Jubel in der Nachspielzeit
7 min readEs hatten wohl einige Löwinnen am Samstag im Eintracht-Stadion aufgepasst, denn die 1. Frauenmannschaft machte es am Sonntagmittag wie die Profis und siegten durch einen Treffer in der Nachspielzeit. Noch kurioser wurde es, als auch die Löwinnen einen weiteren Treffer nachlegte. Dieses Mal zählte das späte 3:1 von Jill Lange im Gegensatz zum aberkannten Treffer von Fabio di Michele Sánchez. Zuvor hatten die Einträchtlerinnen beim FC Pfeil Broistedt klar dominiert, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Mit ihrer einzigen Offensivaktion gingen die Gastgeberinnen in Führung, ehe Lyn Meyer eine Viertelstunde vor dem Ende zum Ausgleich traf und in der Nachspielzeit den hochverdienten Siegtreffer markierte.

Günstig und lecker wurde es in Broistedt. Für 2 Euro gab es die Bratwurst, für 2,50 Euro die Krakauer. Und beide waren wirklich lecker, auch wenn die Krakauer etwas mehr überzeugte. 7,5/10 für die Bratwurst, 8,5/10 für die Krakauer. Allerdings war zur Halbzeit von beiden nichts mehr übrig, es gab aber auch noch andere Verpflegung.
Das heutige Trainergespann aus Dimitrij Ott und Andreas Schaffhauser entschied sich für folgende Aufstellung: Melanie Würmel – Antonia Farr, Gina Berger, Lena Ahl – Carolin Helmerding (90.+2 Josephine Michler), Celina Klebe, Matilda Querfurth (60. Lea Eggers, 83. Alysha Jakubowski), Cindy Kaufmann – Jill Lange (90.+7 Laura Engler), Lyn Meyer, Maya Andresen (70. Katharina Kölbel)
Die Löwinnen übernahmen sofort die Spielkontrolle und schnürten die Gastgeberinnen am eigenen Strafraum ein. Die zogen sich tief zurück und sorgten sich vorerst nicht um eigene Angriffe. Doch nach zwei Minuten erspielten sich die Blau-Gelben die erste dicke Chance: Maya Andresen steckte auf Lyn Meyer durch, die ihrer Verfolgerin davonrannte und alleine vor dem Tor auftauchte. Die Torjägerin umkurvte die Torfrau und schoss aufs leere Tor, doch noch vor der Linie grätschte eine Verteidigerin den Ball weg.

Die anschließende Ecke von Celina Klebe drehte sich beinahe direkt ins Tor, doch die Torhüterin brachte noch die Fingerspitzen dran und konnte den Einschlag verhindern. Kurz darauf rutschte eine Ecke von Cindy Kaufmann bis zu Carolin Helmerding durch, die aus 17 Metern klar über den Kasten schoss. Zehn Minuten später flankte Maya Andresen von der rechten Seite zu Lyn Meyer, die zwölf Meter vor dem Tor aus der Drehung abzog, aber geblockt wurde. Dann wurde es seltsam: Der Ball ging ins Seitenaus, Carolin Helmerding nahm den Ball in die Hand und warf die Kugel zu einer Mitspielerin, die den Einwurf machen sollte. Die Schiedsrichterin hatte die weit von einem Einwurf entfernte Szene völlig falsch eingesetzt und ahndete die Ballübergabe als falschen Einwurf. So etwas habe ich bei über 1.000 besuchten Fußballspielen tatsächlich noch nie erlebt.
Ein paar Minuten danach senkte sich eine Ecke von Celine Klebe brandgefährlich auf den ersten Pfosten, wo gleich drei Löwinnen nur noch einköpfen mussten, sich aber gegenseitig behinderten. Fünf Minuten später zog Celina Klebe aus der zweiten Reihe ab, knapp rechts am Tor vorbei. Die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, als Cindy Kaufmann einen Freistoß von der linken Seite flach vor das Tor spielte. Lyn Meyer legte für Lena Ahl ab, die aus 19 Metern sofort abzog: knapp drüber.

Dann war Halbzeit. Die Eintracht war dermaßen überlegen, dass mir dafür gar kein Vergleich einfällt. Richtig gefährlich wurde es aber viel zu selten. Die dicht gestaffelte Abwehr der „Pfeile“ hielt stand, Melanie Würmel im BTSV-Tor war aber völlig beschäftigungslos geblieben. Ohne Wechsel ging es weiter.
Auch im zweiten Durchgang ging es einseitig weiter: Carolin Helmerding schaltete bei einem Einwurf schnell und schickte Lyn Meyer auf die Reise, die über die rechte Grundlinie an drei Gegenspielerinnen vorbei in den Strafraum dribbelte. Dort setzte sie Cindy Kaufmann in Szene, die beim Abschluss den Ball nicht perfekt traf. Die Richtung stimmte zwar, doch die Kugel war etwas zu lang unterwegs, sodass die Torfrau im Nachfassen alles im Griff hatte. Zwei Zeigerumdrehungen später erwischte Matilda Querfurth eine Kaufmann-Flanke mit der Fußspitze und stieß die Kugel auf die lange Ecke. Mit den Fingerspitzen lenkte die gut aufgelegte Broistedt-Torfrau den Ball um den Pfosten.

Die anschließende Ecke von Cindy Kaufmann köpfte Lyn Meyer knapp über die Latte. Eine Zeigerumdrehung später verlängerte Celina Klebe eine Ecke von Cindy Kaufmann kurz vor dem ersten Pfosten auf die kurze Ecke, traf aber nur das Außennetz. Und wenn man so überlegen ist, nichts zulässt und seine Chancen nicht nutzt, dann kommt es im Fußball halt manchmal knüppeldick. Die Gastgeberinnen waren das erste Mal wirklich in der Eintracht-Hälfte im Ballbesitz und zogen sofort aus gut 30 Metern ab. Der Ball wurde lang und länger, die bis dahin beschäftigungslose Melanie Würmel flog vergebens und die Kugel schlug im rechten Kreuzeck ein. Der Spielverlauf war völlig auf den Kopf gestellt, das 1:0 für den FC Pfeil Broistedt.
Daran hatten die Löwinnen erstmal zu knabbern. Fünf Minuten später hatten sich die Blau-Gelben geschüttelt und ließen einen Angriff nach dem anderen aufs Broistedt-Tor rollen: Eine Ecke von Celina Klebe köpfte Lyn Meyer erst an den Querbalken, rappelte sich auf und war irgendwie zuerst bei Abpraller, setzte diesen aus vier Metern aber über den Kasten. Frustschreie bei den über 40 mitgereisten Fans und Angehörigen, den Spielerinnen und dem Trainerteam, der Ball wollte einfach nicht rein. Doch nach der Trinkpause waren die Gastgeberinnen kurz unsortiert. Cindy Kaufmann köpfte den Ball in den Lauf von Lyn Meyer, die mit einem schnellen Antritt ihrer Gegenspielerin davon lief und mit einer Grätschte vor der Torfrau am Ball war. Gegen die Laufrichtung der Torhüterin spitzelte sie das Leder in die linke Ecke. Eine überragende Aktion und der hochverdiente Ausgleich, das 1:1!

Zwei Zeigerumdrehungen später flankte Cindy Kaufmann von der linken Seite. Lyn Meyer köpfte auf die lange Ecke, doch die Torhüterin war vor der heranstürmenden Lea Eggers da und klärte zur Ecke. Die folgende Ecke schlug Celina Klebe auf den Kopf von Lyn Meyer, die das Leder aber links am Tor vorbei bugsierte. Drei Minuten danach versuchte es Celina Klebe aus der zweiten Reihe, erst im Nachfassen hatte die Torfrau das Spielgerät sicher. Eine Minute später zog Lyn Meyer von der linken Seite nach innen und suchte aus 20 Metern den Abschluss, platzierte ihren Versuch aber zu zentral.
Zwei Minuten danach legte Jill Lange eine Flanke von Lyn Meyer zu Lea Eggers ab, die aus 18 Metern sofort abzog. An ihren Flachschuss brachte die Torhüterin erneut die Fingerspitzen und parierte zur Seite. Darauf hatte Lyn Meyer gelauert und holte aus, doch im letzten Moment grätschte eine Verteidigerin den Ball ins Aus. Anschließend ging es für Lea Eggers nicht mehr weiter. Das variable und große Talent war gefoult worden, hatte sich verletzt und einige Minuten durchgebissen. Jetzt ging es aber nicht mehr weiter. Gute Besserung, Lea!

Eine Zeigerumdrehung später erwischte Celina Klebe eine Flanke von Cindy Kaufmann mit dem Kopf, ihr Kopfball landete aber genau in den Armen der Torhüterin. Kurz darauf legte Alysha Jakubowski für Lena Ahl ab, die aus 14 Metern geblockt wurde. Direkt danach zeigte die Schiedsrichterin die Nachspielzeit an. Fünf Minuten. Davon waren bereits zwei gespielt, als Alysha Jakubowski mit einem feinen Pass Lyn Meyer in Szene setzte, die im Strafraum mit einem eleganten Haken an der letzten Verteidigerin vorbeiging und am Bein getroffen wurde. Klar, hörbar und ziemlich hart, das hatte ordentlich weh getan. Einen Strafstoß gab es aber tatsächlich nicht. Cindy Kaufmann legte ihren Frust in den Abpraller und zog aus 20 Metern ab. Die Torfrau konnte nur klatschen lassen. Lyn Meyer lag genau richtig, rappelte sich auf und donnerte das Leder in die Maschen. Spiel gedreht und das war absolut verdient! Das 2:1 für die Löwinnen!
Jetzt hingen die Köpfe der Gastgeberinnen natürlich. Der Kampf war groß gewesen und so spät war die Überraschung dahin. Das tat weh, auch wenn es natürlich völlig verdient war. Aber die Punkte müssen woanders geholt werden, denn heute sollte die Eintracht siegen und dabei gingen die Löwinnen nochmal auf Nummer sicher. Cindy Kaufmann bediente am linken Strafraumeck Lyn Meyer, die sich das Leder mit der Hacke an ihrer verdutzten Gegenspielerin vorbei legte und völlig frei vor dem Tor auftauchte. Aus etwas spitzem Winkel verzichtete die Torjägerin und legte uneigennützig quer auf Jill Lange, die heute unheimlich viel geackert hatte und sich somit belohnen durfte. Sie schob die Kugel ins leere Tor. Das 1:3 in der siebten Minute der Nachspielzeit!

Direkt danach war Schluss. Durchatmen für die Eintracht. Ein sehr später, wenn auch verdienter Sieg. Allerdings fehlten einige Spielerinnen, sodass der Großteil der Bank aus Aufrückerinnen aus der starken Zweitvertretung bestand. Die halfen mit, die ersten drei Punkte der Saison einzufahren. Weiter geht es für die Löwinnen am kommenden Sonntag, dann geht es erneut zu einem Auswärtsspiel. Um 13 Uhr ist Anstoß beim TSV Limmer. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Tore: 1:0 (60. Spielminute, Lisa Voß), 1:1 (75. Spielminute, Lyn Meyer), 1:2 (90.+2 Spielminute, Lyn Meyer), 1:3 (90.+7 Spielminute, Jill Lange)
Bis dahin
Euer Kivi
