Später Tiefschlag
6 min readDie 3. Herren erleben gegen die Drittvertretung der Freien Turner eine echte Achterbahn der Emotionen. Nachdem beide Teams im ersten Durchgang per Strafstoß getroffen hatten, Ronald Frank für die Eintracht, gingen die Gastgeber kurz nach Wiederanpfiff erneut in Führung. Die Löwen drehten das Spiel über zwei herrliche Tore von Marcel Sutter und Marvin Schultz. Doch kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit und eigentlich nach Ablauf der angezeigten Nachspielzeit kassierten die Blau-Gelben zwei völlig unnötige Gegentore. So standen die Einträchtler mal wieder völlig ohne Lohn für erneut großen Aufwand da.
Eintracht-Coach Dominik Petzold entschied sich für folgende Aufstellung: Jens Helling (TW) – Nils Terbrack (52. Michel Fehlker), Ronald Frank, Marvin Carl, Paul Lohmann – André Bellon – Tristan Halfe (30. Marvin Schultz), Rami Hamo (90.+4 Guoxuan Shi), Sanin Becirovic, Marcel Sutter – Kevin Vierra (C)

Wenige Minuten waren gespielt, als Marcel Sutter clever antizipierte und einen Pass kurz vor dem gegnerischen Strafraum hatte. Der Flügelspieler hatte freie Bahn, zog 14 Meter vor dem Tor aber etwas überhastet ab und setzte das Leder über den Querbalken. Im direkten Gegenzug lag der Ball im Tor, aber bei einem Klärungsversuch von Ronald Frank hatte sich der Turner-Stürmer mit einem klaren Handspiel den Ball geschnappt. Keine zehn Minuten waren gespielt, als Eintracht-Keeper Jens Helling nach einem Steilpass im Strafraum etwas zu spät kam und seinen Gegenspieler zu Fall brachte. Klare Sache: Strafstoß für die Gäste. Die Nummer 10 trat an und verwandelte eiskalt in die untere rechte Ecke: das 1:0 für die Gastgeber.
Einige Minuten danach versuchte es Marcel Sutter aus der zweiten Reihe, zielte aber zu zentral. Auf der anderen Seite köpften die Freien Turner eine Freistoßflanke von der rechten Seite klar vorbei. Kurz darauf packte Jens Helling bei einem Fernschuss sicher zu. Einer Viertelstunde vor der Pause zog Kevin Vierra über die linke Grundlinie in den Strafraum und bediente André Bellon, der mit einem Haken an seinem Gegenspieler vorbeiging, aus zwölf Metern aber links am Tor vorbei schoss. Fünf Minuten später eroberte Sanin Becirovic ein paar Meter vor dem Strafraum stark den Ball und marschierte Richtung Tor. Völlig unbedrängt setzte er das Leder aus 15 Metern aber hauchzart rechts am Tor vorbei. Mit Ablauf der regulären Spielzeit dribbelte der eingewechselte Marvin Schultz links in den Strafraum, wurde getroffen und ging zu Boden. Nun gab es auch Strafstoß für die Löwen! Ronald Frank trat an und machte es ähnlich wie Levente Szabó: Hauptsache drin! Der Ausgleich kurz vor der Pause, das 1:1!

Im direkten Gegenzug benötigte Jens Helling bei einem Volleyknaller aus 17 Metern beide Fäuste, um das Geschoss erfolgreich zu entschärfen. Bei einer Freistoßflanke kurz darauf unterlief den Blau-Gelben beinahe ein Eigentor, doch die Klärungsaktion per Kopf landete nur auf der Latte und sprang von dort ins Toraus.
Dann war Halbzeit! Beide Teams hatten Chance, es waren aber zwei Strafstöße nötig, damit der Ball auch mal im Tor landete. Während die Gastgeber zweimal wechselten, schickte Eintracht-Coach Dominik Petzold seine Mannschaft unverändert zurück in den zweiten Durchgang.

Dort war nicht lange gespielt, eh die Eintracht tief durchatmen musste. Nach einer Ecke klärten die Blau-Gelben noch vor der Linie, trotz klarer Abseitsposition kamen die Gastgeber zum Nachschuss, trafen aus spitzem Winkel und kürzester Distanz aber nur das Außennetz. Kurz darauf pflückte Jens Helling einen Kopfball nach einer Freistoßflanke souverän aus der Luft. Sieben Minuten waren gespielt, als die Nummer 7 der Turner nach einer Flanke von der rechten Seite zu wenig bedrängt wurde und aus sechs Metern in die linke Ecke köpfte. Der erneute Rückstand, das 2:1.
Eine Zeigerumdrehung später unterlief den Löwen ein haarsträubender Ballverlust im eigenen Strafraum, die Gastgeber trafen aus spitzem Winkel aber erneut nur das Außennetz. Fünf Minuten danach verhinderte Eintracht-Schlussmann Helling nach einem Kopfball aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex das 3:1. Und es kam noch besser, denn die Blau-Gelben konterten überragen. Marvin Schultz schlug einen perfekten Diagonalball in die rechte Strafraumseite. Marcel Sutter war perfekt durchgelaufen, nahm das Leder direkt aus der Luft und hob die Kugel über den Torwart. Dieser Konter nur staunend hinterherschauen, wie der Ball im hohen Bogen über ihn hinwegflog und unter der Latte einschlug. Ein echtes Traumtor zum Ausgleich, das 2:2!

Kurz darauf setzten sich die Einträchtler am Strafraum der Gastgeber fest und wurden mehrfach geblockt. Beim Schuss von Marvin Schultz war allerdings mehr als deutlich die Hand im Spiel. Das hätte eigentlich einen Freistoß in hervorragender Position für die Blau-Gelben geben müssen. Stattdessen konterten die Turner mit einem langen Ball. Jens Helling stürmte aus seinem Kasten, verpasste den Ball und räumte den Stürmer ab. Großes Glück für den Löwen-Schlussmann, dass er mit einer gelben Karte davonkam. Andererseits hätte die Szene gar nicht erst entstehen dürfen. Dennoch gehörte der nächste Jubel dem BTSV. Kapitän Kevin Vierra wurde 40 Meter vor dem Tor gefoult. Wären die Gastgeber sich noch sortierten, führte Paul Lohmann den Freistoß schnell aus. Kevin Vierra war durchgelaufen, nahm das Leder mit der Brust aus der Luft und legte zu Marvin Schultz quer, der den Torwart per Direktabnahme tunnelte. Spiel gedreht, die erste Führung für die Blau-Gelben, das 2:3!
Nur eine Zeigerumdrehung später drang Kevin Vierra über die linke Seite in den Strafraum ein und zog aus spitzem Winkel ab. Der Torwart konnte parieren, doch die Kugel prallte zu André Bellon, der sofort Rami Hamo in Szene setzte. Doch der traf 14 Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig. Zehn Minuten danach versuchte es Marvin Schultz aus der zweiten Reihe, zielte aber zu zentral. Auf der anderen Seite köpften die Turner eine Ecke nur knapp über den Querbalken. Fünf Minuten waren noch zu spielen, als der Ball nahe der rechten Grundlinie vor die Füße von Kevin Vierra sprang, der per Volley abzog. Trotz des spitzen Winkels wurde der Schuss brandgefährlich, doch der Torwart parierte mit den Fingerspitzen zur Ecke. Zwei Zeigerumdrehungen danach befand sich die Eintracht-Abwehr im Tiefschlaf. Nach einem langen und eigentlich ziellosen Ball der Gastgeber wähnten die Blau-Gelben einen Stürmer im Abseits, doch der ging nicht zum Ball. Stattdessen lief die Nummer 15 durch, tauchte mutterseelenallein vor dem Tor auf und traf von halbrechts mithilfe des linken Innenpfostens. Das war richtig unnötig gewesen, der späte Ausgleich zum 3:3.

Die Nachspielzeit lief bereits, als Jens Helling nach einem lagen Ball erneut volles Risiko gehen musste. Doch dieses Mal war der Schlussmann zuerst am Ball und köpfte die Kugel aus der Gefahrenzone. Anschließend wurde Helling abgeräumt und bekam dieses Mal selbst den Freistoß zugesprochen. Eigentlich war die Nachspielzeit schon abgelaufen, der Schiedsrichter hatte die Pfeife schon im Mund, entschied sich dann aber doch noch, einen letzten Angriff laufen zu lassen und das wurde bitter für die Eintracht. Eine eigentlich misslungene Flanke klärten die Löwen direkt vor die Füße der Nummer 10, die sich am Elfmeterpunkt seelenruhig eine Ecke aussuchen konnte und ins linke Eck vollstreckte. Riesenjubel bei den Gastgebern, während die Blau-Gelben enttäuscht und bedient zu Boden sanken. Das 4:3.
Direkt danach war Schluss. Die 3. Herren verlieren auch ihr zweites Spiel in diesem Jahr und warten seit Mitte September auf den ersten Sieg. Das Hinspiel gegen die Freien Turner ging übrigens ebenfalls mit 3:4 verloren. Mit sieben Punkten aus 15 Spielen bleibt die Petzold-Elf auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen und muss weiter um den Klassenerhalt bangen. Dabei gelangen den Löwen genauso viele Tore wie dem Tabellenzweiten Veltenhof. Dieser hat allerdings satte 41 Gegentreffer weniger kassiert. Weiter geht es für die 3. Herren am kommenden Sonntag beim SV Querum. Anstoß ist um 11 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.

Tore: 1:0 (9. Spielminute, Leo Friedrich), 1:1 (45. Spielminute, Ronald Frank), 2:1 (52. Spielminute, Kaspar Delahaye), 2:2 (59. Spielminute, Marcel Sutter), 2:3 (67. Spielminute, Marvin Schultz), 3:3 (87. Spielminute, Lukas Neumann), 4:3 (90.+4 Spielminute, Leo Friedrich)
Bis dahin
Euer Kivi
