundidee ihres Fußballs nicht anders sein. Vieles fängt schon in den Gremien, wie zum Beispiel im Aufsichtsrat, an. Diese fehlende Grundidee, der Eintracht-DNA im Verein, macht sich auch bei den Transfers bemerkbar.

Langfristig beobachtet bekommen die aktuellen Trainer teilweise ihre Wunschspieler, doch die Kader waren oft nicht variabel genug und die Spieler passten nicht wirklich zum Verein oder zu der Spielweise. Wir haben immer wieder vermeintliche Fehleinkäufe, die sich nicht durchsetzen können. Oder andersherum, gute Spieler, die wir nicht langfristig an der Eintracht binden können, weil sie nur ausgeliehen sind oder nicht optimal eingesetzt werden, nur um dann ablösefrei zu gehen. Geschweige denn vom eigenen Nachwuchs, den man sehr eng mit der ersten Mannschaft verzahnen sollte.

Geld schießt keine Tore

Die oben beschriebene Probleme sind mit dem aktuellen Kader nicht komplett abgestellt worden. Wir wissen nach drei Jahren Vollmann, dass wir keine Ablöse von abgehenden Spielern bekommen haben. „In beiderseitigem Einvernehmen“ ist schon ein Running Gag bei den Eintracht-Fans. Immer wieder gehen Spieler, die irgendwie am Ende nicht zu der Mannschaft gepasst haben, oder die nur einen kurzen Vertrag hatten bzw. eine Ausstiegklausel besaßen. Oder, wie gerade angesprochen, trotz eines gültigen Vertrages, dann doch ohne Ablöse gehen. Oft heißt es dann aber in der Öffentlichkeit oder unter den Fans, es sei besser diese Spieler von der „pay-roll“ zu bekommen.

Eine weitere Beobachtung, die man machen sollte, ist die, dass Eintracht bei den Zugängen bisher in den letzten drei Jahren nur Minus gemacht hat. Njegos Kupusovic hat 100 000 Euro gekostet, ist aber ohne Ablöse gegangen. Spieler wie Jannis Nikolaou, Brian Behrendt und jetzt die neuen Spieler Ron-Thorben Hoffmann, Nathan de Medina und Luc Ihorst haben Ablöse gekostet. Im Derby spielten in der Startelf Spieler, die laut Transfermarkt.de insgesamt 700 000 Euro Ablöse gekostet haben. Auf der Bank saßen dagegen Spieler, deren Ablöse insgesamt 500 000 Euro war.

Man sollte als Verein auch auf Volatilität eines Spieles bei Transfers achten. Bei den Transfers bedeutet die Volatilität eines Spielers, wie sein Wert sich über die Zeit hinaus entwickelt. Ein gutes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist Martin Kobylanski. Laut Transfermarkt.de liegt sein aktueller Wert ungefähr bei 400 000 Euro. Er ist aber ablösefrei gegangen. Im Herbst 2020, nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga und nach einem tollen Pokalabend gegen Hertha BSC, lag sein Marktwert in der Nähe von 800 000 Euro. Ich war damals der Meinung, man sollte ihn verkaufen, auch wenn er zu der Zeit ein großer Publikumsliebling war. Statt eine halbe Million Ablöse hat man ihn aber, ohne seine Qualitäten wirklich zu nutzen, am Ende abgegeben.

Der Marktwert von Martin Kobylanski (Quelle: Transfermarkt.de)

Zu beachten ist auch, dass seine Verpflichtung zum Schluss als Fehlinvestition bewertet wurde, weil wir einen Trainer geholt haben, der seinen Spielstil nicht zu schätzen gewusst hat. Dadurch hat sich sein Markt-Risiko konkretisiert. Bei Transfers bedeutet dieses Risiko, den Unterschied zwischen Unsicherheit und/ oder finanziellen Verlust inbegriffen in einem Rekrutierungsprozess. Spätestens als Michael Schiele da war, hätte man versuchen sollen Koby zu verkaufen, weil er uns sportlich auch nicht mehr weitergeholfen hat.

Unser Risiko ist auch sonst bei so vielen Rekrutierungen pro Saison hoch. Noch in der Saison 2016/17 hatten wir unter zehn Zu- und Abgängen. In der „verrückten Saison“ 2018/19 waren es bis zu 30 Spieler. Unter Vollmanns Ära sind es im Schnitt ca. 15 Wechsel pro Saison. Das erhöht das Risiko eines Fehltransfers deutlich. Vollmann hat bis dato insgesamt 14 Leihspieler an die Hamburger Straße geholt, was einem Saisonschnitt von 3,5 Leihspieler pro Saison bedeutet. Dazu kommt, dass insgesamt über 20 Spieler nur ein Jahr oder kürzer bei der Eintracht waren. Wie mein Freund bei der Leihverkündigung von Filip Benkovic schön sagte: „Wieder ein Name, den man sich nicht merken muss.“

Zugänge und Abgänge beim BTSV. Die verrückte Saison 2018/19 macht einiges kaputt.

Wenn man als Verein seine Trainer, Spieler und Personalien sonst ständig wechselt, ist es klar, dass man das sportliche und finanzielle Risiko dadurch erheblich steigert. Es sollte deswegen auch das Ziel sein, den Verein sportlich wie auch finanziell zu stabilisieren. Dass man finanziell das Risiko nochmal erhöht, wie Vollmann es angekündigt hat, bedeutet, dass man alles auf eine Karte setzt: den Klassenerhalt 2023. Nachhaltig gedacht ist dies aber nicht.

Gehälter in der 2. Bundesliga und 3. Liga

Nun, es ist andererseits auch im Geschäft üblich, das finanzielle Risiko nicht zu scheuen. Schon vor der Pandemie haben in der 3. Liga im Jahr 2019, Eintracht Braunschweig mit dabei, die 20 Vereine trotz eines Umsatzrekords mit einem durchschnittlichen Minus von 1,5 Millionen Euro pro Verein einen Rekordverlust verzeichnet. Damals war es das neunte Mal in elf Jahren. Während der Pandemie stiegen die Spielergehälter in der 3. Liga noch einmal deutlich an.

Steigende Spielergehälter in der 3. Liga. Quelle: Statista.

Es ist also irgendwie klar, dass Eintracht ins Risiko gehen möchte. Die Pleiteliga im Unterhaus hat finanziell keine Zukunft, sollte es so weitergehen. Doch gerade deswegen, weil der Finanzmarkt im Fußball so ungesund ist, sollte man bei der Eintracht gezielt darauf achten, nachhaltig zu arbeiten. Dass dies nicht der Fall ist, zeigen schon die DFL-Kennzahlen aus der 2. Bundesligasaison 2020/21. Bei dem Personalaufwand hatte die Eintracht einen Platz im Mittelfeld, doch sportlich hat man es nur auf den 17. Platz der Tabelle geschafft.

worum.org 27.5.2022 auf Twitter

Wenn nun, noch einmal betont, Vollmann das Risiko erhöhen will, bedeutet es vermutlich, dass wir in dieser Saison in der 2. Bundesliga kein Absteiger bei den Personalkosten sind. Wie war es nochmal? „Wenn wir uns mit dem Etat an einen Klub orientieren, der gegen den Abstieg spielt, dann wird auch uns schnell die Luft ausgehen. Das haben wir aus dem letzten Abstieg gelernt.“ Dass Eintracht sich 2020/21 an Absteiger finanziell orientiert hat, kann ich schon mal anhand der DFL-Kennzahlen etwas widerlegen.

Doch ganz klar ist es nicht, denn die Gehälter und Punkteprämien der Fußballvereine sind nicht gut dokumentiert oder freizugänglich für jeden Fußballfan. Ich kann aber eine gute Einschätzung der Spielergehälter machen. Der Durchschnittspieler aus der zweiten Bundesliga verdient im Jahr 2016 laut Finanzen100 im Schnitt 450.000 Euro im Jahr. Der Durchschnittsgehalt der 3. Ligakicker lag bei rund 116.000 Euro im Jahr. Hier es zu beachten, dass die Finanzen sich besonders in der 3. Liga geändert haben, wie oben beschrieben. In Deutschland hatte, laut DFL, die Pandemie keine langfristigen Auswirkungen auf die Gehälter der Fußballprofis in den 1. und 2. Bundesligen.

Laut Capology waren die Spielergehälter von Eintracht dann vier Jahre später in der Saison 2020/21 im Schnitt pro Spieler 330 000 Euro im Jahr, was einem Spielergehälteretat von 9,240,000 Euro entspricht. In der 3. Liga waren es 2021/22 laut Salary Sport ca. 3 200 000 Euro im Jahr, wobei ich davon ausgehe, dass diese Zahl nicht vollständig ist und auch die Punkteprämien beinhaltet. Es kommt aber ungefähr hin, wenn man beachtet, dass die Spielergehälter im Durschnitt bei knapp 5 Millionen lagen. Denke hier liegt Braunschweig eher in der oberen Hälfte der Tabelle, doch sicher lässt sich das nicht sagen.

Insgesamt lassen sich die Spielergehälter nur einschätzen, denn freizugängliche und 100 % verlässliche Quellen gibt es hier nicht. Alle Zahlen sind somit mit Vorsicht zu genießen. Ich denke die DFL-Kennzahlen sind etwas, woran wir uns am besten orientieren können.

Top of the Flops

Nun, ich habe angesprochen, dass die ständigen Spielerwechsel das finanzielle Risiko erhöhen, und dass wir im schlimmsten Fall sportlich erfolglos bleiben wie 2020/21 und finanziell Minus machen. Nach den Gehaltinformation, die man im Internet aus verschiedenen Quellen bekommen (nochmal: mit größter Vorsicht genießen), habe ich eine Liste zusammengestellt von Spielern, die unter Vollmann nur sehr wenig zum Zuge kamen und somit sportlich wie finanziell einige Fragezeichen aufzeigen lassen.

Die „Top of the Flops“ der letzten Jahre und ihre Gehälter.

Diese Gehälter halte ich für durchaus realistisch, wobei einige von ihnen bestimmt untergeschätzt sind und einige, wie die von Suleiman Abdullahi und Dong-Won Ji, durch ihre Leihen bestimmt niedriger in der Endsumme ausfallen. Dennoch gibt dies ein grobes Bild, wieviel Minus ein Verein wie Eintracht durch Fehltransfers machen kann. Mit Fehltransfers meine ich Spieler, die nicht besonders oft eingesetzt werden, wo natürlich auch Verletzungen eine Rolle spielen können. Die Qualität der Spieler ist eine andere Frage; doch wie am Anfang beschrieben sollten Spieler zum Spielstil des Teams passen und die nötige Qualität besitzen.

„Können sich die diversen Vollmann-Trolls dann jetzt bitte mal entschuldigen?! Benkovic, de Medina, Kaufmann, Pherai und Ujah: alles Knaller-Transfer! Top Job, Herr Vollmann!“

Twitter-User nach dem Sieg gegen den KSC.

Datenscoutingskeptiker werfen mir oft vor, dass ich doch beweisen sollte, dass sich Eintracht überhaupt Daten leisten kann und ob man damit einen Mehrwert bekommt. Nun, wenn wir, mit Punkteprämien, von einem Minus von ca. 1 Millionen Euro pro Saison durch Fehleinkäufe ausgehen, ist es für mich klar, dass man damit schon sich eine Scoutingabteilung und ein Datenbasiertes Scouting-Ecosystem leisten könnte. Zum Beispiel: Eine gute Scoutingabteilung braucht im Jahr grob 200 000 – 300 000 Euro (Brutto) an Personalkosten. Neulich hat ein Premier League-Klub einen Datenanalytiker gesucht. Sein Gehalt wäre ca. 3000 Euro (Brutto) im Monat gewesen. Ein direkter Vergleich ist schwer, doch wir hätten die 100 000 Euro Ablöse für einen Njegos Kuposovic, oder die 210 000 Euro Gehalt für einen Benjamin Girth im Jahr, gut für andere Investitionen gebrauchen können.

Zwei Vorschläge im Mai von GSN auf die Torhüterposition.

Eine Scoutingabteilung und datenbasierendes Scouting wäre eine Investition, die sich auch dadurch bezahlt macht, dass man preisgünstiger Spieler findet. Ein Beispiel: die Scoutingfirma GSN hat im Mai auf Twitter zwei Vorschläge für die Torhüterposition bei der Eintracht gemacht: Eric Oelschlägel vom FC Utrecht und Timothy Fayulu vom FC Sion. Beide hätten von der Spielerqualität her sogar Bundesliga spielen können, passen zum Spielstil der Eintracht und im Fall von Fayulu haben sogar noch mehr Talent als Ron-Thorben Hoffmann. Genaue Gehälter der Spieler habe ich nicht gefunden, doch laut Capology lag der Durschschnittgehalt von Utrecht 232,258 Euro pro Jahr und beim FC Sion bei 245,357 Euros im Jahr. Das sind im Schnitt ca. 90 000 Euro Gehalt weniger im Jahr als bei der Eintracht 2020/21 gezahlt wurde. Eventuell hätte man hier zwei Spieler bekommen können, die das Budget nicht völlig ausgelastet hätten. Oelschlägel war zudem ablösefrei zu haben.

Wie man an diesem Beispiel sieht, könnte datenbasiertes Scouting hier mehr Planungssicherheit und eine wesentlich breitere Auswahl von Spielern mit sich bringen. Dazu ermöglicht es mehr Unabhängigkeit von einzelnen Beratern. Ich bin mir sicher, dass wir mithilfe von Datenscouting Spieler wie Oelschlägel oder Fayulu finden können, die das Risiko eines Transfers minimieren und ein Qualitätsgewinn für den Kader sind. Noch wichtiger ist es, dass man diese Spieler weiterentwickeln und/oder ihren Marktwert steigern kann, um sie dann auch mit Profit zu verkaufen.

Fazit

Eintracht Braunschweig bewegt sich finanziell fast voll im Risiko und arbeitet dabei nicht besonders nachhaltig. Mit geschätzten 1 Millionen Euro an Fehleinkäufe pro Saison arbeitet der Verein mehr als unklug und würde in jeder anderer Wirtschaftsbranche schon in große Schwierigkeiten geraten. Investitionen in nachhaltigere Strukturen und Prozesse sind zwingend notwendig – auch unabhängig vom sportlichen Erfolg.

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