Neun Tore – keine Punkte
7 min readEs war viel geboten beim Spiel der 3. Herren. Vor knapp 50 Zuschauern fielen neun Tore. Am Ende jubelten aber die Gastgeber. Der Tabellendritte SV Broitzem setzte sich gegen die Löwen mit 6:3 durch. Die Petzold-Elf, die auf dem viertletzten Tabellenplatz steht, hat im Kampf um den Klassenerhalt aber weiterhin sehr gute Karten. Nach einem frühen Verletzungsschock nutzten die Gastgeber das Durcheinander der Blau-Gelben und trafen zur Führung. Beim Seitenwechsel hatten die offensivstarken Hausherren die Führung bereits auf 3:0 hochgeschraubt und trafen auch im zweiten Durchgang früh doppelt. Kevin Vierra brachte mit einem Doppelschlag nochmal Spannung rein, ehe Tayrese Albert und ein Broitzem-Tor für den 6:3-Endstand sorgten. Bitter für die Löwen: Der Schiedsrichter ließ sich bei einem vermeintlichen Eigentor der Gastgeber vom Torwart überzeugen, das Tor zurückzunehmen.
Eintracht-Coach Dominik Petzold entschied sich für folgende Aufstellung: Paul Süßenbach (TW) – Michel Fehlker (73. Jens-Alexander Helling), Pascal Lau, Marvin Carl, Nils Terbrack – Marcel Sutter, Sanin Becirovic, Nadim Chebbi – Kevin Lagershausen (46. Fabian Siegmund), Kevin Vierra (C), Marvin Schultz (13. Tayrese Albert)

Zwei Minuten waren gespielt, als die Hausherren nach einer Flanke von der linken Seite aus kurzer Distanz am Tor vorbei köpften. Im direkten Gegenzug steckt Marvin Schultz auf Kevin Lagershausen durch, der im Laufduell mit dem Torwart einen Schritt zu spät. Es liefen immer noch die ersten fünf Minuten, als Marvin Schultz in einem Zweikampf unglücklich stürzte und sich verletzte. Nach längerer Behandlung durch Helfer von beiden Teams war klar, es musste gewechselt werden. Tayrese Albert kam neu in die Partie. Gute Besserung, Schulle!
Die Löwen waren noch nicht wieder ganz im Spiel angekommen, Broitzem aber schon und machten das Spiel eine gute Minute, nachdem es weiterging schnell. Ein blitzschnell ausgeführter Einwurf überrumpelte die komplette Hintermannschaft und so marschierte die Nummer 10 alleine auf Paul Süßenbach zu. Der Löwen-Schlussmann war beim folgenden Schuss aus 13 Metern chancenlos und musste mitansehen, wie der Ball vom rechten Innenpfosten ins Tor klatschte. Das 1:0 für die Gastgeber.
Eine Minute später war es Pascal Lau, der auf der anderen Seite einen Freistoß schnell ausführte. Michel Fehlker hatte 20 Meter vor dem Tor viel Platz und zog einfach mal ab. Im Nachfassen hatte der Torwart den Ball aber sicher. Kurz darauf köpften die Hausherren eine Freistoßflanke aus dem linken Halbfeld klar drüber. Zwei Zeigerumdrehungen danach herrschte ein großes Durcheinander im Löwen-Strafraum. Daraus resultierte ein Pressschlag direkt vor dem eigenen Tor, der am linken Pfosten landete. Anschließend konnten die Blau-Gelben klären. Der Ball kam aber postwendend zurück und die Nummer 10 stand wieder alleine vor dem Löwen-Tor, jagte die Kugel aber weit über den Querbalken.

Zwei Minuten später sorgte ein schneller Gegenstoß der Hausherren für Gefahr: Von links kam der Ball in den Strafraum, wo ein Broitzem-Akteur aus 13 Metern völlig ungestört abziehen konnte. Sein Schuss flog haarscharf über den rechten Knick. Wenige Augenblicke danach spielte der Torwart der Gastgeber die Kugel in den Fuß von Marcel Sutter, der sofort abzog. Der Torhüter machte seinen Fehler wieder gut, parierte den Schuss aber genau vor die Füße von Tayrese Albert, der eigentlich nur noch einschieben musste, aber vom Schiedsrichter aufgrund einer Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde. Die richtige Entscheidung. Fünf Minuten danach brachen die Gastgeber über die linke Seite zur Grundlinie. Die Hereingabe kam perfekt und der Heim-Akteur hatte meterweit Platz, um aus elf Metern abzuziehen. Paul Süßenbach war zwar am Ball dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern, das 2:0 für den SV Broitzem.
Eine Minute danach marschierten die Gastgeber einfach an allen Löwen-Verteidigern vorbei und drangen in den Strafraum ein. Wieder kam es zu einem Abschluss alleine vor Paul Süßenbach, dieses Mal ging der Ball aber rechts am Tor vorbei. Im Gegenzug konnte Nadim Chebbi nach einem sehenswerten Dribbling nur durch ein Foul gestoppt werden. Beim fälligen Freistoß 20 Meter vor dem Tor visierte Kapitän Kevin Vierra die untere linke Ecke an. Sein Flachschuss zischte knapp am Tor vorbei. Sofort ging es wieder in die andere Richtung. Bei eigenem Ballbesitz versprang gleich zwei Löwen der Ball, sodass ein Gegenspieler plötzlich freie Bahn hatte. Dieser wurde zwar eingeholt und der Schuss aus zehn Metern geblockt, doch der Nachschuss zappelte im Netz. Allerdings von der falschen Seite: Außennetz.

Ein paar Minuten danach wurde eine Ecke von Marcel Sutter zu Sanin Becirovic geklärt, der aus 19 Metern wuchtig abzog. Sein Schuss geriet aber zu zentral, sodass der Torwart parieren konnte. Im direkten Gegenzug rannte die Nummer 10 etwas zu einfach an gleich drei Blau-Gelben vorbei, drang in den Strafraum ein und legte zur Nummer 22 quer, die aus etwas abseitsverdächtiger Position ins leere Tor einschob. Das 3:0 mit Beginn einer knapp zehnminütigen Nachspielzeit.
Beinahe hätten die Löwen noch verkürzt, doch Nadim Chebbi schoss nach einer Flanke von Michel Fehlker aus kurzer Distanz den Schlussmann an.
Dann war Halbzeit! Die Blau-Gelben hatten es der starken Offensive der Hausherren zu oft zu einfach gemacht. Die Chancen für mindestens ein Tor waren immerhin da, nutzen konnten die 3. Herren aber noch keine. Trainer Dominik Petzold brachte Fabian Siegmund für Kevin Lagershausen in die Partie.

Den ersten Abschluss im zweiten Durchgang hatte die Eintracht. Aus spitzem Winkel drückte Marvin Carl eine Freistoßflanke von Pascal Lau in die Arme des Torwarts. Zwei Zeigerumdrehungen später schlug Torwart Paul Süßenbach den Ball bis an den gegnerischen Strafraum. Dort verarbeitete Kevin Vierra das Leder klasse uns setzte sich stark gegen den letzten Verteidiger durch, schob die Kugel dann aber hauchzart rechts am Tor vorbei. Im direkten Gegenzug kam Marvin Carl bei einer Grätsche im eigenen Strafraum etwas zu spät, leider klare Sache: Elfmeter. Die Nummer 10 verwandelte diesen in die rechte Ecke, das 4:0.
Fünf Minuten später bekamen die Löwen den Ball im eigenen Strafraum nicht geklärt und so setzten zwei „Pinke“ fünf Blau-Gelbe mit drei Kontakten schachmatt. Die Nummer 11 vollstreckte alleine vor Paul Süßenbach zum 5:0.
Eine Zeigerumdrehung danach zog Marvin Carl aus der zweiten Reihe ab, der Heim-Keeper packte aber sicher zu. Zwei Minuten später setzte Kevin Vierra nach einem Einwurf von Fabian Siegmund Tayrese Albert in Szene, doch die Gastgeber konnten im letzten Moment zur Ecke klären. Diese zog Marcel Sutter direkt aufs Tor, aber der Schlussmann brachte noch die Fingerspitzen an den Ball und konnte den Einschlag auf Kosten einer weiteren Ecke verhindern. Sutter brachte auch diese in die Mitte. Broitzem klärte die Kugel in den Rückraum, wo Fabian Siegmund aus 30 Metern einfach mal abzog. Im Strafraum klatschte die Kugel an die Hand eines Verteidigers: Dieses Mal gab es den Elfmeter für die Eintracht. Kevin Vierra ließ sich von den Rufen der Zuschauer nicht aus der Ruhe bringen und verwandelte eiskalt zu, 5:1.

Keine zwei Minuten danach knallte Michel Fehlker die Kugel aus über 40 Metern im hohen Bogen Richtung Tor. Dem Torhüter flutscht der Ball durch die Hände, im Nachfassen hatte er die Kugel dann. Doch es sah sehr danach aus, als hätte der Ball die Linie bereits überquert und das sah auch der Schiedsrichter so, der auf Tor entschied. Doch aufgrund der Proteste des Torwarts lief der Unparteiische nochmal an den Ort des Geschehens und ließ sich vom vermeintlichen Eigentorschützen selbst überzeugen, dass sich dieser in der ganzen Situation nicht vom Fleck bewegt hätte und auch jetzt noch am gleichen Platz stand. Scheinbar war der Arm dann zu kurz, um aus dieser Position den Ball hinter der Linie zu greifen. Für mich sah es zwar so aus, als hätte sich der Schlussmann deutlich bewegt, doch dem Schiedsrichter reicht die Schilderung und er nahm das Tor zurück. Sieht man auch nicht alle Tage.
Als es dann weiterging, eroberten die Löwen schnell wieder den Ball. Über Marvin Carl kam die Kugel zu Sanin Becirovic, der auf Kevin Vierra durchsteckte. Der Toptorjäger der Löwen knallte das Leder mit Wucht under die Latte, der Doppelschlag und Doppelpack zum 5:2!
Nun hatten die Löwen Hoffnungen auf ein Wunder geschöpft. Nur eine Minute danach machte Kevin Vierra eine Flanke von Marcel Sutter per Kopf wieder scharf. Nadim Chebbi setzte zum Fallrückzieher an und traf das Leder wenige Meter vor dem Tor fast perfekt, doch das Spielgerät klatsche an den linken Pfosten. Der Nachschuss von Pascal Lau wurde dann zur Ecke geblockt. Das wäre ein absolutes Traumtor gewesen! Auf der anderen Seite verhinderte Jens-Alexander Helling mit einer überragenden Grätsche als letzter Mann das sechste Gegentor. Doch die Freude darüber währte nicht lange, denn beim nächsten Angriff kombinierten sich die Gastgeber zu zweit durch fünf Blau-Gelbe. Am Ende stand die Nummer 14 alleine vor Paul Süßenbach und machte das halbe Dutzend voll: 6:2.

Ein Tor sollte es aber noch geben: Nach einer Ecke von Marcel Sutter prallte der Ball an den Kopf vom überraschten Vierra und anschließend hin und her. Tayrese Albert reagierte am schnellsten und knallte das Leder aus der Luft in den linken Knick. Das 6:3, doch statt Freude kam erstmal Schreck auf, denn Toptorjäger und Kapitän Kevin Vierra hatte im Getümmel neben dem Ball auch einen Schlag an die Schläfe bekommen und war zusammengesackt. Der Physio vom SV Broitzem war sofort da und reagierte klasse, organisierte Schatten und Wasser für den benommenen Vorlagengeber Vierra. Der Kapitän schien anschließend sogar weiterspielen zu wollen, doch der Schiedsrichter pfiff die Partie kurzerhand nach 87 Minuten ab.
Somit war Schluss! Nach fünf ungeschlagenen Spielen müssen die Löwen in einem ereignisreichen Spiel mal wieder eine Niederlage hinnehmen. Gegen eine der besseren Mannschaften der Liga ist das aber auch ok. Weiter geht es für die Petzold-Elf am kommenden Sonntag gegen die 3. Mannschaft vom BSC Acosta. Anstoß am Biberweg gegen den Tabellennachbarn ist um 14 Uhr. Mehr Bilder zum Spiel findet ihr hier.
Tore: 1:0 (16. Spielminute, Vedat Barthauer), 2:0 (31. Spielminute), 3:0 (45.+2 Spielminute, Linus-Noah Kraschewski), 4:0 (54. Spielminute, Vedat Barthauer), 5:0 (61. Spielminute, Jean-Luca-Pacal Röske), 5:1 (67. Spielminute Kevin Vierra), 5:2 (70. Spielminute, Kevin Vierra), 6:2 (81. Spielminute Edgar Root), 6:3 (87. Spielminute, Tayrese Albert)
Bis dahin
Euer Kivi
