Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Führung verschenkt

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Die Eintracht verspielt auch in der Liga eine Führung gegen eine Mannschaft aus Berlin. Gegen Hertha BSC gaben die Löwen dabei sogar eine 2:0-Führung her. Nachdem die Blau-Gelben das 3:0 verpasst hatten, folgten zu viele einfache Fehler und die zu häufigen Einladungen bestraft eine starke Mannschaft wie die heutigen Gäste dann leider. So folgten fünf durchaus vermeidbare Gegentreffer, der 3:5-Endstand kam durch Jan Urbich zu spät, um echte Spannung zu bringen.

Eintracht-Coach Lars Kornetka entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Mehmet Aydin, Kevin Ehlers, Lukas Frenkert, Noah Katterbach (63. Fabio di Michele Sánchez) – Florian Flick, Samuele di Benedetto (46. Lino Tempelmann) – Aaron Opoku, Max Marie, Yann Sturm (57. Junior Zé) – Maximilian Entrup (46. Jan Urbich)

Den ersten Abschluss hatten die Herthaner, Grönning köpfte eine Halbfeldflanke aber klar über den Querbalken. Die Gäste gaben hier ordentlich Gas und drückten die Eintracht in die Defensive. Doch die Löwen blieben auch im offensiven Pressing hellwach. So konnte Yann Sturm nach etwa zehn Minuten den Ball von Kolbe stibitzen und hatte plötzlich freie Bahn. Alleine vor Hertha-Schlussmann Gersbeck blieb der Flügelspieler eiskalt und vollstreckte zum 1:0!

Ein paar Minuten danach zog Thorsteinsson aus der zweiten Reihe ab, Frenkert blockte mit dem Schädel. Kurz darauf wurde auch Gouram im Anschluss an eine Ecke von der Strafraumkante geblockt. Mitte der ersten Halbzeit war es zweimal Brekalo, der es erst per Fernschuss, dann per Freistoß versuchte. Erst parierte Hoffmann mit den Fäusten, beim Freistoß flog der Ball über den Kasten. Zwei Zeigerumdrehungen später rollte der Löwen-Express bei einem Konter. Entrup setzte clever Yann Sturm in Szene, der eigentlich freie Bahn hatte, aber etwas zu lange zögerte und noch von Eitschberger eingeholt wurde. Doch mit einer tollen Bewegung kam Sturm noch am Verteidiger und auch an Torwart Gersbeck vorbei, zögerte dann aber erneut zu lange, sodass der Berliner Schlussmann noch parieren konnte.

Nur eine Minute später war es Aaron Opoku, der über den rechten Flügel kam und im Strafraum Max Marie bediente, der sich mit einer überragenden Bewegung um Gegenspieler Seguin drehte und plötzlich freie Schussbahn hatte. Aus acht Metern geriet der Abschluss aber etwas zu zentral, sodass Gersbeck noch parieren konnte. Nicht ganz 15 Minuten waren noch zu spielen, als sich die Löwen eine Ecke auf der linken Seite erarbeiteten. Diese schlug Aaron Opoku in die Gefahrenzone. Sieben Meter vor dem Tor schraubte sich Kevin Ehlers in die Luft und erwischte das Leder mit dem Kopf klasse. Vom rechten Innenpfosten prallte der Ball ins Tor, das 2:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Beinahe hätten die Berliner im direkten Gegenzug den Anschlusstreffer erzielt. Thorsteinsson schickte Grönning auf die Reise, der im direkten Duell an Hoffmann scheiterte, den Nachschuss verhinderte Torschütze Ehlers mit einer starken Grätsche. Auf der anderen Seite versuchte es di Benedetto aus der zweiten Reihe: drüber. Fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit hatte Grönning nach einer Flanke von Thorsteinsson zu viel Platz, sein Kopfball aus kurzer Distanz prallte von der Oberkante der Latte ins Toraus. Sofort ging es wieder in die andere Richtung: Max Marie hebelte mit einem genialen Zuspiel die Abseitsfalle aus und Aaron Opoku hatte völlig freie Bahn. Aus 14 Metern schlenzte der Flügelspieler die Kugel um den chancenlosen Gersbeck herum, aber auch haarscharf rechts am Tor vorbei.

Was dann folgte, kann man wohl als „typisch Eintracht“ bezeichnen. Nach einem langen Ball standen die Löwen völlig unsortiert und gleich von mehreren Herthanern viel zu weit weg. So konnten sich die Gäste den Ball am linken Strafraumrand zurechtlegen. Brekalo chippte die Kugel in den rechten Strafraumbereich, wo Thorsteinsson ungestört den Ball verarbeiten und abziehen konnte. Lukas Frenkert versuchte noch zu retten, fälschte den Schuss mit seiner Grätsche aber erst recht unhaltbar ab. Nur noch 2:1.

Die Nachspielzeit war bereits abgelaufen, als den Löwen eine eigene Ecke um die Ohren flog. Thorsteinsson schlug die Kugel aus dem eigenen Strafraum einfach weg, Mehmet Aydin verlor an der Mittellinie völlig die Orientierung und bekam das Leder nicht unter Kontrolle. Da er der letzte Verteidiger war, kann man dies wohl als ungünstig bezeichnen. Brekalo hatte so freie Bahn und zirkelte das Spielgerät aus 40 Metern um den aufgerückten Thorben Hoffmann herum ins Tor. Der Ausgleich, das 2:2.

Das hatte gesessen und direkt danach war Halbzeit. Bitter, dass die Eintracht das 3:0 verpasst und dann noch komplett die Führung verspielt hatte. In einem ausgeglichenen Spiel zwar nicht unverdient, die Art und Weise, wie die Tore passierten, darf so aber nicht sein. Trainer Lars Kornekta wechselte offensiv und brachte Jan Urbich und Lino Tempelmann für Maximilian Entrup und Samuele di Benedetto.

Kurz nach Wiederanpfiff erwischte Thorsteinsson eine Ecke mit dem Kopf, Hoffmann war bereits geschlagen, doch Aydin köpfte den Ball noch von der Linie. Wenige Augenblicke danach kam Grönning nach einer Flanke aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch Thorben Hoffmann parierte stark. Seine Parade prallte von Kevin Ehlers wieder Richtung Tor, hüpfte aber knapp am Tor vorbei. Doch das Eigentor sollte kurz darauf folgen. Die Abwehrkette stand viel zu hoch und wurde von einem Steckpass auf Thorsteinsson überrumpelt. Dieser suchte mit einem Querpass Grönning. Dessen Treffer hätte aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung vermutlich nicht gezählt, doch bevor Zweifel aufkommen konnten, misslang die Rettungsgrätsche von Kevin Ehlers völlig und landete im eigenen Tor. Spiel gedreht, 2:3.

Nach dem Seitenwechsel spielte nur noch die Hertha, ganz aus dem Nichts fiel das Tor also nicht. Nun drehte die Eintracht aber wieder auf. Ein Schlenzer von Mehmet Aydin links vor dem Strafraum flog aber deutlich am Ziel vorbei. Drei Minuten später bekam Max Marie den Ball von Aaron Opoku, verschaffte sich clever etwas Platz und visierte aus 14 Metern die untere rechte Ecke an. Doch Gersbeck tauchte ab und schnappte sich das Spielgerät. Eine Stunde war gespielt, als ein toller Sprint mit Ball von Aaron Opoku die nächste Chance brachte. Der Flügelspieler hätte selbst schießen können, legte aber nochmal auf Lino Tempelmann quer, der aus 13 Metern freie Schussbahn hatte, mit seinem zu zentralen Schuss aber an Gersbeck scheiterte. Der Abpraller landete wieder bei Tempelmann, der nur noch ins leere Tor einschieben musste, bei der Ballannahme allerdings über das Spielgerät stolperte.

Ein paar Minuten danach prallte die Kugel im Anschluss an eine Ecke zu Pedersens, der aus 18 Metern abzog: knapp rechts vorbei. Danach wurde gewechselt und plötzlich schaltete sich der VAR ein. Und das leider zu Recht. Lino Tempelmann hatte seinen Gegenspieler bei der Ecke umgerissen. Folgerichtig gab es Strafstoß. Einer der unnötigen Art. Brekalo machte es aus elf Metern wie aus 40 Metern und erhöhte auf 2:4.

Auf der anderen Seite versuchte es Mehmet Aydin aus 18 Metern, setzte seinen Schuss aber zu hoch an. Eine Minute später machte Jan Urbich den Ball links im Strafraum fest, zog mit einem Haken nach innen und visierte mit einem Flachschuss die lange Ecke an: knapp rechts vorbei. Wenige Augenblicke später kam Lino Tempelmann von der Strafraumkante zum Abschluss, sein Abschluss wurde aber geblockt. Fünf Minuten waren noch zu spielen, als Aaron Opoku über links Fabio di Michele Sánchez zur Grundlinie schickte. Der Linksverteidiger zog aus extrem spitzem Winkel ab und der wäre beinahe durchgerutscht, doch im Nachfassen hatte Gersbeck das Leder sicher. Zwei Minuten später leitete ein Ballverlust am gegnerischen Strafraum den fünften Gegentreffer ein. Die Eintracht bekam beim Konter einfach keinen Zugriff, die Flanke von Schuler kam genau zu Adewumi, der per Volley-Direktabnahme vollstreckte, das 2:5.

Im direkten Gegenzug prallte der Ball am Strafraumrand vor die Füße von Aaron Opoku, der aus 17 Metern abzog. Den Flachschuss konnte Gersbeck nur nach vorne parieren, Jan Urbich setzte nach und grätschte das Leder über die Linie. Das achte Tor an diesem Freitagabend. Nur noch 3:5.
Trotz großem Einsatz sollte den Löwen kein weiterer Abschluss mehr gelingen.

Und dann war Schluss. Am Ende eine ebenso verdiente wie unnötige Niederlage. Die Eintracht macht sich die durchaus ordentlichen Offensiv-Leistungen mit viel zu vielen Fehlern am anderen Ende des Platzes zunichte. So viele Fehler und Einladungen werden offensichtlich nicht nur von Bundesligisten im DFB-Pokal bestraft, sondern auch von der Zweitligakonkurrenz. Bis nächste Woche Dienstag haben Benjamin Kessel und Lars Kornekta noch Zeit, um zu bewerten, ob es für die Saison noch externer Korrekturen bedarf oder die vorhandene Mannschaft diese Fehler selbst abstellen kann. Weiter geht es am kommenden Sonntag gegen den VfL Osnabrück. Beim Anstoß um 13.30 Uhr gilt: Verlieren verboten.

Bis dahin

Euer Kivi

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