Punkteteilung nach Pausenführung
6 min readDie Eintracht liegt zur Pause durchaus verdient mit 2:0 gegen Spitzenreiter SV Darmstadt 98 in Führung, verpasst es aber, diesen Vorsprung im zweiten Durchgang zu verteidigen. Nach einem Strafstoßtor von Mehmet Can Aydin und dem schnellen Doppelschlag durch den starken Johan Gómez war die Stimmung vor 18.065 Zuschauern bestens. Beide Tore hatte Winterneuzugang Jovan Mijatovic mit weiten Einwürfen eingeleitet. Doch nach dem Seitenwechsel konnten die Löwen ihre Kontergelegenheiten nicht nutzen und passten bei zwei Standards nicht gut genug auf. So ist ein Punkt gegen den Tabellenführer zwar gut, heute war hier aber noch mehr drin.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Kevin Ehlers, Patrick Nkoa Lukas Frenkert – Johan Gómez, Mehmet Can Aydin (70. Florian Flick), Max Marie, Leon Bell Bell (85. Fabio di Michele Sánchez) – Robin Heußer (85. Sidi Sané) – Jovan Mijatovic (58. Erencan Yardimci), Aaron Opoku (70. Grant-Leon Ranos)

Die Eintracht suchte sofort die Offensive und erspielte sich zwei frühe Ecken, gefährlich wurden diese aber nicht. Auf der anderen Seite rutschte ein Steckpass durch, Hoffmann war aber da und begrub das Leder vor dem heranstürmenden Corredor unter sich. Sofort ging es wieder in die andere Richtung: Robin Heußer brach über rechts in den Strafraum und spielte die Kugel auf den Elfmeterpunkt, wo Aaron Opoku etwas Platz hatte, den Ball aber nicht richtig traf und somit rechts am Tor vorbeischoss. Auch der nächste Abschluss kam von Opoku, der von links nach innen zog und vom linken Strafraumeck ein echtes Geschoss abließ. Leider geriet sein Versuch etwas zu zentral, sodass Lilien-Schlussmann Schuhen noch die Fäuste hochreißen und zur Ecke parieren konnte.
Aus der Ecke ergab sich ein Einwurf und anscheinend hatte Trainer Heiner Backhaus einen neuen Weitwurf-Spezialisten gefunden: Jovan Mijatovic schleuderte das Leder weit in den gegnerischen Strafraum, wo Patrick Nkoa etwas glücklich zu Kevin Ehlers verlängerte. Der hatte zwar nur noch Torwart Schuhen vor sich, musste aber aus der Drehung und aus spitzem Winkel abziehen. Der Darmstädter Keeper reagierte dennoch stark und parierte erneut. Im Gegenzug wurde es ebenfalls richtig gefährlich: Marseiler setzte mit einem starken Pass Corredor in Szene, der aus zwölf Metern an einer starken Parade von Kapitän Hoffmann scheiterte. Zehn Minuten danach versuchte es Leon Bell Bell aus der zweiten Reihe, schoss den Ball aber deutlich am Tor vorbei.

Eine Zeigerumdrehung später brach Bell Bell über rechts bis zur Grundlinie vor, seine scharfe Hereingabe ließ Schuhen klatschen, die Löwen konnten daraus aber kein Kapital schlagen, denn der Versuch von Robin Heußer wurde geblockt. Kurz darauf hatte Corredor nach einem langen Ball von Klefisch plötzlich freie Bahn, scheiterte im direkten Duell aber am erneut stark reagierenden Hoffmann. Auf der anderen Seite strich ein strammer Fernschuss von Mehmet Can Aydin knapp über den Querbalken. Nach einem Standard wurde es erneut gefährlich für die Löwen, Pfeiffer köpfte die Kugel aber knapp über die Latte.
Fünf Minuten vor der Pause wurde es laut im Eintracht-Stadion: Nach einem langen Einwurf von Mijatovic hatte Akiyama im Strafraum Lukas Frenkert zu Boden gerissen. Klare Sache: Strafstoß! Das war eine Sache für Mehmet Can Aydin, der sich auch nicht von unfairen Tricks von Lilien-Torwart Schuhen aus der Ruhe bringen. Der Schlussmann ahnte zwar die Ecke, doch Aydin setzte den Ball genau neben den linken Pfosten, unhaltbar und die Führung für die Eintracht, das 1:0!

Und die Löwen drängten weiter nach vorn: Nur wenige Augenblicke später versuchte es Opoku von der Strafraumkante, dieses Mal packte Schuhen aber sicher zu. Es lief bereits die Nachspielzeit, als es erneut ein Mijatovic-Einwurf war, der für Gefahr sorgte: Patrick Nkoa verlängerte diesen an den ersten Pfosten, wo sich Johan Gómez stark durchsetzte und das Leder am verdutzten Schuhen vorbei in die kurze Ecke spitzelte. Der Doppelschlag und der verdiente Lohn für den unermüdlichen US-Amerikaner, für den sich alle Mitspieler sichtlich freuten: das 2:0!
Direkt danach war Halbzeit! Mit ordentlich Auftrieb gingen die Löwen in die Kabine. Sie hatten sich für eine gute Leistung mit zwei Toren belohnt, konnten sich aber auch bei BTSV-Schlussmann Thorben Hoffmann bedanken, dass dieser mit zwei starken Paraden Tore der Gäste verhindert hatte. Doch in dieser Saison waren die Blau-Gelben schon öfter nicht gut aus der Kabine gekommen. Trainer Heiner Backhaus musste seine Worte also mit Bedacht wählen.

Und er schien diese auch gefunden zu haben, denn nur wenige Sekunden waren gespielt, als Aaron Opoku auf Jovan Mijatovic durchsteckte, der eigentlich freie Bahn hatte, aber etwas zu lange mit dem Abschluss zögerte und so noch von einem Verteidiger gestoppt wurde. Kurz darauf wurde Heußer aus 22 Metern geblockt und ein gefährlicher Konter rollte, den die Löwen aber verteidigen konnten. Doch der Spitzenreiter kam nun immer besser in die Partie und drückte die Eintracht in die eigene Hälfte. Etwa zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als eine Eckenvariante die Blau-Gelbe Defensive durcheinanderwirbelte. Die Flanke von Lopez köpfte Maglica ins rechte Eck. Das ging viel zu einfach, nur noch 2:1.
Im direkten Gegenzug wurde Gómez an der Strafraumkante geblockt, der Nachschuss von Opoku flog deutlich über den Kasten. Kurz darauf war es wieder Gómez mit dem nächsten Abschluss. Nach einem Doppelpass zog der US-Amerikaner aus 20 Metern ab und zwang Schuhen zu einer starken Parade. Mit Ablauf der Meisterminute hätte der kurz zuvor eingewechselte Yardimci beinahe das dritte Löwen-Tor erzielt. Ein Schuss der Gäste wurde geblockt und Opoku machte das Leder sofort scharf und knallte den Ball in den Lauf von Yardimci, der kam einige Meter vor dem Strafraum vor Lilien-Schlussmann Schuhen an den Ball und konnte das Spielgerät an diesem vorbeispitzeln. Dabei legte sich der Stürmer die Kugel aber zu weit vor, die somit am leeren Tor vorbei ins Toraus trudelte.

Die Eintracht nahm anschließend etwas den Zug zum gegnerischen Tor raus und auch die Gäste fanden keinen gefährlichen Abschluss, zumindest bis zur 75. Minute. Nach einer Ecke konnten sich die Löwen mehrfach nicht entscheidend befreien und so flog wieder eine gefährliche Lopez-Flanke in den Strafraum. Corredor verlängerte zum zweiten Pfosten, wo Maglica zu frei stand und aus kurzer Distanz einschieben konnte. Ganz schwach verteidigt, der Ausgleich des Tabellenführers zum 2:2.
Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit brach Johan Gómez über rechts an den Strafraum und schoss Maglica an die Hand, doch für einen erneuten Elfmeter reichte das Handspiel nicht aus. Im Gegenzug versuchte es Schmidt aus der zweiten Reihe, Hoffmann hatte die Kugel im Nachfassen sicher. Auf der anderen Seite wurde es nach zwei Hereingaben von Marie gefährlich: Erst klärten die Gäste einen Kopfball von Lukas Frenkert noch vor der Linie ins Aus, dann köpfte Erencan Yardimci klar rechts vorbei. Eine Zeigerumdrehung danach ging Yardimci im Strafraum zu Boden, das war im Zweikampf mit Holland aber zu wenig für einen Strafstoß. Den letzten Abschluss der Partie hatte Lukas Frenkert nach einem langen Einwurf, jagte das Leder 15 Meter vor dem Tor aus der Drehung aber über den Querbalken.

Dann war Schluss. Ein Punkt gegen den so starken Spitzenreiter ist ein Erfolg, ein Punkt nach einer 2:0-Führung andererseits aber irgendwie auch zu wenig. Und so hatten wohl alle Einträchtler am Ende gemischte Gefühle. Wirklich gute Leistungen vieler Winterneuzugänge machten aber Hoffnung für die nächsten Spiele und auch der gesamte Auftritt war deutlich besser als einige in diesem Jahr. Dennoch steckt man weiterhin mitten im Abstiegskampf und muss so schnell wie möglich weitere Punkte sammeln.
Bis dahin
Euer Kivi
