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Niederlage trotz Frühstart

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Die Eintracht verliert zum ersten Mal in der Rückrunde und steht damit weiter auf einem direkten Abstiegsplatz. Gegen den Spitzenreiter aus Köln gelang der Mannschaft von Daniel Scherning ein absoluter Frühstart. Kapitän Ermin Bičakčić traf bereits in der ersten Spielminute zur ganz frühen Führung. Doch die Kölner kamen noch im ersten Durchgang zurück. Zwei Standardsituationen verteidigten die Löwen überhaupt nicht gut und so stand es zur Pause 1:2 für den Gast. Nach dem Seitenwechsel hatten die Blau-Gelben unfassbar viel Ballbesitz und auch die ein oder andere Torchance. Auch die Kölner kamen mehrfach gefährlich zum Abschluss, doch beiden Kontrahenten wollte vor über 21.000 Zuschauern kein Tor gelingen. Damit setzt es bereits die elfte Niederlage und der Anschluss auf die Nicht-Abstiegs-Plätze droht verloren zu gehen.

Eintracht-Coach Daniel Scherning entschied sich für folgende Aufstellung: Thorben Hoffmann (TW) – Robert Ivanov (75. Christian Conteh), Ermin Bičakčić (C, 82. Julian Baas), Kevin Ehlers – Sven Köhler – Marvin Rittmüller (63. Sanoussy Ba), Lino Tempelmann, Johan Gómez (75. Fabio Kaufmann), Fabio di Michele Sánchez – Sebastian Polter (63. Levente Szabó), Rayan Philippe

Die wunderschöne Choreo hing noch vor der Südkurve, es waren erst wenige Sekunden gespielt, als Sven Köhler einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld in den Kölner Strafraum schlug. Dieser war eigentlich gar nicht mal so gut getreten, doch weder die Gäste noch die Löwen bekamen einen Fuß an den Ball und so rutschte das Spielgerät bis zu Ermin Bičakčić durch, der aus kurzer Distanz vollstreckte. Die ganz frühe Führung für die Löwen in der ersten Spielminute, das 1:0 für den BTSV!

Kurz darauf setzte Tigges sich viel zu einfach gegen Ehlers durch und bediente Downs, der aus spitzem Winkel völlig frei zum Abschluss kam. Der Flachschuss zischte knapp am linken Pfosten vorbei ins Aus. Fünf Minuten später rutschte Ehlers nach einer eigentlich harmlosen Hereingabe weg und sorgte so beinahe für die Riesenchance des Tabellenführers, doch im Verbund konnten die Löwen klären. Die Anfangsviertelstunde war noch nicht vorbei, als die Kölner eine Ecke im zweiten Versuch in die Mitte schlugen. Ehlers konnte sich im Kopfballduell nicht gegen Martel durchsetzen. Die Kugel prallte zu Downs, der sofort wieder Martel einsetzte. Dieser hatte sich schneller sortiert als Ehlers und zog aus elf Metern ab. Robert Ivanov versuchte zu retten, fälschte aber unhaltbar ab. Der Ausgleich zum 1:1.

Zehn Minuten später lief der Konter über Sven Köhler, der viel Boden gutmachte, sich wenige Meter vor dem Strafraum gegen einen Abschluss entschied und Marvin Rittmüller auf der rechten Seite mitnehmen wollte. Doch der Pass geriet zu ungenau und Rittmüller bekam seine Beine nicht rechtzeitig sortiert. Die Kugel trudelte ins Seitenaus. Eine Viertelstunde vor der Pause klärte di Michele Sánchez vor Gazibegovic zur Ecke. Der Kölner stand dabei allerdings im Abseits und zwang unseren Linksverteidiger zu einer Aktion. Dafür gab es auch schonmal einen Abseitspfiff.

Stattdessen gab es den Eckball für den Spitzenreiter, die auf den zweiten Pfosten geschlagen wurde, Thorben Hoffmann wollte die Hereingabe abfangen, konnte den Ball aber nicht festhalten. Ivanov wollte klären, traf den Ball aber nicht richtig. Das Spielgerät fiel Downs vor die Füße, der aus wenigen Metern einnetzen konnte. Spiel gedreht, die Führung für den 1. FC Köln, das 1:2.

Zehn Minuten danach entwickelte sich aus einem Freistoß der Gäste ein Eintracht-Konter. Philippe setzte überragend Johan Gómez in Szene, der auf der rechten Seite völlig freie Bahn hatte. Der US-Amerikaner zog Richtung Tor und brach in den Strafraum, übersah aber den mitgelaufenen di Michele Sánchez und suchte stattdessen den Abschluss aus spitzem Winkel. Die Kugel klatschte an den rechten Außenpfosten und von dort ins Toraus. In der Nachspielzeit bekamen die Löwen nach einem abgefälschten Fernschuss von Lino Tempelmann nochmal eine Ecke zugesprochen, die Ehlers im hohen Bogen aufs Tor köpfte, doch Schwäbe konnte auf Kosten einer erneuten Ecke parieren. Diese wurde dann nicht gefährlich.

Dann war Halbzeit! Die Eintracht hielt gegen den Spitzenreiter gut mit, war nach der frühen Führung aber viel zu selten zum Abschluss gekommen und hatte dann zwei Standards ganz schlecht verteidigt. Der Tabellenführer nutzte dies eiskalt aus und traf mit den einzigen beiden Schüssen aufs Tor. Trainer Daniel Scherning sah keinen Grund für Wechsel und schickte die Blau-Gelben unverändert zurück aufs Feld.

Etwas mehr als eine Minute war gespielt, als der Ball nach einer Eintracht-Ecke an die Hand von Tigges sprang. Es gab wohl zu Recht keinen Elfmeter und das Spiel lief weiter: Nach dem Befreiungsschlag machte es Robert Ivanov nicht gut gegen Ljubicic und so kam der Ball zu Downs, der völlig frei vor Hoffmann auftauchte. Doch dieser blieb im direkten Duell Sieger und parierte den zentralen Schuss des Gäste-Stürmers. Zwei Zeigerumdrehungen später kam Lino Tempelmann kurz vor dem Strafraum zum Abschluss, doch sein Flachschuss ging denkbar knapp rechts am Tor vorbei. Eine Minute danach rammte Hübers Polter im Luftzweikampf zu Boden, der anschließend behandelt werden musste. Eine gelbe Karte gab es allerdings nicht und das war gut für die Gäste, denn Hübers war bereits verwarnt.

Es waren wilde Minuten, denn nur wenige Augenblicke später köpfte Polter eine schwierig zu nehmende Flanke in die Arme von Effzeh-Keeper Schwäbe. Die Eintracht eroberte sofort den Ball zurück und die Kugel kam über eine Hereingabe zu Rayan Philippe, der bei seiner Direktabnahme das Spielgerät nicht perfekt traf. Wieder leichte Beute für Schwäbe. Immer noch waren im zweiten Durchgang keine zehn Minuten gespielt, als Sebastian Polter unter großem Einsatz den Ball eroberte und im Liegen an Johan Gómez weitergab, der sich mit Schmied und Hübers behakte und zu Fall ging. Es gab Freistoß für die Eintracht 18 Meter vor dem Tor aus halblinker Position. Rayan Philippe und Sven Köhler standen bereit und der Mittelfeldspieler machte es dann auch. Und das richtig schlecht. Der Ball flog meterweit am Tor vorbei. Das war gefährlicher für die Wolters-Biere in der Südkurve als für das Tor der Kölner.

Fünf Minuten später suchte Tempelmann kurz vor dem Strafraum erneut den Abschluss, erneut flach und erneut knapp rechts vorbei. Kurz darauf kam Johan Gómez links vom Tor aus leicht spitzem Winkel zum Abschluss, Schwäbe konnte die Kugel nicht festhalten, hatte das Spielgerät im Nachfassen dann aber kurz vor zwei heranstürmenden Löwen sicher. Im Gegenzug kamen auch die Gäste zum Abschluss, aber der zentrale und harmlose Schuss von Ljubicic aus der zweiten Reihe war eine ganz leichte Übung für Thorben Hoffmann im Tor der Eintracht. Eine Minute später bugsierte Szabó eine Philippe-Ecke klar am Tor vorbei. Nur wenige Augenblicke später der nächste Abschluss: Szabó gab den Ball vom rechten Strafraumrand in die Mitte, Rayan Philippe verarbeitete die Kugel 15 Meter vor dem Tor nicht ganz perfekt, schloss dann aber technisch anspruchsvoll ab: Der Ball zischte über den rechten Winkel.

Auf der anderen Seite köpfte Tigges eine Halbfeldflanke von Gazibegovic aus wenigen Metern in die Arme von Thorben Hoffmann. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit rutschte ein Freistoß durch den Löwen-Strafraum. Hübers tauchte völlig frei vor Hoffmann auf und konnte diesen auch überwinden, doch di Michele Sánchez hatte mitgedacht und rettete auf der Linie mit dem Kopf. Den anschließenden Nachschuss von Downs fing Hoffmann sicher ab. Fast im direkten Gegenzug schickte Sanoussy Ba mit einem herrlichen Pass Fabio Kaufmann die rechte Seite runter, der im Strafraum Levente Szabó bediente. Dieser schloss aus etwas spitzem Winkel etwas zu überhastet ab und traf nur das Außennetz.

Eine Minute später spielte Szabó den Ball in der eigenen Hälfte unbedrängt Tigges in die Füße, der sofort Pacarada in Szene setzte. Sein Schuss aus 16 Metern knallte an die Latte und sprang von dort ins Toraus. Bereits in der Nachspielzeit ließ sich Ba nach einem langen Ball von Tigges abkochen und so kam der Gäste-Stürmer aus 13 Metern zum Abschluss, doch die Kugel flog klar über den Kasten. Die Nachspielzeit war bereits in den letzten Sekunden, als es nochmal Ecke für die Eintracht gab. Thorben Hoffmann war mit aufgerückt und kam nach der Hereingabe von Philippe auch beinahe an den Ball, aber die Gäste konnten erstmal klären. Sven Köhler kam an die Kugel und flankte von der rechten Seite. Levente Szabó kam aus kurzer Distanz zum Kopfball, beförderte die Kugel aber knapp links am Tor vorbei.

Dann war Schluss. Beide Teams hatten einige Chancen im zweiten Durchgang liegen lassen, doch darüber ärgert sich am Ende nur einer und das ist die Eintracht. Mit 69 % Ballbesitz im zweiten Durchgang hätte sich die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning aber durchaus noch mehr klare Chancen erspielen dürfen. So gibt es nach der wohl besten Rückrunden-Leistung erstmals in diesem Jahr keine Punkte für die Blau-Gelben. Seit acht Spielen ist der BTSV nun ohne Sieg. 4:16 Tore und drei Punkte nach dem überzeugenden Sieg gegen den Hamburger SV sind Zahlen eines Absteigers. Das muss man trotz annehmbarer Leistung heute leider so festhalten. Es helfen nur noch Siege.

Tore: 1:0 (1. Spielminute, Ermin Bičakčić), 1:1 (13. Spielminute, Martel), 1:2 (30. Spielminute, Downs)

Bis dahin

Euer Kivi

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