Vier Formate für Eintracht – eine Adresse für Fans.

Krauße trifft per Kopf zum Testspielsieg

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Die Eintracht gewinnt ihr erstes Testspiel im Winter gegen den Bundesligisten FC St. Pauli mit 2:1. Die Gäste aus der Hansestadt trafen im ersten Durchgang doppelt: Ein Eigentor konterten die Hamburger fast im direkten Gegenzug zum 1:1. Kurz vor Abpfiff passierte dann etwas ganz Seltenes. Die Löwen trafen nah einer Ecke und auch noch per Kopf. Robin Krauße hatte seinen Schädel nach einer Ecke von Max Marie im richtigen Winkel gegen das Spielgerät gedrückt und somit den Siegtreffer im leeren Eintracht-Stadion erzielt. Denn wie auch beim zweiten Testspiel gegen Energie Cottbus waren keine Fans zugelassen.

Daniel Scherning, dem trotz schwachem Jahresende vom Aufsichtsrat weiter das Vertrauen ausgesprochen wurde, entschied sich für folgende Aufstellung: Lennart Grill (TW, 46. Marko Johansson) – Robert Ivanov (46. Paul Jaeckel), Ermin Bičakčić (C, 46. Kevin Ehlers), Jannis Nikolaou (75. Phil-Louis Kunze) – Sanoussy Ba (75. Leonard Laatsch), Max Marie, Sven Köhler (46. Robin Krauße), Fabio di Michele Sánchez – Fabio Kaufmann, Johan Gómez, Rayan Philippe

Nach dem Schnee folgte der Regen in Braunschweig, als das erste Testspiel des Jahres angepfiffen wurde. Wir waren ebenso nicht mit dabei, wie der Rest der Fans, denn aus organisatorischen Gründen waren leider keine Zuschauer möglich. Dafür gab es einen Livestream der Eintracht auf YouTube. Knapp sechs Minuten waren gespielt, als der Erstligist erstmals zum Abschluss kam. Eine Hereingabe von Afolayan vom linken Strafraumeck landete bei Guilavogui, der aus 16 Metern flach abzog. Doch Lennart Grill taucht rechtzeitig ab und konnte auf rutschigem Boden parieren. Anschließend bereinigte Jannis Nikolaou die Situation per Kopf. Wenig später versuchte es Saliakas aus der zweiten Reihe, verfehlte das Tor von Lennart Grill aber deutlich.

Die Anfangsviertelstunde war noch nicht ganz vorbei, als Rayan Philippe mit viel Gefühl vom rechten Strafraumeck Max Marie suchte, doch der ehemalige Pauli-Akteur kam mit dem Kopf nicht an die Kugel. Doch die Gäste klärten die Szene auf Kosten einer Ecke. Diese schlug Rayan Philippe auf den Kopf von Jannis Nikolaou, der die Kugel im ersten Versuch nicht aufs Tor bekam, den Ball erneut bekam, mit dem Kopf aber erneut nicht perfekt erwischte. Max Marie war es dann, der das Leder ebenfalls mit dem Kopf anvisierte und auch einigermaßen gefährlich Richtung Tor bugsierte, doch Pauli-Keeper Vasilj hielt den Ball fest. Sven Köhler blieb am Boden liegen, denn er war anscheinend von einem Gegenspieler an der Hand getroffen worden. In einem Testspiel gibt es natürlich keinen Videobeweis, daher erübrigte sich die Frage, ob das ein Elfmeter war oder nicht. 20 Minuten waren gespielt, als Rayan Philippe eine Ecke zurückbekam und vom rechten Strafraumrand aus extrem spitzem Winkel abzog. Doch richtig gefährlich war das nicht, sein Versuch flog deutlich am Tor vorbei und kullerte im Schnee vor der Südkurve.

Kurz darauf kam Aigbekaen aus leicht spitzem Winkel zum Abschluss, Lennart Grill parierte den wuchtigen Schuss aufs kurze Eck aber souverän. Zwei Zeigerumdrehungen später kam der Ball über Max Marie und Sanoussy Ba zu Fabio Kaufmann, der von der rechten Seite nach innen zog und es mit einem Schlenzer versuchte. Doch sein Schuss mit dem schwächeren Linken fehlte es eindeutig an Power und so pflückte der Gäste-Keeper den Ball locker aus der Luft. Kurz darauf rutschte eine Marie-Ecke bis zu Ermin Bičakčić durch, der aber zu überrascht war, um zu reagieren. Im Gegenzug kam Guilavogui aus abseitsverdächtiger Position zum Abschluss, aber Ba schlug den Ball noch ein paar Meter vor der Linie weg. Im Gegenzug behauptete Fabio Kaufmann im Mittelfeld den Ball und gab das Leder an Rayan Philippe weiter, der Richtung Strafraum marschierte und das Spiel auf die rechte Seite verlagerte. Dort hatte Sanoussy Ba viel Platz zum Flanken und suchte in der Mitte Johan Gómez, der einen Schritt zu spät kam. Allerdings übernahm ein Gegenspieler seinen Part: Saliakas bugsierte die Kugel ins eigene Netz. Das 1:0 für die Braunschweiger Eintracht!

Doch quasi im direkten Gegenzug gelang den „Kiezkickern“ der postwendende Ausgleich: Lennart Grill konnte einen Kopfball von Afolayan nicht festhalten, boxte den Ball im hohen Bogen nach oben und konnte dann auch den gerade herunterfallenden Ball nicht sichern. Der Löwen-Keeper bugsierte den Ball zu Aigbekaen, der per Dropkick wuchtig zum 1:1-Ausgleich traf.
Zehn Minuten vor der Pause versuchte es Schmitz aus 24 Metern, den recht harmlosen Ball konnte Grill aber zur Seite abwehren. Anschließend klärte Robert Ivanov mit einem weiten Schlag. Fünf Minuten später folgte der nächste Fernschuss, dieses Mal von Saliakas, Grill parierte zur Ecke. Der Fernschütze schlug diese auf den Kopf von Nemeth, der aus wenigen Metern ziemlich ungestört zum Kopfball kam, doch mit einem starken Reflex verhinderte Lennart Grill den Rückstand.

Dann war Halbzeit. Viele gefährliche Torschüsse hatte die Eintracht nicht auf den Platz gebracht und so passte es auch, dass das Löwen-Tor ein Eigentor der Gäste war. Dafür hatten die Blau-Gelbe auch nur wenige zwingende Abschlüsse im eigenen Strafraum zugelassen. Daniel Scherning tauschte mehrfach: Für Robert Ivanov, Ermin Bičakčić, Sven Köhler und Lennart Grill kamen Paul Jaeckel, Kevin Ehlers, Robin Krauße und Marko Johansson in die Partie.

Zwei Minuten nach Wiederanpfiff köpfte Eggestein eine Ritzka-Flanke knapp am Eintracht-Tor vorbei. Drei Minuten später servierte Max Marie einen Freistoß aus dem linken Halbfeld herrlich in die Gefahrenzone. Dort war Kevin Ehlers stark durchgelaufen und kam aus kurzer Distanz zum Kopfball. Der Innenverteidiger brachte die Kugel wuchtig, aber unplatziert aufs Tor und so hatte der eingewechselte Voll fast gar keine andere Chance als den Ball zu parieren, denn er wurde quasi angeschossen. Ein paar Zentimeter weiter Richtung Torpfosten und der Gäste-Keeper wäre absolut chancenlos gewesen. Zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Max Marie von der linken Seite nach innen zog und aus 20 Metern den Abschluss suchte. Dabei rutschte dem jungen Mittelfeldspieler der Ball über den Schlappen und das Spielgerät flog mehrere Meter am Ziel vorbei.

Eine Viertelstunde später zog Banks von rechts nach innen, ein Braunschweiger Fuß entschärfte den folgenden Abschluss vom rechten Strafraumeck aber entscheidend. Den daraus entstandenen Kullerball nahm Johansson ohne Probleme auf. Ein paar Minuten danach köpfte Sanoussy Ba eine Flanke von di Michele Sánchez klar am Tor vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später köpfte Robin Krauße eine Marie-Freistoßflanke über den Querbalken. Sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kam di Michele Sánchez durch einen Doppelpass mit Max Marie über die linke Seite in den Strafraum und drang bis zum Fünf-Meter-Raum vor, verpasste aber den perfekten Zeitpunkt zum Abspiel. Johan Gómez konnte den Querpass nicht perfekt verarbeiten und scheiterte im Liegen an Torwart Voll. Fabio di Michele Sánchez überwand den Gäste-Keeper anschließend per Kopf, doch auf der Linie klärte Ritzka ebenfalls per Kopf noch von der Linie. Der Ball kam zu Fabio Kaufmann, dessen Hereingabe in höchster Not mehrmals geklärt wurde und wieder bei Kaufmann landete, der aus spitzem Winkel abzog, doch erneut war Voll da und parierte zur Ecke.

Die anschließende Ecke von Rayan Philippe landete über einen kleinen Umweg bei Robin Krauße, der das Leder per Kopf nicht Richtung Tor drücken konnte. Keeper Voll faustete den Ball aus dem Strafraum. Die Löwen setzten sich auf der linken Seite am Strafraum fest und kamen nach mehreren geblockten Versuchen zu einer Ecke. Die schlug Max Marie vier Minuten vor dem Ende im hohen Bogen auf den zweiten Pfosten. Dort schraubte sich Robin Krauße in die Luft und bezwang Gäste-Keeper Voll mit einer Kopfball-Bogenlampe. Der Ball zappelte im Netz, die erneute Führung für die Löwen: das 2:1!

Kurz darauf war Schluss, die Eintracht gewinnt ihr erstes Testspiel im Jahre 2025. In einer starken und druckvollen Schlussphase hatten sich die Blau-Gelben den Treffer durchaus verdient. Gegen den Tabellenvierzehnten der ersten Liga ließen die Löwen zudem keine einzige gefährliche Torchance im zweiten Durchgang zu. Am kommenden Samstag steht das zweite und letzte Testspiel der Wintervorbereitung an. Ebenfalls ohne Zuschauer geht es um 13.30 Uhr gegen den FC Energie Cottbus. Zeitgleich findet das „13. Cattiva Hallenturnier für den guten Zweck“ statt. Schaut dort doch mal vorbei!

Bis dahin

Euer Kivi

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