Kein Sieger im Derby

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Endlich wieder Niedersachsenderby! Nachdem beim letzten Aufeinandertreffen im Niedersachsenstadion nur Heimfans erlaubt waren, durften dieses Mal auch Gästefans mitreisen. Über 4.000 Blau-Gelbe sorgten für gute Stimmung. Bis auf Pufferblöcke war das Spiel ausverkauft, auch wenn man im Heimbereich noch Lücken erkennen konnte. Die letzten drei Derbys gingen verloren, nach den 90 Minuten heute gibt es noch keinen Derbysieger in der aktuellen Saison.

Pünktlich ging es ins Stadion. Im Block war ich sogar als erster Braunschweiger. Trotz des frühen Eintreffens war die Bratwurst gerade so noch lauwarm. In einer „Fettpfanne gebraten“ ist immer eher schlecht. Fettige Wurst, sehr weich und überhaupt nicht knusprig. Das Brötchen gerade noch ok, der Ketchup war für meinen Geschmack viel zu süß. Und das ganze für 4,10 Euro. Daher gibt es von mir eine 4/10. Geschmacklich insgesamt noch ertragbar.

Dann ging es los: Löwen-Trainer Michael Schiele stellte im Derby wie folgt auf: Fejzic (C) – de Medina, Behrendt, Benkovic – Marx, Krauße (63. Wiebe), Nikolaou, Pherai (90.+4 Henning) , Donkor (75. Kijewski) – Kaufmann (75. Ihrost), Ujah (75. Lauberbach)

In der Anfangsphase passierte wenig, beide Teams hatten halbwegs aussichtsreiche Offensivaktionen, etwas wirklich nennenswertes brachten aber beide Teams nicht zustande. In der 15. Minute nahm Pherai einen hohen Ball mit der Brust an und zog ab, verfehlte aber sein Ziel. Eine Minute später bekam Ujah den Ball und zog aus 22 Metern einfach mal ab, klar vorbei. Einige Minuten später kam die Roten erstmals gefährlich vor den Kasten: Tresoldi zog aus 14 Metern von halblinks ab, hauchzart vorbei. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ging Pherai mit einem eleganten Trick an seinem Gegenspieler vorbei und wurde kurz vor dem Strafraum gelegt, Freistoß! Diesen brachte Marx auch aufs Tor, aber zu zentral, sodass Zieler per Faustabwehr klären konnte.

Kurz darauf verlängerte Börner einen langen Ball von Marx in den lauf von Kaufmann, doch Zieler kam mit einer Grätsche noch vor unserer Nummer 37 an den Ball. Die Nachspielzeit hatte gerade begonnen, als Pherai den Ball in Richtung Strafraum trieb und auf Ujah durchsteckte. Der Stürmer legte den Ball zwar an Torwart Zieler vorbei, aber kam dann auch nicht mehr schnell genug hinterher, der Ball trudelte ins Toraus. Die letzte Torchance hatten die Roten. Einneigentlich zu langer Freistoß von Köhn wurde wieder zurück vors Tor geköpft. Dort brachte der ehemals leihweise Braunschweiger, der jetzt im roten Lappen spielt, Havard Nielsen, den Ball aus kurzer Distanz aufs Tor. Jasmin Fejzic riss die Pranke hoch und beförderte das Spielgerät mit einer Glanztat an die Unterkante der Latte, von wo die Kugel abprallte und vor der Linie zurück auf den Boden kam. Anschließend klärte Nikolaou.

Mannschaftskreis vor dem Spiel

Dann war Halbzeit. Nicht viel los, zwei gute Chancen hatte unser Derbygegner aber schon. Die Löwen waren aber gut im Spiel und hielten ordentlich dagegen. Oft fehlte nicht viel zu einer richtig guten Chance der Blau-Gelben, bisher kam aber noch kein wirklich gefährlicher Schuss aufs Tor von Zieler.

Im zweiten Durchgang spielten beide Teams auf ihre eigenen Fans. Zuerst wurden die Roten gefährlich: Eine Flanke von Muroya konnte Beier aber nicht aufs Tor bringen. Dann kamen die Löwen: Eine Flanke von Kaufmann erwischte Krauße aus kurzer Distanz mit dem Kopf, der wenig druckvolle Kopfball stellte Zieler aber vor keine großen Probleme. Nur eine Minute später drang Kaufmann über rechts in den Strafraum und versuchte es mit einer scharfen Flanke. Zieler konnte nur zur Ecke abwehren, die allerdings nichts einbrachte. Kurz darauf kam Krauße über die rechte Seite und schlug eine Flanke vors Tor. Dort säbelte Ujah am Ball vorbei, die Roten klärten aber nur unzureichend. Aus dem Rückraum kam Donkor angestürmt und nahm die Kugel mit dem schwächeren Rechten volley, klar vorbei. Wenige Augenblicke flankte Kaufmann auf Ujah, der den Ball erneut nicht traf.

Einige Minuten später war Kaufmann nach einem langen Ball auf und davon und hatte viele Meter vor dem Tor nur noch Zieler vor sich. Diesen wollte er umkurven, kam an Zieler aber nicht vorbei. Zudem entschied der Schiedsrichter auf Abseits. Auf der anderen Seite tauchte Nielsen aus halblinker Position vor Fejzic auf, doch der Bosnier blieb erneut Sieger und pariert den Schuss aus etwas spitzem Winkel. Wenig später zirkelte Pherai eine Ecke direkt aufs Tor, traf aber nur die Latte. Augenblicke später bekam Pherai halblinks vom Tor den Ball und gab an Wiebe weiter, der sofort in den Strafraum flankte. Am zweiten Pfosten stieg Ujah am höchsten und nickte den Ball in die lange Ecke. Tor! 0:1 für die Eintracht! Riesengroßer Jubel im Gästeblock und bei den Spielern. Ujah zog sein Trikot aus und sah den gelben Karton.

Die Mannschaft nach dem Spiel auf dem Weg zu den mitgereisten Fans

Fast wäre postwendend der Ausgleich gefallen: Muroya ging am bereits lange verwarnten Donkor vorbei und brachte den Ball in die Mitte. Dort kam Nielsen mit dem Kopf an den Ball und beförderte das Spielgerät ans Lattenkreuz. Einige Minuten später herrschte nach vielen Wechseln noch etwas Unordnung und das nutzte unser Derbygegner für sich aus. Teuchert brachte den Ball gerade noch so vor der Grundlinie in die Mitte. Wieder setzte sich Nielsen durch und brachte die Kugel dieses Mal im Tor unter. Großer Protest von Fejzic folgte, denn unser Keeper hatte den Ball im Aus gesehen. Schiedsrichter und VAR stimmten dieser Meinung nicht zu, also gab es gelb für Fejzic und der Spielstand war nun mit 1:1 wieder ausgeglichen.

Bis zur Nachspielzeit versuchten beide Teams alles um das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden, richtig gefährlich wurden beide Teams aber nicht. Bei einer aussichtsreichen Flankenposition von der rechten Seite entschied sich der eingewechselte Lauberbach für den linken statt den rechten Fuß und brachte den Ball somit zu nah vors Tor. Zieler fing den Ball sicher ab. In der Mitte hätten Ihorst und Pherai viel Platz gehabt.

Mit Beginn der Nachspielzeit wurde Pherai kurz vor dem Strafraum gelegt. Exzellente Freistoßposition für die Blau-Gelben. Kijewski legte sich den Ball zurecht und zirkelte das Spielgerät auch um die Mauer rum, doch leider auch ganz knapp am Tor vorbei. Zieler war schon geschlagen. Zwei Minuten später war ein Schuss von Marx kein Problem für Zieler. Die Nachspielzeit war eigentlich schon vorbei, als die Roten doch noch einen Freistoß 30 Meter vor dem Tor von Fejzic bekamen. Diesen trat Kehl direkt aufs Tor, traf aber nur das Außennetz. Auch Fejzic wäre hier wohl nicht mehr rangekommen.

Schlechte Sicht kurz nach Anpfiff

Direkt danach war Schluss. Etwas ärgerlich, dass man die Führung nicht halten konnte, aber ein Remis, mit dem man wohl leben kann. Immerhin keine Niederlage im Derby. Holen wir uns den Derbysieg halt im Rückspiel! Am Freitag geht es gegen den Karlsruher SC weiter, danach ist erstmal Länderspielpause.

Bis dahin

Euer Kivi

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