Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Pokalaus gegen Union Berlin

6 min read

Die Eintracht hielt gegen Bundesligist Union Berlin gut mit und ging durch Max Marie sogar zweimal in Führung, doch am Ende fehlte ein Stück zum Erfolg. Nach zu einfachen Gegentoren, einigen vermeidbaren Fehlern und zu häufigen falschen Entscheidungen musste sich die Kornekta-Elf gegen die Hauptstädter nicht unverdient mit 2:4 geschlagen geben. Ein Weiterkommen war vor über 21.000 Zuschauern aber definitiv im Bereich des Möglichen.

Eintracht-Coach Lars Kornekta entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Mehmet Aydin, Kevin Ehlers, Lukas Frenkert, Noah Katterbach (73. Fabio di Michele Sánchez) – Florian Flick, Samuele di Benedetto (77. Lino Tempelmann) – Junior Zé (90. Andi Hoti), Max Marie, Aaron Opoku (77. Yann Sturm) – Maximilian Entrup (73. Jan Urbich)

Gerade als die wieder einmal sehr sehenswerte Choreo vor der Südkurve den Blick freimachte, hatten die Berliner die erste Torchance: Nach einer Hereingabe von Ansah kam Khedira aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch ein Löwen-Bein blockte. Der Nachschuss von Juranovic sauste über den Querbalken. Kurz darauf köpfte Ansah eine Flanke von Rothe klar am Tor vorbei. Im direkten Gegenzug folgte der erste Abschluss der Braunschweiger Eintracht: Max Marie tauchte im Strafraum auf und zog aus spitzem Winkel ab, doch Raab im Union-Tor konnte parieren.

Die folgende Ecke landete über Umwege bei Noah Katterbach, der aus der zweiten Reihe abziehen konnte. Doch wieder war Raab da und verhinderte den Rückstand. Zumindest vorerst, denn nur etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, als Maximilian Entrup den Ball irgendwie zu Max Marie stieß, der aus zehn Metern per Drehschuss abzog. Sein Versuch schlug im unteren rechten Eck ein, die Führung gegen den Bundesligisten, das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Die Antwort der Gäste kam aus der Distanz, Hoffmann hatte den Fernschuss von Burcu im Nachfassen sicher. Wenig später versuchte es auch van den Bosch aus der zweiten Reihe, wieder war Hoffmann ohne größere Probleme da. Fünf Minuten danach lief nach einem tollen Seitenwechsel von di Benedetto der Konter, doch die flache Hereingabe von Opoku verpasste Entrup knapp. Die Gäste versuchten es derweil über Standardsituationen und Flanken. Und auch ohne wirkliche Abschlüsse waren diese immer gefährlich. So auch eine Viertelstunde vor der Pause: Juranovic schlug eine Ecke von links auf den zweiten Pfosten, wo kein Löwe van den Bosch entscheidend stören konnte, der das Leder in die lange Ecke köpfte. Hoffmann war geschlagen, der Ausgleich zum 1:1.

Sofort wurden die Blau-Gelben wieder aktiver und hielten die Berliner mit eigenem Offensivdrang vom Löwen-Strafraum weg. Noah Katterbach hatte am Strafraumrand etwas Platz und zog einfach mal ab. Bei seinem wuchtigen Abschluss war Raab chancenlos, doch von der Unterkante der Latte sprang die Kugel nur vor die Linie. Wenige Augenblicke später wurde di Benedetto in ähnlicher Position geblockt. Kurz darauf versuchten es Aydin und Opoku jeweils vom linken Strafraumeck, verfehlten das Ziel aber beide mehr als deutlich. Zwei Minuten waren noch zu spielen, als es Aaron Opoku nochmal mit einem Schlenzer aus dem linken Strafraumbereich versuchte. Dieses Mal war es etwas knapper, doch die Kugel flog rechts am Tor vorbei.

Dann war Halbzeit. Die Eintracht hatte sehr viel Ballbesitz, ein paar Abschlüsse und wenige Chancen der Berliner aus dem Spiel heraus zugelassen. Bei Flanken und Standards wirkte die Blau-Gelbe Defensive aber etwas wacklig und brachte mit ebendiesen Flanken und Standards auf der anderen, offensiven Seite überhaupt keine Gefahr.

Die erste gefährliche Aktion nach dem Seitenwechsel kam von der Eintracht, nach einem tollen Dribbling verpasste Junior Zé aber den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel auf Opoku. Fünf Minuten waren gespielt, als Aaron Opoku eine Ecke von links direkt aufs Tor zog, Raab war mit beiden Fäusten da und bereinigte die Situation. Fünf Minuten später spielte Max Marie am Strafraumrand einen Doppelpass mit Maximilian Entrup und hatte 15 Meter vor dem Tor eine kleine Lücke für den Abschluss gefunden. Sein Flachschuss schlug erneut im rechten unteren Eck ein: die erneute Führung, der Doppelpack und das 2:1 für den BTSV!

Eine Zeigerumdrehung später brach Aaron Opoku nach einem Konter eigentlich frei durch, hatte freie Schussbahn, entschied sich trotz gleich vier Gegenspielern im Passweg aber für den Querpass. Der kam natürlich nicht an und nicht nur Aaron Opoku ärgerte sich über seine Entscheidung. Kurz darauf zog Junior Zé nach innen, sein Abschluss aus 19 Metern wurde zur Ecke abgefälscht, diese wurde aber nicht gefährlich. Auf der anderen Seite klärte Lukas Frenkert nach Hereingabe von Rothe in höchster Not vor einem einschussbereiten Berliner. Und so war es wieder eine Ecke, die für den Ausgleich sorgte: Der erst wenige Augenblicke zuvor eingewechselte Ljubicic verlängerte eine Juranovic-Ecke mit dem Kopf, am zweiten Pfosten schob Rothe aus kurzer Distanz ein, das 2:2.

Das war etwas zu einfach gegangen und nun schafften es die Löwen nicht mehr, wie nach dem ersten Ausgleich, sofort nach vorne zu drängen. Stattdessen zog Schäfer von der Strafraumkante ab, doch Hoffmann packte sicher zu. Nach einem Ballverlust standen die Löwen kurz darauf unsortiert. Ansah überrannte nach einem langen Ball mit Ball am Fuß Innenverteidiger Ehlers und zog aus spitzem Winkel ab. Hoffmann konnte zwar parieren, lenkte die Kugel aber genau zu Ljubicic, der aus kurzer Distanz zum Kopfball kam. Jetzt war Hoffmann chancenlos, das Ding war drin, Spiel gedreht: das 2:3.

Die Antwort der Löwen kam über einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld. Mehmet Aydin zog diesen direkt aufs Tor, so richtig gefährlich war das aber mal wieder nicht, Raab packte ohne Probleme zu. Fünf Minuten später kam Ljubicic nach Trimmel-Steckpass aus kurzer Distanz zum Abschluss, scheiterte aber am stark reagierenden Thorben Hoffmann. Nach einer Ecke folgte der nächste Abschluss der Blau-Gelben, die Gäste hatten die Hereingabe zu Junior Zé geklärt, der aus der zweiten Reihe weit rechts neben den Kasten schoss. Eine Minute später wurde der Flügelspieler aus ähnlicher Position geblockt. Auf der anderen Seite köpfte Querfeld eine Ecke von Trimmel in die Arme von Hoffmann.

Kurz darauf dribbelte sich Yann Sturm stark in den Strafraum und legte eigentlich perfekt für Mehmet Aydin ab, der aus elf Metern völlig frei zum Schuss kam. Warum er sich statt eines satten Vollspannschusses für einen gechippten Versuch mit der Seite entschied, weiß nur der Rechtsverteidiger selbst. So flog der Ball dann sogar recht weit über den Kasten. Das hätte eigentlich der Ausgleich sein müssen. Vermutlich frustriert von der Szene ließ sich Aydin wenige Augenblicke später provozieren und verursachte mit Aebischer zusammen eine Rudelbildung. Zum Glück gab es nur Gelb.

Es lief bereits die Nachspielzeit, als Yann Sturm nach innen zog und aus 18 Metern den Abschluss suchte. Die Kugel hätte auch genau im linken Eck eingeschlagen, doch Raab lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen noch über den Querbalken. Die folgende Ecke war dann allerdings wieder völlig ungefährlich. Die Eintracht spielte jetzt mit offenem Visier, doch sowohl Sturm als auch Schäfer auf der Berliner Seite wurden geblockt. Und so liefen die Löwen in einen Konter. Marie kam bei einem Steckpass noch stark dazwischen, doch die Berliner waren wacher und hatten das Glück auf ihrer Seite. So schnappte sich Ljubicic das Spielgerät, hatte freie Bahn und überlupfte Thorben Hoffmann. Die Kugel senkte sich zur Entscheidung ins Tor und der Schiedsrichter pfiff sofort ab, das 2:4.

Somit war direkt danach Schluss. Ärgerlich, wenn auch nicht unverdient. Aber vor allem unnötig bei vermeidbaren Fehlern und zu vielen falschen Entscheidungen. Es fehlte nur ein kleines Stück für die Überraschung gegen den Bundesligisten. Allerdings werden diese Fehler und Fehlentscheidungen auch in der 2. Bundesliga bestraft und auch dort sollte man bei Flanken aus dem Spiel heraus und bei Standards deutlich an Torgefahr zulegen. Wenn das klappt, ist ein Mittelfeldplatz möglich. Freitag geht es dann wieder gegen Berlin, um 18.30 Uhr ist Hertha BSC zu Gast im Eintracht-Stadion.

Bis dahin

Euer Kivi

Kommentar verfassen

Entdecken Sie mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen