Verpasster Sieg
7 min readDie Eintracht zeigt gegen Holstein Kiel eigentlich eine gute Leistung und lagen durch ein Strafstoßtor von Mehmet Can Aydin in Führung. Doch dann kassierten die Blau-Gelben nach dem bereits siebten Platzverweis in Unterzahl mal wieder ein Gegentor nach einer Hereingabe. Nachdem auch die Störche nur noch zu zehnt waren, häuften sich die Einschussgelegenheiten für die Löwen, ein zweites Tor wollte aber einfach nicht fallen. Da auch den Gästen kein weiterer Treffer gelingen sollte, blieb es vor knapp 19.300 Zuschauern beim 1:1. Erst die zweite Punkteteilung in dieser Saison. Damit springt der BTSV auf den 14. Tabellenplatz.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Kevin Ehlers, Patrick Nkoa, Lukas Frenkert (43. Rot) – Johan Gómez, Sidney Raebiger (46. Louis Breunig), Max Marie, Mehmet Can Aydin (71. Sidi Sané) – Robin Heußer, Erencan Yardimci (85. Robert Ramsak), Christian Conteh

Nach einer sehenswerten Choreo in der Südkurve war das Spiel einige Minuten unterbrochen und kam auch anschließend eher schwer in Gang. Dann brach Erencan Yardimci über die rechte Seite zur Grundlinie durch, seine Flanke landete bei Mehmet Can Aydin, der per Direktabnahme aus zehn Metern links neben das Tor schoss. Zudem ging die Fahne hoch: Abseits. Eine Minute später steckte Robin Heußer auf Erencan Yardimci durch, der einen Schritt später am Ball als der Torwart war. Kurz darauf kam eine Ecke über Umwege zu Johan Gómez, der aus der zweiten Reihe klar vorbeischoss. Auf der anderen Seite verlängerte Ivezic eine Freistoßflanke auf die lange Ecke. Der Ball flog knapp rechts vorbei. Dann kam wieder die Eintracht. Johan Gómez schleuderte einen Einwurf Richtung Patrick Nkoa, dessen Gegenspieler im Luftduell die Hand ausfuhr und den Ball klar berührte. Ganz klare Sache: Strafstoß. Mehmet Can Aydin legte sich den Ball zurecht und verwandelte souverän in die linke Ecke! Das 1:0 für den BTSV!
Somit war der erste Schuss aufs Tor auch gleich im Kasten eingeschlagen. Und die Eintracht blieb dran. Johan Gómez drang über die linke Seite in den Strafraum ein und zog aus spitzem Winkel ab, sein Flachschuss rauschte aber links am Tor vorbei. Zwei Minuten später fand Robin Heußer bei einer Freistoßflanke Lukas Frenkert, der das Leder aber deutlich über den Querbalken köpfte. Auf der anderen Seite trafen die Störche nach einem Freistoß den Pfosten, doch die Fahne ging hoch: Abseits. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit konnten die Gäste flanken. Der Kopfball von Harres wurde aber geblockt und auch bei Nachschuss von Davidsen war ein Löwenbein dazwischen. Die Kugel senkte sich im hohen Bogen aufs Tordach.

Die folgende Szene sorgte für große Diskussionen. Erencan Yardimci wurde im Luftduell mit viel Armeinsatz zu Boden gebracht, doch das Spiel ging weiter. Ein Steckpass brachte Lukas Frenkert ins Laufduell gegen Kapralik. Der Innenverteidiger setzte zur Grätsche an, traf aber erstmal weder Ball noch Gegenspieler, der dann aber über die Beine von Frenkert stolperte. Ein klares Foul und Gelb, so dachten die meisten Zuschauern vermutlich. Doch der Schiedsrichter zückte Rot. Eine harte Entscheidung, hatte sich Kapralik den Ball doch sehr weit und nicht Richtung Tor vorgelegt. Ob der mitgelaufene Nkoa hätte eingreifen können, ist nicht so einfach zu bewerten, da er zeitgleich von seinem Gegenspieler zu Fall gebracht wurde. Der VAR schaltete sich jedenfalls nicht ein, es blieb dabei, es war der siebte Platzverweis für die Eintracht. Wieder Unterzahl.
Erstmal wurden aber die zehn Löwen gefährlich. Christian Conteh brach über links zur Grundlinie, verpasste aber den richtigen Moment zum Abspiel und so wurde es nicht gefährlich. Wenige Augenblicke später bat Sidney Raebiger seinen Gegenspieler am linken Strafraumeck zum Tanz und zog dann ab, wurde aber geblockt. Der Ball prallte zu Mehmet Can Aydin, der aus großer Ferne abzog. Der Kieler Schlussmann hatte offensichtlich mit einer Flanke gerechnet und schaute nur noch hinterher. Die Kugel zappelte aber nur im linken Außennetz. Auf der anderen Seite strich ein Fernschuss von Kapralik denkbar knapp links vorbei. Es lief die sechste Minute der Nachspielzeit, als die Blau-Gelben nach einem Ballverlust nicht verhindern konnten, dass Ivezic am rechten Strafraumrand flanken konnte. In der Mitte ließ Nkoa Gegenspieler Niehoff zu viel Platz, der das Leder direkt nahm und in der linken unteren Ecke versenkte. Wieder ein Gegentor nach einer Hereingabe, das 1:1.

Zwei Zeigerumdrehungen danach kam Niehoff nach einer Flanke zum Kopfball, die Kugel landete aber genau in den Armen von Thorben Hoffmann. Im Gegenzug brach Christian Conteh mit viel Tempo über links in den Strafraum, verpasste er den richtigen Moment zum Abschluss und dann auch noch den richtigen Moment zum Pass zum eigentlich recht freien Robin Heußer. Als der Pass dann kam, war Heußer zu bedrängt zum Abschluss. Eine Minute später war es wieder Conteh, der für Gefahr sorgte. Er zog von links nach innen und kam aus leicht spitzem Winkel zum Abschluss. Ivezic konnte blocken, allerdings sprang die Kugel dabei an den Arm. Wohl zu wenig für den Schiedsrichter und den VAR, denn einen Strafstoß gab es nicht. Und die erste Halbzeit war immer noch nicht vorbei. Wieder war es Christian Conteh, der von den Kielern nicht zu stoppen war und über links bis zur Grundlinie dribbelte. Von dort spielte er die Kugel in die Gefahrenzone. Dort rauschte Johan Gómez heran, der im Fallen abziehen konnte, aber aus fünf Metern geblockt wurde.
Dann war Halbzeit. Eigentlich war die Eintracht hier klar das bessere und gefährlichere Team, doch die Gäste nutzten die kurze Unordnung nach dem Platzverweis aus. Die Löwen müssen sich über einige Szenen ärgern, in denen sie zu noch gefährlicheren Abschlüssen hätten kommen müssen. So war nur der Strafstoß von Aydin auch tatsächlich aufs Tor gekommen. Trainer Heiner Backhaus reagierte und brachte mit Louis Breunig wieder einen dritten Innenverteidiger aufs Feld. Dafür blieb Sidney Raebiger bei seinem Comeback draußen.

Auch nach dem Seitenwechsel war die Eintracht besser. Fünf Minuten waren gespielt, als Max Marie aus der zweiten Reihe geblockt wurde und um zweiten Versuch über den Kasten ballerte. Kurz darauf bekam Christian Conteh im Laufduell mit Rosenboom den Arm seines Gegenspielers ab und ging zu Boden. Der Schiedsrichter überlegte erneut kurz und zeigte dem Kieler Gelb-Rot. Eine harte Entscheidung und tatsächlich der erste Platzverweis gegen einen Gegner in dieser Saison. Der folgende Freistoß wurde nicht gefährlich, landete über Umwege aber bei Patrick Nkoa, der es aus großer Ferne versuchte, dabei das Leder aber beinahe zum Volkswagenwerk hinter der Nordkurve knallte. Zehn Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, als Harres sich gegen Nkoa durchsetzten konnte und rechts im Strafraum viel Platz hatte. Seinen Querpass fing Thorben Hoffmann aber gerade noch vor dem einschussbereiten Kapralik ab.
Im direkten Gegenzug ließ Christian Conteh im Kieler Strafraum leichtfüßig drei Gegenspieler stehen und spielte einen schnellen Doppelpass mit Robin Heußer. Sechs Meter vor dem Tor musste Conteh den Ball eigentlich nur noch in die linke Ecke knallen, versuchte es aber viel zu lässig und gab dem Kieler Schlussmann so die Gelegenheit, noch zu reagieren. Und das tat dieser auch mit einer echten Glanztat. Kurz darauf wurde erst Heußer auf der Strafraumkante geblockt, dann versuchte es Aydin aus 20 Metern, dieses Mal stand aber Yardimci im Weg. Zwei Zeigerumdrehungen danach jagte Aydin den Ball aus der zweiten Reihe über den Kasten, eher er wenige Augenblicke später im Strafraum geblockt wurde. Drei Minuten danach versuchte es Aydin bei einem Freistoß vom rechten Strafraumeck direkt, verfehlte das Ziel aber klar.

Fünf Minuten später spielte Max Marie seinen Gegenspieler mit einer überragenden Bewegung auf der eigenen Strafraumkante schwindelig und leitete mit einem tollen Pass auf Christian Conteh den Konter ein. Dieser marschierte bis in den Strafraum und legte quer zu Erencan Yardimci, der aus elf Metern geblockt wurde. Die Partie nahm sich ein paar Minuten Pause, ehe die Gäste erstmals im zweiten Durchgang zum Abschluss kamen. Therkelsen überrannte Breunig und zog halbrechts aus zwölf Metern ab. Zwei Kieler rutschten noch vorbei und die Kugel rauschte denkbar knapp am linken Pfosten vorbei ins Aus. Im direkten Gegenzug verschaffte sich Christian Conteh mit einem schnellen Antritt etwas Platz und kam aus zwölf Metern zum Abschluss. Dieses Mal legte der Flügelspieler ordentlich Kraft in den Schuss, zielte aber etwas zu zentral. Der Kieler Schlussmann riss die Fäuste hoch und konnte parieren.
Doch die Szene blieb heiß. Conteh überrannte seinen Gegenspieler und spielte die Kugel flach vors Tor. Fünf Meter vor dem Tor kam Robin Heußer mit einer Grätsche vor seinem Gegenspieler an den Ball, bugsierte die Kugel aber über das leere Tor. Die Nachspielzeit hatte gerade begonnen, als Conteh links im Strafraum erneut nicht zu stoppen war, dieses Mal landete sein Querpass aber bei einem Gegenspieler. Auf der anderen Seite kam Skrzybski nach einem Konter zum Abschluss, ein Blau-Gelber schmiss sich aber in die Schussbahn und konnte blocken.

Dann war Schluss! Die Löwen können sich für eine engagierte Leistung nicht belohnen und müssen sich mit dem zweiten Remis der Saison begnügen. Dabei war der Sieg hier definitiv im Bereich des Möglichen gewesen. Aber es gelang dadurch der Sprung auf den 14. Tabellenplatz. Weiter geht es für die Eintracht am kommenden Freitag in Dresden, Anstoß ist um 18.30 Uhr.
Tore: 1:0 (25. Spielminute, Mehmet Can Aydin), 1:1 (45.+6 Spielminute, Niklas Niehoff)
Bis dahin
Euer Kivi
