Eintracht schlägt Eintracht klar
7 min readDie 1. Frauen gewinnen am ersten Spieltag der neuen Saison klar mit 7:2 gegen einen Gegner mit merkwürdigem Namen: VfL Eintracht Hannover. Gegen die Roten schnürte Lyn Meyer einen Dreierpack. Doppelt traf Jill Lange. Neben einem Eigentor der Gäste traf zudem Imke Wiedenroth. Damit unterstreichen die Löwinnen bereits am ersten Spieltag klar ihre Aufstiegsambitionen.
Eintracht-Coach Simon Wintgen entschied sich für folgende Aufstellung: Nele Schäfer (TW) – Antonia Farr (67. Lea Eggers), Laura Wolf, Gina Berger (75. Lina Herterich), Feyja Landrö – Jolie Just (60. Leandra Hampe-Michels), Imke Wiedenroth – Jill Lange (70. Neele Wunsch), Celina Klebe (67. Marie Gollmer), Cindy Kaufmann – Lyn Meyer (C)
Es lief noch die erste Spielminute, als Imke Wiedenroth mit einem langen Diagonalball Feyja Landrö zur linken Grundlinie schickte. Die Hereingabe der Linksverteidigerin war eigentlich perfekt, Lyn Meyer musste nur noch einschieben. Doch die Innenverteidigerin der Gäste kam ihr zuvor und stolperte den Ball ins eigene Tor. Das früheste Eigentor, das ich je live gesehen habe, das 1:0 nach wenigen Sekunden!

Beinahe wäre nur eine Minute später gleich das nächste Tor für die Blau-Gelben gefallen. Nach einer Ecke kamen die Löwinnen mehrfach im Fünf-Meter-Raum zum Abschluss, doch immer wieder war die Torfrau oder ein Abwehrbein dazwischen. Den letzten Abschluss von Gina Berger blockte eine Verteidigerin zur Ecke. Diese wurde dann aber nicht gefährlich. Kurz darauf steckte Cindy Kaufmann auf Lyn Meyer durch, die aus spitzem Winkel abzog. Wieder war die Torfrau da und konnte parieren. Es waren noch keine zehn Minuten gespielt, als Freyja Landrö auf Lyn Meyer durchsteckte. Die Torjägerin umkurvte leichtfüßig die Torfrau und schob die Kugel aus spitzem Winkel ins leere Tor. Nun war er da, der erste Saisontreffer der Blau-Gelben Torfabrik und das 2:0!
Ein paar Minuten danach versuchte es Jolie Just aus der zweiten Reihe, donnerte das Leder aber rechts neben das Tor. Eine Minute später löffelte Laura Wolf das Leder über die Abwehrkette, Cindy Kaufmann versuchte es mit einer Kopfball-Bogenlampe, doch die Torhüterin kam noch mit den Fingerspitzen an die Kugel und konnte parieren. Der nächste Abschluss kam erneut von Jolie Just, dieses Mal aus der zweiten Reihe und auch aufs Tor, doch ihr Versuch geriet zu zentral. Zwei Zeigerumdrehungen später zog Antonia Farr von ihrer rechten Seite nach innen und steckte auf Jill Lange durch, die sich elegant um ihre Gegenspielerin drehte und aus spitzem Winkel abzog. Doch die Torhüterin war erneut da und konnte parieren.

Fünf Minuten später war es Antonia Farr selbst, die nach Zuspiel von Lyn Meyer vom rechten Strafraumeck zum Abschluss kam. Der Ball flog knapp am rechten Winkel vorbei und landete im Außennetz. Kurz darauf zog Jill Lange einen Freistoß aus 22 Metern direkt aufs Tor, wieder verfehlte der Ball den rechten Winkel knapp, dieses Mal über den Querbalken hinweg. Ein paar Minuten danach versuchte es auch Jolie Just bei einem Freistoß direkt. Von der Mauer wurde die Kugel zu Cindy Kaufmann abgefälscht, die aus leicht spitzem Winkel freie Schussbahn hatte. Ihr Flachschuss aus zwölf Metern geriet aber zu zentral. Eine Minute später spielte Gina Berger einen Freistoß flach auf Lyn Meyer, die beim Schussversuch eigentlich glasklar gefoult wurde. Einen Strafstoß gab es aber nicht.
Wieder nur eine Minute später bekam Lyn Meyer die Kugel von Cidny Kaufmann, behauptete das Spielgerät und steckte auf Celina Klebe durch. Diese kam ins Stolpern, erwischte das Leder aber noch mit der Fußspitze. Doch der Abschluss geriet dabei zu lasch, um wirklich gefährlich zu werden. Nach dem Abschlag der Torfrau eroberte Imke Wiedenroth das Leder resolut im Mittelfeld zurück und zog ab: Doch ihr Fernschuss geriet zu zentral. Es sah hier kurz vor der Pause aus, als wäre das 3:0 nur eine Frage der Zeit. Doch dann kam es anders: Nach einem eigentlich harmlosen langen Ball schaltete die gesamte Blau-Gelbe Hintermannschaft ab und so erlief die Stürmerin doch noch die Kugel, hatte freie Bahn und überwand Nele Schäfer mit einem satten Abschluss in die linke Ecke. Nur noch 2:1.
Dann war Halbzeit. Eine dominante erste Hälfte endete mit einem kleinen Schönheitsmakel. Eigentlich hätte das Ergebnis bereits deutlich höher ausfallen müssen, aber die Tormaschine lief noch nicht ganz sauber. Die einzige Unaufmerksamkeit bestraften die ansonsten harmlosen Gäste eiskalt. Trainer Simon Wintgen verzichtete auf Wechsel.

Die zweite Halbzeit begann mit einem echten Geschenk: Die Gäste warfen einen Einwurf scharf und ungenau auf die eigene Torfrau, die das Leder nicht unter Kontrolle bekam und im Fallen nur wenige Meter zur Seite stoßen konnte. Lyn Meyer hatte die Situation super antizipiert und die Torfrau im Vollsprint angelaufen. Nun ging es im gleichen Tempo Richtung Spielgerät. Acht Meter vor dem Tor zog die Torfabrik aus der Drehung ab und versenkte das Leder im rechten Eck. Ein toller Start in den zweiten Durchgang, das 3:1!
Eine Zeigerumdrehung später schlug Jolie Just eine Freistoßflanke auf den Kopf von Imke Wiedenroth, die ihren Kopfball aber zu zentral platzierte. Zwei Minuten später drang Lyn Meyer zur linken Grundlinie vor und fand mit ihrer Ablage auf dem Elfmeterpunkt Jill Lange, die im letzten Moment geblockt wurde. Ihr Schuss hätte vermutlich in der rechten unteren Ecke eingeschlagen. Wenige Augenblicke später steckte Cindy Kaufmann auf Lyn Meyer durch, die die herausstürmende Torfrau austanzte und nur noch das leere Tor vor sich hatte. Aus leicht spitzem Winkel traf die personifizierte Torfabrik tatsächlich nur den linken Pfosten. Das sieht man nicht so oft, da musste auch die erfahrene Lyn Meyer lachen. Doch lange warten mussten die Lyn-Meyer-Fans nicht auf den nächsten Treffer der erfolgreichsten Torschützin der Blau-Gelben Vereinsgeschichte. Jolie Just schlug einen langen Ball aus der eigenen Hälfte über die Abwehrkette. Lyn Meyer verarbeitete das Leder aus der Luft klasse mit dem Oberkörper und zog halbrechts im Strafraum per Volley ab. Ihr Schuss schlug sehenswert im linken Eck ein, der Dreierpack für Meyer und das 4:1!

Kurz darauf drehte sich eine Klebe-Ecke direkt aufs Tor, klatschte aber nur an die Latte und sprang von dort ins Toraus. Anschließend wurden die Löwinnen etwas sorglos. Nach einem Ballverlust in der Nähe des eigenen Strafraums war Nele Schäfer beim folgenden Schuss aus 20 Metern gefragt und hatte das Leder im Nachfassen sicher. Doch der Weckruf war das noch nicht, denn aus dem folgenden Spielaufbau entwickelte sich ein fahrlässiger Ballverlust im eigenen Strafraum, den die Stürmerin ins leere Tor schob. Nur noch 4:2.
Immerhin ließen sich die Löwinnen davon nicht verunsichern und spielten weiter nach vorne. Wieder war es ein flacher Freistoß von Gina Berger, der Lyn Meyer in eine Abschlussposition brachte. Diese zog aus elf Metern ab, wurde aber geblockt. Eine Minute später marschierte Feyja Landrö über die linke Seite zur Grundlinie, behauptete dort den Ball, nahm den Kopf hoch und legte zurück auf Cindy Kaufmann, die vom linken Strafraumeck auf den langen Pfosten flankte. Dort schraubte sich Jill Lange in die Luft und köpfte das Spielgerät ins kurze Eck. Die schnelle Antwort auf den Gegentreffer nur etwas mehr als zwei Minuten später: das 5:2!
Fünf Minuten später schleuderte Cindy Kaufmann einen Einwurf weit in den Strafraum. Marie Gollmer verlängerte das Leder mit dem Kopf in die Gefahrenzone. Dort pflückte Jill Lange das Leder aus der Luft und setzte geschickt ihren Körper ein, um sich Richtung Tor zu drehen. Nach einem schnellen Haken hatte sie genügend Platz gewonnen und vollstreckte aus kurzer Distanz per Flachschuss. Das halbe Dutzend war voll, das 6:2!

Kurz darauf prallte eine Ecke von Cindy Kaufmann zu Laura Wolf, die aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf. Ein paar Minuten danach rollte ein schneller Gegenangriff Richtung Gäste-Strafraum. Lea Eggers setzte Neele Wunsch in Szene, die aus dem rechten Halbfeld eine überragende Flanke schlug. Diese brachte Cindy Kaufmann halblinks im Strafraum frei vor den Kasten, doch im direkten Duell verhinderte die Torhüterin mit einer starken Parade das siebte Eintracht-Tor. Die nachfolgende Ecke servierte Neele Wunsch in die Gefahrenzone, Lina Hertericht köpfte das Leder in die Arme der Torfrau.
Ein paar Minuten danach klärten die Gäste eine Kaufmann-Flanke zu Lyn Meyer, deren Abschluss geblockt wurde. Die Kugel prallte zu Imke Wiedenroth die aus 22 Metern abzog: links vorbei. Das Spiel war bereits in den letzten Zügen, als Lyn Meyer eine Halbfeldflanke von Freyja Landrö überragend mitnahm und im Fallen das Leder an der Torfrau vorbei spitzelte. Doch noch vor der Linie konnte eine Verteidigerin klären. In der Schlussminute legte Neele Wunsch das Leder zurück auf Imke Wiedenroth, die das Spielgerät aus 20 Metern in die linke Ecke schweißte. Das 7:2!

Direkt danach war Schluss! Die Eintracht schlägt die Eintracht deutlich mit 7:2 und war dabei sogar noch durchaus gnädig. Die Sorglosigkeit im Spielaufbau wird noch zu klären sein. Doch für den ersten Spieltag war das ein absolut solider Auftritt. Weiter geht es für die Löwinnen am kommenden Sonntag gegen den nächsten Gegner aus Hannover. Anstoß beim HSC Hannover ist um 11 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier. Eine genaue Kadervorstellung unserer Löwinnen gibt es hier.
Bis dahin
Euer Kivi
