Ein gebrauchter Tag

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Unsere Oberliga-Damen erwischen gegen die direkten Aufstiegs-Konkurrentinnen vom TSV Barmke einen gebrauchten Tag und verpassen vor 478 Zuschauern mit der Niederlage die Teilnahme an den Aufstiegsspielen. Aufgrund der unüblichen „Lösung“ des Verbandes spielte man in der gesamten Saison nur ein Spiel gegeneinander, sodass sich keiner der beiden Teams einen Patzer erlauben konnte. So reisten die Löwinnen am Sonntagvormittag nach Barmke.

Löwen-Trainer Lukas Ebeling schickte in seinem letzten Spiel folgende Elf auf den Platz: Lisa Kelm (TW), Caren Holzenkamp, Lyn Meyer, Victoria Wiedermann (C), Jolie Just (73. Carolin Helmerding), Franziska Knopp, Ronja Riemer, Franziska Unzeitig (65. Annika Geistert), Lisa-Marie Naujoks, Chantal Isabell Münch, Michelle Bröckel

In hellblauen Auswärtstrikots traten die Löwinnen an

Schnell wurde klar, was die Gastgeberinnen vorhaben: Tief stehen und bei Ballgewinn ganz schnell Ex-Nationalspielerin Martina Müller suchen. Zudem griffen die Offensivkräfte unsere Löwinnen früh an, sodass ein ruhiges Aufbauspiel erschwert wurde. Kein Angriff von Barmke lief nicht über Müller und so war es die Welt- und Europameisterin, die die erste Chance einleitete. Sie dribbelte zur Grundlinie und flankte scharf in die Mitte, wo ihre Mitspielerin den Ball neben das Tor drückte. Etwas später unterlief den Gastgeberinnen fast ein Eigentor bei einem viel zu scharfen Rückpass, der dann doch knapp am Tor vorbei ging. Die anschließende Ecke fing die großgewachsene Torhüterin ab. Wenig später wurde die nächste Ecke an den Strafraumrand geschlagen, Münch nahm den Ball volley: Drüber! Im Gegenzug klärten die Löwinnen eine gefährliche Müller-Flanke mit vereinten Kräften und leiteten den Konter ein. Dieser landete bei Lyn Meyer, die eine Flanke in den 16er schlug. Caren Holzenkamp kam war zum Abschluss, wurde aber geblockt.

Etwas später kam Unzeitig nach einer Ecke zum Kopfball, konnte den Ball aber nicht gefährlich aufs Tor bringen. Dann konterten die Blau-Gelben vom Barmker TSV: Am Ende landete der Ball bei Martina Müller, die sich die Chance alleine vor Eintracht-Torfrau Lisa Kelm nicht nehmen ließ und flach in die rechte Ecke zu 1:0 traf. Die Eintracht schüttelte sich und griff dann wieder an: Eine Flanke von Münch fing die Torhüterin aber ab. Kurz vor der Pause unterlief der Löwinnen-Abwehr dann ein total unnötiger Ballverlust. Aus abseitsverdächtiger Position startete eine Barmke-Stürmerin, kam aber gegen Lisa Kelm einen Schritt zu spät. Diese begrub den Ball unter sich und wurde dann von der gegnerischen Stürmerin getroffen. Die häufig nicht gerade souveräne Schiedsrichterin entschied nicht auf Foulspiel, Kelm konnte nach einer kurzen Behandlung zum Glück weiterspielen. Der nächste unnötige Ballverlust geschah kurz darauf im Mittelfeld, blitzschnell wurde Martina Müller bedient, die aus abseitsverdächtiger Position startete und alleine vor Lisa Kelm erneut die Nerven behielt und zum 2:0 verwandelt. Ärgerlich, denn das sah tatsächlich eher nach Abseits als nach gleicher Höhe aus.

Die schnelle Münch im Dribbling

Dann war Halbzeit. Trotz sehr viel Ballbesitz konnten sich die Löwinnen einfach keine klaren Chancen erspielen. Gegen die sehr robusten und tief stehenden Gegnerinnen unterliefen der Eintracht zudem zu viele Ballverluste und Ungenauigkeiten. Oft war allerdings auch Pech dabei. Jeder Abpraller landete bei den Gastgeberinnen und jeder noch so blind nach vorne geschwakte Ball kam bei Barmke an. Die Nummer 23 der Gastgeberinnen hätte sich nach zwei taktischen Fouls und der unsportlichen Verhinderung eines Einwurfs auch nicht über mindestens eine gelbe Karte beschweren können.

Die erste etwas gefährlichere Offensivaktion im zweiten Durchgang hatte die Eintracht: Der Fernschuss von Münch stellte die Torhüterin aber dann doch vor keine größeren Probleme. Doch dann leiteten die Löwinnen mit einem Ballverlust vor dem eigenen Strafraum den nächsten Gegentreffer ein: Sofort wurde wieder Müller gesucht, die den Ball am Strafraumrand annahm und unhaltbar in die lange Ecke schlenzte. 3:0 nach etwa einer Stunde Spielzeit. Etwas später tauchte Lyn Meyer im gegnerischen Strafraum auf, setzte sich gegen mehrere Gegenspielerinnen durch und zog ab: Der Ball rauschte knapp über den rechten Winkel. Kurz darauf rette Ronja Riemer mit einer tollen Grätsche und verhinderte die Riesenchance für Barmke. In der 67. Minute startete Münch ein tolles Dribbling. Am Mittelkreis bekam sie den Ball, ging mit viel Tempo an ihren Gegenspielerinnen vorbei und konnte nur mit einem Foul gestoppt werden, allerdings bereits im Strafraum: Elfmeter! Diesen verwandelte Victoria Wiedermann eiskalt in die rechte Ecke.

Münch wird gelegt: Elfmeter!

Doch die Hoffnung währte nicht lange: Erst fischte Lisa Kelm einen hohen Steilpass noch vor der heranstürmenden Martina Müller aus der Luft, wenig später war sie aber machtlos. Die 101-fache Nationalspielerin wurde, allerdings in sehr klarer Abseitsposition befindlich, steil geschickt, hatte erneut freie Bahn und traf in die kurze Ecke zum 4:1. Nun hingen die Köpfe der Löwinnen, das war die endgültige Vorentscheidung. Zehn Minuten später rettete Lisa Kelm im eins gegen eins aus spitzem Winkel mit einer tollen Parade. Etwas weniger als zehn Minuten vor dem Ende schlug Barmke eine Ecke gefährlich vors Tor, die irgendwie den Weg ins Tor fand. Offizielle Torschützin war die Nummer 10. Wenig später erzielten die Gastgeberinnen ein weiteres Tor, doch dieses Mal hatte das Schiri-Gespann aufgepasst und verwehrte dem Treffer aufgrund einer Abseitsstellung die Anerkennung. Kurz darauf legte Müller nach einem Konter quer, den Abschluss fing Kelm ab. Der Abschlag der Eintracht-Torhüterin landete über Umwege erneut bei Müller, die aus 25m den Pfosten traf. Die Braunschweigerinnen hatten noch zwei Distanzschüsse: Während der Knopp klar am Tor vorbeischoss, musste sich die Torhüterin bei dem Schuss von Annika Geistert strecken um die Kugel aus dem Winkel zu fischen.

Dann war Schluss: Mit der Niederlage ist die Saison für die Eintracht beendet, der TSV Barmke geht in die Aufstiegsrelegation gegen den SV TiMoNo.

Bis dahin

Euer Kivi

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