Angstgegner Eintracht Braunschweig
8 min readHeimsieg! Nach fast vier Monaten ohne Heimsieg durfte das Eintracht-Stadion endlich wieder jubeln. Nach einer tollen Leistung von allen Löwen stand ein absolut verdienter Heimsieg über den 1. FC Kaiserslautern. Für die Gäste sind die Blau-Gelben der absolute Angstgegner, war es doch der vierte Heimsieg in Folge gegen die Roten Teufel. Die Eintracht war von Beginn an das gefährlichere Team und belohnte sich über Max Marie mit der völlig verdienten Führung. Kurz nach Wiederanpfiff machte Erencan Yardimci alles klar. Zum zweiten Mal in dieser Saison blieb Thorben Hoffmann ohne Gegentor und die Löwen sprangen auf den 15. Tabellenplatz.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW, C) – Kevin Ehlers, Patrick Nkoa, Lukas Frenkert (82. Louis Breunig) – Johan Gómez, Florian Flick (45. Mehmet Can Aydin), Leon Bell Bell (82. Fabio di Michele Sánchez) – Max Marie, Robin Heußer – Erencan Yardimci (82. Levent Szabó), Christian Conteh (67. Sidi Sané)

Erencan Yardimci war bei seiner Rückkehr nach seiner Rotsperre sichtlich um Wiedergutmachung bemüht. Sofort bereitete er den Gästen mit seiner Körperlichkeit und seinem Tempo Probleme. Nachdem bei einem Flügellauf nur durch eine taktische Grätsche gestoppt werden konnte, sah der erste Gegenspieler bereits nach nicht einmal drei Minuten Gelb. Aus dem folgenden Freistoß entstand aber nur Gefahr für das eigene Tor. Patrick Nkoa musste als letzter Mann ins Laufduell mit Ritter, rettete aber mit einer starken Grätsche, bevor es richtig gefährlich wurde. Im Gegenzug wurde es dann auch durch die Eintracht gefährlich. Die Löwen setzten sich im gegnerischen Strafraum fest, verpassten aber den richtigen Moment zum Abschluss. So scheiterte Yardimci erst aus extrem spitzen Winkel an FCK-Keeper Krahl, dann wurde der Nachschuss von Flick auf der Strafraumkante geblockt.
Es lief immer noch die Anfangsviertelstunde, als die Gäste sich erneut nur mit einem taktischen Foul gegen Erencan Yardimci zu behelfen wussten, es folgte die nächste Gelbe Karte. Kurz darauf erwischte Frenkert eine Freistoßflanke von Robin Heußer mit dem Kopf, bugsierte die Kugel aus zehn Metern knapp am Tor vorbei. Im direkten Gegenzug versuchte es Abiama aus der zweiten Reihe, Thorben Hoffmann packte aber sicher zu. Zwei Zeigerumdrehungen später wurde es schon etwas gefährlicher, als Skyttä halblinks im Strafraum auftauchte und die lange Ecke anvisierte. Doch Thorben Hoffmann tauchte ab und hatte den Flachschuss sicher.

Dann kam wieder die Eintracht: Nach einem langen Einwurf von Leon Bell Bell prallte die Kugel zu Christian Conteh, der mit einem tollen Dribbling bis zur Grundlinie vordringen konnte und das Leder im Fallen in den Rückraum spielte. Dort kam Florian Flick vor Gegenspieler Ritter an den Ball und zog sofort ab, doch Mitspieler Nkoa stand im Weg und blockte für die Gäste. Ein paar Minuten danach tankte sich Robin Heußer über die rechte Seite durch und flankte auf den ersten Pfosten. Dort setzte sich Erencan Yardimci im Kopfballduell durch. Sein Kopfball flog am langen Eck vorbei, Conteh kam einen Schritt zu spät. Eine Zeigerumdrehung später steckte Yardimci mit viel Gefühl auf Christian Conteh durch, der im Laufduell mit Schlussmann Krahl einen Schritt zu spät kam.
Fast im direkten Gegenzug hatte die Eintracht großes Glück. Ein langer Ball überrumpelte die Abwehrkette und so ging Robin Heußer als letzter Mann mit dem Kopf zum Ball. Das Spielgerät berührte der Mittelfeldspieler zwar leicht, relevanter in der Szene war aber, dass Heußer bei der Aktion Gegenspieler Skyttä mit dem Arm zu Boden drückte. Dieser hätte den Ball wohl kontrollieren können und hätte so frei dem Braunschweiger Tor gestanden. Schiedsrichter Gansloweit und dem VAR genügte der minimale Ballkontakt aber. Über einen Pfiff und die damit verbundene Rote Karte hätte man sich hier nicht wirklich beschweren können. Etwa zwei Minuten später leitete Marie mit einem tollen Pass den Angriff ein, Christian Conteh brach mit einem überragenden Dribbling in den Strafraum, nahm den Kopf hoch und legte die Kugel in den Rückraum. Dort lief Max Marie ein und nahm das Spielgerät aus elf Metern direkt und vollstreckte gegen die Laufrichtung von Keeper Krahl! Das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Zwei Zeigerumdrehungen danach spielte Conteh den Ball mit dem Außenrist in den Lauf von Leon Bell Bell, der deutliche Geschwindigkeitsvorteile hatte und seinem Verfolger davonlief. Leider kam da auch kein Mitspieler hinterher, sodass der linke Schienenspieler erst sehr spät und fast von der Grundlinie abziehen konnte. Krahl verhinderte den Einschlag. Eine Minute später machte Yardimci überragend den Ball fest und setzte anschließend Robin Heußer in Szene, der über die rechte Seite in den Strafraum marschierte. Wieder war der Strafraum nicht gut besetzt und so kam der Mittelfeldspieler zwar völlig frei aus 13 Metern zum Abschluss, aber auch aus spitzem Winkel. Am Ende flog der Ball über den Kasten.
Fünf Minuten waren regulär noch zu spielen, bediente Robin Heußer im Strafraum Johan Gómez, der an zwei Gegenspielern vorbeiging und aus elf Metern aus der Drehung abschließen konnte. Krahl riss die Fäuste hoch und konnte den wuchtigen Schuss parieren. Doch die Szene war noch heiß und der Ball prallte zu Christian Conteh, dessen Nachschuss aus acht Metern aber geblockt wurde. Kurz darauf wurde es still im Eintracht-Stadion. Florian Flick war bei einem Zweikampf übel von Sirch getroffen. Spieler beider Mannschaft schlugen die Hände bestürzt über dem Kopf zusammen. Die Stollen von Sirch hatten am Knie von Flick eine tiefe Wunde hinterlassen. Mit einer Trage wurde der Mittelfeldspieler unter aufmunterndem Applaus vom Feld gebracht. Für ihn kam Mehmet Can Aydin in die Partie.

Als es weiterging, gab es zwei Eckbälle für die Löwen. Beide zog Robin Heußer direkt aufs Tor. Bei der ersten brachte Krahl im letzten Moment die Faust an den Ball und verhinderte den Einschlag, die zweite hatte der Lautern-Schlussmann erst im Nachfassen sicher. Die Nachspielzeit war bereits abgelaufen, als Johan Gómez auf dem rechten Flügel gefoult wurde. Die folgende Freistoßflanke von Robin Heußer wurde zu Christian Conteh geklärt, der 22 Meter vor dem Tor volles Risiko und nahm den Ball direkt aus der Luft per Volley. Die Kugel senkte sich gefährlich und wäre auch unter der Latte eingeschlagen, hätte Krahl nicht noch die Fingerspitzen an das Leder gebracht. So lenkte der Torwart den Ball über den Querbalken. Die anschließende Ecke brachte nichts ein.
Dann war Halbzeit! Eine tolle Leistung der Löwen, nur getrübt durch die Verletzung von Florian Flick, dem wir an dieser Stelle eine schnelle Genesung wünschen! Ärgerlich blieb, dass es die Blau-Gelben verpasst hatten, auf 2:0 zu stellen. Die Chancen dafür waren da. Andererseits hatte die Eintracht auch großes Glück, dass Robin Heußer für seine Aktion kurz vor dem Führungstreffer keine Rote Karte gesehen hatte. Der aktuelle Eintracht-Coach Heiner Backhaus verzichtete auf Wechsel. Der langjährige Löwen-Trainer Torsten Lieberknecht aufseiten der Gäste brachte Hanslik für den immer wieder in Laufduellen unterlegenen Elvedi. Dafür rückte Kunze in die Abwehrkette der Gäste.

Die mitgereisten Gäste-Fans zündeten ordentlich Pyro, sodass die Partie kurz nach Wiederanpfiff wieder unterbrochen wurde. Als es dann weiterging, schienen die FCK-Akteure abgelenkt. Christian Conteh gewann in der eigenen Hälfte das Kopfballduell und köpfte die Kugel zu Mehmet Can Aydin, der das Leder einfach mal weit in die gegnerische Hälfte löffelte. Dort hatte Erencan Yardimci eigentlich mehrere Meter Rückstand auf Gegenspieler Kunze, überrannte diesen über 30 Meter aber dermaßen, dass er völlig alleine und unbedrängt vor Lautern-Schlussmann Krahl auftauchte und die Kugel elegant in die rechte untere Ecke streichelte. Eine tolle Aktion des Stürmers, dessen Klasse uns merklich gefehlt hatte! Das 2:0 für die Eintracht!
Ein paar Minuten danach kam Sahin aus der zweiten Reihen zum Abschluss, ballerte das Leder aber meterweit am Tor vorbei. Zwei Minuten später köpfte Aydin eine Freistoßflanke von Robin Heußer im hohen Bogen aufs Tordach. Kurz darauf eroberte Max Marie stark das Spielgerät und hatte 40 Meter vor dem Tor eigentlich freie Bahn. Erencan Yardimci rammte abseits vom Ball etwas ungeschickt seinen Gegenspieler um und es gab berechtigterweise Freistoß für die Gäste, sehr ärgerlich. Zwei Minuten danach foulte Haas taktisch gegen Gómez und hatte Glück, dass er nicht Gelb-Rot sah. Nicht ganz zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Max Marie aus etwa 22 Metern mit einem Schlenzer die rechte Ecke anvisierte, seinen Versuch aber knapp rechts neben das Tor setzte.

Zwei Minuten später legte Robin Heußer per Kopf für Leon Bell Bell ab. Der linke Schienenspieler zog halblinks im Strafraum per Volley-Direktabnahme ab: drüber. In der Meisterminute tankte sich der gerade erst eingewechselte Sidi Sané an mehreren Gegenspielern vorbei in den Strafraum. Elf Meter vor dem Tor zog Sané ab, wurde aber durch eine Grätsche im letzten Moment geblockt. Drei Minuten danach prallte der Ball vor die Füße von Gómez, der bei seinem Drehschuss die Kugel nicht perfekt traf. Sein etwas zu lascher Flachschuss rollte so in die Arme von Krahl. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wurde Aydin kurz vor dem Strafraum gefoult. Eine hervorragende Freistoßposition für die Braunschweiger Eintracht, die nun schon einige Zeit auf einen direkten Freistoßtreffer wartet. Aydin versuchte es aus 18 Metern selbst und zirkelte die Kugel haarscharf am linken Winkel vorbei. Das Spielgerät zappelte nur im Außennetz.
Es liefen bereits die letzten fünf Minuten, als die Gäste erstmals nach dem 1:0 gefährlich wurden. Eine Ecke von Raschl köpfte Ex-Löwe Tachie auf die linke Ecke. Thorben Hoffmann war bereits geschlagen, aber auf der Linie rettete Patrick Nkoa mit dem Kopf, eine tolle Rettungstat, das Stadion jubelte wie bei einem Tor! Kaiserslautern rannte nun mit dem Mut der Verzweiflung an. Prtajin machte eine Halbfeldflanke mit der Brust fest und zog aus spitzem Winkel ab, doch Louis Breunig schmiss sich in die Schussbahn und konnte blocken. Der nächste Jubelschrei hallte durchs Stadion, Fans und Mannschaft standen hier Seite an Seite für den Heimsieg ein. Kurz darauf war es wieder Prtajin, der nach Pass von Tachie im Strafraum auftauchte und von halblinks die untere rechte Ecke anvisierte. Aber Thorben Hoffmann war blitzschnell unten und lenkte die Kugel um den rechten Pfosten, eine bockstarke Parade!

Durch diese drei Aktionen gepusht, ließen die Löwen nichts mehr zu und dann war Schluss! Endlich wieder ein Sieg, endlich wieder ein Heimsieg! Und das absolut verdient, denn die Eintracht hatte heute einfach die besseren Chancen gehabt und auch genutzt. Vor allem die Rückkehr des hochmotivierten Erencan Yardimci hatte ordentlich Schwung in die zuletzt unglückliche Eintracht-Offensive gebracht. Jetzt heißt es: nachlegen. Das nächste Heimspiel folgt bereits in der kommenden Woche. Dann ist Holstein Kiel am Sonntag zu Gast im Eintracht-Stadion.
Tore: 1:0 (34. Spielminute, Max Marie), 2:0 (49. Spielminute, Erencan Yardimci)
Bis dahin
Euer Kivi
